NFL-Power Rankings 2012/13 – Die finale Version

Der Playoff-Run der Baltimore Ravens ist auch in den Power-Rankings schnittig. Die reinen Effizienz-Stats der Ravens in Jänner und Februar schauen wie folgt aus:

Offense

Pass            8.3 NY/A
Lauf           39.3 %
Interceptions   0.0 %
Fumbles         1.5 %

Defense

Pass            6.0 NY/A
Lauf           51.9 %
Interceptions   3.2 %
Fumbles         1.3 %

Penaltys

Penaltys        0.35 Yards per Play

Das hätte über die komplette NFL-Saison für einen Ranking-Wert von .705 gereicht, und wäre der beste in der NFL diese Saison gewesen. Aber der Playoff-Lauf der Ravens war nicht der beste aller Teams, denn die San Francisco 49ers erreichten dank ihrer unglaublichen Pass-Offense eines Quarterbacks namens Kaepernick einen „Playoff-Wert“ von .713, was die Ravens-Playoffs knapp schlagen würde (u.a. dank Kaepernicks sensationeller 9.0 NY/A im Passspiel). Nicht zu vergessen hierbei: Die Testmenge ist mit vier bzw. drei Spielen dabei jeweils ziemlich klein.

Bevor die Ravens allerdings die Kuhglocken herausholten, um im Winter mächtig Lärm zu veranstalten, waren sie – wie oft diskutiert – ein mittelmäßiges Team. Der Superbowl-Champion Baltimore Ravens schaffte zwar in den vier Wochen Playoffs einen ordentlichen Satz nach vorne, landet im finalen Ranking aber trotzdem immer noch „nur“ auf Position #10. Die Ravens-Werte über alle ihre 20 Saisonspiele:

Offense

Pass            6.6 NY/A
Lauf           39.2 %
Interceptions   1.6 %
Fumbles         0.8 %

Defense

Pass            6.1 NY/A
Lauf           55.5 %
Interceptions   2.5 %
Fumbles         1.1 %

Penaltys

Penaltys        0.49 Yards per Play

Was lernen wir draus? Die Differenz in den Playoffs kommt weniger von Seiten der Defense um den Heldenfootballer Ray Lewis, sondern war neben der deutlich verbesserten Disziplin vor allem einer: QB Joe Flacco und seine Pass-Armada. Keine Turnovers, dafür ein Weltklassewert von 8.3 NY/A im Passspiel. Die tiefen Bomben killten Baltimores Gegner, und auch wenn ein oder zwei der langen Bälle etwas glücklich waren: Das war massiv. Dafür haben die Amerikaner den Begriff des „torchings“ erfunden.

Wie sind die Ravens also zu sehen? Als einer der Teams, das simpel gesagt einen unheimlichen Lauf zum haargenau richtigen Zeitpunkt hatte. Der Run war nicht vorherzusehen. Aber selbst Teams wie beispielweise Detroit oder Cleveland hatten in den letzten Jahren solche Läufe – die passten halt leider in der Regular Season, woe es kein Schwein merkt. San Francisco wäre vor dem nächsten Aufeinandertreffen erneut gegen Baltimore favorisiert, aber die Ravens schlossen die Lücke Woche für Woche.

Auch die 49ers waren eine sensationelle Mannschaft in den Playoffs, vor allem dank Kaepernicks Wundertaten. Aber San Francisco hatte ein Problem: Die Pass-Defense kollabierte. War man in der Regular Season mit 5.3 NY/A noch eine der besten Units gewesen, ließ man in drei Playoffspielen 7.8 NY/A zu – ein Wert in Regionen, wo nur noch die New Orleans Saints annähernd “mithalten” können. Die Verletzung des Defensiv-MVPs Justin Smith und der dadurch schwer beeinträchtigte Pass Rush könnten da tatsächlich übel reingespielt haben.

Trotzdem: Über die komplette Saison gewinnen die 49ers den heimlichen Preis für die beste Mannschaft, da sie quasi im allerletzten Drücker die Denver Broncos noch überholen konnten. Kaufen können sie sich dafür nix, aber es bleibt festzuhalten, dass die San Francisco 49ers bestens für die Zukunft aufgestellt sind. Wie auch die Seattle Seahawks, obwohl diese ihren DefCoord Gus Bradley verlieren.

Das Power-Ranking zeigt weiters: Letzten Endes waren wohl die richtigen Teams in den Playoffs: Neun Playoffmannschaften schließen in den Top-10 der Rankings ab. Nur die Bengals, Vikings und Colts fallen etwas ab – die Colts aufgrund ihrer pathetischen Vorstellung in Baltimore sogar ziemlich deutlich (Rückfall auf #26).

Die Breakout-Kandidaten für 2013 bleiben Carolina (3.0 Siege unter ihrer Erwartung), Detroit (4.3 Siege unter ihrer Erwartung), Philadelphia (2.8 Siege unter ihrer Erwartung) und Cleveland (1.8 Siege unter der Erwartung). Eher – gemessen an der dieses Jahr geweckten Erwartung – enttäuschende Jahre würde ich jetztigen Zeitpunkt für Vikings und Colts aus bekannten Gründen erwarten.

Also: Hier sind die finalen Power-Rankings der Footballsaison 2012/13:

NFL Power Ranking 2012/13 - Finale Version

NFL Power Ranking 2012/13 – Finale Version

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strength of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Playoffs. Fettgedruckte Teams waren für die Playoffs qualifiziert.


Das Power-Ranking schließt derweil mit einer Vorhersage-Genauigkeit von 150-68 korrekten Tipps ab, was 68.8% entspricht. In den Playoffs war es 7-4, wobei drei der Fehltipps gegen die Baltimore Ravens waren und ein vierter im Krimi von Atlanta gegen Seattle.

Mein Gefühl war unpräziser: Über den selben Zeitraum wie das Power-Ranking hatte ich nur 144 korrekte Tipps, also sechs weniger. Über die komplette Saison tippte ich 172 Spiele korrekt, was 64.7% entspricht – also doch deutlich unter dem, was mathematisch möglich war.

Ich hoffe, in der Offseason das mathematische Modell etwas verfeinern zu können und in Blogeinträgen zu erklären, wie eine Mannschaft das Ding schlagen kann. Außerdem arbeite ich dran, einen Weg zu finden, die Special Teams einzubauen; garantieren kann ich noch für nix, da die Special Teams viel zu kleine Datenmengen hergeben und daher a) sehr volatil sind und b) ihr Effekt schwer messbar ist. Wie bewerte ich einen Punt von der eigenen 17 im Vergleich zu einem von der gegnerischen 41. Letzterem zwei Ron-Rivera-Gedächtnispunkte abziehen?

Erst mal steht aber wieder Unterricht an: Die Sezierstunden warten.

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Saison-Review 2012/13: Was waren meine Vorhersagen aus dem Sommer wert?

Ich habe oft geschrieben, wie und weshalb es schwierig ist, in der NFL gute Prognosen zu stellen und werde auch das Power-Ranking in nächster Zeit zumindest auf die Nieren prüfen. Trotzdem scheute ich mich auch im letzten Sommer nicht, ein paar Saison-Prognosen abzugeben. Der Review.

Die allgemeine Prognose war:

Wir werden im Jänner wieder vom nächsten Trainergenie Schiano fusseln, wenn die 12-4 Buccs (10-1 in engen Spielen) die NFC South gewonnen haben und vom Ende der Packer-Ära, weil Rodgers statt 1% mehr als 2% INT-Quote widerfahren und die Defense nur noch fuffzehn statt fünfhundertfunfundzwanzig Interceptions abfängt. Wir werden vergessen, wie eng die 32 Teams in ihrem Leistungsniveau beeinander liegen. Wir werden vergessen, wie viel Unsicherheit jede Spielsituation umgibt. Wir werden wieder stattdessen was von better execution und guts und clutch Eli und momentum hören und faseln.

As jeder Jahr gab es auch diesmal ein Freak-Team aus den Niederungen, das sich durchwurstelte: Man ersetze oben Buccs mit den Indianapolis Colts, und wir haben eine fast 100%ig präzise Beschreibung. Das zwei große close win-Team waren die Vikings, letztes Jahr 2-9 in engen Spielen und mit der drittschwächsten NFL-Bilanz, diesmal 5-1 in engen Spielen und in den Playoffs.

Die spezifischeren Bauchgefühl-Tipps nachfolgend unter der Lupe:

American Football Conference

  • AFC East: New England
  • AFC North: Pittsburgh
  • AFC South: Houston
  • AFC West: Kansas City
  • Wildcards: NY Jets, Baltimore

3/6 Playofftipps waren richtig. Der Schlaumeiertipp Kansas City war Grütze hoch drei, aber wenn man sich zu weit aus dem Fenster lehnt, muss man damit rechnen runter zu fallen. New England und Houston waren relativ sichere Tipps, Baltimore auch (obwohl die Ravens zu knabbern hatten, sich überhaupt zu qualifizieren). Pittsburgh scheiterte knapp, weil sich die Bengals etwas besser machten als gedacht. Bei den Jets hatte ich geschrieben:

 Die Jets sind mit durchschnittlichen Quarterback-Leistungen sicherer Playoff-Kandidat

Das QB-Spiel war unterirdisch, die Jungs von Rex Ryan flogen knapp an den Playoffs vorbei. Denver hatte ich aufgrund der Fragezeichen um Manning und wegen der schwachen 2011er-Saison nicht so recht auf der Rechnung gehabt.

National Football Conference

  • NFC East: Philadelphia
  • NFC North: Chicago
  • NFC South: Atlanta
  • NFC West: Arizona
  • Wildcards: New Orleans, Green Bay

Weia. Green Bay und Atlanta machten sich wie gehabt, aber davon ab sind etliche Klogriffe dabei. Philadelphia begann gut, baute stark ab und war Mitte Oktober bereits eine Katastrophe. Was für ein Loser. New Orleans kam nach schwachem Start nie mehr so richtig in die Gänge und litt unter einer bedenklich schwachen Defense. Chicago war immerhin einen Fehlkick auf einem anderen Spielfeld (Minnesota) von den Playoffs entfernt.

Der übelste Tipp ist aber mit Gewissheit jener in der NFC West. Ich hatte geschrieben „Freakshow“; San Francisco hatte ich nach dem überhypten 13-3 der letzten Saison aus oft genannten Gründen nicht wirklich getraut; Seattle wegen der unsicheren QB-Situation auch nicht. Ich schrieb, ich gehe „mit dem größten Außenseiter“ (Arizona). Der war dann auch selbiges und wurde ohne NFL-reife Offense Letzter.

Der spätere Superbowl-Finalist nichtmal in den Playoff-Tipps.

Die allgemeineren Erwartungen für die NFC waren nicht furchtbar:

Ich erwarte eine spannende, auf breiter Basis ausgeglichene Conference. Vor allem die Wildcards dürften heiß umkämpft sein. Seattle, Dallas, Detroit und die New York Giants fliegen knapp raus.

