NFL 2012/13, Week 4: Green Bay – New Orleans und alles, was ab halb elf noch interessiert

Aus Spoilergründen schließe ich nun hier oben. Wer das Geschehene nachlesen möchte, bitte nach dem Sprung. Den anderen möchte ich den Spaß an der Spannung nicht verderben.

[01h52] Mit drei Sekunden auf der Uhr würgt K Billy Cundiff den Ball fünf Zentimeter innerhalb der linken Torstange rein.

[01h50] Was die Kommentatoren hier nacherzählen, lässt auf ein eher mittelprächtiges Spiel schließen, was die Klasse angeht (Fumble-Recoveries in der EndZone, drei verkickte Field Goals usw.). Aber spannend ist’s 🙂

[01h46] Tampa geht im Raymond James Stadium mit 102sek auf der Uhr 22-21 in Führung. RG3 kann also noch den Schalter umlegen.

[01h43] Rodgers komplettiert einen heiklen Pass für WR #89 James Jones zum neuen 1st down und Sieg. War ein Spiel auf des Messers Schneide, aber gefühlt gewann die etwas bessere Mannschaft, und jene, die sich selbst erst in die missliche Lage brachte, einiges Glück für den Sieg zu brauchen. New Orleans ist damit 0-4! Das hätte ich trotz aller Kopfgelder und Trainerwechsel nicht erwartet gehabt (der Fairness halber: Alle vier Spiele waren innerhalb eines einzigen Scores, wenn auch bis heute gegen eher inferiore Konkurrenz).

[01h34] Spannende Schlussphase in Green Bay. Die Saints spielen nach einigen Diskussionen um ein Timeout ein 4th down aus, kommen aber nicht durch bis in die EndZone und müssen ein Field Goal kicken. Hartleys Versuch aus 43yds sitzt, aber Holding gegen den Left Tackle. Die Packers antworten mit Offside. Schließlich kriegt Hartley im dritten Versuch aus 48yds die Chance… und setzt den Ball zehn Zentimenter links vorbei! 2:49 auf der Uhr, nur mehr ein Timeout.

[01h22] #Blown Calls: Erneut zeigt schon das erste TV-Bild, dass eine Ref-Entscheidung (nicht-Fumble im Gewurrl eines Kickreturns) falsch war. McCarthy darf sich für die völlig sinnlose Challenge im ersten Viertel nun in den Arsch beißen/ist ohne Challenge und kann den Call nicht anfechten.

[01h18] GB 28, NO 27, TD Nelson Q4, 7:00. Lockerer Drive, kein Land in Sicht für die Saints-Defense.

[01h09] Die Seuche der zweiten Halbzeit setzt sich fort: Brees wirft einen riskanten Pass und zwei Packers rennen sich beim Versuch der INT übern Haufen. Zwei Plays später: Punt. 10:32 to go.

[00h58] Field Goal fühlt sich wie Schdensbegrenzung für Green Bay an; GB 21, NO 27.

[00h48] Mini-Implosion der Packers: Rodgers mit einem Pass rechts runter für #87 Nelson, plötzlich rauscht CB #21 Patrick Robinson rein und fängt eine einfache INT. Die Saints sind damit schon wieder fast in Scoring-Reichweite.

[00h42] GB 21, NO 24. Und dann missverstehen sich die Packers-DBs, Brees muss nur noch ein paar Meilen downfield werfen, wo WR #13 Morgan mutterseelenallein zum 80yds-TD durchlaufen kann. Safety weit und breit keiner zu sehen, CB #38 Williams rauscht von der anderen Spielfeldseite heran, kommt aber mit seinem Tackle zu spät. So schnell kann’s gehen.

[00h37] Packers marschieren, sind kurz vor dem Score, die rettenden Tackles vor dem Touchdown schauen nur wie Verzögerungsmaßnahmen aus, und dann reißt S #27 Malcolm Jenkins QB Aaron Rodgers mit dem Griff ins Gesichtsgitter fast den Hals ab. Rodgers muss mit Augenverletzung raus, es kommt nach langen Jahren Abstinenz QB #6 Graham Harrell, der famose Rekord-QB der Texas Tech University (und danach in Saskatchewan) auf das Feld. Es passiert das Unvermeidliche: Harrell stolpert über den Fuß eines Vorblockers, es gibt Fumble und ausgerechnet Bösewicht #27 Jenkins recovert den Fumble.

[00h25] Ich bin wieder voll beim Football, nach einer durchaus elektrisierenden Entscheidung im Ryder-Cup.

[00h22] Die Saints nutzen die Geschenke von Refs und Packers (hallo, Raji!) nur bedingt aus und bringen nur drei Punkte mit nach Hause, trotz gefühlt sieben, acht Chancen an der GoalLine. Da merkte man doch das Fehlen von HC Sean Payton.

[00h15] „Nebenan“ rückt ein deutscher Golfer in den Fokus…

[00h13] Die Refs sind auch noch rostig aus der Offseason, oder? Glasklare Fehlentscheidung bei einem Review eines Graham-„Catches“. Heute waren etliche Entscheidungen dabei, für die letzte Woche noch sofortige Verhandlungsaufnahme mit eben diesen Refs gefordert worden wären, und das war die klarste von allen.

[00h06] WR Greg Jennings wird vorerst als Vorsichtsmaßnahme weiterhin aus dem Spiel gehalten werden.

[00h01] Wer nach dem gestrigen Abend übrigens den Ryder Cup bereits abgeschrieben hatte, dem dürften gerade die letzten Augenpaare rausfallen beim Umschalten.

[23h52] Halbzeit Green Bay 21, New Orleans 14. Ich werde aus Spoilergründen keine anderen Halbzeitergebnisse posten.

[23h49] Brees wechselt seine Haupt-Anspielstation wie schon vor zwei Wochen in Carolina: Neue erste Station ist RB #43 Darren Sproles, der mehrere Catches und lange Runs danach macht und 27sek vor der Pause zum 21-14 verkürzt. Gelungener Drive aus Saints-Sicht: Voll gepunktet und wenig Zeit auf der Uhr gelassen.

[23h34] Green Bay geht 21-7 in Führung (Q2 9:58), nachdem man in der eigenen RedZone einen Punt-Trick beim 4th-und-1 ausgespielt hatte. Danach war es einfach. Rodgers gerät fast nie in Bedrängnis.

[23h27] Die Polls im College-Football sind raus. Im AP-Poll hat sich ganz oben wenig getan: Alabama einstimmig #1, FSU ist trotz einer nicht vollends überzeugenden eigenen Vorstellung an LSU vorbeigeflutscht (FSU nun #3), während dahinter die große News der Eintritt der Florida Gators in die Top-10 ist.

Stanford ist natürlich runtergepurzelt (nun #18), während ganz unten Baylor & Boise State (Boise nur mit knappem Sieg über New Mexico) rausgefallen sind, während UCLA (#25) zurückgekehrt und Northwestern (#24) gänzlich neu ist.

[23h10] Touchdown Green Bay, 14-7 Packers. Zum Drive gibt es nicht viel zu sagen: New Orleans kriegt keinen Druck zustande und Rodgers nützt die Zeit, die Defense zu zerpflücken. Überraschend ist allenfalls, dass WR Greg Jennings bereits seinen 50ten Touchdown erzielt – Jennings ist tatsächlich schon seit 2006 dabei und mittlerweile 29 Jahre alt.

[23h05] Was das Tackling angeht, sind die Saints auf Augenhöhe mit den Detroit Lions einzuordnen.

[22h54] Boo-Birds in Lambeau – die neuen Refs brauchen nicht lange, um auch sich zum Feind des Packer-Publikum zu machen. Grund: Die Saints glichen mit einem TD aus, bei dem WR Tate Colston arg viel Kontakt zu seinem Gegenspieler gesucht hatte. 7-7 nach einem Saints-Drive, bei dem Green Bays Abwehr sehr passiv wirkte.

[22h40] Smoother erster Drive der Packers. Wenig Druck für QB Rodgers, ein paar Tippelschritte und schon ist WR James Jones in der EndZone frei zum schnellen 7-0.

[22h37] Das Lambeau-Field ist mucksmäuschenstill, wenn Rodgers seine Kommandos angibt. Ein Widerhall wie auf dem Schulhof.

[22h30] Wie ich in der Preview schrieb: Green Bay ist nicht bloß aufgrund der Saints-Defense hier hoher Favorit.

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NFL 2012/13, Woche 4 um 19h

[22h26] DE #55 John Abraham mit dem Sack. Atlanta hatte nur drei Mann halbherzig an der Line gehabt… Jo. „Statement-Sieg“ oder von der Schippe gesprungen? Auf alle Fälle ein beeindruckender Pass Ryans für White in der Crunch-Time. Atlanta steht bei 4-0, aber der Sieg war schon sehr, sehr glücklich.

[22h22] Matt Bryant versenkt den Kick. Atlanta geht 6sek vor Ende 30-28 in Führung.

[22h21] Für unsere Freunde bei den Sofa-QBs: Carolina mit dem „Freezing“-Timeout. 40yds-Versuch für K Matt Bryant mit 10sek auf der Uhr nach einem famosen, famosen Catch WR Whites und dann zwei intelligenten Kurzpässen.

[22h17] Unglaublicher Catch von WR #84 Roddy White für ca. 60yds, von der ATL 1 geworfen! 23sek to go.

[22h11] Und wie es das Skript vorsieht: Newton erscrambelt das 1st down, fumbelt nach Kontakt mit einem eigenen Blocker, Ball wird von ATL #25 Moore abgefälscht, zurück hinter die gelbe Linie. 4th down. Haarscharfe Szene und eine knifflige Entscheidung für Ron Rivera zu treffen.

[22h06] Letzte spannende Schlussphase im Georgia Dome (ist nur bei mir das Bild von dort so unterirdisch?). CAR führt 28-27, 2min to go, ATL mit zwei Timeouts. CAR am Ball.

[22h04] Keine Hail Mary diesmal für die Lions, dafür die dritte Niederlage mit einem Score in Folge. MIN gewinnt 20-13 und steht nun bei 3-1 Siegen, Detroit bei 1-3 am Tabellenende der NFC North. Nochmal: Bemerkenswert, wie mutig die Vikings am Ende diesen Pass für WR Simpson ausgespielt haben.

[21h51] Sehr gutes Clock-Management von beiden Seiten in Detroit. Die Vikings riskieren beim 2nd down einen nicht unkomplizierten Pass, den WR Simpson zur Belohnung für den bemerkenswerten Mut fängt. Dann nimmt Schwartz kein Timeout, was nur bei 2:43 eine gute Entscheidung ist. Dann machen die Vikes das Maximum aus dem „Free Play“ an der 2min-Warning und werfen. Der Ball ist incomplete, aber die Uhr wäre so oder so gestoppt worden.

