Die Hallowe’en Power Rankings: Wir würfeln wieder

Instant Replay…

zerstört die Wunder.

Finishes wie bei DallasNew York Giants gehören zu meinen absoluten Favoriten – nicht nur wegen der Spannung. Der Dez-Bryant-Catch ist so bizarr, weil er die Geschichte eines kompletten Spiels so ungeheuerlich verfälscht, ja verdreht, weil er die Sichtweise von Fans, Pundits und Bloggern so dramatisch zu beeinflussen imstande ist.

Es ist wie ein Lattenschuss in der 92. Minute bei 0:1. Wie sind alle gefangen vom Ergebnis, wir akzeptieren nicht, dass unkontrollierbare Winzigkeiten über Spielausgänge, Meisterschaften, Millionenauszahlungen entscheiden. Wir tun uns schwer einzugestehen, dass zwei Gegner sechzig oder neunzig Minuten lang auf Biegen und Brechen aufeinander losgehen, nur um am Ende den Sieger ausgewürfelt zu bekommen.

„Verdient“ und „unverdient“ werden relativ. Glückspilz und Pechmarie sind die besseren Worte. Nicht immer. Aber oft.

Waren die Giants besser? In diesem Spiel – vielleicht. Langfristig – vielleicht ja. Aber es war für dieses eine Spiel nicht entscheidend. Denn dieses eine Spiel wurde entschieden, weil Dez Bryant am Morgen vergessen hatte, sich die Fingernägel zu schneiden.

Zu den Power-Rankings nach Woche 8 – nein, ich möchte nicht Hallowe’en-like jemanden erschrecken.

Nr.  TEAM              WP     E16    SOS   RK   W-L
#1   Denver           .722   11.6   .508   12   4-3
#2   San Francisco    .713   11.4   .512   10   6-2
#3   Houston          .690   11.0   .480   23   6-1
#4   Carolina         .620    9.9   .533    8   1-6
#5   N.Y. Giants      .617    9.9   .552    4   6-2
#6   Seattle          .610    9.8   .570    1   4-4
#7   Atlanta          .605    9.7   .501   16   7-0
#8   Miami            .588    9.4   .498   20   4-3
#9   Dallas           .578    9.2   .568    2   3-4
#10  Chicago          .573    9.2   .500   17   6-1
#11  Detroit          .569    9.1   .543    7   3-4
#12  New England      .564    9.0   .487   21   5-3
#13  Green Bay        .557    8.9   .504   14   5-3
#14  Philadelphia     .532    8.5   .512   11   3-4
#15  St Louis         .532    8.5   .551    5   3-5
#16  Pittsburgh       .531    8.5   .500   18   4-3
#17  Washington       .523    8.4   .498   19   3-5
#18  Minnesota        .504    8.1   .463   26   5-3
#19  Oakland          .489    7.8   .475   24   3-4
#20  Tampa Bay        .487    7.8   .474   25   3-4
#21  N.Y. Jets        .450    7.2   .554    3   3-5
#22  Baltimore        .450    7.2   .487   22   5-2
#23  Cincinnati       .447    7.1   .446   28   3-4
#24  Arizona          .428    6.8   .551    6   4-4
#25  San Diego        .413    6.6   .430   32   3-4
#26  Indianapolis     .392    6.3   .437   31   4-3
#27  Cleveland        .386    6.2   .458   27   2-6
#28  Buffalo          .364    5.8   .441   29   3-4
#29  Tennessee        .337    5.4   .503   15   3-5
#30  New Orleans      .265    4.2   .505   13   2-5
#31  Jacksonville     .256    4.1   .521    9   1-6
#32  Kansas City      .210    3.4   .439   30   1-6

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rk die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 8.


Carolina Panthers

Ich bin selbst jede Woche wieder baff, wie es die Carolina Panthers mit ihrer 1-6 Bilanz schaffen, so weit oben gerankt zu sein. Um das Ranking kurz zu erläutern: Die Panthers besitzen mit 7.0yds/Pass die fünftbeste Pass-Offense (yup, die von Cameron Newton angeführte Pass-Offense!), sie haben die sechstbeste Lauf-Defense und sind das viertdisziplinierteste Team in der National Football League.

Sie gehören in Sachen Lauf-Offense (#14) und Pass-Defense (#14) irgendwo ins Liga-Mittelmaß und sind einzig in den sehr volatilen Kategorien Turnovers wirklich schlecht. Dazu gleich mehr.