Seattle war stärker als erwartet. Dallas und die Giants waren erwartet knapp dran. Detroit nicht, aber die Lions hatten mit ihrer 4-12 Bilanz extremes Pech und waren weniger weit von den Playoffs entfernt als man meinen möchte.

Superbowl

Tipp war Houston-Sieg über Philadelphia. Aber weil die Eagles tief flogen und die Texans ihr Image von “good but not great” bestätigten, sind wir weit von so einem Superbowl entfernt. Beweis einmal mehr: NFL-Finalisten im Sommer tippen ist Idiotie. Trotzdem werde ich es nächstes Jahr natürlich wieder versuchen.

Individual-Awards

  • MVP – Drew Brees/Saints.
  • Offensiv-MVP – Brees.
  • Defensiv-MVP – Darrelle Revis/Jets.
  • Offensiv-Rookie des Jahres – Andrew Luck/Colts.
  • Defensiv-Rookie des Jahres – Bruce Irvin/Seahawks.
  • Comeback-Spieler des Jahres – Peyton Manning/Broncos.
  • Trainer des Jahres – Andy Reid/Eagles.

Genau ein Tipp richtig (Manning). Brees und seine Saints waren schnell „catch up“, ergo war Brees nie ein realistischer MVP-Kandidat. Revis verletzte sich früh in der Saison, hätte aber gegen die monströse Saison des J.J. Watt wohl nie Land gesehen. Luck spielte ordentlich, wurde aber letztendlich von RG3 und Russell Wilson etwas in den Schatten gestellt. Bruce Irvin machte die erwartet vielen Sacks, erwies sich aber als zu unreif für die Laufverteidigung und so gewann mit Luke Kuechly von den Panthers ein eher unspekakulärer Spieler den Rookie-Award für die Defense – ein Abwehr-Jahrgang, der noch nicht die ganz großen weltbewegenden Superstars hervorgebracht hat.

Andy Reid war höchstens deswegen Coach des Jahres, weil er jede Woche in der Presse stand und zwei Tage nach der Entlassung in Philadelphia einen neuen Job in Kansas City hatte.


Kurzfassung: Die allgemeineren Einschätzungen trafen ziemlich genau ins Schwarze. Die NFC-West hatte ich unterschätzt. Bei den spezifischeren Tipps waren viele Fehlgriffe mit dabei… wie eigentlich immer, wenn man versucht, den Schlauen zu spielen.

Cheers.

Wo kann ich Super Bowl XLVII sehen?

Kickoff

So/Mo 3./4.2. 2013
0h30.

Vorneweg: Die Superbowl 2013 am Sonntag ist auf erfreulich viele Kanälen zu sehen. Noch besser: World-Feed freie Zone. Nachfolgend eine Auflistung der zu empfangenden Superbowl-Übertragungen quer durch die Lande, plus ein paar Superbowl-Partys. Zuallererst aber ein Verweis für den heutigen „Media-Day“ aus New Orleans: Live und for free zu sehen ab 16h MEZ im NFL-Network Stream bei NFL.com.

Deutscher und italienischer Sprachraum

NFL GamePass – Internet-Stream; die GamePass-Übertragung wird den originalen CBS-Feed mit allen Superbowl-Werbespots und den Kommentatoren Nantz/Simms übernehmen (Quelle: NFL-Gamepass Support). Zum GamePass hier entlang.

Was diese Woche im NFL-Network so an Superbowl-Programm empfangbar ist, wird hier gelistet.

ESPN America – übernimmt in der Vorberichterstattung wohl wieder den lärmigen ESPN-Feed und hüpft dann etwas nach Mitternacht ins Stadion; welche Übertragung (CBS, World Feed) es geben wird, kann ich aufgrund uneiniger Quellen nicht mit 100%iger Gewissheit sagen, aber die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass es das leichte Downgrade zu Nantz/Simms sein wird: Bob Papa und Joe Theisman… also der World Feed. Papa ist ein passabler Mann; wer sich aber einen Gewaltigen raufpausen möchte (Stichwort: Drinking Game), sollte es für Theisman und „really nice play“ machen. Prost.

Aber wir haben Gott sei Dank Alternativen. Zu den länderspezifischen Eigenheiten.

Zusätzlich länderspezifisch

Deutschland – Deutschland mal wieder mit dem größten Angebot. SAT.1 wird mit den Kommentatoren Frank Buschmann und „Vize“ Jan Stecker live aus dem Stadion kommentieren, und ist gemessen an der Vorstellung vom letzten Sonntag der Qualität des NFL-World Feeds und Nantz/Simms haushoch überlegen. Die Übertragung wird geo-getagged für Deutschland bei ran.de gestreamt.

Für ein spezielleres Fachpublikum sollte SPORT1+ mit deutscher Kommentierung die Anlaufstation sein; Markus Krawinkel und Florian Berrenberg werden kommentieren. Der Sender ist allerdings Bezahlsender.

Zumindest im Norden Deutschlands dürfte auch teilweise die britische BBC-Übertragung zu sehen sein, die schon in der Vergangenheit des Öfteren extrem gelobt wurde.

Österreich – die hochgelobte PULS4-Show wird wieder aufmarschieren: PULS4 überträgt das Spiel mit Kommentierung von Walter Reiterer & Michael „The President“ Eschlböck und hat selbst in New Orleans einen Mann vor Ort; die Expertenrunde wird aus dem neuen PULS4-Studio kommen; Moderation: Christian Nehiba, und dabei u.a. auch Tobias Oberzeller, Pasha Asiladab und Referee Bojan Savicevic. Mit dabei sind auch wieder die Cheerleader und diesmal auch eine Blasmusikkapelle. Weitere Infos: Hier entlang.

Schweiz – SRF 2 überträgt ab 22h45 mit Vorberichterstattung und steigt ab 23h55 in die Liveübertragung ein. Mit in die Übertragung eingebunden ist der schweizerische Offensive Liner der Florida State University, Daniel Glauber. Wer kommentiert, ist mir nicht bekannt (Sascha Ruefer?).

Italien – Sportitalia 2, empfangbar via DVB-T. Zwar ist nicht das Bild, sondern nur die Kommentierung „HD“, aber der fantastische Matteo Gandini macht da vieles wieder wett. Wichtige Touchdowns arten schnell mal zu Arien á la Sudamericana aus. Zumindest in Südtirol ist die SAT.1-Übertragung auch über Satellit empfangbar.

Super Bowl Partys

Viele Superbowl-Partys wieder querbeet durch alle Lande. In Österreich muss man sich beeilen, wenn man noch diverse letzte Resttickets bekommen will (alle größeren Feten sind bei Football-Austria gelistet). In Deutschland ist in der Nacht auf Montag so viel los, dass der Überblick längst verloren gegangen ist; ich verweise daher nur auf die Party in der Münchner TonHalle mit ESPN America und den Sofa-Quarterbacks [Facebook-Seite]. Ab 21h30 werden Andreas Renner und Nicolas Martin dort live auftreten; die Sendung wird live bei GFL TV gestreamt.

Wer lieber aufs leise Dachkämmerlein steht, für den wird es vielleicht wieder Liveblogging auf diesem Blog geben; dieses Jahr ohne Uni-Prüfung am Montagmorgen. Dafür wieder mit Weißwurst und Brezl.

Conference Championships 2013 – Nachklapp

Mit den Baltimore Ravens ist also tatsächlich der vermeintlich größte Außenseiter in die Superbowl eingezogen. Die Ravens, im Power-Ranking immer noch in der unteren Hälfte der Liga klassiert, profitierten diesmal nicht von einem gurkigen Gegner (wie in den Wildcard Playoffs) oder einem Freakspiel (Denver), sondern stellten tatsächlich die beste NFL-Offense komplett kalt. Okay, vielleicht nicht „komplett“, aber es reichte, um mit ein paar glücklichen Turnovers und gegnerischen Drops im rechten Moment (Welker), und vor allem einer richtig, richtig guten zweiten Halbzeit in Foxboro zu bestehen. Weiterlesen

AFC-Championship Game 2012/13 live: New England Patriots – Baltimore Ravens

Previews

[03h52] Endstand New England Patriots 13, Baltimore Ravens 28.

Das Bruderduell ist perfekt. Baltimores Sieg heute ist fast noch die größere Sensation als jener von letzter Woche, auch in der Art und Weise: Die Ravens verdienten sich den Sieg heute mit einer richtig guten zweiten Halbzeit; QB Flacco orchestrierte zwei, drei lange Drives gegen eine immer passivere Patriots-Defense, die so aussah wie zu schlimmsten Zeiten in den letzten Jahren.

Bedenklich auf Patriots-Seite war die grottige Patriots-Offense, die heute nur selten in der gefürchteten No Huddle-Version auflief und entsprechend auch null Schwung aufnehmen konnte. QB Brady mit einer Serie an schlechten Pässen plus eine Receiver-Gruppe mit vielen Drops.

New England hat sich zum Teil selbst geschlagen: Drops, Turnovers (wenn auch unglückliche) und ein paar knapp nicht gemachte kritische Plays (3rd downs); zu den aufgezählten Dingen gesellte sich schließlich noch ein Angsthasen-Management von HC Belichick, der viele Punts tief in der gegnerischen Platzhälfte schießen ließ. Aber insgesamt war es vor allem wegen der zweiten Halbzeit mit sehr beständigem Spiel ein verdienter Ravens-Sieg und das erste Mal seit vielen Wochen, dass man bei Baltimore das Gefühl hatte, sie würde aus eigener Kraft einen Gegner pulverisieren.

Damit lasse man die Hype-Maschinerie losgehen: „Harbaugh Bowl“ oder „Harbowl“, ein Bruderduell auf Head Coach – eigentlich ist das schon unglaublich. Damit wird der Hype weniger künstlich als sonst wirken. Die zweite Storyline wird Ray Lewis sein. Eine dritte potenzielle das aufregende Leben des Colin Kaepernick. Vielleicht findet Randy Moss’ letztes Halali Beachtung.

[03h46] Und jezz ist er eingeschlagen: INT Carey Williams in der EndZone.

[03h40] Suboptimaler Punt für die Ravens. 2:05 verbleiben.

[03h36] Die Ravens verwerten 3rd down auf 3rd down und haben die Uhr gleich an der 2min-Warning.

[03h29] Wenn du die Scheiße hast… Langer Pass Bradys für Welker, der aber nicht den Speed hat um durchzulaufen. Ein Play später wird der Pass an der Line of Scrimmage abgefälscht und fällt dem dahinter wartenden LB #59 Ellerbe in den Schoß. Riecht nach Sargnagel.

[03h25] Die Patriots-Defense gibt ein Lebenszeichen, entsendet Blitzes und erzwingt Incompletions. 7:25 kriegt New England den Ball zurück.

