US-Football: Die Hitliste 2015

Kurzer Rückblick auf die prägenden Footballspiele des Jahres 2015. Es war ein Jahr mit starken NFL-Playoffs. Es war ein Jahr mit einer überwiegend schwachen Regular Season in der NFL, die vor allem im 19h-Slot kaum ansehnliche Spiele fabriziert hat. Dafür waren bei den Spätschicht- und Nachtspielen einige Kracher dabei.

College Football glänzte mit einer Latte an Freak-Finals. Die extremsten Enden gab es bei Duke – Miami, bei Michigan – Michigan State und bei Georgia Tech – FSU. Einprägsamer Moment im College-Football war auch der sensationell zähe 22-Play Siegdrive von Michigan State im Big-Ten Finale gegen Iowa, dem jeglicher Esprit abging, aber wer braucht Esprit, wenn am Ende der Touchdown zur Qualifikation für die Playoffs steht?

Aber kann ein Freak-Finish allein eine Partie wirklich ins oberste Echolon des Jahres heben?

Oder zählen noch andere Werte? Ein großes Comeback? Ein hoher Preis? Ein sauberes Spiel? Drama?

Das Jahr, das mit einer wunderschönen Fiesta Bowl Baylor – Michigan State begann, hat viele denkwürdige Spiele gebracht. Wir haben „Michigan State“ nun schon mehrfach gehört. Die Hitliste kommt ohne Spartans aus, leider. Denn es gab zehn Partien, deren Stempel dieses Jahr noch eine Spur deutlicher trägt. Weiterlesen

NFL Power Ranking 2014/15 – Die Saison im Rückspiegel

Die New England Patriots sind NFL-Champion des Jahres. Im Power Ranking schließt der Ringträger aber nur auf Platz 5 ab. Für New England ist das gewohntes Territorium: Die Patriots sind die einzige Mannschaft, die konstant seit Jahren in diesem Ranking zu niedrig eingestuft wird – das hat einen Grund, und um diesen zu erläutern, müssen wir noch einmal kurz ausholen und uns auf die Kernwerte des Rankings besinnen.

Das Ranking basiert auf historisch gewachsenen Zahlen: Wie viele Spiele haben in der jüngeren NFL-Vergangenheit Mannschaften mit vergleichbarer Effizienz in jedem Down gewonnen? Werfen wir die wichtigsten unabhängigen Kennzahlen in Offense und Defense in den Mixer und jagen wir sie durch eine Regression, bekommen wir eine Regressionsformel mit Konstanten, die auf der Basis von reellem NFL-Football basieren.

„Reeller NFL-Football“ bedeutet auch, dass unterbewusst Faktoren wie schlechtes Coaching im Ranking eingeschlossen sind. Mannschaften wie die 2012 Panthers sind mit eingeschlossen ebenso wie die 2012 Ravens. Erstere erreichten mit guten Zahlen wenig weil sie von haarsträubenden Coaching-Entscheidungen runtergezogen wurden. Letztere erreichten alles, weil sie u.a. von gutem situativen Coaching profitierten.

Der durchschnittliche NFL-Coach ist zu konservativ – wir wissen das. Im Schnitt schenken die Coaches mit zu vielen Punts und zu vielen kurzen Fieldgoals und zu wenigen ausgespielten kurzen 4th-Downs mehr Sieg-Wahrscheinlichkeit weg als sie durch die wenigen mutigen Entscheidungen gewinnen. Sprich: Ein überdurchschnittlich mutiger Coach kann die Zahlen, die ja auf der tatsächlichen Historie beruhen, schlagen.

Bill Belichick ist bekanntlich ein überdurchschnittlich mutiger Coach, und vor allem einer, der sehr guten situativen Football spielt. Weiterlesen

Super Bowl 2015 – Die Frühstückseier

Superbowl XLIX scorte auch in den Nielsen Ratings ganz groß und fuhr mit 49.7 einen neuen Rekord ein. Große Spiele verdienen große Zahlen. Große Spiele verdienen auch ihre Analysen, und so blicken wir mal auf das, was hinterher so gesagt und geschrieben wurde. Nicht in den Massenmedien, denen ich misstraue, sondern den wirklich Guten. Weiterlesen

Super Bowl 2015 im Liveblog: New England Patriots – Seattle Seahawks

[04h55] Endstand New England Patriots 28, Seattle Seahawks 24

Ein Spiel, das viele Superlative verdient. Die New England Patriots holen die vierte Superbowl, die seit vielen Jahren fällig war, insofern ein über die Jahre mehr als verdienter Titel der größten Ära, die der American Football in den letzten 50 Jahren gesehen hat. Für Belichick und Brady muss es der größte aller Titel gewesen sein. Der Ring, an den man im Moment des Kearse-Catches schon gar nicht mehr glauben wollte. Es bleibt dabei. Super Bowls der New England Patriots sind wie Champions League Finals des FC Bayern, im Guten wie im Schlechten. Sie sind alle unvergessliche Spiele.

Gegen Ende des dritten Viertels glaubte ich für Momente auch nicht mehr an ein Comeback. Zu dominant, zu sehr nach Skript war die zweite Halbzeit bis dahin gelaufen. Die Patriots, die im ersten Viertel zu wenig aus ihren Chancen und Möglichkeiten gemacht hatten, sahen sich innerhalb weniger Momente in einem zehn Punkte tiefen Loch und nur wenig deutete auf eine Auferstehung hin.

Viele an Credit gebührt tatsächlich Tom Brady, der das Lazareske Comeback mit seinen Tippelschritten in der Pocket nach vorn einleitete, zwei brutale 3rd Downs verwertete in einem Drive, der mehrmals hätte gestoppt werden können. Brady mit seinen rasiermesserscharfen Bällen buddelte seine Offense erst aus dem Loch, und nach dem schnellen Seahawks-Punt sieben Minuten vor Schluss, jagte einen weiteren beeindruckenden Touchdown-Drive das Feld hinunter.

Seattle hatte die Chance auf das Comeback. Sie Seahawks erlebten einen merkwürdigen Nachmittag: 25 Minuten Schockstarre zu Beginn, ehe die Big Plays für den Wunderknaben #13 Matthews überhandnahmen. Seattle mit einem monströsen, wenn auch durchaus auch glücklichen TD-Drive Sekunden vor der Pause, für den Carroll Lob bekommen sollte, das er aufgrund des Finals nicht bekommen wird.

Wilsons letzter Drive mit drei „clutchigen“ Pass-Plays und einem Freak-Catch. Lynch an die 1. Der Rest ist Geschichte. Der Call wird die nächsten Monate die Schlagzeilen dominieren und Carrolls Legende mit definieren. Aber: Lässt Butler den scharf geworfenen Ball durch die Finger flutschen, kräht kein Hahn mehr danach und Belichick ist aufgrund des verpassten Timeouts der Depp. So knapp liegen Sieg und Niederlage aneinander. Deshalb liebe ich diesen Sport.

Ein Sport, der heute ein würdiges Endspiel bekam. Ein Endspiel, das zurecht als eines der besten in die Historie eingehen wird.

Ich würde gern wissen, wie Carroll über den letzten PlayCall denkt. Wilson hatte bis heute einen einzigen TD-Pass innerhalb der 3yds-Line. Heute den zweiten. Der Versuch zum dritten endete im Genickbruch. Ich würde auch gern wissen, was Carroll über das gesamte Spiel denkt. Seine Seahawks konnten im Prinzip nur im dritten Viertel das umsetzen was sie umsetzen wollten: Pocket krepieren, Passspiel-Rhythmus brechen. Dass Brady 37/50 für 328yds mit 4 Touchdowns und ohne Sack bestreiten würde, konnte nicht geplant sein.

Den Patriots gebührt die Anerkennung, dass sie gerade noch früh genug den Unsinn mit „Offense-Balance“ aufgaben und das komplett hoffnungslose Laufspiel aufgaben. Die Pass-Orgie hatte kein Mensch erwartet, aber sie erwies sich in der Tat als die beste Option heute, vor allem auch, weil Brady trotz der beiden INTs einen hervorragenden Tag mit sehr präzisen Bällen hatte.

Den Rest hat Brady schon gesagt. Team Win.


[04h35] Ich muss es betonen, weil es in den letzten Jahren (teilweise zurecht) Prügel für SAT.1 gab: Für meinen Geschmack war das eine hervorragende Übertragung. Die Haupt-Kommentatoren Buschmann und Stecker kommentierten das routiniert und fast ohne Bolzen runter. Nicht so sophistisch, aber auch keine Dummy-Kommentierung. Ich fühlte mich exzellent unterhalten. Björn Werner hatte mit zunehmendem Spielverlauf immer weniger Substanzielles zu sagen, ist aber mit erster TV-Präsenz mehr als entschuldigt. Frau Kaiser… naja, wer braucht schon Sideline Reporter?

[04h27] Tom Brady zum dritten Mal Superbowl-MVP und es wäre nicht Brady, würde er nicht mit Tränen in den Augen alleinig den Team Win betonen.

[04h20] Das lauflastigste Team der Liga entschied sich im schlechtesten Moment für den Pass. Ich denke, in zehn Jahren wird man sich weniger daran erinnern, dass Wilson einen Superbowl weggeworfen hat, sondern sich über den Play-Call s’Maul zerreißen.

[04h18] Mein Leid ist dein Leid.

Lions verlieren den Herzensbrecher gegen Dallas.
Dallas verliert den Herzensbrecher gegen Green Bay.
Green Bay verliert den Herzensbrecher gegen Seattle.
Seattle verliert den Herzensbrecher gegen New England.

[04h15] Also. Nach dem Kearse-Catch konnte man ja schon glauben, dass die Patriots schon wieder durch einen absoluten Freak-Play geschlagen würden, siehe Tyree, siehe Manningham. Letztlich ist es ein extrem glücklicher Sieg für die Patriots, die erst Lynch an der 1 stoppen konnten und dann aus mir nicht begreiflichen Gründen kein Timeout zogen.

Wenn Seattle an Lynch für 1yds übergibt, ist Belichick drei Jahre nach dem Tiefschlag gegen die Giants erneut der Depp in einer Game-Management Situation. Aber die Seahawks hatten anderen Pläne, spielten Pass. Die Interception sah nicht zwingend wie ein Bock des Russell Wilson aus, war ein großartiges Individual-Play von CB #21 Malcolm Butler. Also wieder einer der unwahrscheinlichsten Helden.

Viertes Viertel

[04h10] Vierter Superbowl-Gewinn für Bill Belichick als Head Coach und Tom Brady. Erster Superbowl-Gewinn für einen Deutschen: Sebastian Vollmer.

[04h03] Seahawks springen beim letzten Sneak-Versuch (Pats waren an der 1) ins Abseits. Endgültige Entschedidung. Seattle holt sich danach Sympathiepunkte mit einer angezettelten Massenschlägerei.

[04h01] Atemberaubendes Spiel, atemberaubendes Ende. Diese Super Bowl kommt den Monster-Ausgaben XLII und XLIII ganz, ganz nah.

[03h59] Interception #21 Malcolm Butler | Q4 0:20. Butler springt in den kurzen Slant von Wilson. New England Patriots sind zum vierten Mal Superbowl-Champion!

[03h57] Tiefer Ball für #15 Kearse, angetippt, aber von den Rängen springt David Tyree auf das Feld und macht den Catch für die Seahawks! 1:06 to go, Seahawks an der NE 5.

[03h51] 2min Warning. Wilson im ersten Snap mit einem tiefen Ball für #24 Lynch (gegen #91 Collins). Seattle 1:55 an der Mittellinie.

[03h47] New England 28, Seattle 24 | Q4 2:02. 3yds-Catch Edelman. Edelman mit einem Cut nach außen, leichter Stoß gegen CB #27 Simon. Touchdown. Seattle mit 3 Timeouts. Es braucht einen Touchdown zum Sieg für Russell Wilson.

[03h45] 2:52min vor Schluss: New England steht wenige Meter vor der Endzone. Viel Gronkowski, viel Vereen in diesem Drive. Zeit absolut ein Faktor. Patriots brauchen im Prinzip einen TD um nicht hinterher von einem kurzen Fieldgoal-Drive gekillt zu werden.

[03h35] Punt Seattle | Q4 7:00. Haarscharfe Geschichte in Glendale: Erster Down, Lockett stolpert über die Hände von CB #21 Butler (Absicht von Butler?) und lässt den Pass durch die Finger flutschen. Zweites Down: Lynch gegen sieben, fünf Yards Raumgewinn. Dann drittes Down: Wilson wird im Druck zu schnell flattrig, wirft einen zu hohen Ball für Lynch, der ihn nicht mehr erreichen kann.

Plötzlich ist New England mental wieder obenauf, mit der Chance auf Ausgleich oder Führung.

[03h27] New England 21, Seattle 24 | Q4 7:55. 4yds-Catch #80 Amendola. Brady macht es spannend: 3rd/14 und 3rd/9, und jeweils macht Brady die drei Tippelschritte nach vorne um der zusammenklappenden Pocket zu entweichen – der Play, den Brady in den letzten 15 Jahren patentiert hat.

Brady findet Edelman, findet Vereen, findet wieder Edelman, immer über die Mitte oder auf der Flat-Route. Die Seahawks schenken in Form eines (allerdings windelweichen) 15yds-Late Hits weitere Yards, und somit schaffen die Pats den Anschluss. Dafür hätte noch ein anderer Hit gegen Edelmans Helm geahndet werden können. 7 Plays, 64yds, Touchdown. 4:15min von der Uhr genommen. Legion of Boom sah diesmal nicht besonders überragend in den Clutch-Plays aus.

Drei Punkte – ein gefährliches Spiel für beide. Seattle kann mit einem weiteren Fieldgoal keine beruhigende Führung schaffen. New England lebt nun wieder – der Touchdown war essenziell.

[03h17] Punt Seattle | Q4 12:10. #75 Wilfork zerbröselt den Lauf im Alleingang. Dann 3rd-Down, verzögerter Blitz gegen Wilson und Ninkovich, der zuletzt lange Zeit in Deckung verharrte, rammt Wilson im Backfield in den Boden. Nach dem Punt beginnt New England an der eigenen 33.

[03h14] Punt New England | Q4 14:17. Beschissener PlayCall der Patriots im 3rd/1: Ein lateral angelegter Laufspielzug über den Brecher #29 Blount. Erwartbares Resultat ist ein Negativ-Lauf für -3yds. Laufspiel der Patriots in dieser Partie komplett hoffnungslos.

Drittes Viertel

[03h10] Ende Q3 in Glendale. Killer-Viertel der Seahawks, die dem Spiel nun ihren Stempel aufdrücken. #72 Michael Bennett verdient sich mit seinen fünf, sechs „Clutch-Passrushes“ ernsthafte MVP-Anerkennung, hat dem Spiel quasi eine neue Wendung gegeben. New Englands Offense für zwei Drives unter der Erde, Seattle schlug eiskalt Kapital draus und führt mit 10.

Spiel ist noch nicht vorbei, aber den Patriots schwimmen die Felle davon, wenn sie nicht schnell den Anschluss wiederherstellen.

[03h08] Punt Seattle | Q3 1:08. Der Pass Rush der Patriots ist komplett abgetaucht. Wilson kriegt S-t-u-n-d-e-n in seiner Pocket. Tiefer Pass für #83 Lockett, der meterweit offen ist. Danach aber kurzer Lauf, kurzer Pass und ein Drop von #15 Kearse im 3rd-Down. Punt.

New England startet an der eigenen 13.

[03h03] Punt New England | Q3 3:24. Holding gegen C Stork. Danach ein Drop von WR Amendola im 3rd-Down, der möglicherweise zum 1st Down gereicht hätte. Punt, und knapp Touchback anstelle von 2yds Line. Es läuft im Moment alles gegen New England.

[02h53] New England 14, Seattle 24 | Q3 4:54. 3yds-Catch für #89 Baldwin. Baldwin läuft von links eine Cross-Route und entfleucht seinem Bewacher Revis, weil Revis mit einem Referee kollidiert. Davor massive Wucht der Seahawks-Offense, über RB Lynch (4 gebrochene Tackles). Patriots stellten um, matchen nun #39 Browner auf den Wunder-WR #13 Matthews.

Und plötzlich liegst du 10 Punkte hinten. 10 Punkte ist auch das bis heute größte Comeback der Superbowl-Geschichte.

[02h48] Interception #54 Bobby Wagner | Q3 8:07. Die Defensive Line übernimmt das Kommando, mit einem DT #72 Michael Bennett in federführender Position. Bradys Pocket kollabiert quasi im Moment des Snap, Brady feuert den Ball gerade noch raus, aber Wagner springt in den Pass, direkt vor dem entsetzten Gronkowski, der nur zuschauen kann.+

Wagner ist der Mann, der gestern Nacht eine Stimme als NFL MVP bekam (von Tony Dungy), wofür Dungy viele Prügel einstecken musste. Jetzt ein wichtiges Play für Wagner.

