Update Trainerkarussell 2018 – Wo ist der Buzz?

Update zum Coaching-Eintrag zum Black Monday. Sagen wir so: Das Trainerkarussell hat sich schon mal aufregender präsentiert. Weiterlesen

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Trainerkarussell – College Football 2017/18

Das Trainerkarussell im College Football dreht sich dieser Tage massiv. Hier die Liste der Trainersessel, die dieser Tage neu besetzt werden – und dabei schauen wir nur auf die großen Conferences: Weiterlesen

Philadelphia Eagles 2016: Graue Maus und Grauer Bär

Der NFL-Weg nach einem gescheiterten Trainer-Experiment ist meistens derselbe: Such dir irgendwas Neues, was charakterlich oder philosophisch nicht dem Alten ähnelt. Also Offense nach Defense. Oder Player-Coach nach Disziplin-Nazi. Im Fall der Philadelphia Eagles reden wir vom zweiten Fall. Wir reden vom Nachfolger von Chip Kelly. Weiterlesen

Angriffig: NFL-Trainerkarussell 2016

Die NFL kennt in Sachen Trainerneueinstellungen keinen Trend. Sie kennt nur hopp oder topp. 2013 war ein Jahr voller Offense-Einstellungen, 2015 mit vielen Defense-Einstellungen, 2014 war recht ausgeglichen. In diesem Jahr gibt es nur Offense: 7/7 der neu bestellten Coaches haben einen Offense-Hintergrund. Der einzige der sieben neu Eingestellten, der mal in der Defense gearbeitet hat, ist Chip Kelly, der Anfang der 1990er mal Defensive Backs an der Highschool trainiert hat. Weiterlesen

Black Monday 2016

Hiermit schalte ich den Eintrag zum Black-Monday 2016 frei. Eventuell wird der Eintrag im Lauf des Tages aktualisiert.

Quellen? Ich hab nicht die Zeit um alles artgerecht zu verlinken. Die meisten News habe ich von den üblichen Verdächtigen: Ian Rapoport oder Adam Schefter. Weiterlesen

Coaches und GMs im AFC-East-Karussell

Nach dem alljährlichen black monday gab es etliche offene Trainer- und GM-Stellen. Die meisten sind nun besetzt. Werfen wir einen Blick auf die AFC East, in der es nur wenige neue, dafür viele alte Gesichter gibt. Weiterlesen

Der neue Weg der Washington Redskins

Die Washington Redskins haben vergangene Woche ihren neuen General Manager vorgestellt, und es ist ein Mann, bei dem das Prädikat „interessant“ ein Understatement sein dürfte: Scot McCloughan, ein Mann, der die Geister scheidet. Weiterlesen

Die Lupe auf das Trainerkarussell im College Football gerichtet

Der prominenteste zu besetzende Trainerposten der heurigen Offseason war zweifellos jener der University of Florida, wo der rabiate Schreihals Will Muschamp nach vier überwiegend enttäuschenden Jahren abgesägt wurde. Muschamp scheiterte in Gainesville letztlich an einer unterirdischen Offense, ohne die man sich mit viel Glück anno 2011 zu einer BCS-Bowl durchbeißen konnte, aber zuletzt zweimal en suite böse abschmierte. Weiterlesen

Trainerkarussell 2014: Ken Whisenhunt, Tennessee Titans

Lass uns mal den neuen Head Coach der Tennessee Titans unter die Lupe nehmen: Ken Whisenhunt.

Whisenhunt soll nach diversen Medienberichten auch ein Kandidat bei den Detroit Lions gewesen sein, weswegen ich ihn schon vor einigen Wochen genauer unter die Lupe genommen habe. Vom Gefühl her war „Whiz“ nicht mein Lieblingskandidat. Jetzt ist er bei den Titans untergekommen.

Whisenhunt ist extrem schwer in ein Schema zu pressen. Er war als Assistenzcoach, Coordinator und Alleinverantwortlicher enorm erfolgreich (brachte den Cardinals einen ewigen Underdog in die Superbowl), war aber auch verantwortlich für einen üblen Kollaps in Arizona. Aber der Reihe nach.