[03h21] 4th down in der RedZone. Brady wirft den Ball ins Leere, und in Foxboro setzt der Massenexodus ein.

[03h15] Gerade nochmal gesehen. Der Tackler war, ja, unser Freund #31 Pollard. Der Hit ging allerdings eher von RB Ridley aus. Und es war eher ein Fumble.

[03h12] New England 13, Baltimore 28/Q4 11:13. TD Boldin. Hier bahnt sich tatsächlich eine große Sensation an. 15 Punkte und diese eigene Defense… naja.

[03h08] Haarige Szene: RB Ridley fumbelt nach einem massiven Hit den Ball weg und muss dann benommen vom Feld genommen werden. Die Refs geben den Fumble, obwohl die TV-Bilder down by contact vermuten hatten lassen. Die Ravens dürften gegen eine mittlerweile drei Meter unter der Erde liegende Patriots-Defense gleich wieder scoren.

[03h02] New England 13, Baltimore 21/Q4 14:56. Play-Action, WR Boldin pflückt das Ei zum 2yds-TD herunter.

Drittes Viertel

[02h59] Die Ravens stehen nach einer weiteren sauberen Angriffsserie kurz vor dem nächsten Touchdown gegen eine sehr zahnlos aussehende Patriots-Defense. Es war ein drittes Viertel, das die Ravens klarer dominiert haben als es der Spielstand ausdrücken will.

[02h50] Keine gute Serie der Patriots, bei denen QB Brady mittlerweile wirklich schlecht aussieht und selbst einfache Pässe daneben feuert. Und das, obwohl er Zeit hätte.

[02h40] New England 13, Baltimore 14/Q3 6:14. Aus dem Nichts kommt – wie schon beim ersten TD-Drive – eine ganz lange Serie für Baltimore: 10 Plays, 87yds. Abgeschlossen per TD-Catch für TE Pitta, zwei Plays nachdem Pitta einen harten Hit gegen Mayo einstecken musste.

[02h32] Jetzt wieder Versuche eines tiefen Passspiels der Patriots – einmal fing Hernandez, einmal nicht. Im dritten Down Welker mit einem simplen Drop (superbowl-like), und New England muss schon wieder an der BAL 34 punten.

[02h24] Weiterhin keine Konstanz im Ravens-Angriff. Flacco im dritten Versuch mit einem schwachen Wurf, der Boldin meterweit überwirft.

Zweites Viertel

[02h10] Über die SAT.1-Übertragung kann man nicht klagen. Vom Marktgeschrei der ersten Halbzeit der letztjährigen Superbowl sind Buschmann/Stecker meilenweit entfernt, und die Erklärungen Steckers sind kurz und knackig und haben größtenteils Hand und Fuß. Kann man insgesamt nicht drüber klagen.

[02h05] Halbzeit New England 13, Baltimore 7.

Streckenweise ist das eine etwas zähe Veranstaltung mit zwei Angriffen, die nicht richtig auf Touren kommen wollen. New England sieht nicht besonders konzentriert aus, ist den Ravens aber immer noch um Längen überlegen. Was den Patriots aber komplett abgeht: Ein Element wie ein Pass, der mal mehr als 10yds fliegt. Ansonsten ein Spiel im Rahmen des Erwarteten. Es sind nur sechs Punkte, aber man hat nicht das Gefühl, dass die Ravens da plötzlich ein Offensivfeuerwerk anzünden könnten.

[02h02] New England 13, Baltimore 7/Q2 0:00. Mäßiges Zeitmanagement der Patriots vor der Pause, inklusive eines unmotivierten Brady-Scrambles inklusive Tritt in die Eierregion bei einem Verteidiger (Ed Reed?).

[01h58] Die Patriots spielen einen schönen 4th-and-1 an der BAL 30 aus: Während Brady noch Kommunikationsschwierigkeiten mit der Seitenlinie antäuscht, kriegt RB Woodhead dahinter den direkten Snap und bricht locker 10yds durch.

[01h51] Jetzt wieder schneller Sack gegen Flacco. Die Patriots müssen immer noch ohne Talib auskommen.

[01h45] New England 10, Baltimore 7/Q2 4:18. 11 Plays, 79 Yards und viel Klein-Klein für die Patriots-Offense. Jetzt war WR Welker wieder mehr eingebunden, und schon funktionierte der Angriff reibungslos, Baltimore bekam kaum Zugriff.

[01h33] New England 3, Baltimore 7/Q2 9:28. Jetzt mal ein schöner Drive der Ravens (13 Plays, 90yds), mit relativ vielen kurzen Flacco-Pässen (5/6 für 74yds). Größter Spielzug war der tiefe Ball für WR Torrey Smith gegen CB Arrington. Vielleicht nicht unwichtig: CB Aqib Talib ist seit drei oder vier Drives nicht mehr einsatzfähig.

[01h24] Oh Mann, Aikman endlich abgeschaltet, und dann kommt Stecker mit momentum.

Erstes Viertel

[01h22] Überschaubare Qualität, das was Patriots und Ravens da bisher zeigen. Das ist schon der insgesamt achte (!) Drive, den Baltimore eben begonnen hat. Die Patriots sind „optisch“ überlegen und spielen die etwas längeren Drives; Baltimores längste Serie waren ganz 4 Plays. Beide gemeinsam mit 21 Passversuchen; combined 9 Completions (Flacco 1/6 complete).

[01h20] Groundhog. Ravens beginnen an der eigenen 10.

[01h17] Keine zwei Minuten vergehen und die Ravens müssen wieder punten. Was New England in diesem Spiel dadurch bisher dominiert: Feldposition. Sie beginnen nun schon wieder in Mittellinien-Nähe.

[01h14] Bei den Patriots läuft lange nicht alles geschmiert: Eher einfache Pässe werden leichter überworfen, und, obwohl dann immer noch fangbar, fallen gelassen. An der 35yds Line der Ravens wird ohne mit der Wimper zu zucken gepuntet.

[01h07] Der erste lange Ball der Ravens gerät fünf Meter zu lang. Als Konsequenz müssen die Ravens zwei Plays später punten.

[00h59] New England 3, Baltimore 0/Q1 6:21. Baltimore mit erwartet wenig Druck an der Anspiellinie, aber die Patriots kommen trotzdem noch nicht richtig in Schwung. Noch nicht richtig, aber es reicht für einen mit vielen kurzen Pässen und Läufen in die RedZone zu kommen. Beim 4th und 3 schießen sie nur ein Field Goal.

[00h51] Punt auch auf der Gegenseite. Noch etwas unterkühlter Kick in Foxboro.

[00h48] Erster Patriots-Drive ist nach einem nicht gefangenen Ball Welkers downfield schnell gestoppt. Die Patriots schaffen mit einem billigen Trick (Backup-QB Mallett in die Aufstellung), den Ravens ein Timeout abzuluchsen, punten danach.

[00h39] Football mit deutscher Kommentierung, da werden bei mir immer Erinnerungen an die Glanzzeiten im ORF wach. SAT.1 kupfert heute auch deren Ideen von eMail-Anfragen ab.

[00h35] CBS hat übrigens mit Steve Tasker einen Sideline Reporter ohne Titten.

[00h32] Sat.1.

[00h19] Paar Minuten Pause, dann geht es weiter.

NFC-Championship Game 2012/13 live: Atlanta Falcons – San Francisco 49ers

[00h18] Haben die 49ers eben zuerst dem ehemaligen Owner Eddie DeBartolo die trophäe gegeben, und erst nachher den neuen Owner, den milchgesichtigen Jed York (DeBartolos Schwiegersohn), zu Wort kommen lassen?

[00h13] Colin Kaepernick kriegt nun die Chance, als zweiter farbiger QB die Superbowl zu gewinnen. Alex Smith, ehemaliger Top-Draftpick und in seiner besten Saison auf die Bank gesetzt, kriegt derweil das Kotzen.

[00h12] Endstand Atlanta Falcons 24, San Francisco 49ers 28.

Wie ich schon schrieb: Für die Pundits eine neue Storyline, Atlanta die keine Führung in wichtigen Spielen über die Zeit bringen können.

Es war ein tolles Spiel mit zwei sehr guten Mannschaften. San Francisco ließ sich nach dem frühen hohen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen und biss sich ins Spiel zurück. Atlanta seinerseits blieb in der kompletten zweiten Halbzeit punktelos. Ich schrieb zur Pause, diese Offense sei nicht nochmal 30min haltbar. Korrekt. Aber gar keine Punkte mehr?

Zum Thrill der Partie trugen auch die Fehler (Fehlkicks, Turnovers) bei. Spannendes Spiel, und es liegt nun an John, den „Harbowl“ komplett zu machen.

[00h05] Also: 4th down scheitert, weil Bowman mit einem grenzwertigen Einsatz gegen White durchkommt. San Francisco muss mit 13sek auf der Uhr punten.

Ryan kommt nach einem Hit (#55 Ahmad Brooks) mit schmerzverzerrtem Gesicht raus, und der letzte Ball gerät viel zu kurz.

Erstmals ein Harbaugh in der Superbowl.

[00h02] 4th und 4, und ich bin schon beim Verfassen einer Klage an meinen Internetanbieter. Verbindungen bocken, Verbindung zum Gamepass wird gekappt und ich muss mich noch einen Moment sammeln.

[23h51] 2min- Warning. Atlanta in der RedZone. Phil Simms würde jetzt empfehlen, auf ein Field Goal zu spielen um SF nachher zu stoppen und danach noch ein Field Goal zu schießen.

[23h47] 3rd down, an der rechten Seitenlinie läuft WR Douglas allein runter, aber der Pass kommt nur 99%ig genau. Douglas wurstelt und kriegt den Ball iiiiiiiiiirgendwie unter Kontrolle (oder nicht?). Harbaugh riskiert die Challenge – und obwohl ihr nicht statt gegeben wird, finde ich: Der Versuch war’s wert. Besonders in diesem Moment. Inconclusive evidence, und ich kann den Call nachvollziehen.

[23h45] Vier Punkte Differenz. Unter fünf Minuten verbleibend. Atlanta an der Mittellinie. Verständlich, dass die Falcons keinen Stress mehr haben.

[23h42] Breaking: Harry Douglas fängt den ersten Ball außerhalb der Big 3.

[23h36] Atlanta 24, San Francisco 28/Q4 8:23. Geht alles so einfach wie schon seit zwei Stunden – nur eben ohne Fumble oder Fehlkick. RB Gore vollendet und mein Gruß an die Pundits: Neue Storyline für Atlanta! Sie „choken“ jetzt zwar nicht mehr sämtliche Playoffspiele, sondern „nur noch“ Führungen mit drei und mehr Scores!