Was das Ranking nicht berücksichtigt: Special Teams. Diese sind nach Football-Outsiders an #26 gerankt und dürften neben den Turnovers mitverantwortlich sein für die horrenden Starting-Feldpositionen der Panthers-Drives sein:

#32 in der Offense (OWN 22.9 YDS line)
#28 in der Defense (OWN 29.6 YDS line)

Carolina hat mit jedem Ballwechsel einen Feldpositionsnachteil allein von 6.8 Yards (zum Vergleich: die in dieser Kategorie führenden Atlanta Falcons haben einen Vorteil von 6.9 Yards!, das sind fast 14 Yards Unterschied pro Drives mit Offense + Defense).

Dazu kommt das Phänomen Cameron Newton: Der gute Mann kriegt trotz guter Stats Woche für Woche auf die Fresse, weil er zu unkonstant spielt. Auf die Fresse kriegen sollte noch mehr jedoch OffCoord Chudzinski, der mit seiner Implementierung von Laufspiel mit Gewalt und einem konservativeren Kurzpassgewichse auf besten Spuren Greg Knapps wandelt; Knapp, Stammlesern ist das bekannt, gehört zu den verhasstesten Coaches auf diesem Blog. Knapp presste einst Michael Vick in Atlanta in ein System, das jenem der Panthers der letzten Wochen zumindest ähnlich sah. Falls der Panther-Staff auf gefühlten öffentlichen Druck („Newton ist an allem schuld. Hängt ihn!“) hin ein „traditionelles“ Offensivsystem basteln, um ihre Köpfe zu retten, gehören Head Coach Ron Rivera und Kumpanen spätestens zu Saisonende gefeuert.

Überhaupt Rivera: An Gespür für Spielsituationen ist der Mann in einer Liga mit Clevelands Pat Shurmur (das ist, falls es Sie interessiert, keine gute Gesellschaft); das Spiel in Atlanta bei den noch ungeschlagenen Falcons wurde komplett hergeschenkt, und ansonsten spielen die Panthers wankelmütig und ohne Plan 4th downs aus, und 4th downs nicht aus. Die Pressekonferenzen zeigen dick und fett: Rivera („We have to implement power running game“ (sic!)) hat keinen Schimmer, wo die wahren Probleme der Panthers liegen (Newton die Shotgun weggenommen, Verletzungen).

Newton ist natürlich nicht ganz freizusprechen, waren es doch ein paar Turnovers zu viel. Diese müssen aber für die Zukunft nicht zwingend ein schlechtes Vorzeichen sein, und außerdem kamen mehrere – zuletzt am Sonntag bei den mächtigen Chicago Bears – zu beschissenen Zeitpunkten.

Fazit: Panthers haben starke Stats gegen einen sehr starken Schedule eingefahren. Sie waren in sechs Spielen mit einem Score Differenz (1-5 Bilanz). Sie haben dabei in kritischen Situationen versagt oder einfach bloß Pech gehabt. Sie hätten wenigstens zwei davon (Atlanta, Chicago) gewinnen müssen – zufällig zwei der Teams, die in den meisten Power-Rankings in den Top-3 gerankt sind. Von daher dürfte die zweite Saisonhälfte in Sachen Sieg/Niederlage Besserung bringen.

Bleibt zu hoffen, dass Rivera bis zu seiner Entlassung im Jänner nicht mehr allzu viele schwierige In-Game-Entscheidungen zu treffen hat, respektive OffCoord Chudzinski bald wieder zur Besinnung kommt.


Die Favoriten errechnet

Natürlich verloren die St Louis Rams letzte Woche in Wembley. Trotzdem prophezeihten die Stats zehn von 14 Siegern richtig (ich war 9-5), und so gibt es nun seit Beginn der Aufzeichnungen in dieser Saison Gleichstand: Excel ist 46-24, ich bin 46-24 seit ich ab Woche 4 mitrechne.

Hier die errechneten Siegwahrscheinlichkeiten des Modells für Woche 9:

HOME              %     AWAY               %
San Diego        78     Kansas City       22
Cincinnati       17     Denver            83
Cleveland        47     Baltimore         53
Green Bay        70     Arizona           30
Tennessee        27     Chicago           73
Indianapolis     31     Miami             69
Washington       41     Carolina          59
Jacksonville     20     Detroit           80
Houston          89     Buffalo           11
Seattle          69     Minnesota         31
Oakland          55     Tampa Bay         45
N.Y. Giants      67     Pittsburgh        33
Atlanta          59     Dallas            41
New Orleans      24     Philadelphia      76
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College Football, Woche 9 in der Rückschau

Im Rennen um die Tickets zum BCS Championship Game nach Miami haben sich am Wochenende mehrere Mannschaften fast, einige endgültig verabschiedet. USC und Oklahoma sind nach der jeweils zweiten, Oregon State nach seiner ersten, Saisonpleite komplett weg vom Fenster, und auch die Chancen der Florida Gators dürften nur noch theoretischer Natur sein. Ganz heiß im Rennen bleiben die Big Four: #1 Alabama, #2 Kansas State, #3 Oregon, #4 Notre Dame.