Whisenhunt war vor zehn Jahren Positionstrainer für Tight Ends in Pittsburgh, wurde 2004/05 zum Offensive Coordinator befördert (sein Vorgänger Mularkey hatte damals einen Cheftrainersessel in Buffalo bekommen). Whisenhunt war mit verantwortlich für die Entwicklung von Ben Roethlisberger. Er installierte ursprünglich die später gewohnte downfield-Offense der Steelers. Roethlisberger war schon als extrem junger Spieler sehr effizient: 7.4 NY/A und 7.8 NY/A in seinen ersten beiden Jahren in der NFL sind sensationelle Werte!

Pittsburghs Offense war damals nicht so passlastig wie in späteren Jahren gewohnt, ja sie war vielleicht sogar noch immer eine auf dem Laufspiel basierende Offense, aber es gebührt Whisenhunt großes Lob, dass er aus einem Rookie solch fassungslose Effizienz-Stats herauspressen konnte – und sei es „nur“ in einem Passspiel, das gelegentlich mit effizienten Plays den GamePlan unterstützte. Zum Vergleich: Ein Peyton Manning hat heuer auch 7.8 NY/A zustande gebracht. Zwar in viel mehr Passversuchen und als Hauptlast der Offense, aber es ist ja auch nur ein Zahlenvergleich.

Whisenhunt wurde 2007 Headcoach der Arizona Cardinals. Dort hatte er es mit einem QB-Jungspund zu tun, der erst ein Jahr zuvor vom Vorgänger-Regime gedraftet wurde, und der nicht in sein Konzept passte: Matt Leinart. Ein wurfschwacher Schönling, der keine Lust hatte seinen glamourösen Lebensstil aufzugeben. Whisenhunt hatte die Schneid, den QB-Oldie Kurt Warner Leinart vorzuziehen, und erreichte mit Warner 2008/09 die Superbowl. Arizona hatte damals kein überragendes Team, aber in einer schwachen NFC West reichte es zu mittelmäßigen Bilanzen, plus ein Ravens-artiger Playoff-Lauf. Aber nicht vergessen: Es war Arizona. Dort waren über etliche Jahrzehnte alle Coaches gescheitert, auch welche mit mehr und größeren Vorschusslorbeeren.

Warner trat nach der Saison 2009/10 zurück, und Arizona stürzte ab. Man macht heute viel davon an Whisenhunt fest. Aber eines muss man Whisenhunt lassen: Er hatte die Schneid, Leinart, den er als ungeeignet für seine Vorstellungen von Football erachtete, zu feuern. Nein, Whisenhunt bekam sein QB-Problem nach Warner nie gelöst. Aber was wären seine Optionen gewesen? 2010 gab es keinen würdigen QB im Draft (ok, Tebow…), 2011 war Newton schon vom Tablett, 2012… Russell Wilson hatte niemand viel zugetraut. Die richtigen Stars bekam Whisenhunt nie zu greifen.

Whisenhunt bekam aber mehr als die QBs nicht mehr in den Griff; es war auch die Offense Line. Die Cardinals ignorierten dieses Problem viele Jahre lang. Warner konnte es kaschieren. Durchschnitts-QBs wie Kolb, Skelton oder Hall sahen kein Land.

Whisenhunt ging nach San Diego und arbeitete dort an der Seite von Mike McCoy als OffCoord. Das Resultat ist verblüffend: Die Chargers-Offense ist ein Jahr, nachdem sie abgeschrieben war, wieder eine der drei besten der Liga. QB Philip Rivers sah aus wie in seinen besten Tagen. Ich meine: Der Vorgänger dort war in Norv Turner keiner, der nix von Offense versteht. Die Chargers-Offense ist mit das verblüffendste, das es dieses Jahr zu sehen gab.