[02h38] New England 14, Seattle 17 | Q3 11:09. 27yds-Kick Hauschka. Carroll wird im 4th/1 nahe der Goalline konservativ. Lynch im 3rd-Down von einem starken Ninkovich gestoppt. Seattle kommt wuchtig aus der Pause, überläuft mit Lynch die weiterhin in 3 CB-Aufstellung auflaufende Patriots-Defense.

Schlüssel-Play: 45yds-Catch für … erraten, #13 Matthews, der sich zum Aschenputtel der Partie entwickelt. Matthews kommt mit einer klaren OPI gegen #25 Arrington davon, stößt den Cornerback beim leicht unterworfenen Ball weg und hat ein leichtes, den Ball zu fangen. Matthews mit 3 Catches für 100yds plus TD. Arrington hat weiterhin so seine Probleme als Cornerback an der Seitenlinie – gilt ja als besserer Slot-CB.

Damit mal wieder eine Führung für Seattle. Damit nun 56 Spiele en suite mit Führung für die Seahawks.

Halbzeit

[02h30] Seattle wird nun gleich den Ball aufnehmen. Welche Seahawks-Offense werden wir nun sehen? Die aseptische der ersten 20 Minuten oder die Big Plays der letzten 10?

[02h27] Halbzeitshow: – … –

Zweites Viertel

[02h03] Halbzeit New England Patriots 14, Seattle Seahawks 14

Wenn New Englands Eier zu weich sind, sind jene von Pete Carroll zu hart. Sehr gewagte Aktion, mit nur 6sek auf den TD zu gehen – aber erfolgreich. Seattle hält eine Partie ausgeglichen und weiß wohl selbst nicht so recht, wie. Eigentlich ist New England die bessere, solidere Mannschaft über weite Strecken. Aber Seattle mit mehr yds/Play: 7.0 zu 5.7.

Patriots spielten Drives über 58, 65 und 80yds, aber nur zwei Touchdowns als Ernte. Brady mit einem Kurzpassfeuerwerk 20/27 für 177yds (6.6 NY/A), 2 TD, aber auch eine dumme INT. Brady ging nur zweimal für Gronkowski wirklich tief, der Rest ist Kleingewichse. Gronkowski bleibt die Schlüsselfigur, und die beiden Plays vor dem TD illustrieren das am besten: Zuerst #29 Thomas gegen Gronkowski, also Pass für #34 Vereen zum 1st-Down. Danach LB #50 Wright gegen Gronkowski, also Pass für Gronkowski zum TD. Friss oder stirb.

Seattle mit über weite Strecken lebloser Leistung, explodierte dann aber plötzlich und unerwartet mit einem 44yds-Pass für den völlig unbekannten Matthews. Big Plays für Seattle, eher die kleinen Gewinne für New England. Patriots nutzten die Schwachstelle #27 Simon aus, Seahawks gingen auf #25 Arrington, der zwei wichtige Pässe für Matthews zuließ. New England fast ausschließlich mit 3 oder mehr CBs am Feld. Wilfork stand nur 17 Snaps am Feld.

Sonst eine sehenswerte Partie. Viele Kleinigkeiten, die zu Erfolgen und Misserfolgen beitragen. Eine Seahawks-Defense, die nicht so 100%ig sicher tackelt wie normalerweise gewohnt. Eine Patriots-Defense mit teilweise atemberaubend guter Deckung, aber dann doch die langen Plays zugelassen (Wilson nur 4/7 für allerdings 79yds). Deshalb: Ausgeglichener Spielstand, ausgeglichene Gefühlslage.

Sehr angenehme Übertragung von SAT.1, wo Buschmann/Stecker/Björn Werner mir außerordentlich gut gefallen.

[01h58] New England 14, Seattle 14 | Q2 0:02. Unglaublich! 13yds-TD für #13 Matthews. Der Mann, der bis vor zwei Wochen nix gerissen hatte! 11yds-Catch von Matthews gegen Logan Ryan. Seattles Carroll mit zentnerschweren Eier, mit 6sek auf der Uhr statt Fieldgoal auf Touchdown zu gehen. Geht eine Kleinigkeit schief, haste unter Umständen keine Punkte.

Ein verrückter Drive der Seahawks: Langer 19yds-Lauf Turbin zum Einklang, der überhaupt erst den Drive ermöglichte. Damit glaubten die Seahawks an sich. Dann zweimal kurze Pässe zu langen Raumgewinnen transformiert. Dann Facemask gegen #25 Arrington, der seinen Gegenspieler trotzdem den Catch machen lässt – erst dadurch kam der Ball überhaupt so weit nach vorne an die 11yds Line. 5 Plays, 80yds, Touchdown in nur 29 Sekunden.

Die Partie hat was von Patriots vs Carolina vor 11 Jahren, als auch nach langer Punktelosigkeit vor der Halbzeit alle Dämme brachen.

[01h50] New England 14, Seattle 7 | Q2 0:31. 22yds-TD Catch Gronkowski. Gronkowski in Manndeckung gegen LB #50 KJ Wright, lässt Wright auf einer Fade-Route stehen und fängt einen letztlich einfachen TD. Brutaler Drive der Patriots, die anfangs fast zu viel Zeit runterlaufen ließen, aber letztlich kannst du dich mit einem TD nicht beschweren.

Brady für Amendola, der Tackles aussteigen lässt zum 1st-Down. Kurz darauf springen die Seahawks im 3rd/3 ins Abseits – das passierte schon im Semifinale laufend (u.a. sogar mal ungeahndet bei der Sherman-INT) – diesmal bestraft. Dann tiefer Pass für RB #34 Vereen über die Mitte. Vereen läuft LB #54 Wagner auf und davon. Dann Kurzpass für Vereen und gleich danach der TD. 8 Plays, 80yds, Touchdown.

[01h33] New England 7, Seattle 7 | Q2 2:16. 3yds-Run Lynch, der sich im 3rd-Down durchwuchtet. Kein wirklich „runder“ Drive der Seahawks, die aber auch was machen, was wir schon angesprochen hatten: Versuch, tief zu gehen. Wilson lupft den Ball tief, 44yds für #13 Chris Matthews. Matthews wird noch von CB Arrington gehalten, hält den Ball aber nichtsdestotrotz fest. Danach Lauf, Lauf, Lauf zum TD. Matthews ist lt. Stecker der Mann, der letzte Woche den Onside-Kick fing. So oder so: Erster NFL-Catch für Matthews – und was für einer!

Vorangegangen war dem Big Play ein harscharf verwandeltes 3rd-Down von #89 Doug Baldwin. Die Wiederholung ließ einen generösen Spot der Refs vermuten, aber keine Challenge von Belichick. 8 Plays, 70yds, Touchdown.

[01h24] Punt New England | Q2 7:16. Drittes Down, Brady rutscht im Wurfversuch der Ball aus den Händen wodurch natürlich Deflate-Gate… äh? Wiederholung zeigt, wie ein unentschlossener Brady im letzten Moment zurückzieht. Incomplete, Punt. Wieder sehr schnell kollabierende Pocket. In der Defense wurde Sherman nun schon zum wiederholten Male in den Slot gestellt. New England bringt danach eine wenig WR-lastige Formation, die den Seahawks erlaubt, CB #27 Simon auszuwechseln.

[01h19] Punt Seattle | Q2 8:17. Wieder kein 1st-Down. Explosion #95 Chandler Jones, der von der Blindside aus kommend den flüchtenden Wilson von hinten zum Sack niederreißt. Dann Lauf ins Nichts und im dritten Down zwar wieder Zeit für Wilson, aber im Defensive Backfield wieder sensationelle Deckung: #26 Logan Ryan klebt wie eine Klette an #15 Kearse. Hautenger kannst du nicht decken ohne eine Strafe zu begehen.

Notieren wir uns mal die Starting Field Position als einen der heimlichen Faktoren in dieser Partie vor: Sämtliche Play by Plays sind aktuell down, aber gefühlt haben die Patriots hier bisher einen massiven Vorteil.

[01h12] New England 7, Seattle 0 | Q2 9:47. 11yds-Pass für #19 LaFell. Die Patriots attackieren ungeniert den jungen CB #27 Tharold Simon, der für den verletzten Lane reinkam: kurzer Slant für LaFell zum TD. #29 Thomas kommt zu spät, #27 Simon reagierte zu spät. Simon wurde schon zwei Plays zuvor angespielt, als er in einer Stack-Formation #11 Edelman verteidigte (17yds-Pass).

Bockstarker Patriots-Drive gegen eine Defense, die ihrerseits nicht viel falsch macht. Eröffnungs-Play ein Spielzug aus dem Playbook der Oregon Ducks: Links raus für #80 Amendola, der gutes Vorblocking bekommt und 16yds macht – gemessen an den Dimensionen in diesem Spiel ein veritables Big Play. Danach Kleingewichse fast ausschließlich um die Anspiellinie herum, mit allerdings einem eingestreuten Versuch, tief zu gehen: Gronkowski kam knapp nicht zum Zug. 9 Plays, 65yds, Touchdown.

[14h08] Punt Seattle | Q2 14:08. Wieder superbe Deckung der Patriots-Secondary und „vorne“ gutes Containment gegen Wilson, der zwar scrambelt wie ein McNabb in seinen besten Zeiten, aber er kriegt keinen Platz, außen vorbei zu laufen. CB #39 Browner wird in Manndeckung gegen #15 Kearse abgestellt und begeht zum Erstaunen aller keine Strafe. Aus Seahawks-Sicht etwas beunruhigend, dass die Receiver auch nach 8, 9 Sekunden nicht frei werden. Lochpass ins Leere, Punt.

Erstes Viertel

[00h58] Ende Q1 in Glendale. Ein schnelles Eröffnungsviertel in realer Zeit (weniger als eine halbe Stunde) geht mit einem Sack von Darrelle Revis gegen Wilson zu Ende: Wilson mit ewig viel Zeit zum Improvisieren, aber offensichtlich gute Coverage, und der Scramble misslingt.

Ein gemischtes Viertel aus Patriots-Sicht: Positiv dürfte vermerkt werden, dass man 18/6 Plays spielen konnte und schon einen Drive über mehr als 70yds zustande brachte – genau mit den erwarteten Mitteln. Negativ aber der Output: Keine Punkte, Turnover. Genau das – und auch das wussten wir – musste Brady um jeden Preis vermeiden. Seattles Defense ist ein Monstrum in der RedZone, dort wo die Räume enger werden.

[00h53] Interception #20 Jeremy Lane | Q1 1:39. Interception für Lane genau auf der Goal Line. Es ist 3rd-Down, Brady gerät unter Druck (#72 Bennett bricht wuchtig durch) und wirft einen Verzweiflungspass – ja, wohin denn? Kein Patriots-Spieler auch nur in der Zone. Für solche Fehler hat man den Terminus „Rookie-Fehler“ erfunden.

Zuvor ein exzellenter Drive der Patriots, die genau das umsetzten, was man sich von ihnen erwartet hatte: Schnelle Screen- und Swing-Pässe in die Flat-Zonen für das ganze Arsenal: Edelman, Amendola, Gronkowski, Hoomanawanui, Vereen – sie alle fangen Bälle. Dazu #29 Blount, der exzellentes Blocking ausnutzte und sich mehrmals schön die Lücken suchte.

Aber am Ende der tödliche Fehler. Lane verletzt sich im Return und wird in die Kabine gefahren.

[00h42] Punt Seattle | Q1 9:31. Seahawks beginnen – wer hätte das gedacht? – mit Laufspiel: Dreimal RB #24 Lynch, jedesmal über die Mitte in einen Bulk hinein. Es reicht für insgesamt neun Yards, also kein 1st-Down. Aggressive Patriots, die ganze Menschenberge bilden um Lynch darunter zu begraben.

[00h40] Endergebnis Abstimmung auf diesem Blog: New England wird von der Leserschaft mit 61.8% favorisiert.

[00h36] Punt New England | Q1 11:34. New England eröffnet mit drei Pässen: 1yds für Gronkowski und sicheres Tackling von #51 Irvin. Dann Flat-Pass links raus für #80 Amendola, der von CB Sherman manngedeckt wird. Sherman greift ins Leere (Schulter?) und Amendola fast zum 1st-Down. Im dritten Versuch ist RB #34 Vereen offen. Dann zwei Läufe über #29 Blount über die Mitte und eine Incompletion im dritten Down. Seattle rennt hernach in den Punter, aber die 5yds Strafe reichen nicht für eine neue Angriffs-Serie.

Erstanalyse zu Richard Sherman: New England stellt verschiedene Receiver gegen Sherman auf. Sherman geht die Motions mit den Gegenspielern mit anstelle auf seinem Slot links draußen zu verharren. Sherman greift bei einem Tackleversuch übel ins Nichts.

Pre Game

[00h27] Den Head-Ref hatten wir noch gar nicht: Bill Vinovich, ein Mann mit bewegter Geschichte, aber allen Stimmen nach einer der schlechtesten NFL-Schiedsrichter. Vinovich macht den Münzwurf selbst. Seattle gewinnt und deferred wie schon letztes Jahr. Damit erster Ballbesitz für die New England Patriots.

[00h25] Skittles! #DRINK

[00h21] Idina Menzel singt a capella 2:05min die Hymne, und während Belichick eingeblendet wird, pfeifen die Seahawks-Fans den Bill mitten in der Hymne nieder. SAT.1 hernach in bester Jim-Nantz Imitation, grüßt die Bundeswehr quer über die Welt („sie repräsentieren unser Land. Sie können den Superbowl über Bundeswehr-TV heute empfangen.“).

[00h12] Deutliche Lautstärkeunterschiede beim Einlauf der Mannschaften. Während die Patriots niedergepfiffen werden, brandet bei den Seahawks unter der Bittersweet Symphony hörbarer Jubel auf.

[23h50] Björn Werner bei SAT.1: Wir [die Spieler] lieben Marshawn Lynch. Wir feiern ihn total ab, schicken uns über Whats App, wenn er mal wieder eine Aktion in den Medien setzt. Du musst dir das vorstellen, du kommst vom Training zurück und dann warten sie schon alle, Frauen oder Männer, mit den Mikros. Die sind quasi in der Umkleidekabine drin, schauen dir bei dem zu, was du dort machst. Das ist echt anstrengend. Andrew Luck muss jeden Tag erzählen wie es ihm geht.

[23h40] Wechseln wir nach dem Vorgeplänkel zum Spiel. New England Patriots – Seattle Seahawks als 49te Ausgabe der Super Bowl. Es gibt keine nennenswerten Ausfälle auf beiden Seiten zu vermelden. Bei den Patriots ist C Bryan Stork im Kader, aber Belichick hat zusätzliche sieben Line-Männer für das Aufgebot abgestellt und dafür u.a. RB Jonas Gray einmal mehr geopfert.

Bei den Seahawks wird CB Sherman spielen, nachdem bis gestern nicht ganz klar war ob er der Geburt seines Sohnes beiwohnen werde. Sherman, FS Thomas und SS Chancellor stehen alle im Kader und dürften somit einsatzfähig sein. Chancellor soll beim Aufwärmen das Knie bandagiert gehabt haben. Die Legion of Boom damit komplett.

Vor und im Stadion sollen die Seahakws-Fans massiv in der Überzahl sein. Atmosphärisch erwarten die Blogger und Journalisten vor Ort quasi ein Heimspiel für Seattle gegen eine eher ruhige Patriots-Kulisse. Dass es im Stadion nicht zu laut wird, dafür sorgt offensichtlich die NFL, die zumindest das Stadiondach geöffnet lassen wird.

Aufwärmphase für Superbowl 2015

[23h31] Das soll es für die Aufwärmrunde gewesen sein. In wenigen Minuten mache ich den Liveblog für Super Bowl 49 auf. Zuerst wird wie alle Jahre das Stockwerk gewechselt, da die ersten Gäste bereits eingetroffen sind.

[23h02] Wunderschöne Impression von gestern Abend aus Seattle – der Space Needle in Seahawks-Farben beleuchtet:

[21h17] Büsschen was Statistik-lastiges für unsere Freunde: Nate Silver bei 538 über die durchaus überraschende Geschichte des Point-Spreads in der Super Bowl: The Strange, Strange History of the Super Bowl Spread. Im Hinterkopf können wir behalten, dass es in diesem Jahr quasi keinen Spread gibt, weil fast alle Wettbüros sich zwischen -1/+1 Punkten bewegen – in Fachkreisen bezeichnen sie das als Pick’Em (wähl dir deinen Sieger).

[21h12] Jürgen „King“ Kalwa in der FAZ über den deutschen Offensive Tackle in dieser Super Bowl: Sebastian Vollmer, einst Seabass genannt: Deutscher Gladiator im Super Bowl.