[23h31] Atlanta schafft kein 1st down. Der Punter mit einem suboptimalen Punt, der von #19 Ginn jr. auch noch an die ATL 38 returniert wird, und Aikman spritzt beim Gedanken an momentum swings gleich ab.

[23h25] Das Spiel bleibt nicht unwitzig: 49ers bewegen vor allem über WR Crabtree mit Leichtigkeit den Ball, dann wird Crabtree von einer Traube Falcons an der 0.5-yds Line der Ball aus der Hand geschlagen. Fumble, keine Punkte für San Francisco.

Drittes Viertel

[23h21] Das dritte Viertel geht zu Ende mit dem zweiten Personal Foul gegen die bisher rekordverdächtig disziplinierten Falcons: DL Matthews etwas unkoordiniert, erwischt in der Hitze des Gefechts Kaepernicks Gesichtsgitter.

[23h18] Und was nützt all der Scheiß, wenn QB Ryan – wie eben – den Snap wegfumbelt? Zweiter Turnover für die Falcons en suite. Und völlig unforced.

[23h16] Das ist ja unglaublich, was das Falcons-Trio so alles runterpflückt! 21 komplette Pässe, und alle von Jones/White/Gonzalez gefangen. Gab es schonmal drei Wide Receivers aus einem Team mit 100+ Yards?

[23h08] Plopp! Der Fehler bleibt folgenlos, da 49ers-Kicker Akers ein Field Goal an die Stange setzt. San Francisco kriegt seinen TE Vernon Davis heute aber bedenklich oft in völlig ungedeckte Zonen rein. In der RedZone geht es wieder hoch her, u.a. fälscht CB Moore einen Pass gerade noch mit dem Fingernagel vom linken Ringfinger ab und verhindert damit ein weiteres 1st down.

[23h05] Ryan begeht den unvermeidlichen Fehler und wirft eine Interception: CB Culliver hüpft in einen Pass, der für *Überraschung* White gedacht war.

[22h54] Atlanta 24, San Francisco 21/Q3 10:47… das sieht so einfach aus alles, wozu gibt es überhaupt Defenses? Atlanta verharrt in Ehrfurcht, während die 49ers locker über die Mitte laufen, oder tiefe Bälle für die Tight Ends und H-Backs (und WR-Oldie Randy Moss!) werfen. Kaepernicks Pass-Offense ist mittlerweile auch bei 9.9 NY/A angelangt.

Zweites Viertel

[22h43] Atlanta hatte in der ersten Halbzeit prinzipiell einen Drive mehr als San Francisco (die 25sek am Ende zähle ich da mal raus).

Aber: Atlanta bewegt die Ketten mit sensationellen 11.3 NY/A im Passspiel. Das wird nicht zu halten sein, vor allem nicht ohne wenigstens minimale Entlastung durch Turner/Rodgers.

Die zehn Punkte fühlen sich lange nicht sicher an, aber wenn Atlanta noch 1-2 TDs in der kompletten Halbzeit macht, müssten die 49ers auf 31 bis 38 Punkte hochschrauben.

[22h35] Halbzeit Atlanta Falcons 24, San Francisco 14. Aufregendes Spiel mit einer Führung für den Außenseiter. Der TD zuletzt war für Atlanta vielleicht immens wichtig, da San Francisco nach der Pause zuerst den Ball bekommt. Das Spiel fühlt sich enger an als die 10pts Differenz vermuten ließen: Kaepernicks Offense wirkt trotz über weite Strecken ordentlicher Falcons-Defense immer noch potent genug, um innerhalb von zwei Drives den Spielstand auf den Kopf zu stellen.

Sagenhaft ist bisher Atlantas Pass-Offense: Die Entlastung durch die Running Backs ist fast inexistent (9 Läufe für 26yds), aber Ryan respektive die Ballfänger Jones/White/Gonzalez stehen bei unglaublichen 271 Yards Passspiel – in einer Halbzeit. Gegen die 49ers.

[22h30] Atlanta 24, San Francisco 14/Q2 0:25. Meisterhafte 2min (bzw. 90-Sekunden)-Offense für Matt Ryan und die Falcons. Viele Anspielstationen hat Ryan ja nicht (White/Jones /Gonzalez fingen alle 18 Pässe der Falcons), aber die Jungs machen teilweise starke Catches in nicht schlechter Deckung. Ryan mit bisher 18/24 für 271 (!) Yards.

[22h21] Atlanta 17, San Francisco 14/Q2 1:55. Butterweiche Coverage bei den Falcons, die zudem einmal völlig die Sonderbewachung für Kaepernick vergessen (bzw. schlecht tackeln), und zu allem Überfluss ein – wenn auch schmeichelhaftes – Personal Foul gepfiffen bekommen. TE Davis mit 3 Catches für fast 50yds, größtenteils sehr ungedeckt, und Davis macht auch den Touchdown.

[22h10] Die 49ers reißen schön langsam die Kontrolle an der Anspiellinie an sich. QB Ryan kriegt kürzere Zeitfenster zum Werfen, und ewig wirst du nicht mit nur zwei Anspielstationen (Jones/White) arbeiten können. Punt.

[22h03] Atlanta 17, San Francisco 7/Q2 8:08. Mit viel Laufspiel über RB Gore und Kurzpässen grooven sich die Niners ins Spiel zurück. Wichtigster Spielzug war ein 27yds-Pass mit vielen Yards after Catch für TE Davis in einem dritten Down.

[21h57] FOX zeigte gerade Bilder von Colin Kaepernick aus seiner Highschool-Zeit. Der Vergleich vom Oberarmdurchmesser „damals“ gegen „heute“ ist nicht unwitzig.

[21h50] Atlanta 17, San Francisco 0/Q2 14:54. Fantastischer TD-Catch von Julio Jones im Eck der EndZone in eigentlich guter Deckung. Das Brett für San Francisco wird dicker. Rekord für aufgeholte Punkte in einem Championship-Game ist übrigens 18 Punkte, aufgestellt von den Colts 2007 gegen die Pats. Wir stehen hier bei 17.

Erstes Viertel

[21h43] Das erste Viertel gehörte komplett den Atlanta Falcons. San Franciscos Offense macht noch keinen Stich, während die Offense der Falcons es in vielen Spielzügen schafft, ihre Wide Receivers Jones und White in 1:1-Situationen zu bekommen; Resultat: Jones 5/100yds, TD, White 3/49yds. In einem Viertel wohlgemerkt.

[21h39] Wuchtige Defensive Line der Falcons. DT #91 Corey Peters erst mit einem abgefälschten Ball, dann mit einem Sack im dritten Down. Zweites three’n’out für Kaepernick.

[21h31] Atlanta 10, San Francisco 0/Q1 3:24. Atlanta ist schon im „Wichs“-Modus: Kurzpassorgie vom Feinsten. Schnelle Pässe für 5yds für die Receivers. WR Jones bereits mit 5 Catches für 100yds. Nur das Laufspiel ist vorerst wieder ineffizient wie noch die ganze Regular Season.

[21h21] Aikman muss übrigens schwer verkühlt sein, ist stimmlich kaum wiederzuerkennen.

[21h19] Verhaltener Beginn von Kaepernick und den 49ers: Screen-Pass für WR Crabtree für 1yds, Lauf Gore für null Raumgewinn, und dann fliegt S DeCoud in einen Pass und fälscht ihn gut genug ab, um einen Punt zu erzwingen. Atlanta war mit sechs Passrushern im dritten Down und 9 gekommen.

[21h13] Atlanta 7, San Francisco 0/Q1 11:24. Blitzsauberer Drive der Falcons zum Start: 7 Plays, 80 Yards und fast alles über die Luft (2x Jones für 59yds, 1x White für 16yds). Beim Touchdown profitiert Julio Jones von einem Deckungsfehler, resultierend aus einem Missverständnis zwischen CB Brown und S Goldson. Jones kann unbedrängt 46yds durchlaufen.

[21h06] Noch zwei Dinge vor Start:

  • Der Georgia Dome soll enorm laut sein.
  • Schiri-Crew wird von Terry McAuley angeführt; McAuley war Ref bei der Superbowl Pats-Eagles vor einigen Jahren.

[21h04] Der ran.de-Livestream ist hier zu finden. Die übertragende Fernsehstation ist dabei PULS4 mit der gemeinhin sehr gelobten Kommentatorencrew Reiterer/Eschlböck. Reiterer ist Hörern des Sofa-QB Podcasts vielleich ein Begriff. Eschlböck ist Präsident des österreichischen Footballverbandes und bei mir nach zahlreichen ORF-Übertragungen  früherer Tage sehr hoch geschätzt.

[20h59] Wenn man sich so die allgemeine Stimmungslage vor Augen führt, muss San Francisco als haushoher Favorit angesehen werden. Die allgemeine Skepsis gegen Atlanta scheint latent noch vorhanden, und Kaepernicks epische Vorstellung letzte Woche schwingt immer noch nach. Ich halte die 49ers wie oft geschrieben auch für die Favoriten, aber lange nicht so klar wie es das Stimmungsbild in amerikanischen Medien vermuten ließe.

[20h50] Zu gut, um nicht darauf zu verweisen: Football is Sex, Baby mit seiner Vorschau auf dieses Spiel.

[20h42] N’schönen Abend.

AFC-Championship 2013: New England Patriots – Baltimore Ravens Preview

Das Nachtspiel ab 1h MEZ, New England Patriots (13-4) vs Baltimore Ravens (12-6) ist ein Re-Match des letztjährigen Conference-Finals, weswegen schon Stimmen an der Ausgeglichenheit der NFL zweifeln. Mitnichten. Die Ravens 2012/13 sind ein Beispiel dafür, dass man es in der NFL selbst mit den offensichtlichsten Schwächen weit bringen kann – im Optimalfall bis in den Superbowl.

Baltimore 2012/13 ist das, was man in den amerikanischen Medien flawed team nennt: Ein Team mit Flauseln (z.B. im Power-Ranking in der unteren Hälfte gerankt). Die Offense um QB Flacco ist arhythmisch und Sekundengenie, die Defense durch zahlreiche Verletzungen ausgedünnt und nur noch ein Schatten früherer Tage. Kommentator Thyrwing hat mir bereits vorgegriffen, aber in der Tat halte auch ich einen Quervergleich mit dem FC Chelsea in der abgelaufenen CL-Saison für passend.

Match-Ups

Herrmann.

Ravens wie Blues nicht in der Lage, aus eigener Kraft was Spielerisches auf die Beine zu stellen, ziehen den Gegner auf ihr Niveau herunter und schmarotzen eiskalt von deren Fehlern. Beide nicht mal mit großartiger Abwehrtaktik, sondern sich „hinten reinstellen“ (auch bei Baltimores Pass-Defense durchaus wörtlich) und hoffen, Pässe/Schüsse einfach abzublocken oder den einen oder anderen abzufangen. Ravens wie Blues beide über ihren Zenit hinaus und sich mit eigentlich blassen Kopien einst dominanter Jahrgänge durchgemogelt.