Es gibt viele Anzeichen, dass Whisenhunt mit adäquatem Material viel herausholen kann. Er half Pittsburghs, genügend Offense zu kreieren, um die Superbowl zu gewinnen. Er brachte Arizona ins Endspiel. Er hatte 2011 eine mehr als konkurrenzfähige Cards-Truppe unter seinen Fittichen, die NFL-untaugliche Gurken auf QBs durchschleppen musste.

Damit ist das Urteil über ihn schnell geschrieben: Gib ihm einen adäquaten Quarterback, und er wird dich zu großem Ruhm führen. Ist es so einfach? Ich weiß es nicht. Aber Fakt ist, dass Whisenhunt mit tauglichen QBs Großartiges erreicht hat. Fakt ist, dass Leute wie Kolb, Skelton, Leinart auch andernorts nix gerissen haben. Das einzige, das man ihm nachsagen könnte: Hat er zu stur an „seiner“ Offense festgehalten? Auf der anderen Seite: Alle Whisenhunt-Offenses haben als wichtiges Element ein tiefes Spiel zumindest in Spurenelementen. Leinart, Kolb oder Max Hall hatten bei weitem nicht den Wurfarm um die tiefen Bomben raketenscharf anzubringen.

Für vereinzelte tiefe Spielzüge an sich brauchst du keine Granate von Wurfarm. Aber sie hilft dir, und sie ist essenziell, wenn du ein vertikales Element als integralen Bestandteil zum Funktionieren deiner Offensiv-Ideen brauchst. Leute wie Leinart werfen zu langsame Bälle, zu hoch fliegende. Bogenlampen. Die werden dir abgefangen in der heutigen NFL. Du musst sie flach und scharf werfen. So wie QB Jake Locker in Tennessee. Locker hat einen extrem guten Wurfarm, dem allerdings die letzte Präzision abgeht. Locker galt zwei Jahre lang als stagnierendes Talent, bis er in der abgelaufenen Saison 2013 plötzlich einen großen Sprung nach vorn machte.


Whisenhunt gab in seiner ersten Pressekonferenz kein eindeutiges Statement pro Locker ab. Locker soll allerdings in der Titans-Organisation bei GM Ruston Webster ein gutes Standing genießen. Allerdings darf man auch festhalten, dass Whisenhunt im NFL-Draft 2011 als Cards-HC Locker mit den fünften Pick hätte ziehen können, aber die Cards zogen damals CB Patrick Peterson vor. Alles in allem wäre man aber schon überrascht, wenn Locker sofort abgesägt wird.

Whisenhunt will in Tennessee als Play-Caller in der Offense fungieren, was den neuen OffCoord Jason Michael, den er aus San Diego mitbrachte (Michael war dort TE-Coach), in realiter zu einer Art Assistenten für die OffCoord-Position verkommen lässt.

Für die Abwehr hat sich Whisenhunt den DefCoord der Cleveland Browns, Ray Horton, der schon sein DefCoord in Arizona war, geholt. Eine Wahl, die einiges verspricht. Horton hatte in Arizona eine der besten, meist unterschätzten Defenses unter seinen Fittichen. In Cleveland? Auch. Aber was erstaunte: Whisenhunt sprach in seiner ersten Pressekonferenz davon, auf keinen Fall eine 3-4, 2-gap Defense spielen zu wollen. Genau dafür aber steht und stand Horton schon immer. Vielleicht wird es eine lässige 2-4-5 Defense, die man der Cards-Defense von Horton unter der Hand auch schon nachsagte.

Wird auf alle Fälle eine interessante Zeit. Whisenhunt ist bekannt dafür, den „Steeler-Way“ zu gehen und nie allzu kurzfristig zu denken. Er möchte Stabilität und Kontinuität. Das hatten die Titans nun viele Jahre lang, erst unter Jeff Fisher und dann unter dessen Nachfolger Munchak, aber Whisenhunt ist der erste, der wirklich gewillt sein wird, eine echte Pass-Offense aufzuziehen.