[21h07]

Rückblende: Vor zehn Jahren

[20h12] Heute haben die Seahawks die Chance, die Super Bowl zu verteidigen. Das letzte Team, dem dieses Kunststück gelang, war der heutige Gegner New England. Die Patriots gewannen vor fast genau auf den Tag zehn Jahren gegen die Philadelphia Eagles in Jacksonville mit 24-21 – damals zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren.

Es war damals eine eher sterile Super Bowl. Die Eagles sorgten für Furore mit ihrem Überschwang und ihrer Freude nach so vielen Jahrzehnten des Elends und nach damals drei verlorenen Conference-Finals en suite. Die Patriots marschierten damals mit dem Selbstverständnis eines FC Bayern ins Endspiel und ließen sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen, auch nicht durch mehrmaligen Rückstand zu Beginn.

Die Bilder nach Spielende waren eher von Erschöpfung und Kopfnicken geprägt als von ausgelassenem Jubel. Ein QB Tom Brady hielt eher eine politische Rede denn eine Siegeransprache. Es war die Zeit, in der man sich an die Dominanz der Patriots gewöhnt hatte.

Es war das damals letzte Spiel von beiden Coordinators des Bill Belichick. OffCoord Charlie Weis wechselte nach dem Spiel zu Notre Dame. DefCoord Romeo Crennell wurde Head Coach der Cleveland Browns. Am Ende des Spiels blieb ein selten rührendes Bild von Belichick mit Weis und Crennell im Arm. Crennells Defense ging in jener Partie mit einem letzten Knalleffekt aus der Partie.

Im ersten Viertel, als die Eagles mit viel Druck aus der Kabine kamen, gab es eine Sequenz, die ich mir später noch oft angesehen habe und die für mich für die Patriots jener Tage prägend wurden: Pass McNabb an die Endzone, Interception Asante Samuel und langer Return. Flagge, Strafe gegen LB Roman Phifer, neues 1st-Down Eagles. Nächster Snap, nächster Pass McNabb, ein saftlos in der Luft hängender Ball, und SS #37 Rodney Harrison segelt in den Ball – nächste Interception, und diesmal zählend. Nächster Eagles-Drive, wieder in Richtung entfernte Fieldgoal-Reichweite, 3rd-Down, Fumble des Tight Ends, mal wieder Turnover.

Das war keine unglaubliche Patriots-Defense, für die sie hinterher wegen markanter Typen wie Bruschi, Harrison, Seymour oder Law (in der Superbowl verletzt) gemacht wurde, aber es war eine sehr solide, die tatsächlich immer wieder das Näschen zu haben schien, die entscheidenden Plays in den rechten Momenten zu machen. Sie ließen mich auch lange glauben, dass Big Plays so steuerbar sind wie es das TV uns so oft erzählen will. Ich brauchte lange um mich von diesem Eindruck und dem überwältigenden Gegenbeweismaterial (Stichwort: Advanced Stats) überzeugen zu lassen.

Zehn Jahre später sind neben Belichick und einigen Coaches noch zwei Spieler mit dabei: Brady und DT Vince Wilfork, der damals als Rookie seinen ersten Ring holte. Ich wette, heute wäre die Freude überschwänglicher als damals.

Superbowl 2015 Preview & Prediction

[17h55] Superbowl 49 ist in der Tat ein auf dem Papier knappes Matchup. Man kann nachvollziehen, weswegen die Buchmacher keinen legitimen Favoriten ausmachen wollen und schlicht und ergreifend eine 50/50 Quote ausgeben. Die Unterschiede zwischen beiden Teams sind minimal. Ohne zum tausendsten Mal aufrollen zu wollen was andere hier und anderswo bereits geschrieben haben [1][2][3][4][5], gibt es doch ein paar letzte Anmerkungen.

Seattles Offense-Schlüssel liegen natürlich im Laufspiel. Seit C Max Unger wieder fit ist, funktioniert das Laufspiel über #24 Marshawn Lynch über die Spielfeldmitte wieder wie gerieben. Dem entgegen werfen die Patriots eine Laufverteidigung, die gegen zone blocking-Mannschaften der Güteklasse Miami, Baltimore oder Kansas City in dieser Saison üble Probleme hatte. Seattle spielt wiederZufalleswill auch Zone.

Auf Patriots-Seite bleiben die Fragen, welche Cornerbacks man auch welche Receiver ansetzt. Gemeinhin glaubt man, dass #24 Revis auf #89 Baldwin abgestellt wird, weil Baldwin als bester Seahawks-WR gilt. Weil jedoch WR #15 Kearse eher das deep threat darstellt und man den penalty-anfälligen CB #39 Browner möglicherweise nicht gegen Kearse abstellen will (40yds-DPI going to come), könnte es jedoch auch gemischte Deckungen geben. Seattles TE #82 Willson schien in den letzten Wochen immer wichtiger für den GamePlan zu werden. Wie wird New England dagegen reagieren?

Schließlich und endlich muss New England Pass Rush kreieren. DE #95 Chandler Jones wird sich gegen LT Okung aufreiben, LB #50 Ninkovich wird auf der gegenüberliegenden Seite nur sporadisch geschickt werden, da Ninkovich auch Aufgaben als Spy gegen QB Russell Wilson und seine Scrambles übernehmen dürfte. Daher sind einige Blitzes aus der zweiten Reihe von den Patriots zu erwarten: #91 Collins und #52 Hightower dürften einige Chancen bekommen – gegen Wilson, der nicht als souveränster QB gegen den Blitz gilt.

Seattle kann mit Laufspiel und dezent eingestreuten tiefen Bällen für Wunden in der Defense sorgen. New England schaut dagegen eindimensionaler aus. Dem Laufspiel über #29 Blount würde ich nicht vertrauen, selbst nicht gegen eine durch Abgänge und Verletzungen dezimierte Front-Seven bei Seattle. Der monströse DT #93 Kevin Williams dürfte auch 35jährig noch genug im Tank haben um zumindest die Mitte abzusichern, und dahinter gilt LB #56 Wagner als eines der größten Talente. Seit Wagner im November von Verletzungen zurückgekehrt ist, spielt Seattles Defense auf einem gänzlich anderen Level.

Bleibt der Pass. Tiefe Waffen hat New England außer vielleicht TE Gronkowski auf Seam-Routen nicht, was aber gegen die meisten Defenses kaum auffällt. Gegen Seattle könnte das Fehlen von deep threats aber bitterlich wehtun. Es lädt vor allem extrem viel Druck auf QB Tom Brady. Es wird unendliche Geduld von den Brady verlangen und rattenscharfe Präzision. Jede Strafe gegen die Offense, jede Incompletion bringt die Offense sofort in Kalamitäten – so zumindest sagt es das Skript.

Von Seattles Defense ist nicht zu erwarten, dass sie ihr Erfolgsrezept umstellen wird. Sprich: Cover-3, hartes Tackling, aber keine undisziplinierte Aggressivität. CB Sherman wird auf seinem angestammten auf der rechten Verteidigungsseite verharren und denjenigen WR bewachen, den die Patriots „opfern“ (vermutlich LaFell). Im Slot wird man wohl auf CB #20 Lane vertrauen, dass dieser Edelman / Amendola aus dem Spiel nehmen kann (je nachdem, wer nicht außen antreten wird), bzw. darauf vertrauen, dass FS #29 Earl Thomas tatsächlich die tiefe Spielfeldmitte komplett killen kann.

Ein extrem wichtiges Matchup wird jenes zwischen der „Defensive Interior“ der Seahawks und den Guards/Center der Patriots werden. C Stork ist ein Rookie, der gerade rechtzeitig zum Kickoff fit zu werden scheint. Spielt er, können die Patriots den Schwachpunkt Wendell auf Guard setzen. Stork/Wendell und Dan Connolly wird die Aufgabe zuteil, den Druck der Seahawks über innen einzudämmen. Keiner von ihnen ist hoch gedraftet. Bei den Seahawks lässt die Kadertiefe gerade auf dieser Position arg zu wünschen übrig, aber gerade ein Bennett gilt als Monsterwaffe auch von der Tackle-Position aus.

Kriegt Seattle ohne Blitz-Verstärkung Druck auf Brady zustande, ist das ein vielleicht entscheidender Gewinn für die Seahawks. Braucht es Blitzes, ist zu hoffen, dass Brady einen eher schwachen Tag gegen den Blitz hat. Kriegt Brady den Ball trotz allem schnell aus der Pocket, kann Seattle a) hoffen, dass die an der Anspiellinie so physische Deckung trotzdem hält oder b) darauf hoffen, dass New England mit seinem Kurzpassgewichse sowieso in jedem Drive acht, neunmal en suite fehlerlos bleiben muss.

Die Partie läuft nicht auf einen Shootout hinaus. Das lädt wiederum zusätzliches Gewicht in lange Special-Teams Returns und Turnovers, die in einem zu erwartenden Feldpositionskampf das Pendel in die eine oder andere Richtung ausschwingen könnten. Bloß: Beide Teams sind nicht bekannt dafür, gegen Turnovers anfällig zu sein (NFC-Finale mal ausgeklammert).

Seattle ist für meine Begriffe noch immer knapp zu favorisieren, wenn wir das Zufalls-Moment mal auf Null setzen. Für die New England Patriots ist die Lage aber nicht aussichtslos. Sie brauchen allerdings ein großes Spiel ihres Quarterbacks und etlicher Rollenspieler. So oder so: Der Sieger wird sich für seinen Ring die Hände schmutzig machen müssen. Er wird den Ring am Ende redlich verdient haben.

Superbowl-Werbung 2015

[17h00] Die Super Bowl ist in den Staaten nicht bloß Sportevent und heimlicher Nationalfeiertag, sondern für den übertragenden Broadcaster (heuer: NBC) auch die Gelegenheit, Abermillionen durch den Verkauf von Werbespots einzunehmen. NBC soll zirka 4 Mio Dollar für 30 Sekunden kassieren.

Teure Werbeplätze erfordern gute Werbespots für ein Publikum, das in der Regel um die 100 Millionen Zuschauer und mehr im Schnitt beträgt. Auf diesem Blog habe ich stets die Budweiser-Clips angepriesen, die mit ihren Clydesdalern seit vielen Jahren für die Highlights sorgen (Beispiel 9/11). Letztes Jahr mixte man einen Welpen mit rein zu einem Clip, der wie erwartet alle Rekorde sprengte und millionenfach verlinkt wurde („Puppy Love“). Heuer schaltet Bud ein Follow-Up, das bei Youtube schon um die 18 Millionen Mal angeschaut wurde – „Lost Dog“:

Die besten der Superbowl-Clips 2015 hat das Magazin Ad Week schon vorab vorgestellt.

Sideline Reporter Drinking Game 2015

[16h20] Das offizielle Drinking Game von Sideline Reporter sei auch wieder angeführt, und nachdem es letztes Jahr keine Beschwerden für Anstiftung zum Alkoholismus gab, bleiben wir diesmal bei denselben Rationen. Für Bier empfehle ich heuer Tegernsee. Shots sind jedem freigestellt. Im Hause korsakoff wird es Klaren geben – zur Verdauung.

Ein Schluck Bier

  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „Superbowl 49“ (in Worten: Superbowl neunundvierzig) sagt
  • Jedes Mal, wenn Cris Collinsworth „WOW!!!!!!“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Al Michael „huge“ wie „yiiiiudsch“ ausspricht
  • Für jede Einblendung von Russell Wilsons Tränen
  • Für jede Einblendung eines kaugummikauenden Pete Carroll
  • Jedes Mal, wenn Tom Brady und „Legacy“ in einem Satz erwähnt werden.
  • Für jede Erwähnung von „Glendale“ anstelle von „Phoenix“
  • Jedes Mal, wenn Seattle und „Dynasty“ im selben Satz verwendet werden.
  • Für jede Erwähnung von Seattles „12th man“
  • Für jede Erwähnung von „Legion of Boom“

Zwei Schluck Bier

  • Jedes Mal, wenn Frank Buschmann „Momentum“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Marshawn „Beast Mode“ wird
  • Für jede Erwähnung von Lenny Kravitz
  • Für jeden Touchdown-Spike von Gronkowski
  • Jedes Mal, wenn sich Richard Sherman mit einem Arm den die Schulter hält

Drei Schluck Bier

  • Jedes Mal, wenn Jan Stecker „Momentum“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Jan Stecker „Joe Montana ist der beste QB aller Zeiten“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Jan Stecker „Tom Brady braucht diesen vierten Ring“ sagt
  • Für jede Erwähnung von Marshawn Lynchs Standard-Antworten
  • Wenn ein Kommentator „crunch Time“ erwähnt
  • Für jede Erwähnung von Seattles Halbfinal-Comeback

Ein Shot

  • Für Münzwurf HEADS
  • Für Münzwurf TAILS
  • Für jeden Turnover
  • Für jeden Punt
  • Für jede Interception gegen Russell Wilson
  • Für jeden Sack gegen Peyton Manning Tom Brady
  • Für jeden Wilson-Lauf bei der „read-option“
  • Für jedes verkickte Field Goal
  • Für jede gelbe Flagge
  • Wenn die Seahawks gewinnen.
  • Wenn die Patriots gewinnen.
  • Für die erste Overtime
  • Wenn ein QB MVP wird

Zwei Shots

  • Wenn kein QB MVP wird
  • Wenn die Hymne über 100 Sekunden dauert
  • Jedes Mal, wenn Spygate thematisiert wird
  • Jedes Mal, wenn Pete Carrolls Vergangenheit bei den Patriots erwähnt wird
  • Für jedes Personal-Foul
  • Für jeden Touchdown im Schlussviertel
  • Für die zweite Overtime

Drei Shots

  • Für die dritte Overtime
  • Für jede Erwähnung von „Deflategate“. Wiederhole die drei Shots, wenn jemand auf der Party über die Vorteile von nicht aufgepumpten Bällen referiert
  • Für jede Erwähnung von „Tom Terrific“
  • Für jedes Lächeln von Bill Belichick
  • Wenn Katy Perry zu mehr als 25% bekleidet ist

Vier Shots

  • Wenn Katy Perry zu weniger als 25% bekleidet ist
  • Wenn Katy Perry „I kissed a girl“ singt
  • Für jede Erwähnung von Gronkowskis Romanzen-Schnulze

Schnapsflasche auf Ex

  • Wenn Marshawn Lynch MVP wird und im Siegerinterview sagt „You know why I’m here“

Prost.

University of Phoenix Stadium

University of Phoenix Stadium, Glendale

University of Phoenix Stadium, Glendale – Bild: Wikipedia

[15h30] Das University of Phoenix Stadium ist die Heimstätte der Arizona Cardinals und Footballfans bekannt, weil es darüber hinaus etliche wichtige Spiele beheimatet, wie zum Beispiel die alljährliche Fiesta Bowl um Neujahr oder diverse BCS-Championships, aber auch die bedeutendste aller Super Bowls, die Ausgabe 42/2008, als das ungeschlagene New England im Endspiel gefällt wurde.

Die Arena ist 2006 eröffnet worden und hat sich seither als fixer Bestandteil der US-Sportwelt etabliert, auch als architektonisches Aushängeschild. Laut Architekten soll es die Form einer speziell in Arizona vorkommenden Kaktus-Pflanze inklusive umschlingender Schlange haben, aber tatsächlich erinnert das Teil auch wenn man sich schon längst daran gewöhnt hat noch immer an ein Spaceship gigantischen Ausmaßes.

Die Arena hat ein verschließbares Dach – wichtig für die Cardinals, die erst seit 1988 in Arizona spielen, aber bis zur Eröffnung dieser Arena fast nie im September spielen konnten, da es die Temperaturen im Vorgängerstadion nicht erlaubten. Die Arena hat auch einen ausfahrbaren Rasen ähnlich der Schalke-Arena. Im Normalbetrieb fasst sie zirka 63.000 Zuschauer, aber für große Events wie eine Super Bowl sollen über 70.000 zugelassen sein.

Sponsor des Stadions ist die private University of Phoenix, die nicht etwa wie man erwarten würde ein eigenes Footballteam ins Rennen schickt, sondern vielmehr eine Art Online-Universität für Erwachsene ist, eine For-Profit Organisation mit einigen Hunderttausend Studenten quer über die Staaten und darüber hinaus. Die Organisation hat durchaus auch ihre Kritiker, und es gerüchtelt immer wieder, dass öffentliche Fördergelder zur Finanzierung des Sponsorendeals (20 Jahre, 154 Mio. Dollar) abgezwackt wurden.