[21h43] 2:56 verkürzen die Detroit Lions mit einem seeeehr fragwürdigen Sneak-TD für QB Stafford. Auch hier gilt: Für diesen Call wären die Replacement Refs geröstet worden. 20-13; 3 Timeouts Lions; 2min Warning und minimum zwei Spielzüge vor der 2min-Warning.

[21h40] #22 Ridley gegen 12 Mann mit der Vorentscheidung: 35-21 New England und die Bills-Defense sieht shotter denn shot aus. Sieht kein Land mehr gegen einfachstes Patriots-Laufspiel (und hat Pech mit einer nicht gefangenen INT in der EndZone).

[21h35] Ein massiver Hit von LB #55 Spikes gegen RB Jackson könnte ein erster Sargnagel für Buffalo sein. Fumble, Turnover und New England nach dem ersten Lauf über RB Ridley & RB Boulden schon wieder in reichweite von Punkten.

[21h30] Die Patriots jetzt in Führung. Brady hat plötzlich volle Kontrolle, null Pass Rush, und in der RedZone eine komplett falsch aufgestellte Coverage der Bills; TE Gronkowski muss nur geradeaus laufen und kann locker den TD zum 28-21 markieren. Drei lange Patriots-Drives zum TD en suite.

[21h27] Mit dem ausgeknockten Calvin Johnson an der Seitenlinie scheitern die Lions am 4th down in der RedZone. Die Vikings bekamen auch ohne den krämpfegeplagten DE #69 Allen genügend Druck für weggeworfene Bälle und Sacks hin.

[21h23] Ich erwarte einen augenblicklichen Entrüstungssturm bei ESPN für den brutalen Hit von #52 Greenway gegen den schutzlos danebenstehenden WR Calvin Johnson.

[21h18] Selbstzerstörung galore bei den NY Jets. INT Sanchez zum TD-Drive verwertet, nun einen Fumble-Return zum TD kassiert… San Francisco tütet die Partie eingangs des Schlussviertels ein und angesichts der leblosen Vorstellung der Jets-Offense dürfte das die nächste unruhige Woche im Big Apple werden.

[21h13] Nächster rattenscharfer Patriots-Drive, diesmal abgeschlossen von QB Brady per Scramble. Ausgleich in Orchand Park.

[21h05] Für die Lions ist es ein Tag, an dem nix laufen will… beziehungsweise: Da „läuft“ es mal – erster Carry mit Erfolg – und dann fumbelt #25 LeShoure vor lauter Freude das Ei weg. Da bleibt vorerst wohl bloß die Hoffnung auf die traditionell punktereichen Schlussviertel der Lions. Immer noch 20-6 MIN.

[21h01] New Englands Offense spielt schon mit viel „Dringlichkeit“ (um nicht zu sagen: Stress). Extreme No-Huddle-Offense, eingestreute Läufe (v.a. jene über #38 Boulden sind erfolgreich) und dann verteilt Brady die quicken Bälle und lässt seine weißen Wusler arbeiten. New England verkürzt nach sieben Minuten im dritten Viertel auf 21-14 gegen eine für einmal überrumpelte Bills-Defense.

[20h55] Das Spiel in den Meadowlands bleibt enttäuschend. San Franciscos größte Offensiv-„Waffe“ ist das Verhindern von Turnovers und dann ein langer Punt – as last year. Ich gehe mal nach Buffalo, wo sich eine Überraschung anbahnt.

[20h49] Wo wir doch schon diskutiert hatten, dass sich die Statistiken von Kickern sehr volatil verhalten: David Akers, Erfolgsgarant der 49ers vor einem Jahr, setzt mal wieder einen Kick daneben (mit letzter Woche schon drei in zwei Spielen). Nur gut, dass die Jets mit ihrer Offense nichts zustande bringen und froh sein müssen, dass es nicht noch mehr Turnovers hagelt.

[20h46] Eigenartige Entscheidung von Jim Schwartz beim 4th und 1 an der gegnerischen 40yds Line punten zu lassen. Kurze Distanz, eher phlegmatische gegnerische Offense – ideale Situation zum Ausspielen. Eigentlich.

[20h39] Nächster Return-TD gegen die Detroit Lions, die sieben, acht, neun Tackles verpassen und gegen Sherels einen 77yds-PR kassieren. Schon letzte Woche waren meiner Erinnerung nach zwei Return-TDs gegen Detroit dabei, plus der heutige 105yds-KR Harvins. Die Special Teams killen die Lions. MIN 20, DET 6 zu Beginn von Q3.

[20h30] In Tennessee musste QB Jake Locker mit einer Verletzung an der linken Schulter runter (wurde von DE Watt und S Quin als Sandwich verspeist). Oldie Matt Hasselbeck kam rein, und Tennessees Angriff zeigt Anzeichen von Leben. Houston führt nur noch 14-7.

[20h27] Mit auslaufender Uhr verwandelt K Akers noch ein Field Goal zum 10-0 für San Francisco.

[20h24] In Detroit geht es mit 13-6 pro Minnesota in die Pause – die Differenz ist dabei ein langer Kickreturn-TD für Irrwisch Percy Harvin. Die Lions scheiterten kurz vor der Pause trotz geschenkter Raumstrafe am TD, weil zwei Defensive Backs exzellent gegen Calvin Johnson in der EndZone zu Werke gegangen waren. Ansonsten nichts überraschendes: Die Vikings versuchen fast alles über den Lauf, die Lions fast alles über den Pass.

[20h20] Die Jets versuchen verzweifelt, wenigstens etwas an Passspiel zu implementieren, aber der größte „Play“ bleibt ein überflüssiges Personal Foul des Abwehrspielers #99 Aldon Smith, der bei einem gewonnenen 3rd down den Jets ein neues 1st down schenkt. Sanchez bedankt sich mit einem Fumble zwei Plays später. Erneut keine Punkte für die Jets.

[20h11] Zähe Geschichte weiterhin in New York. San Franciscos Passspiel liegt drei Meter unter der Erde, und dann machen sich die 49ers auch noch selbst Probleme mit völlig überflüssigen Personal Fouls. Zirka 150 Sekunden vor der Pause kriegen die Jets wieder den Ball.

[20h04] Die Detroit Lions tun sich extrem schwer, irgendeine Form von Laufspiel zu implementieren. Dafür funktioniert in den letzten Minuten das Passspiel besser: #81 Calvin Johnson und #16 Titus Young beginnen, ihre Manndeckungen auseinander zu nehmen.

[19h58] Wie schon letzte Woche versemmelt K Akers ein Field Goal. Diesmal ist der Fehler schon bei QB Alex Smith zu suchen, der beim 2ten und 3ten Down jeweils vermeidbare Sacks kassiert, wodurch das FG überhaupt erst 55yds lang wurde.

[19h50] Die Jets wechseln wie die ULM Warhawks ihre Quarterbacks durch, mit einem Tebow als speziellem Blocker. Als Tebow dann mal wirklich werfen darf, fumbelt WR Epps den Ball sofort wieder weg – ein haarige Entscheidung. Wären die Replacement-Refs auf dem Feld gewesen, sie wären zerpflückt worden. IMHO eine Fehlentscheidung. Der Pass für Epps hätte eher incomplete gegeben werden sollen.

[19h39] Der beste Pistol-Quarterback aller Zeiten macht aus der Shotgun die Führung für San Francisco: QB #7 Colin Kaepernick wird eingewechselt und scrambelt aus 7yds in die EndZone. Erstaunlich agil dabei ist der Begleitschutz vom OT #74 Staley.

[19h35] Beide Teams in New Jersey zum Ende des ersten Viertels mit 2:1 Ratio Lauf/Pass: 49ers mit 10 Läufen zu 5 Passversuchen, Jets mit 6 Läufen zu 3 Pässen. Den optischen Eindrücken nach sind die 49ers dabei die effektivere Mannschaft, sind in der RedZone angelangt.

[19h28] Wenn ich mir das erste Viertel in den Meadowlands so gebe, überlege ich, ob der Stau nicht doch die bessere Alternative war. Ich werde gleich mal den Gamepass anmachen, zu schauen was sonst so los ist.

[19h18] Kennen Sie die Schlange, wo das Arschloch vorne ist? Die Autoschlange. Daher diesmal mit leichter Verspätung zum Liveblogging der 19h-Spiele am vierten NFL-Spieltag.

Vor der NFL-Woche 4

Ist wirklich schon wieder der vierte Spieltag? Das bedeutet: Am Dienstagmorgen haben wir schon wieder rund 25% der Spiele in der Regular Season hinter uns gebracht! Das TV-Programm der Sonntags- und Montagsspiele, und wie seit drei Wochen gewohnt, erfreulich viel Verschiedenes.

ESPN America

Am Sonntag

19h00 LIVE New York Jets - San Francisco
22h25 LIVE Green Bay - New Orleans
02h20 LIVE Philadelphia - New York Giants

Am Montag

13h30 Tape Buffalo - New England
16h00 Tape Atlanta - Carolina
18h30 Tape Philadelphia - New York Giants
02h30 LIVE Dallas - Chicago

Am Dienstag

18h30 Tape Dallas - Chicago

SPORT1+

Am Sonntag

19h00 LIVE Buffalo - New England
22h20 LIVE Green Bay - New Orleans

Am Montag

21h25 Tape Buffalo - New England
00h00 Tape Green Bay - New Orleans
02h30 LIVE Dallas - Chicago

PULS4

Am Sonntag

23h30 LIVE Tampa Bay - Washington

Nachfolgend die Auflistung sämtlicher Spiele, die uns diesmal noch erwarten, Siegertipps in Großbuchstaben. Ich bin immer noch unter Schock, nach der verheerenden Tippbilanz von vergangener Woche, die mich in die Nähe des Nummer-Eins-Draftpicks drängt.

ATLANTA – Carolina
Buffalo – NEW ENGLAND
DETROIT – Minnesota
Kansas City – SAN DIEGO
St Louis – SEATTLE
NY Jets – SAN FRANCISCO
HOUSTON – Tennessee
Jacksonville – CINCINNATI
ARIZONA – Miami
DENVER – Oakland
GREEN BAY – New Orleans
TAMPA BAY – Washington
PHILADELPHIA – NY Giants
DALLAS – Chicago

Kurzvorschau

Atlanta – Carolina. Keine Frage, die Atlanta Falcons sind sehr smooth in die Saison gekommen und dürften in diversen Power Polls ganz weit oben gerankt sein. Und die Falcons sind gut. QB Ryan sieht vollends souverän aus, RB Turner ist agiler als in den vergangenen zwei Jahren, RB Rodgers kommt immer besser in Schwung, aber der wahre Star ist bisher IMHO WR Julio Jones, der endgültig in der NFL angekommen zu sein scheint. Und jetzt das große Aber: Die Falcons profitieren bisher von gewaltig viel Turnover-Glück: Null Fumbles bisher, nur 0.9% INT-Rate in der Offense, dafür nicht zu haltende 6.5% INT-Rate in der Defense (NFL-Schnitt ist 2.6%). Schreit mittelfristig nach Regression to the mean… vielleicht noch nicht gegen Carolina, wo man nach der Heimschlappe gegen New York doch arg nervös geworden war und sogar QB Cameron Newton Selbstzweifel bekommen haben soll!