Alle haben noch Stolpersteine im Schedule. Notre Dame muss am letzten Spieltag zu USC, Oregon muss noch den schwereren Teil seines Conference-Schedules bestreiten (u.a. mindestens einmal @USC), Kansas State sieht noch vier nicht zu unterschätzende Offenses aus der Big 12, und Alabama fährt dieses Wochenende nach Baton Rouge, um im „Death Valley“ gegen die LSU Tigers zu spielen, die um ihre letzte Chance auf das BCS-Endspiel fighten.

Southeastern Conference – transatlantische Phantomschmerzen und Semesterempfehlungen für Pädagogik

Das Bild in der SEC-East wird klarer. Florida hätte mit einem Sieg gegen die Georgia Bulldogs sein Endspielticket für die SEC fixieren können, aber dann schlug das zu, was eine Woche zuvor gegen South Carolina so brutal für die Gators eingeschlagen hatte: Turnovers. QB Driskel lebte in seiner Pocket in unsicherer Zone, fumbelte gleich mehrmals und verlor auch die meisten davon – wie auch die Returner. Die Gators mit insgesamt sechs Ballverlusten in einer unansehnlichen Partie, die fast vier Stunden dauerte und von elendigen Werbepausen und null Spielfluss gekennzeichnet war.

Georgia bekleckerte sich seinerseits nicht mit Ruhm: Aus den ersten fünf Turnovers schlug man praktisch kein Kapital (Field Goal und Touchdown aus kürzesten Feldpositionen), während das Laufspiel am Boden lag und QB Murray mehrere haarige Entscheidungen traf. Ich stimme dem CBS-Cokommentator Gary Danielson zu, dass Murray manchen Wurf besser nicht gemacht hätte. Aber: Zwei der drei Interceptions waren letztendlich abgefälschte Bälle, nur eine Interception war ein wirklich horrender Wurf (drei Meter überworfen). Letztlich war Georgias Spiel notgedrungen auf Murray zugeschnitten, und immerhin: Der siegbringende Drive von 10-9 auf 17-9 im Schlussviertel war dann auch schön ausgespielt – wenn auch, und das passte ins Bild, nur dank eines hirnlosen Penaltys gegen einen Defensive Lineman der Florida Gators bei einem eigentlich gescheiterten dritten Down.

Cooler war bei all dem Gemurkse, was an der Seitenlinie abging: Ich wusste seit Langem, was für ein emotionaler Typ Floridas Headcoach Will Muschamp ist, und es hatte was, wie sich Muschamp da teilweise mit letzter innerer Kraft zusammenreißen und wie er die Zähne bis zum Gebrechen zusammenbeißen musste, um nicht einem Assistenzcoach nach dem anderen eine zu knallen.

Auf der anderen Seite möchte man auch Georgias DefCoord Todd Grantham wenigstens zu zwei Semestern Pädagogik raten: Nur, weil die Sofa-QBs letzte Woche von „Coordinator nimmt den Jungen in den Arm“ gesprochen haben…

Georgia hat durch den Sieg sein Schicksal in der SEC-East nun in eigener Hand, und „nur noch“ Ole Miss und Auburn vor der Brust. Nur noch eine kleine Außenseiterchance haben die Pechvögel des Jahres, die South Carolina Gamecocks. Die gewannen zwar zuhause knapp genug 38-35 gegen andere Pechvögel, die Tennessee Vols, aber die Art und Weise dürfte nicht schmecken.

Dass QB Connor Shaw erneut kurzzeitig ausgeknockt wurde, war noch geschenkt. Viel, viel, viel bitterer war die erneute Verletzung von RB Marcus Lattimore. Ich poste aus Pietätsgründen kein Video, aber bei Lattimore dürfte den Eindrücken nach nicht bloß ein Kreuzband gerissen sein. Da ging gestern ein potenzieller Top-Draftpick den Bach runter, entsprechend emotional war Lattimores Familie, waren Lattimores Teamkollegen, und entsprechend könnte die Diskussion, dass für Running Backs das College nur drei verlorene Jahre und zusätzliches Verletzungsrisiko bedeuten, wieder an Drive gewinnen.

Der Moment, als Lattimore unter einem Handtuch vergraben aus dem Stadion gefahren wurde, hatte aber etwas Ergreifendes. Das komplette Gamecock-Team plus drei Viertel vom Gegner verabschiedeten Lattimore persönlich, ein Stadion mit Standing Ovations und Einblender von einem weinenden Lattimore-Clan: Eine solche Wertschätzung und Mutzusprechung sieht man lange nicht alle Tage.