Das Stadion liegt in Glendale, einem westlich von Phoenix gelegenen Vorort. Nebenan steht das Hockey-Stadion der Phoenix Coyotes. Direkt in Phoenix konnte nie gebaut werden, weil zu wenig Platz und problematische steuerliche Gründe. Die Cardinals spielten vor Fertigstellung des Stadions fast zwei Jahrzehnte lang auf dem Campus der Arizona State University in Tempe am „anderen“ Ende der Stadt im Sun Devil Stadium. Das ist noch immer eine eher marode Angelegenheit, war aber immerhin auch schon einmal Austragungsort einer Super Bowl in den 90ern (Steelers – Cowboys).

Zurück in die Gegenwart: Für New England ist es die Rückkehr an den Ort der bittersten Niederlage der Vereinsgeschichte: 2008 gegen die New York Giants.


[12h30] Verabschiedung für einige Stunden auf die Skipiste. Mitnehmen werde ich zwei Podcasts, die in den letzten Tagen online gegangen sind: Die Grantland-Preview mit Bill Barnwell und Robert Mays sowie das Comeback des Hardcount-Podcastes, wo sich Flo Zielbauer und Benni Köpfle auf das Endspiel vorbereiten.

Superbowl-Matchup: NE Offense – SEA Defense

[11h53] Am Freitag hatten wir das Duell der Seahawks-Offense gegen New Englands Defense. Das „andere“ Matchup beschreibt Herrmann heute:

#1 Seattles „Man-free lurk“coverage

Damit hat Seattle letztes Jahr Denver im Super Bowl plattgemacht. Bei „man-free lurk“ spielen die LBs und CBs Manndeckung, Earl Thomas patrouillert tief, während Kam Chancellor kein eindeutige Aufgabe hat, sondern in der Nähe der LBs lauert oder umherschleicht („to lurk“). Chancellor sucht sich dann nach dem Snap einen Spot oder einen Gegenspieler, meistens bleibt er dabei in der Mitte und macht jede crossing route zu einem Himmelfahrtskommando. Wes Welker und Demaryius Thomas haben heute noch Albträume. Es macht den Raum zum Passen in der Mitte enger, aber vor allem eliminiert Chancellor die Yards After The Catch.

#2 Patriots „Wheel route“ gegen Cover-3

Seattle spielt natürlich auch immer jede Menge Zonenverteidigung, das gute alte Cover-3. Wie man ihnen da große Probleme bereiten kann, hat Denver in dieser Saison gezeigt. Der WR an der Seitenlinie läuft eine tiefe Route und zieht so den CB mit; in diese vom CB verlassene Zone läuft dann ein TE, von seiner Startposition läuft er in einem Bogen (oder eben „like a wheel“) Richtung Seitenline und vorwärts (Bild)

Tim Wright ist der ideale TE für dieses Konzept. Darüber hinaus haben die Patriots auch noch Mr. Weel Route himself: Shane Vereen. Der schnelle RB kann die weel route aus dem Backfield oder aus dem Slot heraus laufen. Dafür braucht es  aber akkurate lange Bälle und Zeit für den Quarterback.

#3 Gronkowski gegen Thomas & Sherman

Weil in den letzten beiden Wochen ja über viel, viel wichtigere Dinge geredet werden mußte, weiß keiner so genau, wie stark verletzt Earl Thomas und Richard Sherman sind. Thomas hat sich gegen Green Bay die Schulter ausgekugelt, Sherman hat eine Bänderverletzung im Ellbogen, gegen Green Bay mußte er in der Schlußphase seinen linken Arm mit dem rechten festhalten, hatte also keinen Arm zum verteidigen.

Mit dem Gronk sollten die Pats schnell versuchen herauszufinden, wie sehr Thomas und Sherman von ihren Verletzungen beeinträchtigt sind. Da jeder weiß, wie Seattle verteidigt, ist es recht einfach, Gronk in diese match-ups zu bekommen. Für Sherman stellt man Gronk einfach an die rechte Seitenlinie und attackiert Sherman mit dem „backside slant“ (alle anderen WRs/TE sind auf der anderen Seite, links), der „comeback route“ oder einem hohen „back-shoulder pass“, also alles Routen, die zu sehr physischen Duellen zwischen Angreifer und Verteidiger führen. Wenn nicht mit Gronk, dann kann man es auch mit dem großen und kräftigen Brandon LaFell versuchen. Oder ganz anders: mit dem kleinen wendigen Edelman.

Um in ein Duell mit Thomas zu kommen, braucht Gronk nur seine beliebte „seam route“. Dabei läuft er geradeaus zwischen hash marks und den Nummer auf einer Seite des Feldes; ist er durch die Zonen der LBs hindurch, muß Thomas ihn übernehmen. Kann Thomas sich mit allem was er hat in den zwei Meter großen, 120kg schweren Gronk werfen oder muß er seine Schulter schützen?

Hall of Fame Klasse 2015

[10h42] Achtköpfige Klasse in diesem Jahr, und wie immer nicht ohne Diskussionen. Bei drei Köpfen hält sich die Diskussion in Grenzen: Bill Polian, ehemaliger GM der Buffalo Bills und Indianapolis Colts, Ron Wolf, Funktionär bei den Packers, und Mike Tingelhoff, Spieler in den 70ern, gibt es zu wenige Beobachter, die besonderes beitragen könnten.

Intensiver diskutiert werden natürlich die bekannteren, weil aktuelleren Namen. Die fünf Reingewählten sind:

  • LB Junior Seau, LB bei den Chargers und zu seinem Karriereausklang bei den Patriots. Seau galt als bester Linebacker der 90er, bis ihm Ray Lewis ab der Jahrtausendwende etwas den Rang ablaufen konnte. Seau stand zweimal in der Super Bowl, verlor beide. Alle, die ihn gecoacht haben, sagen, er sei der beste Spieler gewesen, den sie gekannt haben. Seaus Leben nahm nach seinem Karriereende eine dramatische Wende: 2012 beging er Selbstmord. Ursachen waren Gehirnschäden infolge der langen Footballkarriere. Nachzulesen hier: Die dunkle Seite.
  • RB Jerome Bettis, genannt „Der Bus“, ein extrem stämmig gebauter Runningback aus den 90ern und 2000ern bei den St Louis Rams und später den Steelers. Bettis war ein Sympathieträger und mit seinem Karriere-Abschluss eine große Geschichte: Wollte 2004 aufhören, wurde dann von QB-Grünschnabel Roethlisberger überredet, noch ein letztes Jahr durchzuziehen, denn 2005/06 fand die Super Bowl in Detroit statt, Bettis‘ Heimatstadt. Pittsburgh wurstelte sich als sehr starkes #6-Seed Team tatsächlich in die Super Bowl und gewann. Bettis fumbelte im Viertelfinale in Indianapolis um ein Haar den sicheren Sieg weg – es war ein Moment, der in der ORF-Kommentatorenhistorie einen Hall-of-Fame Platz verdient hätte. Über die Karriere sammelte Bettis extrem viele Yards (#5 der All-Time Liste), aber nur 3.9yds/Carry. In seinen letzten Jahren war er nur noch Short-Yardage Back.
  • OG Will Shields, langjähriger Guard bei den Kansas City Chiefs. 12x Pro Bowl, 3x All Pro. Shields wurde auch bekannt, weil er in seinem Rookiejahr ein Spiel verpasste… und danach 13 Jahre kein einziges mehr. Brett Favre lässt grüßen.
  • WR Tim Brown, Heisman Trophy Gewinner und später ein wichtiger Wide Receiver bei den LA/Oakland Raiders und Tampa Bay Buccs. Brown hatte nur selten das Vergnügen, mit akzeptablen Quarterbacks zu spielen, fing trotzdem über seine lange Karriere 14.934yds (Top 3 der ewigen Bestenliste). Brown war auf der anderen Seite nie All Pro in seiner Karriere.
  • DL Charles Haley, fünffacher Super Bowl Sieger mit den Cowboys und 49ers. Haley steht in der Hall of Fame, weil er Ringe sammelte wie andere Briefmarken. Als Spieler hätte es deutlich bessere Alternativen gegeben. Haley schrieb nach seinem Karriereende aufgrund häufiger Aggressionsanfälle Schlagzeilen. Man schiebt diese Anfälle ähnlich wie bei Seau auf Gehirnerschütterungen während der langen Karriere.

Die NFL hat mit Bettis einen Charakterkopf, um den herum sie ihre Hall-of-Fame Zeremonie im August stricken kann, um so die tragischen Geschichten wie Seau und Haley zu verdecken. Ansonsten bleibt wie immer die Frage, ob Bettis tatsächlich einer Hall of Fame würdig ist – er ist sicherlich einer der schlechtesten RBs in der Ruhmeshalle.

Mehrere gute Kandidaten blieben außen vor: QB Kurt Warner schaffte es nicht und wird auch 2016 Schwierigkeiten haben, denn dann ist Brett Favre „eligible“ und wird mit Sicherheit gewählt. Noch krasser ist die Negierung von Warners Left Tackle zu Zeiten der Greatest Show on Turf: Orlando Pace, der als einer der besten Tackles ever gilt.

Kevin Greene wurde nicht gewählt: Greene war in den 90ern einer der „lautesten“ Pass Rusher, schaffte in kürzerer Zeit satte 59.5 Sacks mehr als ein Haley… aber Greene spielte nie mit guten Quarterbacks, gewann somit nie die Super Bowl, und ist für die Hall of Fame ein weiteres Jahr kein würdiger Kandidat.

Draußen blieb auch Marvin Harrison, der Mann, der von Peyton Manning die Bälle fing. Harrison, sagen alle, hätte ein besseres Resümee als mindestens Brown, Bettis und Haley gehabt. Aber Wide Receiver sind in der Ruhmeshalle eh eher selten. Harrison wird 2016 gewählt werden. Positiv für die Zeremonie: Man wird ohne Harrison keinen Feuerschutz um die Hall of Fame herum aufbauen müssen.

NFL-Awards 2014/15

[08h25] Die NFL-Awards werden seit einigen Jahren am Tag vor der Super Bowl vergeben. Keine Ausnahme diesmal. Es gibt auch recht wenige Überraschungen bei den Geehrten. NFL MVP wurde zum zweiten Mal nach 2011/12 der Packers-QB Aaron Rodgers, der wie allgemein erwartet den atemberaubenden Defensive End der Houston Texans, J.J. Watt, schlagen konnte.

Watt darf sich mit dem Gewinn des Defensivspielers des Jahres (zum zweiten Mal) zufrieden geben. Die Auszeichnung wirkt angesichts der Leistungen Watts im Vergleich zu seinen Artgenossen eine Spur zu leichtgewichtig und könnte ein Zeichen dafür sein, dass kein Abwehrspieler jemals mehr den NFL MVP abstaubt. Auf der anderen Seite: Der Zirkel der Verteidiger, die diesen Preis zweimal gewonnen haben, ist sehr, sehr klein. Watt befindet sich in erlauchter Gesellschaft, und nur der epische Lawrence Taylor hat ihn einmal öfters gewonnen.

Offensivspieler des Jahres wurde Cowboys-RB DeMarco Murray, der Free-Agent wird und 2014 fast verheizt wurde: 392 Carries, 1845yds, 13 TD plus 57 Catches für 416yds allein in der Regular Season. Murray hatte allerdings auch 6 Fumbles und die Hilfe der vermutlich besten Offensive Line der Liga. Runningbacks mit vielen Yards sind noch immer Lieblinge von MVP-Wählern, aber es hätte bessere Kandidaten gegeben, wenn man schon keinen QB als Offense-Spieler des Jahres haben will.

Murrays Teamkollege Dez Bryant zum Beispiel: 88 Catches, 1320yds, 16 TD in der Offense mit den zweitwenigsten Pässen. Das Steelers-Duo RB LeVeon Bell / WR Antonio Brown. Oder Patriots-TE Rob Gronkowski haben für meine Begriffe alle das bessere Resümee auf der Habenseite.

Offensiv-Rookie des Jahres wurde WR Odell Beckham jr von den Giants, dessen Stats sich mit 1300yds und 12 TD in nur elf Einsätzen fantastisch lesen. Überhaupt war es eine monströse Offense-Klasse mit etlichen Wide Receivern, die ihre großen Versprechungen überwiegend halten konnten.

Defensiv-Rookie des Jahres wurde Rams-DT Aaron Donald, zum Stand von heute vor einem Jahr noch für zu leicht für die NFL empfunden, aber gerade diese Leichtigkeit scheint Donald gegen die betonfüßigen Guards gut zu bekommen. Donald ist nur ein weiteres Monster in der furchterregenden Defensive Line in St Louis.

Coach des Jahres wurde wenig überraschend Bruce Arians von den Arizona Cardinals: Ein Team so dermaßen über seinen Verhältnissen zu 11-5 Siegen geführt, dass es fast schon weh tat mit anzuschauen, wie die QB-losen Cardinals in den Playoffs vorgeführt wurden. Sein DefCoord Bowles, jetzt Headcoach bei den Jets, wurde Assistenzcoach des Jahres. Auch hier hätte ich einen besseren Kandidaten gehabt: Cowboys-DefCoord Marinelli.

Comeback-Spieler des Jahres ist TE Rob Gronkowski von den New England Patriots. No surprise.


[07h15] Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Heute ist Superbowl Sunday, inoffizieller nationaler Feiertag in den Vereinigten Staaten. Ausgabe 49: New England PatriotsSeattle Seahawks. Kickoff ist um 0h30 MEZ in Glendale, Arizona. Wir haben uns in den letzten Tagen intensiv mit dem Spiel und den Geschichten rundherum auseinandergesetzt.

Unter dem Tag Super Bowl 2015 Preview habe ich die relevanten Artikel auf eine Seite zusammengefasst, wobei ich mir erlaubt habe, auch Einträge aus den letzten Jahren zu den Patriots und Seahawks mit in die Liste aufzunehmen, schließlich sind beide Mannschaften weniger ein Zufallsprodukt, sondern Teams, die seit einigen Jahren mit dem einen Ziel gebaut wurden: Hier und heute antreten zu dürfen.

Darüber hinaus steht heute wieder sachtes Eingrooven über den ganzen Tag auf dem Programm. Der Eintrag ist hiermit eröffnet.

Die Gesichter von Super Bowl 2015

Superbowl Sunday steht vor der Tür, und nachdem die Kollegen bereits über Coach Evil Belichick geschrieben haben beziehungsweise noch über die taktischen Vorzüge des Endspiels referieren werden, werfen wir mal einen Blick auf die Köpfe, die sich am Sonntag hinter den Helmen verstecken werden. Weiterlesen

Ode an Bill Belichick

Bill Belichick

Der Teufel in der Kaputze

Die New England Patriots spielen am Sonntag zum sechsten Mal in den letzten 14 Spielzeiten in der Super Bowl – Testament einer Organisation, die es in der Ära von Salary Cap und Free Agency besser als alle anderen geschafft hat, die Wetten zu schlagen und eine ganze Epoche zu prägen. Testament vor allem eines Mannes: Bill Belichick, Head Coach und General Manager in Personalunion. Weiterlesen

Sideline Reporter Awards 2014/15

Story des Jahres

korsakoff – Häusliche Gewalt. Mein privates Umfeld schert sich noch nicht einmal um das bei uns bekannte Eishockey, geschweige denn um American Football. Auf den Schirm kam die Sportart bei mit im Haus erst heuer, als über die gängigen Medien häusliche Gewalt thematisiert wurde. Man konnte schon lange erahnen, dass dieses Thema im Football neben Doping und CTE die dritte große tickende Zeitbombe ist, aber erst dank Rice und Peterson wurde die Berichterstattung intensiviert – und erste Schritte in die richtige Richtung gemacht. Das Thema wird uns auch nicht verlassen, sondern in den nächsten Jahren eher noch mehr auf die Agenda gebracht werden – und das Thema sowie ihre Aufarbeitung von Seiten der Ligaspitze könnte den Commissioner Goodell sogar den Kopf kosten.

Herrmann – Mangelnde Geduld / vorzeitiger Frusterguß. Betroffene: Quarterbacks, Head Coaches, sogar General Managers. 1st-rd pick EJ Manuel in Buffalo wurde nach nur 14 Karrierestarts auf die Bank gesetzt. Geno Smith nach 24 in zwei Jahren. Ich habe viele Spiele von Smith gesehen und habe als Patriots-Fan natürlich mindestens gekichert, wenn ich ihn gesehen hab. Aber er hatte in seinem Rookiejahr kaum Unterstützung von seinem Laufspiel; nicht einen vernünftigen WR oder TE; und ein bestenfalls mittelmäßiges Jahr seiner Offensive Line. Dieses Jahr kam ein neuer Offensive Coordinator für einen kaum verbesserten Angriff und er wird nach acht Spielen abgesägt – für Michael Vick (am Ende der Saison hat Smith für 7yds/att geworfen, Vick für 5yds/att).