Buffalo – New England. Die Patriots zuletzt mit einer arg unglücklichen Auswärtsniederlage bei den Ravens und einer nicht überzeugenden Spielzuggestaltung in der RedZone. Vor allem TE Gronkowski schien mir überhaupt nicht in den GamePlan involviert zu sein. Angesichts der beiden sehr knappen Niederlagen zuletzt ist das für die Pats fast schon ein Muss-Sieg.

Detroit – Minnesota. Die gute Nachricht: QB Matthew Stafford sollte spielen können. Die schlechte: Die Lions-Secondary ließ sich zuletzt von Tennessee schwer verbrennen. Jetzt kommt mit den Vikings eines der unterdurchschnittlicheren Teams ins Ford Field, aber Vorsicht: Minnesota schlug zuletzt mit seiner auf Fehlerminimierung bedachten Taktik ohne viel Aufsehen die zuvor in alle Höhen gehandelten 49ers.

New York Jets – San Francisco. Nachdem die Jets-Offense einen schweren Stand haben dürfte, konzentriert sich das Spiel vor allem auf die Auseinandersetzung der 49ers-Offense gegen Rex Ryans komplizierte Defense. Just jene Defense verlor am vergangenen Wochenende aber einen Großteil ihres Schreckens, nachdem in CB Revis die wichtigste Figur mit Kreuzbandriss ausfiel (Revis wird monatelang ausfallen, aber solange die Jets auf Superbowl-Kurs sind, wird man ihn nicht auf die IR setzen). Vergangene Woche zeigte sich bei den 49ers, wie dringend sie eine eigene Führung brauchen. Spielt man mit Vorsprung, kann risikolos geworfen werden. Ist man in Rückstand, drohen Turnovers. Wie wird Ryan seine Abwehr darauf einstellen?

Arizona – Miami. Es gibt zwei heimliche Star-Units in dieser Partie: Arizonas Pass-Defense, die mit zwei Mann genug Pass Rush hinkriegt, um „hinten“ alles abzudecken, selbst gegen die wuchtigen Angriffs von Brady und Vick, und Miamis Lauf-Abwehr, die bis dato zu den Top-5 gehört. Knackpunkt in dieser Partie könnte werden, wie Cards-QB Kolb gegen die schwache Secondary der Dolphins zurecht kommen wird.

Kansas City – San Diego. Auswärtssieg mit Monster-Stats der Chiefs zuletzt in New Orleans, aber man lasse sich nicht täuschen: Das war glücklich. Und RB Jamaal Charles geht irgendwo trotz fast 40 Laufspielzügen und weit über 200yds die alte Explosivität ab. Der Mann wirkt eine ganz Latte gehemmter als zu seiner Blütezeit Mitte 2010/11.

Denver – Oakland. Das “andere” AFC-Westspiel. Trotz 1-2 Bilanz gehören die Broncos bisher zu den statistisch herausragenden Teams in der NFL, vor allem, weil man gegen drei Top-10 Teams (PIT, ATL, HOU) jeweils „dran“ war. Oakland berappelte sich zuletzt nach zwei unterirdischen Vorstellungen mit einem völlig überraschenden Heimsieg über eine eigentlich überlegene Steelers-Truppe. Und da haben wir auch den Knackpunkt: So wie Roethlisberger die Raiders-Abwehr ausspielen konnte, dürfte es für Peyton Manning ein Festtag werden.

Green Bay – New Orleans. Sofern sich die Packers wieder beruhigt haben sollten, dürfte dieses Spiel für Rodgers die Chance sein, sich wieder mit seiner Receiver-Armada einzuspielen: New Orleans’ Defense spottete zuletzt jeder Beschreibung (u.a. 8.2 NY/A gegen den Pass!). Auf der anderen Seite haben die Saints offensichtlich auch genügend Probleme mit ihrer Offense. Probleme genug, dass mein Ranking-System die Saints ohne Scheiß auf #32 ausspuckt.

Tampa Bay – Washington. Die Unbekannte „Josh Freeman“ gegen die extrem offene Secondary der Washington Redskins – eine Secondary, die nach Verlust der beiden starken Pass Rusher DE Carriker und OLB Orakpo noch weiter in Bedrängnis geraten ist, und dies mit risikoreicher Spielweise zu kaschieren versucht. Was schief geht. 8.4 NY/A unterbietet sogar noch einmal die Statistik der Saints, und das gegen folgende Angriffs-Monster: Saints, Rams, Bengals. Nuff said. (Update: Spiel bei PULS4 wird ab 23h30 per Einstieg live gezeigt; was davor passierte, wird in Werbepausen nachgereicht)

Philadelphia – NY Giants. Die Eagles kommen von einem Nachmittag zum Vergessen in Arizona, aber man sollte nicht vergessen, dass die Turnovers der Eagles auch zu den saudümmsten Zeitpunkten passierten. Wenn du bei 0-17 an der 1yds-Line gestoppt wirst und ein oder zwei Plays später dein Fumble zum 0-24 zurückgetragen wird, ist das Spiel logischerweise vorbei. (Ich verteidige die Eagles weiterhin, weil sie trotz aller Probleme bei mit an #3 gerankt sind). Die Giants dagegen profitierten zuletzt von Turnovers. Okay, sie hätten die Panthers auch ohne geschlagen.

Wer sich Zeit für mehr „in-depth“ Analyse hernehmen kann, dem sei der meist lesenswerte Andy Benoit bei Football-Outsiders empfohlen. Ist halt auf Englisch und seeeeeeeeeeeeehr lang.

College Football 2012/13 vor Woche 5

Ich habe das Pac-12 Donnerstagsspiel Washington – Stanford noch nicht gesehen und kann entsprechend zum Auftakt der fünften Spielwoche im College Football 2012/13 noch nicht viel beitragen. Dafür erstmal ein kurzer Blick die Rankings nach einem vierten Spieltag, von dem ich nur vier Spiele gesehen habe.

AP-Poll nach Week 4

#1  Alabama                4-0
#2  Oregon                 4-0
#3  Louisiana State        4-0
#4  Florida State          4-0
#5  Georgia                4-0
#6  South Carolina         4-0
#7  Kansas State           4-0
#8  Stanford               3-0
#9  West Virginia          3-0
#10 Notre Dame             4-0
#11 Florida                4-0
#12 Texas                  3-0
#13 USC                    3-1
#14 Ohio State             4-0
#15 TCU                    3-0
#16 Oklahoma               2-1
#17 Clemson                3-1
#18 Oregon State           2-0
#19 Louisville             4-0
#20 Michigan State         3-1
#21 Mississippi State      4-0
#22 Nebraska               3-1
#23 Rutgers                4-0
#24 Boise State            2-1
#25 Baylor                 3-0

Die beeindruckendste Vorstellung war der 49-37 Heimsieg der Florida State Seminoles über Clemson, der im Ergebnis knapper aussieht als es der Spielverlauf hergab. FSU dominierte mit einem sensationellen QB E.J. Manuel insbesondere in der zweiten Halbzeit komplett, nach einem unglücklichen Start mit Turnovers, zwei Touchdowns Rückstand und mehreren verkickten Field Goals. In dieser Form sind die Noles ganz heißer Anwärter auf die BCS-Krone… now go watching wie sie heute bei den durchwachsenen USF Bulls verlieren.

Erstaunlich wackelig schien LSU bei Auburn zu sein: Nur ein 12-10, und nun von den Oregon Ducks in den Rankings überholt. Oregon fuhr über #22 Arizona sagenhaft klar mit 49-0 drüber, aber erst im dritten Viertel geriet das Spiel völlig außer Reichweite. Bemerkenswert an den Arizona Wildcats: Sie überquerten mit ihrer Offense 8x Oregons 40yds-Line und fuhren NULL Punkte ein.

Das große Upset war der 24-19 Auswärtssieg der Kansas State Wildcats bei den Oklahoma Sooners – da haben wir wieder den Ausrutscher des „ewigen“ Zweiten Bob Stoops. Mal wieder schossen sich die Sooners ins eigene Knie: Ein Fumble an der gegnerischen 6yds-Line, ein Fumble an der eigenen 1yds-Line (von KSU zum TD returniert), schon ist das Upset perfekt. Faszinierend die Wildcats: Gewinnen nun schon seit über einem Jahr praktisch alles an extrem engen Krimis, würgen sich immer irgendwie durch. Ich glaube nicht, dass sie sich dort oben (an #7) halten werden können, aber ich gönne Head Coach Bill Snyder und QB Collin Klein jeden einzelnen Sieg auf Neue von Herzen.

Nach oben in der Gunst der Fans geschossen ist Notre Dame nach der Defensivschlacht (13-6 Sieg) über den zweitgrößten Rivalen Michigan. Notre Dame hat eine lendenlahme Offense, aber die Defense ist gut genug, um mit der absoluten Elite mithalten zu können. Gegen Michigan stellte man – nur nebenbei bemerkt – vielleicht einen ewigen Rekord auf: Man fing in der ersten Halbzeit fünf Passversuche der Wolverines in Folge ab! Weil die NCAA nicht seit 150 Jahren ihre Stats aufzeichnet, können wir nur vermuten, dass es so was noch nie gab.

Auch für Michigan scheint sich zu bewahrheiten, was ich im Sommer prognostiziert hatte: Starke Mannschaft, aber beinharter Schedule. Quasi direkt im Anschluss gaben die Unis bekannt, dass die Rivalität von 2015 bis 2017 ruhen wird. Bäm.

Im Duell der beiden überraschend gestarteten Außenseiter aus der Pac-12 schossen die Oregon State Beavers den Vogel ab, siegten in der halbleeren Rose Bowl zu Pasadena gegen UCLA, wobei vor allem zwei Wide Receiver der Beavers aufgeigten: Wheaton und Brandin Cooks zusammen mit 346yds (!) receiving.

Krass war die Partie Boise State vs. BYU. Um es kurz zu machen: Boise gewann 7-6, forcierte fünf Turnovers der Coogs und würgte deren Offense komplett ab (keine 200yds). Boises einziger Touchdown: Ein INT-Return eines mächtigen Defensive Tackles. Bemerkenswert war auch Head Coach Chris Petersen: Die Broncos waren immer wieder in des Gegners RedZone, aber nach einem relativ früh verkickten Field Goal seines Kickers ließ Petersen die Brotzmänner im Sack und ließ 4th down auf 4th down auf 4th down ausspielen, fünf an der Zahl. Sie scheiterten alle.

Um es kurz zu machen: Boise State wird in dieser Saison selbst mit 11-1 kaum eine Einladung in eine BCS-Bowl bekommen.