Chelsea gewann. Bei den Ravens würde ich nicht davon ausgehen. Weiterlesen

Conference-Finals 2013: Wo sind sie zu sehen?

Update 17h34: Der Link zum Kommentatoren-Trio von PULS4 wurde aktualisiert und führt nun ans Ziel. /Update


Die Conference-Finals 2012/13 gibt es nicht mehr bloß bei den üblichen Verdächtigen (ESPN America, SPORT1+, NFL-Gamepass) zu sehen, sondern auch im Free-TV. SAT.1 wird in Deutschland das AFC-Finale (So/Mo ab 0h15) live übertragen, und mir die lang ersehnte Alternative zu Jim Nantz/Phil Simms aus der US-amerikanischen Übertragung bieten (die Radiospuren im Gamepass sind super, aber leider nur allzu häufig asynchron mit dem Bild): Buschmann/Stecker werden auf alle Fälle wieder die Superbowl kommentieren; wer das am Sonntag macht, ist mir wurscht, solange er/sie mir Simms ersparen.

Und weiter: In Deutschland gibt es auch noch das NFC-Finale (Sonntag ab 20h15, Kickoff 21h) live und for free zu sehen, da ran.de ab 20h15 die Produktion vom kleinen österreichischen Sender PULS4 übernehmen wird und live mitstreamt. Der Stream soll nur in Deutschland laufen.

Cheers!

PULS4 fährt mit schweren Geschützen auf, überträgt ab 20h15 neun Stunden lang zwei Spiele plus Vor- und Rundumberichterstattung: Kleines 90-Mann-Studio, Expertenrunde und, Achtung, Cheerleadertänze zur Unterhaltung. Kommentierend begleiten wird Walter Reiterer (Football-Austria) gleich beide Spiele; die „Color Commentators“ haben nur Luft für je ein Spiel: AFBÖ-Präsident Eschlböck, bei mir aufgrund diverser ORF-Übertragungen vor Jahren (*schmacht!*) unvergessen, im ersten Spiel, und in der Nacht dann Pasha Asiladab bei NE-BAL. Und so sehen die Jungs aus. (die Cheerleader muss sich der geneigte Zuseher verdienen, sprich einschalten)

Übersicht

NFC-Finale (Kickoff 21h)

  • Generell: ESPN America, GamePass (jeweils mit CBS-Signal)
  • Österreich: PULS4
  • Deutschland: SPORT1+, ran.de (PULS4-Signal)
  • Italien: Sportitalia 2

AFC-Finale (Kickoff 0h30)

  • Generell: ESPN America, GamePass (jeweils mit CBS-Signal)
  • Österreich: PULS4
  • Deutschland: SPORT1+, ran.de (PULS4-Signal), SAT.1
  • Italien: Sportitalia 2

Für die Leser auf italienischem Staatsgebiet: Sportitalia 2 (DVB-T) wird wie schon das ganze Jahr wieder dabei sein. Kommentierend begleiten wird die „italienische Stimme der NFL“, Matteo Gandini.

Divisional Playoffs 2013 – Nachklapp

Es mag Verklärung der Geschichte sein, auch weil es mein erstes richtig „volles“ NFL-Footballwochenende war, aber die Divisional Playoffs 2003/04 bleiben die beste Serie, die ich jemals gesehen habe. Ist das erstmal notiert, kann man sich der zweitbesten zuwenden, und diese liegt nur vier Tage zurück. Ein sehr gutes Patriots-Texans Spiel war das mit Abstand „langweiligste“ des Wochenendes. Damit ist alles gesagt. Fast.

Denn was wäre ich, ohne nach dieser Prognose nicht den Mann zu stehen, und das viertlängste Spiel der NFL-Geschichte zu diskutieren? Denver-Baltimore war nicht bloß vom angekündigten 17pts-Spread meilenweit entfernt, sondern auch das mit eins der größten Playoff-Upsets der letzten Jahre. Ein ganz gutes Gefühl für den Spielverlauf gibt das GWP-Chart von Brian Burke, das schön zeigt, warum und wie Baltimore gewann: Big Plays, massive Pendelumschwünge (gleich alle sechs Scores):

GWP-Chart DEN-BAL von Advanced NFL Stats

GWP-Chart DEN-BAL von Advanced NFL Stats

Dass Baltimore von Haus aus außer dem extremen Matchup in der Secondary für sich (#82 Torrey Smith gegen #24 Champ Bailey), mit dem sie noch zweimal öfters fast Erfolg gehabt hätten, nicht viel zustande bekamen, wurde schon rauf- und runter diskutiert, ebenso wie alles weitere diskussionswürdige.

Bei den Broncos bleibt nach dem zurecht kritisierten – und störrischen – Head Coach John Fox und dem Bild des ins Leere greifenden Safetys Rahim Moore natürlich vor allem Peyton Manning und seine Playoffbilanz: Elfmal Zwölfmal angetreten, achtmal ohne Sieg nach Hause gefahren. Manning, der Playoffloser, hätte diese Partie gewonnen, wenn Moore so zum Ball geht, wie man es gelehrt bekommt. QB-Lusche und strahlender Held liegen so eng beieinander, dass ein Safety der eigenen Defense über das Schicksal entscheidet.

Matt Ryan hat gewonnen - Bild: ESPN.com

Matt Ryan hat gewonnen – Bild: ESPN.com

Von den Playoff-Äffchen kann auch Matt Ryan ein Liedchen singen. Wenn K Bryant den letzten Ball nicht reinnagelt, ist da nix mit „validation“, sondern schlimmer: Ryan ist der Depp, der im Alleingang 20 Punkte in einem Viertel auf die Seahawks eingebüßt hat. Die Ära Smith/Ryan wird stärker hinterfragt als je zuvor.

Fazit einmal mehr: So wichtig Quarterbacks sind, sie gewinnen es nicht alleine, und sie verlieren es nicht allein. Und zwischen Sieg (=Hero) und Niederlage (=Idiot) liegt so wenig, dass das Aufhängen an Siegen und Niederlagen nicht mehr als nette Schlagzeilenmache ist. Die Wahrheit ist komplizierter. Sie ist auch unkontrollierbarer.

Seattle fliegt derweil raus, aber der gute Gesamteindruck bleibt. Es gibt immer mal wieder eine Mannschaft, die ich aus unerfindlichen Gründen in mein Herz einschließe, und die 2012/13er Hawks sind eine von ihnen. QB Russell Wilson machte erneut ein beeindruckendes Spiel. Diese Moves in der Pocket, dem Passrush zu entfleuchen, sind McNair-würdig, und als Atlantas Abwehr nur ein Minimum an Aggressivität verlor, wäre der Top-Seed der NFC fast aus den Playoffs geflogen.

Atlanta kann seinerseits stolz sein: Sie haben eine sehr, sehr gute Mannschaft geschlagen.

Auf die Palme bringen konnte das Game-Management von Pete Carroll in den letzten Spielsekunden. Das Freezing ist eine Sache, und wir wissen, dass es keine gute Idee ist. Aber: Hallo, das war Carrolls letztes verfügbare Timeout, und die Uhr zeigte 13 Sekunden an! Nach ausgeführtem Kick kannste minimum 8-9sek für deinen letzten Ballbesitz einplanen. Sofern dir der Return nicht 4-5 Sekunden frisst, ist dieses letzte Timeout extrem wertvoll, weil es dir immense Flexibilität für den vorletzten Pass gibt, der eine mögliche Hail Mary vorbereitet. Ohne Timeout musst du 3yds nach außen zur Seitenlinie nehmen – und die Defense weiß das. Mit Timeout kannste das komplette Spielfeld nutzen – und die Defense weiß das. Carroll beging Idiotie, und es wurde Gott sei Dank nicht belohnt.

Bei den Texans, meinem Superbowlfavoriten aus der AFC, zeigte sich das, was viele schon lange vermuteten: Sie sind gut, aber nicht großartig. QB Matt Schaub steht Synonym für diese Mannschaft, ein sehr guter Mann, der aber nicht den Eindruck macht, ein Team „tragen“ zu können, und dabei meine ich nicht mal die „Crunch Time“. Schaubs Petto scheint nicht mit den Bradys und Mannings mithalten zu können. Das ist keine Schande. Schaub ist ein überdurchschnittlicher Mann. Aber ähnlich wie bei Dalton von den Bengals gilt hier das latente, nicht näher beschreibbare Gefühl, dass man ihm schon ein wahnsinnig gutes Team zusammenbauen muss, damit die ohne Freakunfälle drei oder vier Spiele durch den Jänner gehen können. Schaub, Kubiak: Texans galore.

Wahrscheinlichkeiten für die Conference-Finals

Zum Modell: Die Divisional-Playoffs sahen nach dem perfekten Wildcard-Auftakt eine 2-2 Tippbilanz (über die Saison: 149-66, 69.3%). Beide Fehltipps (DEN, SEA) waren heiße Dinger; lass einen Safety am rechten Ort stehen oder ’nen Coach ein Icing vergessen und wir sind wieder voll dabei.

Der Ravens-Sieg trotz nur 14% Siegchance war ein kolossales Upset. Aber: 14% entspricht immer noch einem Auswärtssieg in Denver in sieben Versuchen (1/7 = 14%). Unwahrscheinlich, aber keine Jahrhundertsensation. Und sie brauchten alles Verrückte, das du in einem Spiel bekommen kannst, um die Sensation perfekt zu machen.

Die Wahrscheinlichkeiten für die beiden Conference-Finals sind wie folgt:

HOME              %   AWAY              %
Atlanta          36   San Francisco    64
New England      71   Baltimore        29

AFC Divisionals 2013: New England Patriots – Houston Texans

[01h59] Endstand New England Patriots 41, Houston Texans 28.

Das Spiel war klarer als ich erwartet hatte, und es zeigte sich auch wieder einmal: Houstons Offense ist nicht wirklich für schnelle Comebacks gebaut. Heute verbrannte man unendlich viel Zeit mit sinnlosem „underneath“-Gewichse.

New England kriegt nun ein eher einfaches Los: Baltimore, und das zuhause. Ein Ravens-Sieg in Foxboro wäre eine noch größere Sensation als jener von gestern. Das NFC-Finale dagegen birgt mehr Spannung.

[01h56] Meine Fresse, was hat Phil Simms da noch für bizarre Ideen?

[01h50] New England 41, Houston 28/Q4 1:18. Die Patriots hatten in den letzten Jahren häufig Probleme, Führungen in engen Spielen nach Hause zu laufen. Heute nicht.

[01h44] Jetzt diskutiert Nantz seinen Spezl George Bush an.

[01h37] New England 38, Houston 28/Q4 5:11. Nächstes 4th down und diesmal machen sie es. RB Foster per Catch, und Kubiak traut sich sogar, die 2pts-Conversion zu machen. WR johnson macht einen großartigen Catch, obwohl CB Talib grenzwertig dran war.