Schlimmer noch in Buffalo, wo Manuel nach nur vier Spielen abgesägt wurde – für Kyle Orten. In Washington hat der neue HC Jay Gruden Robert Griffin von Anfang an kaum eine Chance in seinem neuen System gegeben. Ich will überhaupt nicht behaupten, daß Smith, Manuel oder Griffin nochmal gute Quarterbacks werden können (von Griffin hab ich zum Beispiel noch nie viel gehalten). Aber Leuten, die man als riesige Zukunftshoffnungen geholt hat, gerade mal ein oder anderthalb Jahre in echt miesen Umfeldern (Mitspieler ebenso wie off the field) zur Entwicklung zu geben, scheint nicht nur unfair, sondern dumm.

Dann wurden Jim Harbaugh und Jon Fox nach vier der besten Saisons ihrer jeweiligen Franchises gefeuert. Ich hab keine Ahnung, was da hinter den Türen passiert ist und wer wessen Mutter beleidigt hat. Aber das wegen persönlicher Animositäten wegzuschmeißen für irgendwelche Grünschnäbel, die vielleicht ein Marvin Lewis werden, vielleicht auch nur Greg Schiano und mit einer Wahrscheinlichkeit von 2% jemand vom Kaliber Belichick…Ey Leute!

Bei den GMs genauso: die Bears feuern Phil Emery nach drei Jahren, die Jets John Idzik gar nach nur zwei Saisons. Will mir irgendjemand ernsthaft erzählen, daß man die Klasse eines GM nach zwei Jahren beurteilen kann? Bei Idzik waren die höhsten Draft Picks entweder verletzt (kann er ja nix für) oder Rookie of the Year (Sheldon Richardson); Free Agents funktionieren mal, und mal funktionieren sie nicht. Und Idzik hat sogar als einer der wenigen GMs keine FAs überbezahlt. Es wird anscheinend immer öfter der Fehler gemacht, nach „outcome“ zu beurteilen statt nach „process“. Aber er ist wie auf dem Feld: wenn den vierten Versuch ausspielen dir in 80% der Fälle das bessere Ergebnis gibt als nicht ausspielen, dann ist die Entscheidung, auszuspielen, auch richtig, wenn der 20%-Fall eintritt. Und wenn dein Scout und Dein Coach sagen, der da ist der beste Cornerback für unsere Defense, dann sollte dir niemand ans Bein pissen, wenn sich dieser 1st-rd pick im Trainings Camp verletzt.

Überraschung der Saison

korsakoff – Dallas Cowboys. Im Sommer hatte ich Dallas als Bodensatz-Kandidaten gesehen, bei dem ich mir einen Ausbruch nach oben – sinngemäß – ausmalen konnte, wenn alle Steine richtig fallen: Gesunde Offense, gesunde Defense, keine Coaching-Bolzen, eine Defense über ihren Verhältnissen. Fast alles ist eingetroffen. Dallas wirkte mit 12-4 leicht überschätzt und profitierte auch von einer kollabierenden Division, hätte mit ein wenig Glück aber auch das Halbfinale erreichen können.

Herrmann – Running the ball matters. Taktische Trends erfolgen immer in Zyklen. Der Paßspiel wurde in den letzten Jahren immer wichtiger. Es fing an mit der Shotgun, die mittlerweile die Standardaufstellung für den Quarterback ist, und dann haben sich 3-WR-Sets als Standard durchgesetzt. Die Defenses haben darauf reagiert, indem sie immer mehr Nickel-D spielen (also mit fünf statt nur vier Defensive Backs) und bei den Defensive Linemen und Linebackers mehr Wert auf Schnelligkeit denn auf Kraft gesetzt wird (bei den DL für den pass rush, bei LBs für die coverage). Das nun wiederum führt dazu, daß es einfacher wird, gegen so eine Defense zu laufen. Belichick hat das letztes Jahr irgendwo mal fallen lassen, daß man das natürlich ausnutzen kann. Und nicht zufällig haben die Patriots mit LaGarrette Blount und Jonas Gray zwei der kräftigsten RBs der Liga; und haben im AFC Championship Game 29 Snaps mit sechs Offensive Linemen gespielt; und schmeißen lieber ihren vielversprechenden Sophmore-WR Thompkins raus als die TEs/FBs/H-Backs Michael Hoomanwanui und James Develin um einen Roster Spot freizumachen, wenn sich Verteidiger verletzen.

Die Power-Nummer fahren ja bekanntlich auch die Seahawks mit Marshawn Lynch sehr gut. Die Hawks haben aber auch einen anderen Weg gefunden, daß Laufspiel als den Fokus ihres Angriffs zu installieren: den dual-threat QB, wie auch San Fran und Carolina. Dallas draftet in der ersten Runde jetzt nur noch Offensive Linemen und siehe da: sie laufen über jeden drüber – wovon dann wiederum das Paßspiel profitiert. Auch Philadelphia – auch wieder auf andere Weise – baut um das Laufspiel herum. Es wäre auch keine Überraschung, wenn der Trend bei den Tight Ends wieder zum Typen Gronk oder Jason Witten hingeht und weg vom Jimmy-Graham-Typ, also wieder hin zu Leuten, die als Laufblocker mindestens so gefährlich sind wie als Paßempfänger.

Enttäuschung der Saison

korsakoff – New Orleans Saints. Eine einfache Wahl. Die Saints starteten als Titelfavorit und degenerierten stetig von einem Team, bei dem nur die Defense endlich klicken muss zu einem Team, bei dem die Defense vielleicht noch klicken wird zu einem Team, dessen Defense nicht mehr klicken wird hin zu einem Totalschaden, bei dem in den letzten Wochen sogar der Ankermann Drew Brees die groben Böcke abschoss.

Herrmann – Chicago Bears. Sie waren fest eingeplant als meine Überraschung der Saison. Zwei riesige, kräftige WRs mit Brandon Marshall und Alshon Jeffery; dazu der noch größere TE Martellus Benntt; gepaart mit Raketenarm Cutler schien ein sehr erfolgversprechener Ansatz zu sein: wir sind einfach größer und stärker als du. Dann waren Jeffery und Marshall verletzt oder haben angeschlagen gespielt und Marc Trestman hat ohne Pause Screen Passes werfen lassen und, ah ja: die Defense konnte niemanden stoppen. Das wird spannend nächstes Jahr, denn der Kern um Marshall/Jeffery/Bennett/Matt Forte/Cutler (wahrscheinlich) ist immer noch da. Denvers Adam Gase übernimmt diesen Laden als OC.

Offensivspieler des Jahres

korsakoff – QB Aaron Rodgers. Rodgers spielte schon konstanter, aber auf dem Zenit seiner Schaffenskraft wohl noch nie besser: Mehrere seiner Partien im Oktober und November waren überirdisch. Da ist es fast schade, dass seine verletzungsgeplagten Auftritte gegen Jahresende die größere Aufmerksamkeit auf sich zogen, Stichwort alte Footballschule: Nur die härtesten überleben.

Herrmann – Rob Gronkowski vor Aaron Rodgers und Le’veon Bell. Aaron Rodgers ist mit Abstand der beste Quarterback der Liga. Es ist zu schade, daß es die Duelle mit seinem größten Konkurrenten, Andrew Luck, nur alle vier Jahre gibt (Oh Gott! Bitte gib mir einen Rodgers-Luck-Super-Bowl, dann schreib ich auch nicht mehr übers Laufspiel, versprochen!)

Bei RBs denk ich immer: 90% sind auswechselbar. NFL-Talent? Na klar! Aber ob du jetzt DeMarco Murray hast, Justin Forsett oder Jonathan Stewart (nach PFF alles Top-7 RBs), macht keinen Unterschied. 5% sind Typen, die dein Team runterziehen (T-Rich). Und zu den fehlenden 5% gehört Bell (zusammen mit Lynch, vielleicht noch Jamaal Charles und Shady McCoy) Ein Bell macht einen Unterschied. Ich habe schon lange keinen RB mehr gesehen, der in so vielen Dingen so gut ist. Ohne den Gronk läuft in New Englands Offense nicht viel. Er ist einer der wichtigsten Leute im sowohl im Paßspiel als auch im Laufspiel. „Vielseitig“ heißt oft, der kann eigentlich nix richtig, aber beim Gronk heißt das: der kann viele Sachen besser als alle anderen.

Defensivspieler des Jahres

korsakoff – DE J.J. Watt. Watt klettert in den Listen bester Verteidiger ever nur weiter nach oben.

Herrmann – DE J.J. Watt. Die Suplerative für diesen Typen müssen erst noch erfunden werden. Man sollte einfach jeden Snap von ihm genießen.

Rookie des Jahres

korsakoff – WR Odell Beckham jr. Keine leichte Wahl in einem Jahrgang, der neben mehr als einer Handvoll überzeugender Wide Receiver auch drei, vier ernsthafte Defense-Kandidaten mitschleppt. Beckham bringt jedoch das kompletteste Paket mit: Er hat nicht alle Spiele bestritten, aber immerhin 11. Er hat sich von einer Verletzung zurückgekämpft und wurde über Nacht zum Superstar. Er hat 1300yds erfangen und 12 Touchdowns erzielt. Und er war verantwortlich für einen der markantesten Momente des Jahres.

Herrmann – WR Odell Beckham. Die Kandidaten hier sind nach Ansicht der Pundits Oaklands Khalil Mack, St. Louis‘  Aaron Donald, Minnesotas Anthony Barr und Giants WR Odell Beckham. Mack hab ich nur zweimal gesehen; Barr und Donald nach Mitte November gar nicht mehr (weil: wer guckt schon Rams- der Vikingsspiele zum Ende des Jahres?). Darum: weil ich die anderen drei zu selten gesehen habe: ODB.

Coach des Jahres

korsakoff – Bruce Arians. Elf Siege mit einem Trümmerhaufen in einer der hochwertigsten Divisionen sind ein fantastisches Zeugnis für einen Coach, den ich stets eher kritisch gesehen hatte. Die Arizona Cardinals sind qualitativ keine elf Siege wert, aber dass sie es in die Playoffs geschafft haben, ist ein Zeugnis von hochwertiger Coaching-Arbeit. Ignoranz von Verletzungen und Mut zur Aggressivität in den Schlüsselmomenten zeichneten Arians und seine Mannschaft heuer aus.

Herrmann – Bill Belichick. Es gibt dieses Jahr keine ganz klaren Favoriten, darum sollte der konstanteste, der eigentlich jedes Jahr zu den Top-3 gehört, mal wieder geehrt werden. Dallas‘  Jason Garrett hat daneben noch sehr gefallen, vor allem, weil er jetzt auch aggressiver wird; auch schön, daß Chip Kelly sein Ding durchzieht, anders als die meisten anderen und damit erfolgreich ist; und als dritte honorable mention noch Pete Carrol, der seiner Mannschaft eine Energie und einen Willen einimpfen kann, wie sonst kaum jemand.

Spiel des Jahres

korsakoff – Seattle Seahawks 28, Green Bay Packers 22 / OT. Es gab besser ausgeführte Spiele, aber keines, das an Dramatik annähernd mithalten konnte. So wirklich epische Spiele gab es abseits dieses NFC-Finals kaum, abseits von ein paar Upsets der Rams und den beiden Playoffpartien der Dallas Cowboys. Kann ich zwei Silbermedaillen vergeben? Bitte: Einmal Rams vs Seahawks (Punt Fakes), einmal Chargers vs 49ers.

Herrmann – Hmm, schwierig. Aus der Regular Season war keines absolut unvergeßlich. Also Baltimore-New England in den Divsionals. Für die Regular Season muß ich sagen, daß ich die meisten Sunday Night- und Monday Night Games super fand, weil NBC mit Michaels/Colinsworth und auch immer mehr ESPN mit Tirico/Gruden es schaffen, viel taktischen Hintergrund einzubauen, trotzdem sehr unterhaltsam sind und überhaupt die Stimmung von den Fans und die Atmosphäre mit dem Flutlicht super eingefangen wird. Gerade zu Beginn der Saison, wenn es viele Spiele zwischen 2-und-2-Teams bei strahlendem Sonnenschein um 13.00Uhr gibt, machen NBC und ESPN etwas Besonderes aus dem grauen Ligaalltag.

NFL Power Ranking 2014/15 – Ausgabe Conference Championships

Ein spektakulärer Championship Sunday. Zu vermerken bleibt, dass zwei Runden nach dem schonungslosen Offenlegen der Lücken in der NFL-Prozedur der Schiedsrichterauswahl, und eine Woche nach dem Offenlegen der Calvin-Johnson Regel diesmal ein weiteres Ärgernis zu Tage kam: Game-Management von Head Coaches. Weiterlesen

Alle Infos zu Super Bowl 2015 in TV und Internet

Super Bowl XLIX findet in der Nacht von Sonntag, 1. Februar auf Montag, 2. Februar 2015 statt. Die beiden Kontrahenten sind die New England Patriots und die Seattle Seahawks. Kickoff der Partie ist um 0h30 MEZ. Austragungsort ist das futuristische University of Phoenix Stadium in Glendale/Arizona, womit uns eine Diskussion um ein ach so schlimmes Wetter wie vor einem Jahr erspart bleibt: Arizona = Wüste = Dach über der Hütte. Weiterlesen

AFC Championship 2014/15: New England Patriots – Indianapolis Colts live

[04h03] Endstand New England Patriots 45, Indianapolis Colts 7.

Damit beide #1-Seeds durch. Nach dem epischen Kracher von Seattle walzen sich die Patriots ohne Gegenwehr in die Super Bowl.

Debakel auf allen Ebenen. Die Patriots ziehen in den sage und schreibe sechsten Superbowl der Brady/Belichick Ära ein – gnadenlos. Man spielte heute in einer anderen Liga als die Indianapolis Colts, und seien wir mal ehrlich: Die Partie wirft kein gutes Licht auf die AFC, die nach allen Metriken dieses Jahr die stärkere Conference im Vergleich zur NFC war.

Allein an einem Spiel sollte man natürlich keine Schlüsse ziehen, aber: Die lange vermuteten Schwächen der Colts wurden schonungslos blank gelegt. Eine Defense, die ihren Namen nicht verdient und die prinzipiell auch den GM Ryan Grigson (endlich) in die Diskussion bringen sollte. Grigsons Personalpolitik („Die Defense muss mit überbezahlten mittelmäßigem Personal überleben“ / „Offense Line? Wir haben Luck, wir brauchen dort nur Mittelmaß“) ist mir seit Jahren suspekt, wurde aber vom Label der jungen Colts-Mannschaft im Umbruch bzw. zu vielen Freak-Siegen übertüncht.

Luck mit zwei INTs. Einige werden es als Argument verwenden, darauf scheißend, dass die eine mit -24 und die andere mit -38 kam.

In der Offense könnte sich WR #87 Reggie Wayne in den Ruhestand verabschieden. Wayne ist ein möglicher Kandidat für die Ruhmeshalle. Er baute nach einem fulminanten Jahrzehnt erst die letzten beiden Jahre massiv ab. 2013 wegen Verletzung. 2014 war’s das Alter.

Die Seahawks waren meine Preseason #1. Die Patriots waren die #2. Da ist tatsächlich mal ein Superbowl-Tipp zu 100% aufgegangen. Seattle wird leichter Favorit sein. Knackpunkt wird sein, ob und wie die Patriots den Ball gegen die monströse Seahawks-Defense bewegen können. Ein Sherman auf TE Gronkowski gematcht? Könnte funktionieren, erfordert aber Umstellungen in der Verteidigung… also eher nein. Carroll wird das nicht machen.

Seattle – New England gab es zuletzt 2012 Mitte der Saison. Damals drehten die Seahawks das Spiel mit zwei TD in der Schlussphase und gewannen 24-23 – in Erinnerung ist mir vor allem eine Bombe für Sidney Rice. Damals fühlte es sich noch nicht wie der Anfang einer kleinen Ära an. Jetzt trifft New England auf Seattle und muss verhindern, dass zum ersten Mal seit New England 2003-2004 ein Titel verteidigt wird.


[03h48] Nada. Brady nebst Einser-Garnitur auf dem Feld.

[03h45] Interception #91 Jamie Collins | Q4 7:24. Wird nun Jimmy Garroppolo auf das Feld kommen?

[03h34] New England 45, Indianapolis 7 | Q4 10:05. Rate mal, wer den TD gemacht hat: #29 Blount. Patriots lassen die Einser-Offense noch immer am Feld, dürften aber gleich durchwechseln.

Weil ich vorhin von den guten, alten Playoffzeiten schrieb: Auch Manning wurde damals einmal fürchterlich abgeschlachtet. Ich kann mich an ein 0-41 Gemetzel gegen die Jets erinnern, das nicht viel besser aussah als heute. Insofern befindet sich Luck in bester Colts-QB Tradition.

Drittes Viertel

[03h29] Ende Q3 in Foxboro. Killer-Viertel. Die Patriots fahren mit einer Kälte über Indianapolis drüber, dass es kein Morgen gibt. Indianapolis mit exakt zwei 1st-Downs in 15 Minuten.