Spielplan Week 5 bei ESPN America

LIVE

    29.09.2012  15h    College GameDay aus East Lansing
    29.09.2012  18h    Iowa - Minnesota
    29.09.2012  21h30  Michigan State - Ohio State
29./30.09.2012  02h    Nebraska - Wisconsin
    30.09.2012  05h30  Washington State - Oregon

TAPES

    30.09.2012  12h    Nebraska - Wisconsin
30./01.10.2012  05h30  BYU - Hawaii
    02.10.2012  11h    Georgia - Tennessee
    02.10.2012  13h30  Alabama - Mississippi
    04.10.2012  13h30  Illinois - Penn State
    04.10.2012  16h    Washington State - Oregon

Sehr Big-Ten- und SEC-lastiges Wochenende bei ESPN America, mit einer Prise Pac-12. Den Auftakt machen zwei relative Winzlinge: Iowa vs. Minnesota. Iowa ist nicht der mehr das Iowa, das ich gewohnt war. Die Hawkeyes machten zuletzt einen wüsten Eindruck, inklusive Dutzender verpasster Tackles und überflüssiger Strafen. Der Hammer folgte letzte Woche gegen die kleinen Central Michigan Chippewas trotzdem erst gegen Spielende. Central Michigan nahm das Geschenk inklusive eines Personal Fouls an und kickte Sekunden später das siegbringende Field Goal zum 32-31.

Es folgen danach noch zweimal Big Ten vs. Big Ten. Das hochwertigere Spiel ist sicherlich Michigan StateOhio State, auch wenn beide so ihre Probleme haben. Die Spartans bringen offensiv nix an Passspiel zusammen. Wenigstens die Defense ist Spitzenklasse. Was die unbeständigen Ohio State Buckeyes mit Wunder-QB Braxton Miller ausrichten können, wird das Spiel entscheiden.

In der Nacht dürfte Nebraska haushoher Favorit gegen die schwächelnden Wisconsin Badgers sein, deren zwei Meter fünfzig hohe Offensive Line mit einem bestenfalls schwer angeschlagen ins Spiel geheneden RB Montee Ball auch eher wertlos sein dürfte.

Am frühen Morgen dürfte Oregons De’Anthony Thomas einen 73yds-Lauf, 60yds-Screenpass und 96yds-Puntreturn gegen die lückenbehaftete Defense von Mike Leachs Washington State Cougars auf den Rasen im Seahakws-Stadium zu Seattle zaubern.

Unter der Woche auch in Aufzeichnung zu sehen: Die offensiv aseptischen Penn State Nittany Lions, denen weiterhin Spieler um Spieler abhanden kommen, gegen Illinois, die letzte Woche nach sieben (!) verlorenen Fumbles gegen Louisiana Tech aus der kleinen Sunbelt Western Athletic Conference mit 52-24 förmlich untergingen.

Nicht bei ESPNA

Texas A&M gegen seinen alten Rivalen Arkansas, der in den letzten Wochen fürchterliche Zeiten erlebt: Zuerst nacheinander von ULM besiegte, von Alabama zertrümmert und dann auch noch gegen Rutgers untergegangen, dann sich Fragen um einen bankrotten Interimscoach John L. Smith gegenübergesehen (Smith soll 25 Mio. Dollar Miese haben). Bei Texas A&M weiß man noch nicht viel: Der obligatorischen knappen Auftaktniederlage gegen Florida folgten Kantersiege über inferiore Konkurrenz. Die News der Woche war aber, dass die Aggies ihr grandioses heimisches Kyle Field erweitern wollen: Auf maximal 103.500 Plätze!

Zum Glück auch nicht zu sehen: Oklahoma State gegen Texas. Die Premiere der neuen Cowboy-Trikots bleibt uns gütlicherweise erspart.

NFL Woche 4: Notizblock Browns@Ravens

Gene Steratore ist back! Gestern gab es den ersten Auftritt der regulären Referees nach ihrem Streik. Dabei hatten sie in Baltimore einen ganz ruhigen Abend. Genau das Gegenteil von dem Hexenkessel, den die replacements da am letzten Sonntag angefeuert haben. Was spielerisch so passiert ist, gibt es nach dem Klick.

Stats & more

Gamebook

Am Ende war es wie so oft bei den Ravens, wenn sie gegen eine deutlich schwächere Mannschaft spielen: es wurde unnötig knapp. Kurz vor Schluß hatten die Browns aus 18 Yards Entfernung die Chance, per Touchdown den Ausgleich zu schaffen.

Vor allem in der ersten Halbzeit war es vor allem wieder das seltsame Playcalling von Cam Cameron, daß nicht so aufging, wie er sich das wohl vorgestellt hatte. Ja, die Secondary der Browns ist nicht die beste, vor allem weil CB Joe Haden immer noch gesperrt gefehlt hat. Aber warum 28 Paßversuchen nur sechs Läufe von Ray Rice gegenüberstehen, ist nur schwer nachvollziehbar. Wenn Cleveland an diesem Abend einen herausragenden Pass Rusher gehabt hätte, wär das Spiel tatsächlich so eng gewesen, wie es der Endstand von 23-16 suggeriert.

Ab und zu kam QB Flacco auch mal unter Druck – und sah dabei einige Male recht schlecht aus. Aber wenn er Zeit in der Pocket hatte oder sich einige Zehntelsekunden mit seiner in diesem Spiel wirklich starken pocket awareness erkauft hat, dann hat er Clevelands Secondary seziert. Am Ende standen für ihn, der mittlerweile tatsächlich den Eindruck eines Top-10-Quarterbacks erweckt, mehr als 350 Yards auf der Uhr. Nachdem WR Torrey Smith in der ersten Halbzeit acht Mal sein anvisiertes Ziel gewesen ist (vorzugsweise tief, aber nur einmal erfolgreich), hat in der zweiten Hälfte WR Anquan Boldin die harte Arbeit übernommen und ein ums andere Mal über Mitteldistanzrouten Bälle (acht in Hälfte zwo für mehr als 100 Yards) und harte Hits (unzählige) eingesteckt.

Auf der anderen Seite war es ähnlich. RB Trent Richardson hat nur 14 Carries bekommen, während Brandon Weeden 52 Pässe geworfen hat. Baltimore hat es nicht geschafft, mit der Front Four Druck auf Weeden zu machen und ist darum schnell dazu übergegangen, viele Blitzes auf ihn loszulassen. Was gegen Rookies für gewöhnlich auch immer ein probates Mittel ist. Erst zum Ende der ersten Halbzeit kamen Weeden und seine Offensive Line damit etwas besser klar und nach einigen Big Plays zu WR Greg Litte und Travis Benjamin konnte Richardson dann kurz vor dem Pausenpfiff auch zum 7-9 in die Endzone marschieren. Stand Weeden mal nicht unter Druck, sah er sogar aus wie ein richtiger NFL-Quarterback.

Auch das dritte Viertel über konnten die Browns noch mithalten, aber eine Interception bei einer kurzen out route auf die links Seite war Weeden überrascht von der Schnelligkeit Cary Williams, der entspannt über 60 Yards in die Endzone traben konnte. Neben dieser Interception, die ein klassischer Rookiefehler war, hat vor allem WR Little seine Coaches und seinen Quarterback zur Verzweiflung gebracht. Wie auch schon im letzten Jahr kann er einfachste Bälle einfach nicht festhalten. Ein starkes big play wechselt sich bei ihm immer mit einem fallengelassenen Touchdown ab.

Insgesamt war Baltimore wenig konsequent und hat von den Fehlern Clevelands profitiert. Wobei die Ravens aber die deutlich bessere Mannschaft waren und der Sieg eigentlich zu keinem Zeitpunkt in Gefahr war.

Überragend war mal wieder Haloti Ngata, der jeden OLiner der Browns mindestens einmal vernascht hat. Auch stark war OLB Paul Kruger, der seinen Stammplatz bombensicher hat. Während Rookie Courtney Upshaw meistens nur in der Nickel-D spielt und sonst hinter Albert McClellan zurücktreten muß.

Das Modell-Spiel

Heute Nacht (02h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+) geht es nach einem extrem hitzig diskutierten dritten NFL-Spieltag weiter mit fliegenden Eiern, und es ist eine Ansetzung, die ebenso Gesprächsstoff von abseits der grünen Fläche bieten dürfte: Baltimore Ravens vs. Cleveland Browns, dieses Spiel ist für die TV-Broadcaster geradezu eine Einladung mit sperrangelweit offener Tür, auf Art Modell zu sprechen zu kommen.

Art Modell war dreieinhalb Jahrzehnte lang der Owner der Cleveland Browns gewesen, einer enorm populären Franchise in einer Arbeiterstadt an den Großen Seen, mit legendären NFL-Granden wie RB Jim Brown oder QB Bernie Kosar, mit einem außergewöhnlich treuen Heimpublikum, das in einer Bruchbude von Stadion Woche ein, Woche aus den furiosen „Dawg Pound“ zelebrierte und durch alle bitteren Stunden der Franchise-Geschichte stets die Hütte gefüllt hatte.

Die Browns waren Jahrzehnte lang den großen Zeiten in den 50er Jahren nachgelaufen, hatten in bizarren Spielen die Superbowl-Qualifikationen verpasst (sie warten bis heute drauf) und waren der geeignetste Geburtsort der Legende des Marty Schottenheimer.

Und Art Modell hatte rote Zahlen geschrieben. Trotzdem hätte niemand gewagt zu glauben, dass sich jemand trauen würde, die Cleveland Browns – die Cleveland Browns! – aus dieser Stadt zu entführen. Modell machte Mitte der 90er kurzen Prozess und zog nach Baltimore um, jener Stadt, der er kurz zuvor die Stimme im Kampf um neue Expansions-Teams verweigert hatte (Carolina und Jacksonville bekamen den Zuschlag). Und der Stadt, mit der sich Modells bester Kumpel Al Lerner ins Rennen geschickt hatte.

Die Folge waren wüste Proteste im Footballstadion und ein intensiver Gerichtsstreit, der es der Stadt Cleveland letztlich erlaubte, den Namen „Browns“ sowie das Recht auf eine Neugründung der Franchise in der Stadt zu halten.

Diese „neuen“ Browns sind seit 1999 in der NFL zurück – unter Owner… Al Lerner. Die Browns sind noch heute eine Franchise, die die Scheiße an Händen und Füßen hat. Noch schlimmer: Modells Team, die „alten“ Browns (oder auch: Baltimore Ravens), gewannen nur eine Saison nach der Rückkehr der „neuen“ Browns (oder auch: Cleveland Browns) die Superbowl, jene Trophäe, der Modell in der „alten“ Stadt so lange nachgeeifert hatte.

Modell traute sich danach aufgrund von Morddrohungen nicht mehr nach Cleveland zurück.