[01h34] Diverse vertrauenswürdige Quellen bei Twitter sprechen von einen Ausfall von TE Rob Gronkowski für den Rest der Playoffs.

[01h26] Nach nur einem 1st down geben die Pats den Ball zurück. 9:58 verbleiben auf der Uhr.

[01h22] Kubiak hat seine Mannschaft aufgegeben. Kein Onside Kick also.

[01h19] New England 38, Houston 20/Q4 11:35. TD Posey nach dem zweiten sehr langen Kickreturn #38 Mannings. 2pts-Conversion wird aus nur Kubiak bekannten Gründen nicht versucht. Jetzt muss ein Onside Kick folgen, alles andere wäre das weiße Fähnchen.

[01h06] New England 38, Houston 13/Q4 13:07… und jetzt riecht es doch nach einem Blowout. Der Reihe nach.

Einer Challenge Belichicks wird nicht statt gegeben: RB Foster war haarscharf am 1st down, aber man sah wohl nicht gut genug, um Fosters Ellbogen den Boden berührte oder nicht. Konsequenz: Challenge wird abgewendet.

Zwei Minuten später ist das Spiel fast vorbei: Erneut 4th down und 1, Schaub wirft tief ins Niemandsland.

Patriots kommen aufs Feld und Brady geht gleichmal tief, RB #34 Vereen mit einem sehenswerten Catch und Touchdown. Belichick nimmt’s leicht angesäuert zur Kenntnis.

Drittes Viertel

[00h54] New England 31, Houston 13/Q3 1:21. Das riecht nach Sargnagel. Die Texans lassen sich von den schnellen Snaps der Patriots überrumpeln, und die RBs Ridley/Vereen überlaufen die Texans (TD war dann ein Kurzpass für #85 Lloyd). Die Körpersprache in der Texans-Defense und bei Schaub an der Seitenlinie ist nicht gut.

[00h49] Da ist der Fehler: QB Schaub übersieht unerklärlicherweise den mitten in der Wurfbahn stehenden „Mini-Vrabel“ LB Ninkovich: Interception. New England schaut sich das an, wartet, und fängt dann den Ball ab.

[00h41] Schneller Punt der Pats.

[00h35] TE #81 Daniels fumbelt den Ball und die Pats nehmen ihn auf. Eigentlich. Denn da hatte ein Ref etwas übermotiviert „Forwarf Progress“ gegeben – verständlich, aber sehr schnell. Kein Fumble also, zwei Plays später gibt es aber Punt.

[00h29] New England 24, Houston 13/Q3 11:30. Schneller Drive zum Einstand, und TE Hernandez ist der Schlüsselmann: Catch für 1st down und Catch/Run für 40yds mit erstaunlichem Speed (beide DBs hatten Probleme, mitzuhalten). RB Ridley vollendet.

Zweites Viertel

[00h09] Halbzeit New England 17, Houston 13.

K Graham versenkt aus 55yds (Playoffrekord für Foxboro), und die Texans kämpfen sich noch einmal heran mit erstaunlich gutem PlayCalling. New England ließ die Chance liegen, Houstons Grab während der Halbzeit auszubuddeln (Pats kriegen nach der Pause den Ball) und wurde noch bitterer bestraft, weil Schaub seine Mannen an die 38yds Line dirigierte.

[23h59] New England 17, Houston 10/Q2 1:15. Die Texans profitierten erneut von einem guten Return (plus horse collar gegen Tackler Gostkowski) und brauchten nur 47yds. An der Goalline schicken die Texans RB Foster mehr oder weniger über die Mitte: 1yds, und der TD zählt, obwohl nicht eindeutig als solcher identifizierbar.

[23h48] New England 17, Houston 3/Q2 3:38. Und der nächste lange Scoring-Drive (diesmal: 7 Plays, 80yds). Auch lange dritte Versuche stellen kein Problem, und dann macht Welker seinen Drop von eben wieder wett, fängt einen langen Brady-Ball – ein Catch, den man eher einem Andre Johnson zugetraut hätte. RB #34 Vereen vollendet mit kurzer Reception zum TD.

[23h40] Ein paar merkwürdige Entscheidungen trifft QB Schaub ja schon: Diese Screenpässe drei Meter hinter die Line of Scrimmage, wenn fünf Verteidiger in der Nähe stehen – really? Die Patriots machen das recht geschickt bisher, nehmen die tieferen Optionen so gut es geht aus dem Spiel und bringen bei 3rd-und-lang ausreichend Blitzer, dass Schaub einen Tick zu schnell werfen muss. Die Texans trauen sich bei 4th/7 an der NE 43 dann auch nicht, auszuspielen.

[23h31] New England 10, Houston 3/Q2 10:17. Ein Weg, New England zu stoppen? WR Lloyd eine unsportliche Aktion begehen zu lassen. Oder hoffen, dass New England nicht jedesmal versucht, keine 15sek zwischen den Snaps vergehen zu lassen.

[23h23] Houston sucht immer noch. CB Talib hat WR Johnson aktuell gut im Griff, und die Spielfeldmitte wird von der Defense so zugemacht, dass TE Daniels häufig nach „draußen“ laufen muss – das behagt der Texans-Offense nicht, und so müssen sie wieder schnell punten. Immerhin werden keine Läufe in die Defensive Line hinein probiert.

Erstes Viertel

[23h14] New England 7, Houston 3/Q1 1:28. New England scheint sich gefunden zu haben: Atemberaubendes Tempo und ebenso altbekanntes 3m-Passfeuerwerk. Gronkowski raus? Wurscht, wir haben Vereen. Vereen… der Mann von Cal mit den so leichten Füßen; macht fantastische Cuts und Wendungen. Macht 1-2 Catches und 1-2 Runs, NE mit 6 Plays, 65 Yards und TD.

[23h07] Für die Offenses ist das noch ein Suchen ohne Finden. Auch die Texans probieren viel, Pässe kurz & lang für die WRs, für die RBs, es klappt noch nicht allzu viel. Laufspiel wird nur ganz begrenzt eingesetzt.

[23h02] RT Sebastian Vollmer hat wie im „Hinspiel“ seine Probleme mit DE Watt. Watt umläuft Vollmer für einen Sack gegen Brady. New Englands Maschinerie klappt trotzdem in Ansätzen, wenn nicht Welker in dritten Versuchen fangbare Bälle fallen lässt. Und: Gronkowski, auf seinen verletzten Arm gefallen, windet sich auf der Bank vor Schmerzen.

[22h55] Man schaue sich mal genau an, wie die Texans WR Johnson bloß nicht an die Anspiellinie stellen, sondern stets 2-3yds dahinter. Das liegt am CB Talib, der als sensationeller „jammer“ an der Line of Scrimmage liegt, aber immer dann häufig versagt, wenn er seinen Receiver dort nicht halten und ziehen kann.

Houston hat dreimal en suite mit 1st down Erfolg, scheitert danach aber, weil man schnelle, kurze Pässe nehmen muss.

[22h50] New England kommt auch nicht weit im ersten Ballbesitz. IMHO auffällig ist, wie finster es in Foxboro schon ist (16h45 Ortszeit) und wie rutschig das Spielfeld ist.

[22h45] New England 0, Houston 3/Q1 13:57. Der „Dreier“ fühlt sich als kleine Enttäuschung für die Texans an. TE #86 Casey hatte den Ball perfekt auf der Brust, griff aber nicht genau genug hin, und im dritten Versuch überwirft Schaub WR Andre Johnson.

[22h42] Angemessener Beginn in Foxboro: KR #38 Danieal Manning returniert den Opening Kickoff über 90yds an die NE 12 Yards Line. Von hinten fliegen die Defensive Backs #32 McCourty und #24 Arrington heran.

[22h23] Nach diesem geilen, geilen Spiel in Atlanta: Machen wir sie komplett. Das Divisional-Wochenende ließ bisher wenige Wünsche offen, und nun folgt noch Patriots-Texans aus Foxboro – ein Matchup, das ich für durchaus nicht so klar halte wie mach anderer.

NFC Divisionals 2013: Atlanta Falcons – Seattle Seahawks

[22h16] Endstand Atlanta Falcons 30, Seattle Seahawks 28.

Gewaltig, und sicher eines der faszinierendsten Spiele der letzten Jahre. Atlanta schießt sich die sprichwörtlichen amerikanischen Affen vom Buckel und gewinnt ein dramatisches Spiel, das lange Zeit nur gefühlt knapp war, aber auf dem Scoreboard deutlich war.

Es war kein Kollaps der Falcons. Es war einfach so, dass Seattle die Chancen der ersten Halbzeit nicht genutzt hatte und mit viel Pech (und Unvermögen) die Spielzüge mit hoher Hebelwirkung verpasste (4th down, Uhr ausgelaufen usw.). Nach der Pause klickte trotz allem die Offense eine Spur besser, während Atlantas Abwehr immer passiver wurde und schließlich so spielte wie noch das ganze Jahr: Sich hinten reinstellen, die kurzen Pässe zulassen, aber ansonsten hoffen auf einen langen Ball und die Möglichkeit zur Interception.

Krux dabei: Die INTs machte die Seahawks-Defense, und deswegen lief die Partie am Ende noch einmal auch auf der Anzeigetafel heiß. Mike Smith muss heilfroh sein, nicht mit unangenehmen Fragen zu der völlig überflüssig verpassten Chance auf die 2 Punkte Ende des dritten Viertels (und möglicherweise schon in der ersten Halbzeit!) konfrontiert zu werden.

Atlanta gewinnt und wird nächste Woche zuhause leichter Underdog gegen San Francisco sein. Mit den Seahawks fliegt nach Denver die zweite „Mannschaft der Saison“ hintereinander raus – aber es war bei beiden extrem knapp. NFL eben.

[22h14] Diesmal gibt es die Interception – und sie wird auch als solche anerkannt. Atlanta gewinnt und bei der TE-Legende Tony Gonzalez fließen die Tränen wie Bäche.

[22h12] Wie krass ist das? „Gesquibbelter“ Kick, Atlanta kriegt den an der Mittellinie! Hail Mary Time-. 6sek. Aber Seattle hat keine Replacement Refs…

[22h10] Atlanta 30, Seattle 28/Q4 0:08. K Matt Bryant nagelt ihn rein. 8sek verbleiben.

[22h08] 13sek to go, Atlanta nach zwei schnellen Pässen über für Jones/Gonzalez in FG-Reichweite. Sie werden wohl kicken. 49yds Kick.

[21h56] Atlanta 27, Seattle 28/Q4 0:34. Wahnsinnige Schlussphase: Seattles QB Wilson wird von LB Weatherspoon eingeheizt, aber Wilson wurstelt sich Wilson-like raus und findet RB Lynch, der an die 2yds Line durchläuft. Zwei Plays später gratscht Lynch haarscharf durch, und die verpassten Chancen der Falcons, eine 2pts-Conversion rächen sich endgültig.