[03h25] Punt Indianapolis | Q3.

[03h24] Die erste Line dürfte ganz gut mit dem Power-Ranking übereinstimmen: Ich erwarte dort 2 bis 2.5 Punkte Spread pro Seattle.

[03h16] New England 38, Indianapolis 7 | Q3 2:08. 13yds-Run Blount. Im ersten Spielzug danach. Zirka dreiundsiebzig gebrochene Tackles.

[03h15] Interception #24 Darrelle Revis | Q3 2:12. Anfängerfehler bei Andrew Luck, der den in die Zone fallenden CB #24 Revis übersieht. Eine Patriots #24, die in den Playoffs Bälle abfängt – ich muss dabei immer an Ty Law denken. Revis wie einst Law: Schleicht sich in die Zone, fängt den Ball locker ab. Damit wird das Gerede um Lucks Interceptions kein Ende nehmen – ungeachtet der Tatsache, dass QBs bei Rückständen generell mehr INTs werfen, weil sie einfach mehr Risiko nehmen.

[03h08] New England 31, Indianapolis 7 | Q3 3:19. 5yds-Catch #87 Gronkowski auf einer kurzen Slant-Route nach innen. Gronkowski lässt nix anbrennen, fängt den scharfen Ball Bradys und lässt CB #28 Toler keine Chance. Die Partie sieht sehr, sehr gegessen aus: RB #29 Blount fräst sich erneut quasi ohne Gegenwehr durch die Defense, und Indys beste Verteidigung sind Eigenfehler der Patriots (z.B.) Strafen. Ein #11 Edelmann rennt einfach ein paar Schritte geradeaus, vorbei an allen Linebackers, vorbei am Safety („huch, da ist ja einer?“). Brady lupft den Ball locker über die heranstürmende Defense, der am Boden liegende Edelman mit einem mühelosen 23yds-Catch ohne Bedrängnis.

Mann, Mann, Mann. Dass die Run-Defense der Colts zu schwach ist, hatten wir oft diskutiert. Aber heute wird sie noch einmal in ein anderes Licht gerückt. Ist Björn Werner wirklich zu schwach für so eine Unit? Immerhin sollte das Front-Office damit die beiden wichtigsten Offseason-Needs kennengelernt haben: Defensive Tackle, Defensive Tackle. Obwohl… die Colts haben vermutlich genau für dieses Spiel in der Offseason DT Arthur Jones aus Baltimore losgeeist.

[02h57] Punt Indianapolis | Q3 9:08. Keine Chance für die Colts: 3/out. CB #26 Ryan wird nun gegen den Oldie #87 Reggie Wayne angesetzt. Das muss für den potenziellen Hall-of-Famer Wayne ein ausgestreckter Mittelfinger sein. Wayne kann sich aber nichtmal mehr gegen den vierten CB der Patriots durchsetzen.

[02h49] New England 24, Indianapolis 7 | Q3 10:03. 16yds-Catch #77 Nate Solder. Da ist der Trickspielzug über Solder, den so viele so lange erwartet haben! Solder, einstiger Tight End am College und dann zum Left-Tackle umfunktioniert, kommt aus einer dieser eigenartigen OL-Spielzüge der Patriots. Solder mit der #77 als eligible-Receiver.

9-Plays, 87yds Drive der Patriots, die die zu lange anhaltende Sturheit im Colts-Stab ausnutzen und über RB #29 Blount laufen als gäbe es kein morgen. Ist das wirklich der Blount, der in Pittsburgh gecuttet wurde? Irgendwann wird die Box dann doch zugestellt, und schon der Pass für Solder, der zum TD eintraben kann.

Heftiger Regen mittlerweile in Foxboro.

Zweites Viertel

[02h38]

[02h30] Halbzeit New England Patriots 17, Indianapolis Colts 7

Patriots mit einem missratenen Squib-Kick, aber die Colts verzichten aus unerfindlichen Gründen auf einen Hail-Mary Schuss in die Endzone.

Das ganz große Spektakel ist die Partie in einem windigen und somit wohl widrigen Gillette Stadium noch nicht. Patriots sind besser, aber nicht viel besser: 16 zu 11 First-Downs, 41 zu 30 Plays, 4.6yds/Play zu 4.3yds/Play. Passspiel ist auf beiden Seiten recht ähnlich ineffizient. Beide mit einem Turnover, der zum TD verwertet wurde. Die Differenz machen bislang Kleinigkeiten: Das bessere Laufspiel der Patriots gegen eine indisponierte Front-Seven der Colts. Verschossenes Fieldgoal Vinatieri. Die Strafen gegen die Patriots-Defense. Monster-Catch für Hilton.

Colts-Defense spielt fast ausschließlich mit fünf Defensive Backs auch gegen Standard-Offense der Patriots, wird somit im Laufspiel vom agilen Blount komplett auseinander genommen. Dafür funktioniert die Deckung ganz gut: CB #21 Davis bleibt meistens rechts oder halbrechts, übernimmt ganz gerne auch mal TE #87 Gronkowski, der oft mit Safety-Hilfe gedeckt wird und noch ohne Catch ist.

Die Patriots spielen auch mit 4 CB plus dem Safety #32 McCourty (?). Colts mit einigen Schlampigkeiten wie Drops, die das Passspiel einbremsen. Luck mit guter Arbeit in der Pocket, aber einigen nicht 100%ig präzisen Bällen. Siehe vertiefend auch Herrmanns Analyse.

New England bekommt nun gleich den Ball zuerst.

[02h25] New England 17, Indianapolis 7 | Q2 0:09. 21yds-FG Gostkowski. Patriots machen es interessant: 15 Play langer Drive, 65yds und 4:35min verbrannt. Belichick spielt ein 4th/inches an der 3yds Line aus. Es wird ein (möglicherweise illegaler H/T Bill Barnwell) QB-Sneak versucht, bei dem wirklich nur zu erahnen ist, dass Brady durch war. Aber New England muss sein letztes Timeout dabei ziehen und steht am Ende der Halbzeit ohne Timeouts ziemlich blank da, kann keinen Laufspielzug mehr ansagen, muss werfen. Incomplete, Incomplete, Incomplete, und jeweils operieren CB #20 Butler und LB #50 Freeman am Rande der Legalität was Körperkontakt angeht.

Die Patriots nutzen weiterhin die 4-2-5 artigen Colts-Defense aus, die gewaltige Löcher über die Mitte offen lässt und RB #29 Blount förmlich zu konstanten 7yds-Gewinnen einlädt. Sogar der immobile QB Brady lässt mit Freeman auf einem 9yds-Scramble einen Verteidiger komplett ins Leere greifen.

[01h59] New England 14, Indianapolis 7 | Q2 4:54. 1yds-Run #37 Tipton. Die INT zu einem 10-Play, 93yds Drive umgemünzt – freilich immer mit Hilfe von gleich zwei Drive-erhaltenden Strafen gegen die Defense (Defensive Holding + Roughing gegen #75 Wilfork). Die zweite Strafe konnte man nicht mehr verifizieren, weil keine Wiederholung.

Ein perfekter Pass/Catch von Luck für #13 Hilton für 36yds als wichtigster „regulärer“ Spielzug in diesem Drive. New England weiterhin mit vielen Defensive Backs am Feld, vertraut auf die Inkompetenz des Colts-Laufspiels. Recht guter Druck von #50 Ninkovich, aber gute Improvisationskünste bei Luck.

Spiel läuft wie 2014: Patriots 14-0, dann Colts-Antwort auf 14-7. Damals schrie Buschmann ins Mikro Luck – was für ein Comeback-Kid! Diesmal ist man bei SAT.1 nüchterner. Eine ansehnliche Übertragung.

[01h48] Interception #52 D’Qwell Jackson | Q2 9:11. Brady mit einem etwas unpräzisen Ball, etwas hinter den Tight End geworfen. Gronkowski rennt geradeaus in Doppeldeckung hinein. LB #52 Jackson springt in die Route und fängt den Ball 3yds vor der Endzone ab. Bis dahin ein souveräner Drive der Patriots, die die starre Nickel-Defese der Colts gnadenlos ausnutzen und in Form eines erstaunlich beweglichen RB #29 Blount einfach drüberlaufen. Vier 1st-Downs von Blount allein in dem Drive. Edelman mit Hüftproblemen in die Kabine.

[01h38] Punt Indianapolis | Q2 14:44. Drop Hilton, aber Hilton wäre eh zu kurz gewesen.

Zweites Viertel

[01h34] Ende Q1 in Foxboro. Mehr Patriots vs Colts geht nicht: Punt gegen den Helm des Colts-Returners, Fumble. Field Goal meilenweit verkickt. Kurze Feldpositionen von den Patriots verwandelt. Die Partie ist natürlich noch nicht vorüber, aber es war ein schlechter Start für die Colts.

New England spielt tatsächlich eiskalt mit 4 CB, darauf scheißend, dass die Colts ja auch laufen könnten. Colts bekommen das Laufspiel trotzdem nicht durchgedrückt, und weil RB #36 Herron alles fallen lässt, ist das Kurzpassspiel auch um eine Dimension beraubt. CBs Revis / Browner (schon ein Holding) / Ryan / Arrington (?) in der Aufstellung.

[01h27] New England 14, Indianapolis 0 | Q1 1:20. 1yds-Pass für FB #46 Develin. Die Colts machen das ähnlich wie letzte Woche, lassen die Patriots-Receiver downfield relativ frei. Brady mit ungenauen Würfen, wirkt aber präziser als Manning letzte Woche. Mal schauen wie lange die Colts sich dieses Spielchen trauen. #19 LaFell geistig nicht ganz da. Die Big-Plays machen eher andere, z.B. #34 Vereen.

[01h17] Fehlkick #4 Adam Vinatieri | Q1 5:05. Vinatieri nagelt ihn aus machbarer Distanz vorbei. Nicht knapp, sondern gut drei Meter. Auch davor Selbstzerstörungsknopf bei den Colts: Zwei Drops von RB #36 Boom Herron. Zweiter Catch wäre schwierig gewesen, aber kannste auch als Runningback machen. New England mit wenig Druck gen Luck, der sich dafür 5-6 DB gegenübersieht.

[01h06] New England 7, Indianapolis 0 | Q1 10:15. 1yds-Run #29 Blount. Patriots tauschen den RG aus, Cannon für Kline, und schon läuft es besser. Colts-CB Vontae Davis scheint keinen direkten Gegenspieler zu bekommen, verharrt auf seiner rechten Abwehrseite, spielte schon gegen Gronkowski und zwei weitere Receiver in 1-vs-1.

(Ich habe nun ein Stockwerk tiefer gewechselt. SAT.1)

[00h57] Punt New England | Q1 12:21and there you have it: Fumble von #16 Cribbs (der schon letzte Woche vogelwild aussah). Ball springt Cribbs an den Helm, Patriots recovern.

[00h54] Punt Indianapolis | Q1 13:57. Edelman returniert 21yds an die NE 44.


[00h51] Kann ich zwei Stunden beantragen um wieder runterzukommen? Nein? Dann lasset uns weitermachen mit dem AFC-Finale New England Patriots – Indianapolis Colts. Eine Partie mit viel Vorgeschichte aus der jüngeren NFL-Vergangenheit (siehe Artikel aus dem November 2010), wobei mir heute selbst unbewusst der gleiche Fehler unterlaufen ist wie Herrmann in seiner Preview: Patriots und Colts sind letztes Jahr ja auch in den Playoffs aufeinander getroffen, und auch ich hatte es gedanklich ausgeblendet.

Das mag einen Grund haben: Patriots – Colts war immer das Duell Belichick/Brady gegen Peyton Manning. Als Manning die Colts verließ, wurde Patriots – Broncos zum stellvertretenden Patriots – Colts. Die echten Colts liefen derweil unter dem Radar.

Sie haben heute zum ersten Mal unter dem neuen Manning Andrew Luck die Chance auf den Superbowl-Einzug. Luck ist auf dem besten Weg, all seinen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. Ob es schon heute für den Durchmarsch langt? Möglich, aber angesichts der Unterlegenheit des Colts-Kaders eher unwahrscheinlich.


Aus deutscher Sicht dumm gelaufen: OLB #92 Björn Werner von den Colts fällt verletzt aus. Die Patriots graben dafür ein altes Colts-Schreckgespenst wieder aus: RB Jonas Gray, den 200yds-Mann aus dem Regular-Season Spiel.

NFC Championship 2014/15: Seattle Seahawks – Green Bay Packers live

[00h47] Endstand Seattle Seahawks 28, Green Bay Packers 22 / OT.

Alles gesagt. Monster-Finale in einem lange Zeit zähen Spiel, das letztlich keiner weiteren Analyse bedarf. Coaching von Packers-Seite war jenseits von Gut und Böse, aber niemand wird McCarthy nach seinen Bolzen fragen, und somit werden sie nächstes Jahr wieder passieren. Seattles Carroll mit einem besseren Spiel, aber auch nicht perfekt. Seattle brauchte alle Schutzengel um in der Partie überhaupt zu überleben und alle heiligen Jungfrauen im Himmel um letztlich zurückzukommen.

Freakige 2pts-Conversion, die am Ende nicht untergehen darf. Das war ein katastrophaler Play-Call. Ein 2% Play, der glückte, und keiner weiß, warum.

Die Seahawks dürfen ihren Titel verteidigen. Wie fit wird CB #25 Richard Sherman im Superbowl sein?

[00h42] Meine Fresse. Mit Kickoff war’s mir völlig wumpe, wer das Ding nach Hause bringt. Ist es noch immer. Aber mir geht nach zehn Minuten noch immer die Pumpe von diesem dramatischen Spiel, das es mit allen Klassikern der letzten 10-12 Jahre aufnehmen kann:

2001/02 NE-OAK
2003/04 STL-CAR
2005/06 IND-PIT
2006/07 NE-IND
2007/08 NE-NYG
2008/09 PIT-ARZ
2009/10 NO-MIN
2011/12 SF-NO
2012/13 ATL-SEA

Nicht perfekt gespielt, aber das brauchen die epischen Dinger nicht.

[00h38] Mike McCarthy kickt im ersten Viertel zweimal von der 1yds-Line ein Fieldgoal. Ich zitiere mich mal selbst:

0yds-FG Crosby. Okay, 19yds-Fieldgoal, aber was für eine Scheiße von Mike McCarthy, der von der 0.1yds-Line ein Fieldgoal schießen lässt. Erinner dich dran im vierten Viertel…

Naturgesetz. Es gilt immer.

[00h35] Barcelona 1999.

[00h30] Touchdown Seattle, WR #15 Jermaine Kearse! Seahawks fahren in die Super Bowl. 35yds-Catch vom Lokal-Hero Kearse, der ums Eck an der University of Washington spielte. Wilson lupft den Ball in die Endzone, Kearse mit der Klette #38 Williams auf der Schulter fängt den Ball zu einem fassungslosen Comeback-Sieg, der sämtliche Protagonisten des Tages komplett überwältigt. Wilson heult im Interview mit Erin Andrews wie ein kleines Kind.

Kearse war der Mann, der bei allen vier Interceptions angespielt wurde:

[00h30] Kickoff in Foxboro wurde um 20 Minuten auf 0h50 verschoben.

[00h25] Aus dem Innenraum im Seahawks-Stadion:

[00h23] Seahawks gewinnen den Münzwurf.

[00h21] Durchschaufen. OVERTIME. Eines meiner ersten NFL-Playoffspiele muss so vor 10-12 Jahren gewesen sein, als Green Bay und Seattle gegeneinander spielten. Auch damals: Overtime. Münzwurf, und der einstige Favre-Backup Matt Hasselbeck verkündete nach gewonnenem Münzwurf:

We take the ball and we are going to win.

Ein paar Plays später trugen die Packers eine Hasselbeck-Interception zum Touchdown zurück.

[00h18] Seattle 22, Green Bay 22 | Q4 0:14. 48yds-Kick Crosby = GOOD. Monster-Kick von Crosby, der um ein Haar von #94 Williams geblockt worden wäre. Ein Kick in widrigen Bedingungen, für den Adam Vinatieri auf alle Ewigkeit zum Überkicker gehypt worden wäre.

Schlechtes Clock-Management von Mike McCarthy, der mit 19sek ein unnützes Timeout nahm. Seattle damit ein paar Sekunden bis zur Overtime.

[00h14] Rodgers für Cobb, 15yds. Rodgers für Cobb, 18yds. Rodgers Scramble für 15yds. Packers innerhalb weniger Sekunden an der SEA 36. 35sek to go, 3 Timeouts.

[00h10] Seattle 22, Green Bay 19 | Q4 1:25. Armageddon in Seattle! 24yds-Rumble für Lynch und so einfach wie es ging war es für die Seahawks fast zu schnell: Nur 44sek von der Uhr genommen.