Vor genau drei Wochen ist Art Modell 87jährig verstorben.

NFL Woche 3: Notizblock Patriots@Ravens (Aufschrei III)

Dieses Spiel war die absolute Krönung. Wenn man nur ein Argument frei hat, daß man gegen die Refocalypse vorbringen kann, dann sollte man einfach das Sunday Night Game zwischen den New England Patriots und den Baltimore Ravens nehmen (natürlich nur, wenn man das darauf gefolgte Monday Night Game nicht gesehen hat oder falls einem die 12 geschenkten Yards bei Tennessees game winning drive in Verlängerung gegen Detroit entgangen sind).

Dieses Spiel war der exemplarische Höhepunkt der Entwicklung, die die Farce mit den Ersatzzebras genommen hat. Man kann das am besten mit jungen Referendaren in einer Schulklasse Pubertierender vergleichen. Als der junge Herr Referendar das erste Mal eine Stunde alleine mit den Jugendlichen hat, sind diese noch vergleichsweise artig. Ihr Klassenlehrer hat sie eindringlich darum gebeten, nett zu dem „Neuen“ zu sein. Schließlich ist er noch sehr unerfahren und sicherlich auch recht nervös, daß erste Mal in seinem Leben eine Klasse zu leiten.

Mit (eigener) Macht und Autorität umzugehen, müssen die meisten Menschen erst lernen. Mit der dafür nötigen Mischung aus Selbstbewußtsein, Empathie und Durchsetzungsvermögen werden nur die wenigsten geboren, die muß man sich in der Regel erarbeiten und anlernen. Am besten funktioniert das durch Erfahrung. Das in neuen, „überwaltigenden“ Situationen lebensrettende Charisma haben 99% der Menschheit einfach nicht.

Den Replacement-Refs selber ist darum gar kein Vorwurf zu machen. Da kommen „einfache Leute“, die sonst in kleinen Amateurligen Spiele von Hobbysportlern pfeifen und sollen von jetzt auf gleich in einem Millarden-Business mit den besten Athleten der Welt ein unglaublich schnelles, komplexes und unübersichtliches Spiel leiten (ja, leiten! sie sollen sind die Chefs sein!) und das alles auch noch vor dem Hintergrund, daß Millionen Menschen nur auf sie gucken und geradezu darauf warten, daß sie eine Fehlentscheidung treffen.

Liebe Leser, angenommen sie sind der Hauptscheidsrichter und der Side Juge wirft eine Flagge wegen unsportsman conduct gegen Haloti Ngata. Sie haben das gar nicht richtig gesehen und der Side Judge, sagt er, eigentlich auch nicht so ganz richtig. Und jetzt, als sie entscheiden sollen, kommen von der einen Seite 150-Kg-Schrank Ngata und Mr. Testosteron Ray Lewis auf sie zugestürmt und von der anderen Seite aufgebrachte 300kg in Form von Logan Mankins und Ryan Wendell. Im Hintergrund schreien 80 000 aufgebrachte Fans. In dem ganzen Gewusel hören sie dann auch Bill Belichick und John Harbaugh lauthals schreien und drohen. Wie entscheiden sie sich? Sie, der gestern nur dem Nachbarsjungen erklären mußte, daß er sowas bitte unterläßt.

Zurück zu dem Referendaren-Vergleich. In Woche eins haben sich die Kinder noch einigermaßen benommen, schließlich war der Schulleiter Herr Goodell da auch sehr erpicht drauf und hat auch mit Verweisen für unartige Schüler gedroht.

In der zweiten Schulstunde haben die hormongestörten Pubertierenden dann schon mal ausprobiert, was sie sich so alles rausnehmen können. Gerade Jugendliche haben ja ein sehr feines Gespür dafür, wann der Lehrer (oder sonstige Aufseher/Leiter) unruhig, ängstlich wird und ihm die Situation zu entgleiten droht. In Woche 2 haben die Kinder also ein, zwei Mal öfter und dreister gehalten, sich eher mal auf den Schulhof gekabbelt und den Jungen, der den Ball fangen will, rüde umgeholzt.

Nach dieser Erfahrung wußten sie dann in Woche 3, daß sie machen können, was sie wollen. Weil die Regeln scheinbar aufgehoben sind, weil es keine Autoriät mehr gibt, weil es keine Fouls mehr gibt, sondern nur Dumme, die erwischt werden und scheinbar Kluge, die mit ihrem dreckigen Spiel durchkommen. Weil der Referendar beziehungsweise Referee gar nichts mehr unter Kontrolle hatte und ihm klar wurde, daß er in eine Situation geraten ist, die mindestens eine Nummer zu groß für ihn ist.

Der Anfang im Sunday Night Game war ebendiese Personal Foul Strafe gegen Ngata. Es war im Grunde nichts schlimmes zu erkennen, aber in ihrer Hilflosigkeit wollten die Refs – angestachelt von Mankins – ein Zeichen setzen. Mankins, der eigentlich böse Bube, ist in dem Spiel dafür mit locker drei Kopfnüssen ungestraft davongekommen.

Im Bewußtsein, irgendwas falsch gemacht zu haben, sind die Refs dann auf den bösen Buben Harbaugh reingefallen. Als ein dritter Versuch 1,5 Yards zu kurz geriet, hat er den Refs gegenüber einfach behauptet, sie schuldeten ihm ein measurement. Was bei erkennbar 1,5 Yards zum 1st Down natürlich eine groteske Lächerlichkeit ist. Der Hauptschiedsrichter hat seine Arme gar nicht so weit auseinander bekommen, wie an Yards gefehlt hat. Der Klassenclown aus der Parallelklasse, der Junge, den sie Belly nennen, hat natürlich sofort das Motiv dahinter erkannt: Harbaugh wollte sich mit dem measurement eine Auszeit erschleichen um zu entscheiden, ob es sich lohnt, den spot zu challengen oder eventuell den vierten Versuch (es war in New Englands Hälfte) auszuspielen. Kein richtiger Lehrer wäre auf so eine plumpe Dreistigkeit hereingefallen.

Dazu kamen schon in Hälfte Eins einige mehr als fragwürdige Holding- und Pass-Interference-Calls (die beiden scheinen den Ersatzzebras die größten Schwierigkeiten zu bereiten). Schon zur Halbzeit hatten sich die Schiris sich in einen ganz tiefen Schlamassel gepfiffen. Und daß sie das auch wußten, hab sogar ich gesehen. Und wenn sogar ich das gesehen habe, dann wußten das Spieler und Coaches todsicher.

So geriet die zweite Halbzeit zur Farce. Die Kinder haben einfach gemacht, was sie wollen ohne Rücksicht auf jede Regel. Bei beinahe jedem Spielzug hätte man eine PI- oder Holding-Strafe aussprechen können und bei jedem gepfiffenen Holding und bei jeder gegebenen PI hätte man auch andersrum entscheiden können. Es gab für jede schlechte Entscheidung eine noch schlechtere Wiedergutmachungsentscheidung. Es gab nicht mal ansatzweise eine Linie in den Pfiffen; was bei einem Spielzug locker erlaubt wird, wird im nächsten Spielzug sofort abgepfiffen. Ein böser Blick bekommt sofort eine Flagge, eine Minute später werden Kopfstöße ignoriert. Bei einem Offensive Linemen ist ein kleiner Schubser ein Holding während er einen Spielzug später seinen Gegenspieler ungeahndet bis in die Umkleide schleifen kann.

Als Harbaugh kurz vor Schluß eine Auszeit haben wollte, wurde er einfach ignoriert (vielleicht die verspätete Strafe für die measurement-Groteske?); als er sich daraufhin lauthals beschwerte hat er eine unsportsmanlike conduct Strafe bekommen – woraufhin das Stadion explodiert ist. 80 000 Kehlen waren so laut, wie ich es noch nie in einem NFL-Stadion gehört hab. Gerufen haben sie: Bull-shit, Bull-shit, Bull-shit. Und natürlich hatten sie recht. Das war kein NFL-Spiel mehr, das war Roulette oder Black Jack oder sowas.

Anschließend gab es noch illegal contact Strafen innerhalb von fünf Yards der Line of Scrimmage, was laut Regelwerk gar nicht möglich ist. Es gab Phantom-PIs, direkt anschließend hat ein Verteidiger dem WR Handschellen angelegt, was aber niemanden interessiert hat. Daraufhin gab es wieder Wiedergutmachungspfiffe undsoweiter. Eine einzige Farce. (Insgesamt gab es 24 akzeptierte Strafen für mehr als 200 Yards; es hätten genauso gut 40 oder auch 10 Strafen sein können.)

Zum Schluß hat dann die Heimmannschaft mit Unterstützung des Lynchmobs ein Field Goal gutgesprochen bekommen, das mehr als fragwürdig war. Vor lauter Angst sind die Schiedsrichter aber gleich geflohen ohne irgendetwas zu erklären. Passenderweise ist dann sogar der einzige gefühls- und emotionsfreie Mensch auf dieser Erde völlig eskaliert und wollte ein Zebra reißen.

Football gespielt wurde zwischendurch auch. Das war auch ganz gut. Baltimores D war ziemlich schwach. Brady hatte meistens sehr viel Zeit und hat die Secondary zerlegt. Flacco war auch wieder richtig gut und letztendlich war Ray Rice zu gut für die überraschend schwachen LBs Mayo, Spikes und Hightower. WR Torrey Smith hatte ein großartiges und sehr emotionales Spiel vor dem Hintergrund des Todes seines Bruders nur wenige Stunden vorher.

Vielleicht war das siegbringende FG sogar gut. Wer weiß das schon. Aber bestimmt wird das nächste Woche wieder gut gemacht.

Nach dem Sturm von Seattle

Ganz ironiefrei: Das Monday Night Football Game von Seattle gehört zu meinen Allzeitfavoriten. Weil es so gegen alle Erwartungen verlief. Weil es mitreißende Stimmung im vielleicht besten Stadion der NFL bot. Und weil es nach einem sensationellen, bizarren, einzigartigen Finish völlig zu Recht in die NFL-Annalen eingehen wird.

Die letzte Hail Mary vom wuseligen Rookie-Quarterback Russell Wilson – dem Mann, der einst von der North Carolina State University geflogen war, weil der Coach ihm nix mehr zugetraut hatte – in die EndZone war nur der Kulminationspunkt einer der spannendsten Footballspiele der letzten Jahre. Ganz ehrlich: Ich hatte es in Real Time nicht erkannt. Ich hatte noch dem Ball nachgeschaut und in mir waren gerade wieder die Bilder der unzähligen Bomben des Russell Wilson in die EndZone der Arizona Cardinals vor zwei Wochen präsent.

Plötzlich standen die beiden Refs am Knäuel, in dem sich zwei, drei, vier Athleten um ein Ei balgten. Beide Refs sichtlich unwohl. Einer zeigte Touchback an. Der andere Touchdown. Seahawks Win.