Aber: 34sek, Atlanta hat zwei Timeouts und braucht nur ein Field Goal.

[21h53] Es läuft alles auf eine dramatische Schlussphase hinaus: Die Falcons kriegen ihr Laufspiel nicht mehr so konstant wie noch vor der Pause durchgedrückt, und im dritten Down macht WR White einen schwierigen, aber nicht unmöglichen Catch nicht… 3:36, Seattle beginnt an der eigenen 39yds Line.

[21h49] Nach einem knapp gescheiterten tiefen Ball für WR Rice und zwei Incompletions muss Seattle punten. 5:23, ATL von der eigenen 20 weg.

[21h41] Und plötzlich klappt gar nix mehr bei Atlanta: Incomplete, Pass für minus Yards, Lauf ins Nix, kurzer Punt und Seattle beginnt in viel versprechender Feldposition. 7:23min verbleiben.

[21h37] Nochmal: Kaum beenden die Seahakws ihre viel versprechenden Drives mit Punkten, wackelt Atlanta bedrohlich. Seattle hatte eben in Halbzeit 1 drei sehr gute Drives mit Turnovers/4th down/auslaufender Uhr beendet.

[21h36] Atlanta 27, Seattle 21/Q4 9:13. Tja, die bend but don’t break-Defense der Falcons gibt innerhalb von vier Plays 62 Yards und den TD auf: Lockerer Pass für WR Rice, Lauf über die Mitte, Kurzpass und Lauf after Catch für RB Turbin, und dann ein 4yds-TD Pass für einen vereinsamten TE Miller in die EndZone.

[21h30] Ich wollte ja nicht die Geister rufen, aber S #29 Earl Thomas machte gerade eine Interception bei einem merkwürdigen tiefen Ball Matt Ryans.

[21h22] Atlanta 27, Seattle 14/Q4 13:01. Wilson aus 10cm reingescrambelt. Seattle verbrauchte mit fast vier Minuten aber fast zuviel Zeit. 8 Plays, 80 Yards, und Atlanta darf sich noch nicht zu weit zurücklehnen; schließlich könnten die ungenutzten 2pts-Conversion Chancen im Schlimmstfall auch noch auf Mike Smith zurückfallen…

Drittes Viertel

[21h17] Die Seahawks sind unterwegs Richtung EndZone und profitieren nun von einer etwas passiveren Falcons-Defense, die nun spielt wie immer: Nur nicht das Big Play aufgeben, Hoffen auf den einen Fehler beim Gegner.

[21h07] Atlanta 27, Seattle 7/Q3 2:11. Blitzsauberer Drive, 9 Plays, 80yds, 7:36 von der Uhr genommen. Atlanta mischt Lauf und Pass schön durch und hat nur einmal Glück, dass ein Blocker (illegal man downfield) nicht zurückgepfiffen wurde. Seattles Defense bekam keinen Zugriff mehr, sieht fast geschlagen aus. Der nächste Seahawks-Drive entscheidet darüber, ob wir nochmal Spannung in die Schlussphase bekommen.

[21h05] Thema Seattle betrogen ist damit durch.

[21h00] Im übrigen gibt es Liveblogging bei Allesaussersport.

[20h54] Mike Pereira zu dem Uhr-Unfall vor der Pause:

Da fragt man sich, warum nicht?

[20h52] Atlanta 20, Seattle 7/Q3 10:31. 9 Plays, 80yds, QB Wilson mit viel Improvisation in der Pocket, findet dann aber TE Miller und WR Tate, und letzterer kann zum TD durchlaufen. Der Touchdown kommt also eine halbe Stunde verspätet.

[20h42] Die Zeichen mehren sich (und ich kann es nach Zurückspulen im Gamepass bestätigen), dass der letzte Snap vor Auslaufen der Uhr kam. Seattle wurde wohl um den letzten Spielzug betrogen.

[20h38] In der Pause wird nun bei FOX Colin Kaepernick interviewt.

Zweites Viertel

[20h32] Halbzeit Atlanta 20, Seattle 0.

Die Halbzeit endet für Seattle wie gehabt: Mannschaft ist wieder in der RedZone, aber nach 2nd-und-goal von der 6 folgen False Start, Wurf ins Niemandsland und Sack, und ohne Timeout kriegen sie den allerletzten Spielzug nicht mehr durch – ergo wieder keine Punkte.

Seattle ist keine Welten schlechter, QB Wilson erfing sich spätestens im zweiten Viertel, aber die Drives endeten alle ungewöhnlich: Fumble, Turnover on Downs, Zeit. Nur zwei Punts.

Atlanta ist die etwas bessere, effizientere Mannschaft und vor allem mit einem überraschend starken Laufspiel heute ausgestattet (RB Turner 9/66yds, RB Rodgers 6/61). Plus der eine lange Pass und wir haben einen Blowout-Spielstand, der sich eher wie ein +7 für Atlanta anfühlt.

[20h12] Atlanta 20, Seattle 0/Q2 4:16. Den Falcons gelingt plötzlich alles: langer Lauf RB Turners, für den sich eine riesige Lücke öffnet, und kurz danach geht QB Ryan tief: WR White enteilt CB Sherman zu einem sehenswerten Catch in die EndZone rein. White, leicht gefrustet vom vielen Trash Talk Shermans, danach in year face zu Sherman, der höhnisch Beifall klatscht. 3 Plays, 88 Yards, Seattle auf einmal vor einer knüppeldicken Aufgabe.

[20h07] Jinx reversed, oder so: Seattle kommt mit langen Bällen über die Mitte (TE Miller) ins Spiel, und getraut sich dann, ein 4th down in der RedZone Atlantas auszuspielen: Übergabe an den Fullback, aber ein Safety passt auf. Prinzipiell eine exzellente Idee, auszuspielen, aber ähnlich wie Atlanta letztes Jahr leider ein vorhersehbarer Spielzug.

[19h59] Atlanta 13, Seattle 0/Q2 9:13. Nach dem langen Lauf fast ausschließlich nur noch Kleinkram der Falcons-Offense, die zwar lange auf dem Feld steht, aber auch nicht den Esprit versprüht. Wenigstens über „Zuckungen“ wäre man grad bei Seattle froh: Die Jungs langweilen sich an der Seitenlinie und man möchte fast eine kleine Aufheiterung für Russell Wilson übern Atlantik schicken.

Erstes Viertel

[19h49] Mit einem kraftvollen 45yds-Lauf des RBs #32 Jaquizz Rodgers in die Seahawks-Platzhälfte geht das erste Viertel zu Ende.

[19h46] Bisher richtig gute Deckungsarbeit der Seahawks, und die Defensive Line geht nicht aggressiv auf Wilson, sondern versucht Wilson vom Scrambeln abzuhalten. TE Miller ist wieder fit, aber Seattles Offense trotzdem mit einem ersten Viertel größtenteils zum Vergessen.

[19h39] Atlanta 10, Seattle 0/Q1 3:10. 8 Plays, 61 Yards für Atlanta und Unterstützung kam auch von einer Personal-Foul-Strafe gegen Seattles LB #54 Wagner. Atlanta zeigte sich nun passlastiger, und drei Catches waren allererste Sahne: WR White im dritten Down im Fliegen, TE #86 Coleman an der Seitenlinie, TE Gonzalez zum TD in der EndZone.

[19h30] Erstaunlich schwacher Druck auf QB Wilson trotz guter Deckung in der Secondary, aber gerade als es so ausschaut, als kämen die Seahawks in Schwung, fumbelt RB #24 Lynch den Ball an die Falcons zurück.

[19h26] Da grüßen die Äffchen: Ryan im dritten Down über die Spielfeldmitte, verfehlt TE Gonzalez, direkt in die Arme von LB #54 Wagner. Mal sehen, wie Seattles Offense nun ohne den angeschlagenen TE Zach Miller aussehen wird.

[19h21] Der erste Seahawks-Punt geht gleichmal in die Hose: 30yds, und Atlanta beginnt in Kürze in Mittellinien-Nähe.

[19h15] Atlanta 3, Seattle 0/Q1 9:40. Atlanta kommt überraschend lauflastig aus der Kabine, hat aber nur bei einem einzigen Versuch über RB Turner (über die Mitte) ernsthaften Erfolg. Bei den Mitteldistanzbälle für die WRs Jones/White zeigt sich schon das Brett, das es zu bohren gibt: CB #25 Richard Sherman, ein exzellenter Manndecker.

[19h04] Atlanta spielt zum dritten Mal en suite gegen ein Wildcard-Team, und ist zum zweiten Mal leichter Außenseiter (vor zwei Jahren waren sie in den Wettbüros dank Heimvorteil leicht vorne gesehen worden). Und: Alle Teams, die Atlanta in den letzten fünf Jahren in den Playoffs geschlagen haben, marschierten dann in den Superbowl durch.

[18h52] Guten Abend zum Liveblogging von Atlanta – Seattle. Vorschau gibt es hier.

Divisional Playoffs 2013 am Sonntag: New England Patriots – Houston Texans Preview

Wetter-Watch

Fuck.

Abschluss der Divisional Playoffs heute ab 22h30 LIVE nicht nur bei ESPN America und SPORT1+, sondern für Österreicher auch auf PULS4 mit Walter Reiterer/Michael Eschlböck bildet ein Re-Match aus den letzten Wochen der Regular Season, New England Patriots (12-4) vs. Houston Texans (13-4). In der Regular Season gab es ein Blowout, und nach Houstons Wackelsieg letzte Woche gegen Cincinnati geben viele den Texans hier nicht den Hauch einer Chance.

Klar ist: Sie gewannen letzte Woche nicht überzeugend. Klar ist auch: Sie waren trotz des knappen Endergebnisses haushoch überlegen und sich in erster Linie selbst im Weg. Und was ein Blowout in der Regular Season zu bedeuten hat, haben die Pats zuletzt vor zwei Jahren am eigenen Leibe erfahren.