2pts Conversion: Wilson mit einem hoffnungslosen Scramble, aber so hoffnungslos dann auch nicht: Pass für #82 Willson gelingt gegen alle Wetten. Drei Punkte Führung Seattle.

Green Bay mit 85 Sekunden und 3 Timeouts. Aber in der zweiten Halbzeit nur 3 Punkte gemacht. Ich habe gerade Mike McCarthy hier im Raum gesehen. Er hat nach acht Punkten gesucht.

[00h05] Onside Kick gelingt den Seahawks und nun geht das große Zittern los. Feuer am Dach in Seattle! Ball fluscht einen Packer durch die Hände, Seattle mit 129 Sekunden für den Sieg.

[23h58] Seattle 14, Green Bay 19 | Q4 2:09. Zurückhaltendere Defense nun von den Packers. Prevent Defense prevents you from Winning. Wilson findet nun weit offene Leute und mit wenig Aufwand marschieren die Seahawks in die Redzone: RB Lynch tänzelt an der Seitenlinie entlang. Lynchs goldene Stollen berühren um keinen vollen Zentimeter die Aus-Linie und machen aus einem TD ein 1st/Goal von der 10.

Danach Läufe über Lynch, Wilson und Wilson. Viele – zu viele? – Sekunden verbrannt, aber mit 2:09 gerade genug Zeit auf der Uhr gelassen, dass sich ein Kickoff noch auszahlen könnte. Im Optimalfall bekäme man mit zirka 1:15min den Ball zurück (Seattle hat noch 1 Timeout + 2min Warning).

[23h55] Punt Seattle | Q4 3:52. Risikolose Läufe mit „max Protection“ der Packers. Zwei Timeout von Seattle verbrannt, aber merkwürdigerweise nicht das dritte.

[23h51] Interception #42 Morgan Burnett | Q4 5:04. Erster Pass Wilson, abgefälscht und abgefangen durch #42 Burnett. Burnett macht danach alles richtig und kniet sofort ab.

[23h48] Punt Green Bay | Q4 5:13. 100 Sekunden von der Uhr genommen. Seahawks-Comeback Versuche müssen im Regen kommen.

[23h43] Punt Seattle | Q4 6:53. Völlig sinnloser Punt der Seahawks mit weniger als sieben Minuten auf der Uhr zwei dringend benötigten TD. 3rd/14, und die Seahawks gehen ohne Not aufs Ganze, wollen das 1st-Down erzwingen. Wilson überfeuert #89 Baldwin, der für meine Begriffe klar von #38 Williams vor Eintreffen des Balls gehalten wurde. Seattle hätte auch zwei Intermediates spielen können, da 4th-Down Territory.

Seattle zuvor mit viel Marshawn Lynch, u.a. in einem 3rd/6 als sich Lynch durchpowert. Hier: Richtig erkannt. 4 Down Territory. Probleme bei den Hawks, weil #89 Baldwin einen gebrauchten Tag hat: Drop zu einem sicheren 1st-Down. Dann wirft Baldwin frustriert den Ball weg und Glück, nicht noch eine Strafe wegen Spielverzögerung zu bekommen.

[23h32] Seattle 7, Green Bay 19 | Q4 10:53. Nasse Höschen bei Mike McCarthy: 48yds-FG Crosby. Crosby, den vor 2-3 Jahren mal alle wegen ein paar Fehlkicks zum Teufel jagen wollten, mit dem wichtigen Kick, der das Spiel auf technisch gesehen 2 TD erhöht. Fast ebenso wichtig aus Packers-Sicht: 10 Plays, 53yds, 5:02 min von der Uhr genommen. RB Lacy draußen, RB #44 Starks rein. Lacy hatte letzte Woche Probleme mit Asthma.

Bei den Seahawks spielt #25 Sherman quasi mit einem Arm, den anderen nur angelegt. Die Packers scheinen das nicht realisiert zu haben, spielen noch immer von Sherman weg, obwohl dieser nur noch mühselig mit der Schulter voran die Wide Receiver abblockt. Sherman ist ein harter Knochen, spielte schon letzte Jahr in der Superbowl mit Sprunggelenksverletzung durch.

Drittes Viertel

[23h23] Ende Q3 in Seattle. Mit einem tackle-brechenden RB #27 Eddie Lacy geht das dritte Viertel zu Ende. Seattle mit den Punkten und dem Einheizer durch den FG-Fake TD, aber auch zwei blassen 3/outs in denen die Offense nicht gut aussah.

Die Packers spielen insgesamt weiterhin überzeugender, mit mehr Saft in der Defense. Einziges Manko war mal wieder ein mutloser Call von DefCoord Capers in einem langen 3rd-Down. Prevent Defense prevents you from Winning. Seattle klammert sich an einen dünnen Strohhalm, zuckt aber noch.

[23h23] Punt Seattle | Q3 0:55. Wuchtige Defense. Punt. In FOX-Sprache: Momentum der Seahakws gestoppt.

[23h20] Fumble Wilson im ersten Snap. Ich habe erst heute eine Statistik gelesen, dass Wilson heuer 12 (?) Fumbles hatte, aber nicht einen einzigen verlor. Auch den 13ten nicht.

[23h18] Punt Green Bay | Q3 2:22. Plötzlich übernimmt Seattles Pass Rush wieder das Kommando und heizt Rodgers mächtig ein. Im 2nd-Down knickt Rodgers mal wieder um (rechter Knöchel). Rodgers steht wieder auf, aber incomplete im dritten Down und Punt.

Mike McCarthy wird nicht an seine Horror-Calls im ersten Viertel zurückdenken, aber das erledigen wir für ihn.

[23h16] Für hernach: #deutschesDuell

[23h08] Seattle 7, Green Bay 16 | Q3 4:50. Grandioser 19yds-TD Pass vom Punter #9 Ryan in einem FG-Trickspielzug für #79 Garry Gilliam: Ball hängt ewig in der Luft, und Gilliam macht den Catch zum Anschluss-TD für die Seahawks. Packers-Special Teams sahen bizarrerweise überhaupt nicht auf einen Fake-Spielzug vorbereitet aus (plus #50 Hawk mit der falschen Entscheidung, auf den balltragenden Ryan zu gehen denn Gillham zu decken).

Ein boom or bust Drive der Seahawks: RB #24 Lynch mit zwei Power-Läufen in die Platzhälfte der Packers hinein. Dann ein explosiver 16yds-Sack von #52 Matthews gegen Wilson. Dann 3rd/19 für Seattles-Offense. Ein matter 2-Mann Rush der Packers mit einem „zweieinhalbten“ Mann in #95 Datone Jones, der mehr als Spion gegen Wilson agiert denn als Pass Rusher. Ewigkeiten Zeit für Wilson, und Wilson findet #83 Lockett downfield für 29yds.

In der nächsten Serie der FG-Fake der Seahawks. Großes Kino von Pete Carroll und Anschauungsunterricht für den anderen Superbowl-Headcoach auf der anderen Spielfeldseite.

[22h58] Punt Green Bay | Q3 10:53. 3/out auch für die Packers-Offense, weil Rodgers im 3rd-Down den Ball etwas zu tief für Cobb wirft. Packers kommen für einmal mit 2 WR auf das Feld, stellen hernach aber sofort wieder zwischen 7 und 9 WR auf.

[22h53] Punt Seattle | Q3 13:05. 3/out und der Offense Tackle #63 Sweezy mit Verletzung runter.

Zweites Viertel

[22h50] Vor zwei Jahren killten die Seahawks einen 14pts-Rückstand in Washington in der Wildcard-Runde. Eine Woche später killten sie einen 20pts-Rückstand in Atlanta, nur um im allerletzten Play doch noch zu verlieren. Damals liefen die Spiele aber in eine andere Richtung: Seattle verpasste eigene Punkte durch bizarre Momente. Heute waren sie erst ein einziges Mal in der gegnerischen Platzhälfte.

[22h46] Größtes Comeback in Conference-Finals bislang: 18 Punkte (2006/07 Colts vs Patriots). 16 Punkte wäre das drittgrößte Comeback in der Championship-Geschichte (2012/13 die 49ers mit 17pts gegen die Falcons).

[22h40] Halbzeit Seattle Seahawks 0, Green Bay Packers 16.

Die Partie lebt von hohem Freak-Faktor und der Außenseiter-Führung. Qualitativ ist das, was die beiden Teams bieten, ausbaufähig. Green Bay führt 16-0, aber auch die Seahawks können aus diesem Spielstand etwas ziehen: Nämlich, dass sie noch am Leben sind. Hätten die Packers nicht 15 Jahre Erkenntnis an Advanced-Stats mit Füßen getreten, hätte Aaron Rodgers zwei Plays gemacht als wäre er Aaron Rodgers in Bestform, wir hätten vier Touchdowns Differenz.

Die Halbzeit-Stats:

               SEA     GB
Plays          24      37
Yards/Play     2.5     4.8
1st Downs      3       12
Strafen        7/35    4/40

Wilson mit 2/9 für 8 Netto-Yards. Zwei Sacks, drei INT. Eine Offense, die in den wenigen Momenten funktionierte, in denen RB Lynch die Bälle bekam, aber wenn du so schnell so hoch in Rückstand liegst, ist es schwer, deine Standard-Offense am Leben zu halten. Überraschend auch, wie viele konzentrationsbedingte Strafen die Seahawks im eigenen Stadion begehen: False-Starts, Offsides, das ganze Repertoire.

Sechs Turnovers in einer Halbzeit. Rodgers wie schon geschrieben auch längst nicht makellos, macht aber zumindest ein paar Plays. Nelson wurde überwiegend – aber nicht ausschließlich! – gegen CB #41 Maxwell gestellt, und #17 Adams über 10-15 Snaps gegen CB #25 Sherman verbrannt. Sherman mit einer exzellenten Leistung, INT und keine Pässe zugelassen. Hervorragende Offense Line der Packers. Weiterführende Analyse in den Kommentaren von Herrmann.

Im Publikum begannen sich erste Pfiffe zu regen, aber das ganze große Buh-Konzert bleibt bislang aus. Man stelle sich vor, was in Foxboro oder Philadelphia los wäre…

[22h32] Punt Green Bay | Q2 0:32. Der vermutlich erste Punt der Packers-Offense. Lauwarmer Drive der Packers, die dank DPI ein 1st-Down bekommen, aber hernach nicht viel draus machen. Immerhin versuchte man sich im 3rd-Down nicht am Zeit-Runterlaufen, sondern versuchte aggressiv, mit 4 WR im Line-Up die Halbzeit zu killen. Gute Deckung, Rodgers wirft ins Niemandsland, Punt und nur noch wenige Sekunden für Seattle.

[22h25] Interception #37 Sam Shields | Q2 1:55. 3rd/8 und Wilson mit einem saftlosen Lupfer ans Eck der Endzone. Dort wird CB Shields von WR #15 Kearse sogar noch gehalten, hat aber letztlich keine Mühe, die nächste Interception abzufangen. Grottenspiel von Wilson bisher. Wie viele Quarterbacks kommen ungeschoren davon nach solchen Vorstellungen? Brady, Favre und Russell Wilson? Wer sonst?

Wilson erst in der 26ten Spielminute mit der ersten Completion, einem hoch geworfenen Ball für #83 Lockett. Lockett dazu mit einem weiteren exzellenten End-Around, als er aus sicheren -6yds noch +3yds machte. Dazu funktionieren die Power-Läufe über #24 Lynch ganz gut, aber bei diesem Rückstand spielen nur wenige OffCoords noch lange „Balance-Offense“.

[22h14] Interception #41 Maxwell | Q2 8:21. Jetzt der Fehler von Rodgers, der den Cut von Cobb falsch interpretiert. Maxwell fängt den Ball gerade bevor er den Boden berührt. Fünfter Turnover in einer Partie zwischen zwei Mannschaften, die mit am seltensten den Ball hergeben.

Passend dazu wieder einsetzender Regen in Seattle.

[22h11] Interception #21 Clinton-Dix | Q2 9:18. Da verschluckt sich der Ha Ha von selbst. Erster Snap, Play-Action von Russell Wilson, der sofort tief geht: #15 Kearse in Doppeldeckung. Der Ball ist eine halbe Meile unterworfen, und während Kearse sekundenlang das Unheil kommen sieht und hilflos seine Arme ausstreckt, dreht sich Dix erst im letzten Moment ab, fängt geistesgegenwärtig im Nachfassen den Ball. Der lange Return wird durch eine Strafe gegen #52 Clay Matthews zurückgepfiffen.

[22h04] Seattle 0, Green Bay 16 | Q2 9:37. 40yds-FG Crosby. Jetzt ist der Mike wieder glücklich: 4th/1 an der SEA 21, und McCarthy geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach, schickt Mason Crosby auf das Feld.

Eigenartig fehleranfälliges Spiel in Seattle: Die Seahawks springen immer wieder ins Abseits und bestrafen sich selbst mit einem – allerdings hinterfragenswerten – Facemask gegen die Defense in einem langen 3rd-Down, das den Packers neues Leben gibt.

Die Packers dagegen machen viel zu wenig aus ihren Chancen. QB Rodgers heute schon mit mindestens zwei ungewohnten Fehlpässen, überwirft nach Nelson in der Endzone in Q1 nun Cobb auf einem sicheren 1st-Down. Cobb hätte den Ball aber trotzdem noch fangen können. Wie gesagt: Wenn Green Bay Eier und den Tick mehr Präzision hätte, kann es auch 28-0 stehen und wir uns auf Luck konzentrieren.

[21h57] Punt Seattle | Q2 13:18. Wieder kein 1st-Down für Seattle gegen eine disziplinierte Packers-Defense, die sich nicht einmal von Crossing-Routen verarschen lässt. Seattle kommt immer wieder mit 3 WR auf das Feld. Dem kann DefCoord Capers mit Vergnügen seine siebenundachtzig Defensive Backs entgegen werfen. Seattle des weiteren mit einem False-Start der Offense – zuhause. Laut FOX nichts ungewöhnliches.

#33 Hyde returniert an die SEA 32 in einem Spiel, das sich bislang ausschließlich in der Seahawks-Hälfte abspielt.

Erstes Viertel

[21h50] Seattle 0, Green Bay 13 | Q1 0:00. 13yds-Catch #18 Cobb mit Auslaufen der Uhr im ersten Viertel. QB Rodgers mit extremst viel Zeit zum Operieren in der Pocket. Seattles Pass Rush, im ersten Drive noch sowas wie existent, ist mittlerweile komplett abgetaucht. Packers an der Anspiellinie, #72 Bennett hüpft zum wiederholten Male ins Abseits, Rodgers nimmt den Snap, hat 4-5sek bis zum Wurf. Findet bei einem Gratis-Spielzug einen komplett offenen Cobb in der Endzone.

Damit führt nach einem Viertel der Außenseiter mit fast zwei Touchdowns. Für das Spiel kann es nur gut sein, und McCarthy wird sich auf die Schulter klopfen, allerdings sollte man genauer nachfragen, welche Strategie McCarthy mit seinen kurzen Kicks verfolgte.

Seattles Offense bislang kaum auf dem Feld, hat exakt 3yds aus 6 Plays zustande gebracht, null 1st-Downs. Die Seahawks-Defense sprang zweimal Offside (im eigenen Stadion!). Auf der anderen Seite zwei verbrannte Timeouts der Packers im lauten Seahawks-Stadium.

[21h41] Punt Seattle | Q1 3:39. #56 Julius Peppers reißt auf seine alten Tage die Partie an sich, wuchtet sich zweimal durch ins Backfield. Einmal Sack gegen #3 Wilson, einmal ein Knockdown. Seattle muss schnell punten. Ball fliegt gen #33 Hyde, der den Ball gleich mal wegfumbelt… Eben war der Regen am Fumble schuld, nun die eben herausgekommene Sonne.

Hyde fällt auf den Ball und erobert ihn zurück. Packers damit mit der Chance aufs nächste Fieldgoal.

[21h36] Seattle 0, Green Bay 6 | Q1 5:07… and another one. Wieder 19yds-FG Crosby. Seattle gefühlt mit acht geschenkten Punkten. Packers geben die 8 Punkte Vorsprung aus Las Vegas wieder zurück. Aber „immerhin“ konsequent von McCarthy, der zweimal vom gleichen Spot aus auf die TD-Chance verzichtet.

Gutes Laufspiel der Packers bis zur Goalline: Lacy kann mit Anlauf und 1-2 guten Blocks gute Yards machen und hat auch das Schmalz, Tackles zu brechen. Dann 2nd/Goal, und Rodgers mit einem uncharakteristischen Fehler, überwirft einen offenen #87 Nelson, der im linken Eck seinem Bewacher #20 Lane entwischt war.