Fraglos: Die Schiedsrichter hätten spätestens nach der TV-Review auf Interception entscheiden sollen. Die überwiegende Mehrzahl der Wiederholungen ließ darauf schließen. Es wäre die bessere Entscheidung gewesen. Dass sie es nicht gemacht haben, lehrt auch eines: Der Videobeweis ist nicht das Allheilmittel.

Zumal die viel klarere Offensichtlichkeit, der Rammstoß des WR Golden Tate, nicht mehr geahndet werden durfte. Ein Ref war direkt daneben gestanden. Er hätte es sehen müssen. Die Refs hätten viel mehr in diesem Spiel sehen müssen, und sie haben Dinge gesehen, die nicht waren (gell, Mr. Shields?).

Solche Sachen passieren, wenn Menschen in Situationen geschmissen werden, denen sie nicht gewachsen sind. Ich bin noch jung. Aber ich habe es bereits zu oft gesehen – im Alltag.

Und wenn Referees aus der untersten Ebene des College Football, und aus der Indoor-Liga, und aus der Unterwäscheliga, plötzlich mit Weltklassesprintern und 500kg-Bombern und Staffords Weltklassegranaten mithalten sollen, und in der größten, teuersten, möglicherweise zuschauerträchtigsten Liga der Welt vor ausverkauften Hütten haarige Entscheidungen in Sekundenbruchteilen entscheiden müssen, kann ich die Fehler zu einem gewissen Grad nachvollziehen.

Ich habe intelligente Menschen in Prüfungssituationen Divisionen durch Null rechnen sehen. Leute machen unter Druck verrückte Dinge.

Deswegen habe ich auch überhaupt kein Verständnis für solche Schimpftiraden.

Nein, die Schiedsrichterleistungen sind gemessen an Hochulis Standard nicht gut. Weshalb ich mich darüber nicht übermäßig aufrege (obwohl sich auch die Lions nach der 44yds-Line-Aktion verarscht vorgekommen sein dürften)? Ich hatte es nicht anders erwartet. Ich hatte damit gerechnet, dass das eine oder andere Spiel entscheidend beeinflusst werden würde. Fehler passieren auch Ed Hochuli. Nicht in dieser Masse, aber sie passieren. Frag nach bei Bill Carrollo. Die nicht gepfiffenen Pass Interferences im AFC-Finale 2006/07 verfolgen mich bis heute. Trotzdem war dieses das beste NFL-Spiel, das ich je gesehen habe.

In Kürze werden die „alten“ Referees wieder da sein, vielleicht schon am Wochenende. Das Produkt „NFL“ wird dadurch fraglos aufgewertet. Uns wird ein Zufallselement mehr verloren gehen, aber es ist ein Zufallselement, auf das auch ich verzichten kann. Hochuli und Konsorten werden besser pfeifen, so wie wir es erwarten, und wir werden es nach nur drei Wochen Abstinenz endlich zu schätzen wissen und ihnen danken.


Die Seattle Seahawks sind indes mit 2-1 Siegen überraschend gut in die Saison gestartet, und sie sind kein Zufallsprodukt. Es war irgendwann Anfang Advent 2011, als ich nach Studium der Zahlen meine abgrundtiefe Skepsis gegen Pete Carroll und seine Mannschaft abzulegen begann.

Und dieses Spiel bewies wieder, warum: Die junge Seahawks-Defense ist fantastisch. Selten, ganz selten, wird eine Offense so derart brutal abgewürgt wie jene der Packers in Halbzeit eins. Und fast nie passiert es der effizientesten Pass-Offense der letzten Jahre. Was die Herren DE #91 Chris Clemons, DT #92 Brandon MeBane, DT #99 Alan Branch, DE #51 Bruce Irvin und Konsorten da veranstalteten, war groß. Ganz groß.

Dass sich die Seahawks vom einen oder anderen Laufspielzug der Packers überraschen lassen hatten, geschenkt. Allein die Tatsache, dass Green Bay in den Benson-Modus schaltete, war Kompliment genug. McCarthy schaltete in der zweiten Halbzeit in einen anderen Gang, ließ QB Aaron Rodgers dutzendweise schnelle Pässe nach 0.3 Sekunden in den Bereich 2yds um die Line of Scrimmage werfen, um dem Druck zu entfleuchen. Lange Pässe von Rodgers’ Seite habe ich vielleicht drei gezählt. Dafür scheinen 5.7 NY/A im Gamebook auf. Das ist kaum mehr als die halbe Höhe des Packers-Standards der letzten drei, vier Jahre.

Dass die Seahakws das Spiel ihrerseits nicht früher entscheiden konnten, lag unter anderem an ihrer eigenen anämischen Offense. RB Lynch kämpfte zwar wie ein Löwe, aber der Output war nicht wirklich da. QB Wilson wird in der Pocket bei andeutungsweise zuviel Druck zu schnell zappelig, scrambelt durch die Gegend und wirft den Ball dann immer noch viel zu spät. Der Rhythmus ist nicht da, selbst wenn zwischendurch der eine oder andere spektakuläre Big Play herausschaut.

Das war angesichts der Vorstellung der Seahawk-Defense dann auch der Grund, warum das Spiel überhaupt erst mit einem Spielzug entschieden werden musste, den niemand, der ihn gesehen hat, so schnell vergessen wird.

Sofa-QB, Week 3 sind online

Ist schon zwei Tage alt, aber es sei auf alle Fälle wieder drauf verwiesen: Die Sofa-QBs waren am Montag wieder im Einsatz und haben neben den Upsets und der AFC East auch den Referees ein eigenes Segmenent gewidmet (vor dem Spiel in Seattle). Sofa-Quarterbacks zu Woche 3: Mit Andreas Renner, Nicolas Martin, Olaf Nordwich und Kai Pahl.

Der Aufschrei

Die National Football League und Commissioner Roger Goodell geraten nach dem dritten Spieltag und einigen weiteren schlechten Entscheidungen der Ersatzreferees immer ärger in Bedrängnis. Schon am Sonntag hatte die Protestwelle von Spielern, Coaches und Journalisten einen neuen Höhepunkt erreicht, und vorhin gab es beim Monday Night Spiel in Seattle wohl eine spielentscheidende Fehlentscheidung, die das Fass nahe ans Überlaufen gebracht hat, und neben dem Streik der Packers regten sich auch die Kommentatoren Tirico und Gruden tierisch auf.

Bei ESPN wurde nachher im Sports Center nicht über die sogar für mich sichtbaren Adjustments der Packers in der zweiten Halbzeit diskutiert, sondern 25 von 30 Minuten Referee- und NFL-Bashing betrieben.

Ein paar Beispiele aus dem US-TV (sinngemäße Zitate):

  • John Clayton (ESPN): Für mich ist es ein Deja-Vu. Für die NFL eine Katastrophe. Der Ruf wurde in den letzten drei Wochen sehr angekratzt. Das einzige, was mir da noch dazu einfällt: Diese Fehlentscheidung muss den Lockout beenden.
  • Adam Schefter (ESPN): Schande. Die Referees haben ein NFL-Spiel entschieden.
  • Chris Mortensen (ESPN): Es ist nicht mal zum Ärgern. Es ist zum Lachen. Wenn die NFL den offiziellen Repräsentanten der Teams und den Coaches den Maulkorb abnehmen würde, wäre der Teufel los.
  • Trent Dilfer (ESPN): Das ist ein Witz. Die Regel lautet nun wohl: Es ist ein Touchdown, wenn man den Mann fängt, der den Ball gefangen hat.
  • Andrew Brandt (ESPN): Es gibt zwei parallele Linien in diesem Streit. Das eine sind die schwachen Leistungen der Replacement-Referees, das andere der Tarifkonflikt zwischen NFL und ersten Garde. Ich glaube nicht, dass diese Fehlentscheidung in Seattle den Wendepunkt darstellt. Ich glaube, es gibt zwischen Fehlern der Referees und dem Fortschreiten der Verhandlungen weniger Zusammenhang als viele glauben. Bitte nicht die möglichen ökonomischen Auswirkungen vergessen, die solche Fehlentscheidungen haben können, bsp. das Verpassen der Playoffs durch Fehlentscheidungen. Für Green Bay (wo er glaube ich gearbeitet hat) wäre das besonders fatal.
  • Peter King (NBC): Das ist vielleicht die größte Schande in der NFL-Geschichte. Unverständlich, dass der NFL ihr eigener Ruf nicht mal drei Millionen und eine Pensionsvorsorge wert ist.

My Take

Die Spiele sind auf alle Fälle unansehnlicher geworden, weil kein Spiel ohne zehn bis 15 Strafen (im Sunday Night Game waren es 24) unterbrochen wird, weil ständig diskutiert wird, weil es in jedem Spiel Rangeleien gibt. Was immer klarer sichtbar wird: Die neuen Referees kennen sich im Regelwerk noch nicht 100%ig aus, was zu Auslegungsfehlern und viel mehr Challenges, und in der Folge natürlich zu weniger Spielfluss und längeren Spielen führt. Am Sonntag war im Schlussviertel der Mittagsspiele das Abendessen nicht mehr weit weg.

Auf der anderen Seite wirkt der Aufschrei auch artifiziell. Die Replacement-Referees kriegen für meinen Eindruck zu viel auf den Deckel; sie sind im kalten Wasser und müssen viel höheres Tempo, viel größere Egos und leicht abgewandeltes Regelwerk auf einmal bewältigen.

Auf der anderen Seite werde ich nicht so schnell vergessen, wie der Seattle-WR Tate den Packers-Verteidiger erst direkt vor den Augen eines Schiedsrichters meterweit wegschubste, dann der „andere“ Verteidiger der Packers die Interception machte, ehe zwei Refs ihr Signal gaben: Der eine markierte den Touchdown. Der andere zeigte Touchback an.

Ich kann mir vorstellen, dass das Seattle-Spiel der Referee-Vereinigung in die Karten spielt. Es gibt nun einen konkreten Aufhänger, ein „Symbol“ für den Lockout, und der Mediendruck, der seit Wochen da ist, ist heute so extrem wie nie zuvor.

NFL Woche 3, Notizblock Bengals@Redskins

Die Washington Redskins (1-1) empfingen zu ihrer Heimspielpremiere 2012 die Cincinnati Bengals (1-1). Warum das wirklich sehenswert war, gibts after the jump.

Bei diesem Spiel sind zwei Philosophien aufeinandergetroffen. Auf der einen Seite die vergleichsweise langweiligen Bengals, die vor allem in der Defense sehr diszipliniert sind; und auf der anderen Seite die Redskins, die im Angriff aussehen wie eine College-Mannschaft und in der Defense unter DC Jim Haslett wilde Sau spielen und mehr blitzen als jedes Sommergewitter.