Im Dezember…

…killten die Pats Houston, und der Türöffner dazu war der extrem schnelle Start: 21-0 nach drei Angriffsserien; zweimal ward Houston per Turnover gestoppt (ein wirklich schlimmer Schaub-Pass, ein Fumble). Game over. Houston antwortete schlecht: Man rannte bevorzugt dorthin, wo eine Houston-Offense nicht hinrennen sollte (mitten in die Defense Line hinein), man arbeitete gepflegt am zuverlässigen TE Daniels vorbei, man vergaß auf die Play-Action, die die DBs (allen voran CB Talib) verarscht. Kurzum: Es war ein Tag zum Vergessen. Aber draus einen Strick für heute oder gar ein Blowout zu drehen, scheint mir etwas übertrieben, und wir werden sehen warum. Weiterlesen

Divisional Playoffs 2013 am Sonntag: Atlanta Falcons – Seattle Seahawks Preview

Mit dem Raubvogelduell Atlanta Falcons (13-3) vs. Seattle Seahawks (12-5) geht es heute ab 19h weiter mit den Divisional Playoffs. Es ist das Spiel, in dem der allgemeine Tenor nicht den Top-Seed Atlanta favorisiert zu sehen scheint, sondern den #5-Seed und Emporkömmling des Jahres, Seattle. Wie gut Seattle ist und wie hoch ich diese Truppe dieses Jahr einschätze, habe ich schon vor Wochen dargelegt. Konzentrieren wir und also auf die Mannschaft, die heute etwas zum Verlieren hat. Weiterlesen

NFC Divisionals 2013: San Francisco 49ers – Green Bay Packers

[05h37] Endstand San Francisco 49ers 45, Green Bay Packers 31.

Kantersieg der 49ers, der spätestens ab Ende drittem Viertel nicht mehr infrage gestellt wurde. Es war eine beeindruckende Vorstellung der 49ers, die nun, egal wer der Gegner sein wird, als leichter Favorit in ihr Halbfinalspiel gehen werden, und als insgesamt größter Superbowlfavorit nach dem Ausscheiden der Broncos.

QB Kaepernick wird nächste Woche auf alle Fälle eine fiesere Defense sehen, aber das heute war eine weitere kleine Sternstunde und seine vielleicht beste Saisonleistung.

[05h31] San Francisco 45, Green Bay 31/Q4 0:57. WR Jennings, zwei Plays nach einer windelweichen PI gegen DB #25 Brown.

[05h26] Die Gesichter bei den Packers schauen nach schwerer Depression aus, und auf dem Feld entlädt sich das in mehr oder weniger kleinen Schlägereien. Wohin geht die Reise für diese Mannschaft? In der Offense droht der Abgang von WR Greg Jennings und WR-Urgestein Driver, in der Defense wird CB-Allzweckwaffe Woodson auch nicht mehr ewig spielen können. Der Kern der Packers ist immer noch jung, aber sie sind ebenso auf einen funktionierenden Receiving-Corp und das Ballnäschen Woodsons angewiesen…

[05h19] Es ist nichtmal so, dass McCarthy die Partie vercoacht hätte, zumindest nicht, dass man es an einem Play ausmachen könnte (außer vielleicht der mutlose Punt beim 4th und 4 vor zwanzig Minuten). Es war heute einfach ein hoch überlegener Gegner auf dem Feld. In etwa so hatte ich die Dominanz der Broncos im Spiel vorhin erwartet gehabt. Die Packers haben keine Antwort auf die Kombination des 49ers-Laufspiels und die 150 km/h-Bomben des Colin Kaepernick. Game over.

[05h14] San Francisco 45, Green Bay 24/Q4 3:34. Der Sargnagel. Schon wieder ein 93yds-Drive der 49ers, diesmal bevorzugt über das Laufspiel, das gegen eine resignierte Packers-Defense blendend gut funktioniert. Hilfreich war auch ein Offside-Sprung von DT #90 Raji im 4th-und-1, als San Francisco wohl kaum mehr gesnapt hätte. San Francisco hatte heute Scoring-Drives von 80, 9, 48, 62, 80, 93, 93 Yards. Noch Fragen?

[05h02] Rodgers wird nun vom 49ers-Passrush mächtig eingeheizt, aber trotzdem fehlen bei einem tiefen Ball für WR #85 Greg Jennings nur Zentimeter, und Jennings wäre zum Anschluss-TD durchgelaufen. Weil’s auch für die Packers nicht jeden Tag gleich läuft, iss’ers nicht, ergo Punt.

[04h55] San Francisco 38, Green Bay 24/Q4 14:57. 2yds-TD RB Gore. Diesmal ein lauflastiger Drive mit vielen späten Ballübergaben für RB #21 Frank Gore über die Spielfeldmitte. Dazwischen reingemixt ein atemberaubender Pass über 44yds genau in den Lauf eines exzellent gedeckten TE Davis. Die 49ers zwingen die Packers nun zur Eindimensionalität und Rodgers zum „Comebacken“, etwas das ihm nicht so besonders liegen soll, und möglicherweise zum einen oder anderen Onside Kick.

Drittes Viertel

[04h52] Ende drittes Viertel und selbst einem Stinkstiefel wie mir fällt es schwer, sich der Magie dieser Kaepernick-Bomben downfield zu entziehen.

[04h44] Die Front-Four der 49ers (DL + Aldon Smith) macht immer mehr Terz an der Anspiellinie, und dazu kommen die verzögerten fiesen Hits der blitzenden Linebackers Bowman/Willis: Aaron Rodgers kassiert heute auch Prügel, und vor allem: Ohne Zeit kommen die Packers maximal 2-3 1st downs weit, dann muss wieder gepuntet werden.

[04h37] San Francisco 31, Green Bay 24/Q3 7:16. Angetäuschte Ballübergabe Kaepernicks für einen Running Back, dann staret Kaepernick los, zündet den Nachbrenner und rennt allen auf und davon zum 56yds-Touchdown.

[04h33] San Francisco 24, Green Bay 24/Q3 9:25. Und der nächste Katastrophenkicker nagelt ihn rein: Crosby, oft abgeschrieben, nie abgeschoben. Bei Green Bay fällt nun immer mehr auf, wie schwer sich die „Blind Side“ (ergo LT #74 Newhouse) gegen die Combo Smith/Smith tut. Rodgers kommt mit Improvisation noch durch, aber da ist jedes gewonnene Yard hart erkämpft.

[04h22] Beide Offenses führen sich mit schnellen Punts in die zweite Halbzeit ein; die Packers bringen weiterhin nicht ausreichend Druck auf die Pocket zustande, wollen nun aber offenbar verstärkt blitzen.

[04h16] Interessant ist auch der Split in der Leserschaft: Waren im ersten Spiel vor allem deutsche Leser hier aktiv, sind es seit dem Kickoff der zweiten Partie die Österreicher, die sich fürs Spiel interessieren, obwohl wir mittlerweile halb fünf schreiben.

Zweites Viertel

[03h58] Halbzeit San Francisco 24, Green Bay 21.

Jeder Drive endet in Punkten, auch dieser kurz vor der Pause. Colin Kaepernick ist der Spieler des Tages bisher: Nur 11/23 im Passspiel, aber für 148yds, 2 TD, INT, und 11 Scrambles für 107yds. Kaepernick läuft wieder einmal sehr schnell los, aber wie der Mann sich aus einer scheinbar kollabierenden Pocket mit einem 30yds-Lauf rauszwirbelt, hat was. Wenn das so weitergeht, ist heute Vicks QB-Scramblerekord in Gefahr (176yds irgendwas).

San Francisco dominierte die Partie in Sachen Ballbesitz (22min zu 8min) Spielzügen (48 zu 20), und Yards (313 zu 152), führt aber nur mit 3 Punkten. Gründe dafür: Der INT-Returntouchdown des Sam Shields, und die Strafenorgie gegen die Niners: 6 Penaltys für 64yds.

[03h42] San Francisco 21, Green Bay 21/Q2 2:39. Humorlose Anwort der Packers: 6 Plays, 80yds, TD. Rodgers 3/3 für 45yds, mit zwei großartigen Pässen in enge Wurfbahnen für WR #89 James Jones. Rattenscharfe Bälle auf beiden Seiten, und wir haben einen Shootout, der an Unterhaltungswert mit DEN-BAL mithalten kann.

[03h36] Nach dem Taunting war es „nur“ ein versetztes 1st-and-10 und kein 1st-und-25, weil Kaepernick sich unsportlich gegenüber dem Gegner verhalten hatte. Hätte er es vor oder gegen die Refs gemacht, wäre es 1st-und-25 gewesen. #wiederwasgelernt

[03h34] San Francisco 21, Green Bay 14/Q2 5:26. Eins muss man Kaepernick lassen: Diese Pässe haben ästhetischen Mehrwert. Der zweite TD-Pass für WR #15 Crabtree war optisch minimum zwei Touchdowns wert. Sensationell, nur zwei Downs nach einer überflüssigen Strafe seinerseits wegen „Taunting“ (Gegner-Verarsche).

[03h25] Turnover coming quick: Rodgers (bis dahin 2/6 für 51yds) geht im dritten Down tief, aber dort, wo der Ball landet, steht meilenweit nur CB #25 Tarell Brown, der Ball abfängt und noch dazu sehenswert returniert. Hat Rodgers den um 15m überworfen oder wollte er ins Niemandsland werfen?

[03h17] San Francisco 14, Green Bay 14/Q2 10:59. #15 Crabtree auf einer „Cross“-Route und kein Linebacker auch nur in unmittelbarer Nähe. Crabtree kann die 13yds durchlaufen. So was nennt man dann „underneath“.

[03h13] Craziness geht weiter: Punt, Fumble des Punt Returners #10 Jeremy Ross (hehe, #10 in fumbelt in San Francisco in den Playoffs nen Punt?), SF übernimmt an der GB 9, und so wie die beiden Teams da auftreten, bleibt es nicht der zweite und letzte Turnover.

Erstes Viertel

[03h02] San Francisco 7, Green Bay 14/Q1 0:29. Fantastischer Catch von WR #89 Jones, und im nächsten Play geht der neueste RB DeJuan Harris über die Mitte und einen verarschten Justin Smith durch zum TD.

[02h51] Und weiter geht es mit Runde 2. Preview habe ich hier verfasst. Spielstand bisher Kaepernick-mäßig 7-7: INT-Return Shields und 20yds-Scramble Kaepernick.

Divisional Playoffs 2013 in der Samstagnacht: San Francisco 49ers – Green Bay Packers Preview

Das Nachtspiel (ab 02h LIVE ESPN America und SPORT1+) ist ein Leckerbissen für Football-Traditionalisten wie Gelegenheitszuschauer. Schade, dass die Partie aus europäischer Sicht mitten in der Nacht stattfindet und deshalb wenig Beachtung außerhalb der Hardcore-Szenerie finden wird. Denn San Francisco (11-4-1) und Green Bay (12-5) stellen nicht nur zwei der besten Mannschaften dieses Jahr, sondern auch Franchises mit großen Namen, großer Historie und großer Fanbasis in den Staaten.

Beide waren in „ihren“ Top-Epochen (Green Bay in den 60ern und 90ern, und jetzt, San Francisco in den 80ern und 90ern) stilbildend mit revolutionären Coaches (Vince Lombardi, Bill Walsh) und legendären Quarterbacks (Bart Starr, Brett Favre, Joe Montana, Steve Young) und gewannen etliche Superbowls (Green Bay vier, San Francisco fünf). Auch 2012/13 sind beide qualitativ nicht weit vom Superbowlring entfernt. Weiterlesen