[21h31] ‚Fumble #89 Doug Baldwin | Q1 8:01. #89 Baldwin fumbelt den Kickreturn weg. Das war also McCarthys Plan.

[21h28] Seattle 0, Green Bay 3 | Q1 8:07. 0yds-FG Crosby. Okay, 19yds-Fieldgoal, aber was für eine Scheiße von Mike McCarthy, der von der 0.1yds-Line ein Fieldgoal schießen lässt. Erinner dich dran im vierten Viertel…

Sonst interessant gemacht von den Packers. TE #89 Rodgers sieht immer ein wenig ungelenk aus, aber er läuft sich schön frei und springt in die 8yds-Line. Dann bringen die Packers eine neuartige Power-Formation raus, mit sechs Offense Linern und 2-3 Fullbacks/H-Backs, die Lacy den Weg freiwuchten. Lacy an die 2. Packers stellen Nelson gegen Sherman, haben aber keine Intention zu werfen. Dann FB Kuhn an die 0.5. Dann Lacy an die 0.1. Dann das Fieldgoal.

[21h20] Interception #21 Clinton Dix | Q1 10:28. Ha Ha! Wilson im 3rd-Down mit einem Slant für WR #15 Kearse, aber hervorragende Deckung von CB #38 Tramone Williams, Ball wird abgefälscht und fällt Clinton Dix in die Arme. Dix returniert an die 5yds-Line, aber weil Packers-DL #76 Daniels noch zwingend eine Nachbesprechung mit einem Offense Liner suchen muss, gibt es 15yds-Strafe gegen Green Bay. Packers beginnen trotzdem an der Redzone.

[21h15] Interception #25 Richard Sherman | Q1 11:16. Standesgemäßer Auftakt in die Partie: CB Sherman im direkten Duell in der Endzone mit WR #17 Davante Adams, und Sherman schreibt an seiner Legende, fängt in einer erstklassigen Individualaktion die Interception.

Bis dahin ein interessanter Drive der Packers: 6 Pässe, 3 Läufe. Rodgers kriegt nicht allzu viel Zeit in der Pocket, ist auf kurzen Distanzen noch unpräzise. Im ersten Play ließ man WR #87 Nelson gegen #25 Sherman auflaufen, stellte Nelson dann direkt danach auf die gegenüber liegende Spielfeldseite gegen CB #41 Maxwell (Seattles Cornerbacks sind fix einer Spielfeldseite zugeteilt, keinem Gegenspieler). Maxwell wurde dann sofort verbrannt von Nelson, aber Rodgers verpasste den Wurf. Später als Rodgers dann warf, exzellente Deckung von Maxwell.

[20h55] Woran erkennt man, dass es Zeit ist für den Kickoff? Wenn Marshawn Lynchs Schuhe das Hauptgesprächsthema Nummer 1 in der Vorberichterstattung sind.

[20h40] Die Championship-Sunday Nacht steht uns bevor. Seattle Seahawks gegen Green Bay Packers. Die sehr detaillierte Vorschau hat uns der Kollege Herrmann schon am gestrigen Samstag geliefert:

Seattle gegen Green Bay ist eine Partie mit Historie: Fail-Mary war das Coming-Out der Seahawks vor zweieinhalb Jahren. Diese sehr markante Mannschaft ist seither nicht mehr vom Radar verschwunden und spielt heute um den zweiten Superbowl-Einzug hintereinander. Die Packers sind schon etwas länger vorne dran, sind aber seit ihrem Durchmarsch vor vier Jahren nie mehr ins NFC-Finale gestoßen.

NFL Power Ranking 2014/15 – Divisional Playoffs

Die Viertelfinals sind ausgespielt. Einen Rückblick auf die Verlierer vom Wochenende hat uns Herrmann vorgestern gegeben. Einen analytischen Rückblick auf den Sonntag mit vielen auf das aktuelle Liga-Geschehen ausdehnbaren Visualisierungen hat Brian Burke bei Advanced Football Analytics zusammengestellt.

Wir schauen schon nach vorn. Noch drei Spiele. Und mit weniger Spielen gibt es ab sofort auch weniger Zahlen. Ich habe das Power-Ranking etwas verschlankt um es eine Spur übersichtlicher zu machen. Abschließend auch noch der Versuch einer Vorschau auf das Halbfinale. Weiterlesen

AFC Divisional Playoffs 2014/15: Denver Broncos – Indianapolis Colts live

[01h50] Endstand Denver Broncos 13, Indianapolis 24.

Größte Überraschung des Wochenendes, und ein verdienter Sieg für die Indianapolis Colts, die nun mit ihrem famosen QB Andrew Luck nach Foxboro reisen. Luck trotz zweier langer Interceptions heute wieder der absolute Dreh- und Angelpunkt der Colts-Offense, ist sicher eine Klasse reifer als noch vor einem Jahr.

Bei den Denver Broncos muss man sich fragen, ob es das Ende einer Ära ist. Bei Peyton Manning könnte die Diskussion ein bisschen verfrüht sein, aber sie könnte auch real sein: Möglicherweise war es sein letztes Spiel. Mannings Leistungsabfall in den letzten 12 Monaten ist frappierend, selbst von der ersten Saisonhälfte zu heute war es ein krasser Abfall. 3.9 NY/A für eine Manning-Offense war bis vor zwei Stunden undenkbar – es wurde Realität, selbst mit einigen Gratis-Yards in der Garbage-Time. So schlecht war er zuletzt als Rookie. Nie sah Manning so fertig aus wie heute.

Sollte Manning zurücktreten – und ich wette nicht mehr dagegen – wird Denver ohne Superbowl-Sieg bleiben. 2014/15 hätte das Jahr werden sollen. So wie 2012 und 2013. Vor zwei Jahren schmiss man die allerbeste Chance weg. Letztes Jahr hatte man einen Horrortag im Endspiel. Heuer ein guter Start ins Jahr, aber dann wurde es immer zäher, und heute ein lebloses Aus gegen eine alles andere als vorzügliche Colts-Verteidigung.

Wird Head Coach John Fox bleiben dürfen? DefCoord Del Rio gilt als heißer Headcoach-Kandidat in Oakland und könnte schon morgen den Vertrag unterschreiben.

Indianapolis geht durch. Erstaunlich für eine so limitierte Mannschaft, aber sie haben ein in lichten Momenten grandioses Pass-Spiel, das oft nur von Eigenfehlern wie Drops zurückgehalten wird. Wenn New England nächste Woche genauso „viel“ Pass Rush macht wie gestern gegen Flacco, kann man bei Luck für nichts garantieren.

[01h36] 4th/8 um 2cm zu kurz. Game Over. Im Spielzug davor rannte der CB #21 Davis die Pass-Route besser als der angespielte Receiver – hätte fast eine Interception gegeben.

[01h27] Denver 13, Indianapolis 24 | Q4 4:07. Vinatieri aus 30yds. Ein nahezu perfekter Drive aus Colts-Sicht: Nur 54yds Raumgewinn, aber 14 Plays und sage und schreibe über 8min von der Uhr genommen! Die Broncos-Defense sah vor allem auch gegen die kurzen Läufe schlecht aus, und brauchte einen Abseits-verdächtigen Spielzug über #94 Ware, um überhaupt den Drive zum Erliegen zu bringen.

[01h17] Punt Denver | Q4 13:30. Kein 1st-Down auch für Denver. Zwei Incompletions Manning, der aussieht als hätte er morgen seinen 50ten Geburtstag.

[01h13] Punt Indianapolis | Q4 13:31. Sagenhafter 19sek-Drive der Colts mit drei Incompletions. Jetzt schlägt durch, dass die Colts kein Laufspiel haben um die Uhr etwas zu kontrollieren. Denver mit nur 3 Passrushern, aber exzellenter Deckungsarbeit u.a. von CB #21 Talib, SS #43 und CB #25 Harris, die hauteng decken und jeweils eine Pass-Defense machen.

[01h08] Denver 13, Indianapolis 21 | Q4 13:50. 41yds-FG Barth. Broncos machen 53yds Raumgewinn in diesem Drive, brauchen dafür aber 14 Plays -> sagt alles aus. Spielen am Ende das 4th/4 nicht aus, sondern gehen auf Fieldgoal.

Drittes Viertel

[01h03] Ende Q3 in Denver. Großartige Szene zum Abschluss des Viertels für die Bronco-Offense: Nach zu kurzem Pass für WR Thomas und einem Gerangel wollen die Broncos bei 4th/1 an der IND 36 ausspielen, aber die PlayClock tickert herunter. Manning bringt seine Offense gerade noch in Position, übergibt an RB #22 CJ Anderson, der im Backfield niedermacht wird.

… oder nein: Erster Spin-Move.

… Zweiter Spin-Move.

… Dritter Spin-Move, und Anderson hat aus einem sicheren 4yds-Raumverlust ein lebenswichtiges neues 1st-Down gemacht. Anderson, der Sekunden zuvor noch den 1m größeren und 80cm breiteren OT #74 Orlando Franklin aus dem Gerangel ziehen musste.

[00h55] Interception #26 Rahim Moore | Q3 5:13. Wieder tiefer Ball Luck, und weil es sich nicht um Flacco handelt, kommt Rahim Moore diesmal mit der INT herunter. Ein unmotivierter Ball: Drei Verteidiger waren in der Zone, der Pass dann auch noch gut 3m zu kurz.

[00h47] Punt Denver | Q3 7:10. Broncos-Offense liegt drei Meter unter der Erde. #16 Cribbs riskiert mit seinen konsequent verweigerten Fair-Catches nun endgültig einen Fumble, kam zum zweiten Mal knapp davon. Die einzige Konstante: Wird Mike Carey dazu geschaltet, ist seine Einschätzung immer falsch. Naturgesetz.

[00h41] Denver 10, Indianapolis 21 | Q3 8:21. 15yds-Pass Luck für WR #14 Nicks. Colts kommen ohne Runnnigback auf das Feld. Denvers Passrush kommt erneut mit nur vier Leuten, aber es entsteht nie Gefahr. Luck hat alle Zeit der Welt, sucht und findet seinen Receiver. Der ganze Drive war sowas von souverän heruntergespielt: 8/3 Pass/Lauf Quote.

[00h28] Punt Denver | Q3 13:37. Manning geht in die Mitteldistanz, aber WR #10 Sanders bekommt die Zehen des zweiten Fußes knapp nicht ins Feld. Damit Punt. Manning hätte selbst mit einem Fuß die 5yds zum 1st-Down laufen können. Habe nicht erkennen können, ob CB #21 Davis wieder im Spiel ist. [Update dazu]

Zweites Viertel

[00h15] Halbzeit Denver Broncos 10, Indianapolis Colts 14.

Drittes Mal ein 14-10 zur Pause. Der Außenseiter führt, und er führt trotz einer Latte an Strafen (7/43 gegen Indianapolis vs nur 2/8 für Denver). Die Colts machen gefühlt zu wenig aus dem Moment. Nach einem ganz schwachen Beginn mit zu vielen nutzlosen Screen-Pässen schaltete man in einen Pass-Only Modus, der die Offense in Gang bekam. Andrew Luck mit angezogenem Tempo zu 16/24 für 137yds, TD + INT, aber wichtiger: Er kühlte damit den Passrush ab.

Indianapolis wurde allerdings vor der Pause viel zu konservativ, viel zu viele Läufe ins Nichts. Dass man am Ende sogar eine Interception bei einem „quasi-Punt“ werfen musste, muss dem Coaching-stab angekreidet werden.

Denver mit einem bizarren GamePlan, lässt Peyton Manning einen tiefen Wurf nach dem anderen versuchen, und alle gehen viel zu weit. Manning ist 7/18 für 71yds, ein Sack! 3.3 NY/A ist unter Tebow-Zone. Mindestens zwei Drops von Demariyus Thomas, der bei CB #21 Davis recht gut abgemeldet ist. Davis verabschiedete sich allerdings kurz vor der Pause verletzt in die Kabine.

Das Laufspiel über RB Anderson funktionierte eine zeitlang ganz ordentlich (12/66), wurde aber auch eingestellt als man Manning einen Pass ins Leere nach dem anderen versuchen ließ. Kein gutes Zeugnis für OffCoord Adam Gase, der ja Headcoach-Kandidat sein soll. Aber noch gibt es Zeit zum Umstellen.

Insgesamt ein taktisch ganz interessantes Spiel: Die Broncos stellten CB Talib anfangs gegen WR Hilton auf, zogen ihn später davon ab und schoben CB Harris drauf. Passrush der Broncos wurde mit Lucks schnellerem Tempo abgemeldet. Beide Teams mit unter 5.5yds/Offensivspielzug.


[00h10] Denver 10, Indianapolis 14 |Q2 0:02. 45yds-FG Barth.

[00h05] Interception #29 Bradley Roby | Q2 1:28. Luck geht tief, und Interception von CB #29 Roby.

[23h55] Punt Denver | Q2 2:32. Tiefe „Lochpässe“ von Peyton Manning. Nur, dass Lochpässe im Football weniger einbringen als im Fußball.

[23h47] Verkicktes Fieldgoal Indianapolis | Q2 4:33. Vinatieri verschießt in einem kickerfreundlichen Stadion aus 44yds. Der Drive der Colts zuvor war nicht wirklich berauschend: Ein Luck-Scramble und 20yds, ansonsten wenig ansehnliches, was auch dran liegen kann, dass SS #43 Ward schon über der Grenze deckt, was Körperkontakt angeht.

[23h41] Punt Denver | Q2 6:26. Die Broncos machen es spannend: #10 Sanders wird gegen CB #28 Toler gematcht – ein eigentlich gutes Matchup für Sanders. Aber dann schickt man Sanders ein ums andere Mal tief, und Manning überwirft sie alle. Zu viel hopp/topp der Broncos in diesen Minuten.

[23h37] Denver 7, Indianapolis 14 | Q2 7:23. Und auch in diesem Spiel geht der Außenseiter in Führung: Luck für TE #83 Allen, 3yds TD.

[23h27] Fumble #18 Peyton Manning | Q2 11:04. Von hinten rauscht Rookie-DE #91 Johnathan Newsome heran und provoziert den Fumble. LB #50 Jerell Freeman fällt auf den Ball. Indy übernimmt an der DEN 40.

[23h18] Denver 7, Indianapolis 7 | Q2 14:14. 6yds-Run Herron. Guter Drive der Colts, die die Geschwindigkeit erhöhen und die sinnlosen Screen-Pässe aus dem Repertoire streichen. Luck mischt nun schön die Routen durch und findet in jedem Snap einen Abnehmer. Laufspiel wird bestenfalls als Alibi zwischendurch eingestreut.

Erstes Viertel

[23h13] Ende Q1 in Denver. Von einem anderen Feld: Gerüchteweise soll Cowboys-DefCoord Marinelli neuer DefCoord in Tampa werden.

[23h07] Punt Denver | Q1 4:28.

[23h01] Punt Indianapolis| Q1 5:47. Starker Druck auf Andrew Lucks Pocket. Luck antwortet im zunehmendem Drive-Verauf immer mehr mit nicht ungefährlichen Screen-Pässen, die nichts einbringen außer INT-Gefahr.

[22h52] Denver 7, Indianapolis 0 | Q1 10:00. Colts bremsen Denver zu einem 3/out, ehe DT #97 Jones heranrauscht und wie eben Matthews einen „van Oelhoffen“ macht. Diesmal wird die Flagge geworfen – roughing the passer, und Manning groovt sich in die Partie, nutzt die Gratis-Plays für #88 Thomas und #80 Thomas. #88 Demariyus Thomas mit dem 1yds-TD. Bizarrerweise wird kein Cornerback gegen Thomas angesetzt, sondern S #30 Laron Landry. Resultat = nicht verwunderlich.

[22h43] Punt Indianapolis | Q1 13:44. Zu viel Druck auf die Pocket Andrew Lucks. #94 Ware bricht von hinten heran und bringt Luck zu Fall. Kein 1st-Down für Indianapolis.


[22h38] Seit Wochen ist klar, dass mit Broncos-QB Peyton Manning etwas nicht stimmt. Was nicht klar wurde: Ist er tatsächlich verletzt, oder wird er von den Broncos so stark eingedämmt, damit er sich nicht verletzt? Die Broncos wurden in den letzten Wochen ein lauflastigeres Team, aber es könnte auch an jenem einen verheerenden Spiel gegen die Rams hängen, als Mannings Protection zerbröselt wurde und die Eindimensionalität der Broncos offen gelegt wurde. Seither gibt es immer stärkere Einbindung von Laufspiel und RB C.J. Anderson. Heute trifft man auf eine bestenfalls unterdurchschnittliche Run-Defense.

Anderes Problem der Colts: Denvers Ball-Fänger sind so fit wie seit Wochen nicht. Indianapolis kann dem einen CB Davis entgegenwerfen, und ansonsten relativ wenig.

[22h33] Next Up: Broncos – Colts.