Die Defense der `Skins ging schon enorm geschwächt ins Spiel, nachdem OLB Brian Orakpo und DE Adam Carriker sich letzte Woche auf IR verabschiedet haben. In dieser Woche fehlte auch noch Safety Brandon Meriweather verletzt. Cincys OC Jay Gruden wollte gleich mit dem ersten Play mal versuchen, Hasletts Aggressivität gegen ihn zu wenden – und war sehr erfolgreich: WR Mohamed Sanu steht als QB in der wildcat, Washington spielt ohne tiefe Absicherung; WR A.J. Green hat ein 1-on-1 gegen einen Backup-Safety, läßt diesen natürlich locker hinter sich und Sanu, der zu Highschoolzeiten QB gespielt hat und auch im College einige Pässe geworfen, schleudert den Ball einfach so weit wie er kann und Green erläuft ihn sich – 73-Yard-TD. Nach 17 Sekunden steht es 7-0.

Später im ersten Viertel macht Haslett das, was Haslett eben so macht: all out blitz on 2nd&20. Ich werde nie verstehen, warum man so etwas macht. Will er unbedingt ein 3rd&30? In der Regel ist das eine Einladung für jeden einigermaßen fähigen QB. So ein Himmelfahrtskommando funktioniert vielleicht, wenn man einen Darelle Revis hat. Aber ganz sicher nicht mit Leuten wie DeAngelo Hall. Nach 11 Minuten also gibts den zweiten langen Touchdown-Paß der Bengals: Andy Dalton über 48 Yards zu Rookie Armon Binns.

Washingtons-D hatte dazwischen auch ein Big Play, was aber mehr ein Geschenk von Dalton war, der völlig blind eine Interception in der eigenen Endzone zu Back-up OLB Rob Jackson geworfen hat.

Das war aber noch nicht genug Action für den Geschmack aller Beteiligten. Mitte des zweiten Viertels, nachdem Dalton wie fast gesamte Spiel über seine Mannen zu einem 1st Down nach dem anderen dirigiert hat, entscheidet sich HC Marvin Lewis für ein fake field goal attempt von Washingtons 6-Yard-Linie aus – und scheitert. Ein Field Goal später, es steht nun 17-7 Cincinnati, erlebt Washingtons Laufspiel seinen absoluten Tiefpunkt des Tages, als QB Robert Griffin bei einem read option play den Ball saudämmlich fumblet. Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff steht es 24-7 Bengals.

Überhaupt war Griffin den ganzen Nachmittag lang völlig überfordert. Die Bengals haben einfach das alte Rezept gegen Option-Offenses angewendet: alle Spieler, besonders die der Front-7, haben diszipliniert ihre jeweilige Aufgabe erledigt und niemand hat versucht, total spektakulär den Helden zu markieren und Griffin einen Denkzettel zu verpassen. So kamen die Redskins in der ersten Hälfte nur auf sechs passing Yards (6!) bei vier Sacks; 62 rushing yards nur sechs First Downs und drei Punkte. Die Offensive Line (die gleich im ersten Drive LT Trent Williams verloren hat) hatte dabei die größten Schwierigkeiten, gerade gegen die DEs Michael Johnson und Carlos Dunlap.

Hälfte zwei begann Washington dann wie verwandelt. OC Kyle Shanahan verlegte sich viel mehr aufs „richtige“ Laufspiel, vor allem um Griffin aus der Schußlinie zu nehmen, und zwei Drives später, einmal über 9 Plays und einmal über 10, steht es plötzlich 24-24. Das Spiel steht völlig Kopf, als Ben-Jarvus Green-Ellis das erste Mal in seiner NFL-Karriere fumblet. Das war Ende des dritten Viertels und da entschieden sich die Bengals, mal wieder vernünftigen, disziplinierten Football zu spielen.

Dalton steht das ganze Spiel über sehr selbstbewußt in der Pocket, einige Male auch zu selbstbewußt bei den wilden Blitzes und mußte das lange Ballfesthalten mit einigen blauen Flecken bezahlen. A.J. Green zerstört CB Hall in Mannverteidigung ein ums andere mal, aber weil Washingtons DC Haslett ein „my-way-or-the-highway“-Typ zu sein scheint, bleibt es bei man coverages und blitzes und es bleibt dann schließlich auch bei den selben Ergebnissen wie in der ersten Hälfte. TE Gresham macht den TD zum 31-24 und den Schlußpunkt setzt WR Andrew Hawkins mit einem 59-Yard-TD, bei dem er erst seinen Verteidiger schlägt und schließlich im Playstadion-Modus zickzack zwischen einigen anderen Veteidigern hindurch zum 38-24 wuselt. Überhaupt dieser Hawkins! Zuweilen erinnert der kleine Irrwisch an einen Percy Harvin. Er könnte die zweite, dringend benötigte Waffe neben Green sein.

Gegen ganz softe Zonenverteidigung, fast schon prevent defense, kommt Washington zwar nochmal auf einen TD heran, aber weil auch HC Mike Shanahan von den Blödsinnigkeiten seines DCs genug hat (zu seiner Verteidigung sei gesagt, daß sein Personal im Defensive Backfield auch nur Regionalliganiveau hat), versuchen die `Skins mit noch 3:35 Minuten (!) einen Onside Kick. Game Over. Zum Schluß hat Kyle Shanahan dann noch die Referees verfolgt und sie aufs Übelste beleidigt, aber das gehört ja mittlerweile zum guten Ton.

Spieler des Spiels sind die DEs Dunlap und Johnson auf der defensiven Seite. Und der kleine Andy Dalton auf der anderen Seite, der mit der aggressiven Defense umgegangen ist wie ein Großer.

NFL 2012 Woche 3, Notizblock Eagles@Cardinals

Den Notizblock zum gestrigen Besuch der Philadelphia Eagles in der Wüste bei den Arizona Cardinals gibt es aus Spoilergründen erst nach dem Klick.

Es gibt zwei gute Nachrichten für die Eagles: das Spiel hat nicht in Philadelphia stattgefunden und so konnten die Fans das Stadion nicht anzünden. Und Michael Vick lebt noch. Sein Körper muß sich allerdings heute (und den Rest der Woche) anfühlen wie eine Packung Cornflakes. Selten wurde ein Quarterback dermaßen oft in den Stadionboden gerammt wie der zierliche QB der Eagles gestern Abend.

Philadelphia fand in der ersten Halbzeit überhaupt kein Mittel gegen das Abwehrbollwerk Arizonas. Wie auch letzte Woche gegen New England spielte Arizona fast ausschließlich in ihrer 2-4-5-Aufstellung mit Darnell Dockett und Calais Campbell als einzigen down linemen. Das können sie die Cardinals einerseits erlauben, weil die Front-6 um Dockett/Campbell und den mal wieder überragenden ILB Daryl Washington auch ohne siebten Mann ganz gut gegen den Lauf aussehen und andererseits weil Phillys HC Andy Reid und OC Marty Mornhinweg in altbekannter Sturköpfigkeit passen lassen bis Vick der Arm abfällt.

In der ersten Halbzeit hatte RB Shady McCoy tatsächlich vier Läufe. Vier! Aber das ist ja auch logisch, wenn die Verteidigung die gesamte Zeit über mit der Nickel-D spielt. Ach nee. Andersrum. Das ist genau das Gegenteil von logisch. So haben Dockett, Campbell, die OLBs Acho, Schofield & Groves (und auch ILB Washington bei blitzes) Michael Vick hinter seiner miesen Offensive Line bei fast jedem Snap dermaßen vermöbelt, daß man auf das weiße Handtuch aus der grünen Ecke gewartet hat.

Um das Abzukürzen: Vick war ständig unter Druck, Arizona hat immer mit fünf DBs gespielt (von denen einer auch noch der für zwei spielende Patrick Peterson ist), Philadelphia hat trotzdem immer geworfen und das waren die Ergebnisse der Drives in Hälfte Eins: 3&out, Punt, Fumble, 3&out, 3&out und schließlich noch ein Fumble von Vick der von Safety James Sanders mit dem Halbzeitpfiff über 93 Yards zum 24-0 zurückgetragen wurde. Zwischendurch hat der Rookie Johnson auch noch einen Punt gefumblet. Zur Halbzeit war das Spiel schon entschieden.

In der zweiten Halbzeit hat McCoy dann einige Carries bekommen, was auch recht gut funktioniert hat. Aber zu mehr als zwei Field Goals hat es nicht gereicht.

Arizonas Offense war so schlecht wie gewohnt, aber durch die vielen guten Feldpositionen war auch nicht viel nötig. Kevin Kolb, der wieder für den noch verletzten John Skelton anfangen durfte, hat haufenweise schnelle Pässe bekommen (Slants und shallow crosses hinter der Line of Scrimmage), wodurch der Pass Rush der Eagles keinen großen Einfluß hatte. Wenn Kolb mal für etwas tiefere Routen geschaut hat, mußte er fast immer Bekanntschaft mit der Grasnarbe machen.

Einen längeren Ball gab es zu Larry Fitzgerald, der bei einem Play-Action-Paß Nnamdi Asomugha böse verbrannt hat und auch prompt in der Endzone gelandet ist. Überhaupt hat Fitzgerald Asomugha und Dominique Rodgers-Cromartie – die meistens man coverage gespielt haben – einige Male schlecht aussehen lassen.

Zum Schluß haben die Cardinals sogar ganz abgezockt mit gutem Laufspiel die Uhr gekillt. Dabei sind wieder alte Schwächen der Eagles-D in Laufverteidigung zutage getreten. Sogar einen 3rd&17 konnten die Cards mit einem Drawplay im vierten Viertel verwandeln. Da haben alle schon gedacht „Come on, Philly!“ – aber DRC hat als Sahnehäubchen noch eine unsportsmanlike conduct penalty obendrauf gepackt. Ryan Williams hat seinen Fehler von letzter Woche wieder gutgemacht und beim wichtigen Drive im 4th quarter mit fünf Läufen 42 Yards gemacht und Minute um Minute gefressen.

Weil wir nicht schon wieder Daryl Washington zum Spieler des Spiels machen wollen, lassen wir diese Ehre dem oft geschmähten Safety Kerry Rhodes zuteil werden. Rhodes war überall, hat gut gegen den Paß verteidigt, immer wieder McCoy gestoppt, wenn er mal durchkam und auch den Fumble von Vick kurz vor der Halbzeit verursacht.

Die Cardinals sind jetzt 3-0, aber müssen erst noch beweisen, daß sie auch mit einem Rückstand spielen können. Glücklicherweise wird ihnen das mit dieser Defense wohl nicht allzu oft passieren. Die Eagles und vor allem Vick können froh sein, daß sie nicht jede Woche gegen so eine Verteidigung spielen müssen. Nächste Woche allerdings kommen erstmal die Giants und wollen Vick rupfen. Hals und Beinbruch!

TV-Programm für NFL-Woche 3

Ich habe zum aktuellen Zeitpunkt keine Ahnung, ob ich den Spieltag heute Abend überhaupt live verfolgen werde können, daher für einmal nur die blanke Liste an Übertragungen im TV mit Siegertipps und zwei Links.

ESPN America

Am Sonntag

19h00 LIVE Washington - Cincinnati
22h25 LIVE Denver - Houston
02h20 LIVE Baltimore - New England

Am Montag

11h30 Tape Dallas - Tampa Bay
13h30 Tape Oakland - Pittsburgh
15h30 Tape Baltimore - New England
02h30 LIVE Seattle - Green Bay

Am Dienstag

18h30 Tape Seattle - Green Bay

SPORT1+

Am Sonntag

19h00 LIVE Minnesota - San Francisco
22h20 LIVE Denver - Houston

Am Montag

18h40 Tape Minnesota - San Francisco
21h15 Tape Denver - Houston
02h30 LIVE Seattle - Green Bay

PULS4

Am Sonntag

00h30 Tape Houston - Denver

Tipps

Groß geschrieben = Siegertipp. Bisheriger Saisonverlauf: 22-11 nach dem Donnerstagsspiel.

Carolina – NY GIANTS
CHICAGO – St Louis
CLEVELAND – Buffalo
DALLAS – Tampa Bay
Miami – NY JETS
Minnesota – SAN FRANCISCO
NEW ORLEANS – Kansas City
WASHINGTON – Cincinnati
Tennessee – DETROIT
INDIANAPOLIS – Jacksonville
Arizona – PHILADELPHIA
SAN DIEGO – Atlanta
Denver – HOUSTON
Oakland – PITTSBURGH
Baltimore – NEW ENGLAND
Seattle – GREEN BAY

Previews andernorts

College Football 2012/13: TV-Guideline für Week 4

Disclaimer: Die Ihnen vorliegende Vorschau wurde am Sonntag geschrieben ging per Autopilot online. Sendetermine bei ESPN America daher ohne Gewähr.

Recap Woche 3

Nächstes upset-lastiges Wochenende. Ohne das Spiel gesehen zu haben: USCs Niederlage bei Stanford kommt einer großen Überraschung gleich. Der Hype um USC war mir bekanntlich ohnehin zu groß gewesen, aber gegen die dezimierten Stanford Cardinal hatte ich doch keine Pleite erwartet. Stanford kann mithalten? Okay. Aber eine USC-Pleite mit einem derart unrhythmischen Angriff (QB Barkley mit unter 50% Completion Rate)? Unerwartet.

Zweites auffälliges Ergebnis: #20 Notre Dame putzt auswärts die #10 Michigan State Spartans, und das nicht zu knapp: 20-3. Eindrücke bestätigt: Notre Dame wird dieses Jahr vermutlich tatsächlich unterschätzt, trotz der weiterhin nicht überzeugenden Offense (14/32 Passspiel, 1/14 3rd downs), Michigan State zwar mit großer Defense, aber völlig eindimensionalem Angriff um „Hürdensprinter“ Le’Veon Bell.. Mal sehen, ob das für die Big Ten Conference reicht.

Und zum Dritten: #13 Virginia Tech geht bei den Pittsburgh Panthers 17-35 unter! Pittsburgh, das so verheerend in die Saison und die Zeit des neuen Chefcoaches Paul Chryst gestartet war.

Das Spitzenfeld dagegen gab sich keine Blöße: #1 Alabama mit einem 52-0 Kantersieg über die Wilson-losen Arkansas Razorbacks, #2 LSU/#4 Oregon jeweils mit 63-14 Siegen über inferiore Konkurrenz, #5 FSU mit einem nicht minder beeindruckenden 52-0 über Wake Forest (letztes Jahr hatte man dort noch verloren). Auch Georgia, South Carolina und West Virginia hielten sich schadlos.

Mehr Probleme als erwartet hatte #12 Ohio State zuhause gegen Cal, wobei Cal die Buckeyes im dritten Viertel komplett abgewürgt hatte und am Ende recht unglücklich verlor. #15 Kansas State auch mit einem eher happigen Spiel, entfleuchte der kleinen North Texas University erst im vierten Viertel.

Bemerkenswert sind auch die kleinen Louisiana-Monroe Warhawks, die eine Woche nach dem Upset über Arkansas auch die Auburn Tigers ärgerten und erst in der Overtime verloren. ULM hatte eigentlich als potenzieller Bodensatz in der kompletten FBS gegolten.

#25 BYU verlor knapp bei Utah (Ergebnis von Donnerstagnacht gegen Boise ist mir noch nicht bekannt). Boise State fuhr über Miami/OH drüber und gewann 39-12. Ach, und Penn State hat seinen ersten Saisonsieg (34-7 über die Navy).

Diese Woche bei ESPN America

Wie geschrieben: Sendeplan ist bei ESPNs Volatilität vielleicht mit Vorsicht zu genießen.

LIVE

    22.9.2012  15h    College GameDay
    22.9.2012  18h    TCU - Virginia
    22.9.2012  21h30  South Carolina - Mizzou
22./23.9.2012  02h    Florida State - Clemson
    23.9.2012  05h    Oregon - Arizona

TAPES

    23.9.2012  12h00  Florida State - Clemson
    26.9.2012  13h00  Georgia - Vanderbilt
    26.9.2012  15h30  UCLA - Oregon State
    27.9.2012  10h30  Auburn - Louisiana State
    27.9.2012  13h00  Oregon - Arizona

TCU ist ohne großes Tamtam in die Big12-Saison gestartet (lockeres 20-6 über Underdog Kansas), während Virginia eher zu den schlechteren Teams der heurigen Saison gehören dürfte: Penn State mit seiner anämischen Offense nur dank etlicher Fehlkicks geschlagen, und am vergangenen Wochenende haushoch gegen Georgia Tech untergegangen. Für TCU sollte das nicht mehr als Einrollen auf die wirklich happigen Aufgaben in der Big 12 Conference der nächsten Wochen sein.

Aus der SEC-East: South CarolinaMissouri dürfte wichtig für die Gamecocks sein: Georgia hat Mizzou bereits geschlagen, South Carolina muss nachziehen, auch mit den wiedererstarkten Florida Gators im Hinterkopf.

Das Nachtspiel könnte bereits eine Vorentscheidung im Kampf um die ACC-Atlantic Division bringen: Florida State gegen Clemson. Beide noch nicht wirklich getestet. FSU gilt als klarer Favorit, aber das war schon letztes Jahr so… und Clemson-WR Sammy Watkins ist wieder da.

Bei FSU ist ein Auge auf den allen Auguren nach sensationellen deutschen DE Björn Werner zu werfen. Werner wird seit Wochen in höchsten Tönen gelobt und hat nun den „Vorteil“, dass der anderen große Defensive End der Noles, Brandon Jenkins, für den Rest der Saison ausfallen wird. Besteht Werner, winkt ein sehr hoher Draftpick 2013.

Das Spätnachtspiel OregonArizona könnte ein Offensivspektakel par excellence werden. Oregon mit HC Chip Kelly gegen Arizona mit HC Rich Rodriguez. Arizona ist stark genug gestartet, um bereits in den Polls gerankt zu sein. Oregon bis jetzt ohne wirklichen Test, könnte hier zum ersten Mal zumindest bis in die zweite Halbzeit hinein getestet werden. (und bitte zählen, wie viele 60+ Yards-Touchdowns WR/HB/KR/PR #6 De’anthony Thomas erzielen wird).

Die Tapes von nächster Woche sind SEC- und Pac-12-lastig. Aufschlussreich könnte der Blick auf die UCLA Bruins werden: UCLA ist unter HC Jim Mora jr. besser gestartet, als man es prognostiziert hatte (u.a. vor halbleerem Stadion Nebraska geschlagen).

Nicht bei ESPN America zu sehen: #6 Oklahoma – #15 Kansas State, das in den USA von FOX übertragen wird. Oklahoma dürfte haushoher Favorit sein, auch wenn den Kansas State Wildcats ein bis dato kampfstarke Saison nachgesagt wird. Ebenso nicht zu sehen: #11 Notre Dame gegen #18 Michigan, ein Klassiker im College Football, der von der aktuellen ACC-Annäherung Notre Dames bedrohnt sein könnte.


			

Frühstückseier, 21.9.2012 – Tell me a story, and it will live in my heart forever

Steve Sabol ist Anfang der Woche nach 18monatigem Kampf gegen einen Hirntumor gestorben. Sabol war Präsident von NFL-Films und gemeinsam mit Vater Ed Sabol (2011 in die Hall of Fame gewählt, Laudatio hielt damals Steve Sabol) über Jahrzehnte treibende Kraft hinter dem fantastischen Produkt „NFL-Films“ gewesen.

Ich bin Mitte des letzten Jahrzehnts beim ORF mit American Football aufgewachsen, und neben dem Wunder-Kommentator Christopher D. Ryan war die NFL für mich eine zeitlang vor allem eines: NFL-Blast, ein ORF-Magazin mit Spielzusammenfassungen von NFL-Films. Diese großartigen Videosequenzen, diese einzigartigen tiefen Bassstimmen, diese Einspielungen von NFL-Radiokommentatoren, diese Filmmusik… beim Schreiben zappeln noch meine Finger vor lauter Begeisterung. Es gibt Sounds, bei denen ich bei 35 Grad am Strand sofort in das eiskalte Lambeau Field springe. Bei Spox habe ich einige davon in den Top Ten der NFL-Sounds verarbeitet.

Steve Sabol lebte für die NFL und vor allem für NFL-Films. Dieses Produkt war für mich nie bloß Spielzusammenfassung. Mit seinem Mix aus Bildern, Stimmen und Orchester-Sound war es für mich Kunst, einer der Hauptgründe, warum ich einst beim Football hängen blieb.

Nachrufe in Video– und Schriftformat gibt es im Blog von NFL-Films.

RIP Steve Sabol.


Jürgen Kalwa hat bei FAZ.net über einen Missbrauchsskandal im US-amerikanischen Schwimmverband geschrieben, wo analog den Verhältnissen bei Penn State jahrelang geschwiegen wurde.


In der Big Show von Sportradio360 diskutiert André Voigt (FIVE) mit Andreas Renner in einem kurzen Segment über Peyton Mannings Arm und die Ersatzschiedsrichter in der NFL (Part 4).


Heute um 11h30 bringt ESPN America das Tape des Nachtspiels im College football: Die Boise State Broncos empfangen zuhause die BYU Cougars. Boise State nach nur im Ergebnis knapper Auftaktniederlage bei Michigan State vergangene Woche zunächst mit Rehabilitation beim klaren Sieg gegen Miami/Ohio, ist wieder in die Top-25 von AP zurückgekehrt (an #24 gerankt). BYU dagegen verlor zuletzt bei Utah. In Erinnerung ist auch noch das trotz klarem Ergebnis eher holprige Auftaktspiel gegen Washington State (30-6 gewonnen).