Von der spielerischen Seite dürfte es den Vols geschmeckt haben, wie lange man DE #7 Jadeveon Clowney aus dem Spiel nehmen konnte – ehe dann Clowney im letzten Play doch noch durchbrach und den entscheidenden Fumble gegen QB Bray provozierte.

Der BCS-Rest – Kantersiege und knackige Defense

Die Oregon Ducks werden selbst bei Ungeschlagenheit ein interessanter Fall für die Bowl Championship Series: Ja, die Mannschaft fährt über ihren Schedule drüber als seien es Pappstangen (u.a. am Wochenende 56-0 Führung mit fast 450yds Offense gegen Colorado!), aber der Schedule der Ducks ist – nett gesagt – suspekt, und dürfte nach der erneuten Schlappe der USC Trojans nicht an Wert gewinnen.

Stanford, Washington, USC und Oregon State sind noch auf dem Speiseprogramm, und alle vier gelten zwar lange nicht als „Cupcakes“, aber im Vergleich zu dem, was z.B. die SEC-Teams oder Kansas State so im Laufe eines Herbstes antreffen, eher als Gegner ohne große Reputation.

Mitschuldig daran ist auch der Kollaps der USC Trojans, die trotz fast 500 Passyards und mehr als 340 allein durch WR Lee ihre zweite Saisonpleite gegen Arizona kassierten und nicht mehr für voll genommen werden dürften.

Man werfe die grundsätzliche Skepsis der amerikanischen Voter gegen die Westküste mit ins Spiel (bei Westküstenspiele samstagnachts schlummern viele Pundits bereits genüsslich vor sich hin), und Oregon wird ähnliche Kantersiege bis hin zum Pac-12 Finale brauchen, um seine BCS-Chancen am Leben zu erhalten. Sehenswert vom Oregon-Spiel übrigens: Der sensationelle Puntreturn von Black Mamba #6 De’Anthony Thomas.

Neben Kansas State, die mit Texas Tech das nächste Kaliber locker aus dem Weg räumten, kriegt vor allem Notre Dame nun den – nicht unberechtigten – Hype. Notre Dame, die Mannschaft, die ich seit Monaten für in der öffentlichen Wahrnehmung zu sehr unterschätzt gehalten hatte, nach Jahren mit völlig überzogenen Erwartungen. Notre Dame putzte Oklahoma in deren Stadion, nach einem knappen Spiel, das erst in den letzten Minuten zu einem klaren 30-13 wurde. Knackpunkt war dabei eine einzigartige Interception von LB #5 Manti Te’o, dessen Heisman-Kandidatur Fahrt aufnimmt. Te’o ist nicht nur wegen seiner exzellenten Vorstellungen 2012 und seiner für alle greifbaren „Leadership“ eine gute Story. Te’o hatte in den letzten Wochen auch mit schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen, als direkt nacheinander Großmutter und Freundin an Krebs verstarben.

Bei den Sooners zeigten sich altbekannte Probleme. Die Defensive Line sah gegen eine nie überwältigende Offense Line der Fighting Irish nur mittelmäßig aus, und in der Offense bliebt QB Landry Jones mal wieder blass; bei Jones sind es diese leichten Ansätze von Unsicherheit, die immer wieder sichtbar sind, wenn eine mächtige Defense heranrauscht, und daher glaube ich nicht, dass Jones nächstes Jahr bei all seiner wunderbaren Wurftechnik ganz hoch gedraftet wird.

BCS-Ranking Review

Die vollständigen BCS-Rankings können bei ESPN.com nachgelesen werden. In der zweiten Spalte (nach dem Win/Loss-Record) habe ich die SRS-Punkte aus meiner Excel-Tabelle eingepflegt.

Rk  TEAM              W-L   SRS
#1  Alabama           8-0   31.2
#2  Kansas State      8-0   26.2
#3  Notre Dame        8-0   23.0
#4  Oregon            8-0   25.8
#5  Louisiana State   7-1   15.3
#6  Georgia           7-1   15.0
#7  Florida           7-1   21.4
#8  South Carolina    7-2   16.2
#9  Florida State     8-1   16.3
#10 Louisville        8-0    3.6

Fest steht damit: Am Samstag steht und fällt die Saison für die LSU Tigers (vs Alabama). Sollten nicht noch zwei oder drei der Top-5 stolpern, werden uns gegen Saisonende wieder handfeste Diskussionen um die Finalplätze drohen. Sogar Georgia ist nicht meilenweit von einem BCS-Endspielplatz entfernt: Die verbleibende Schedule ist lauwarm, und im SEC-Finale gegen Alabama oder LSU dürfte es noch einmal die Chance geben, sich zu beweisen; Potenzial ist zuhauf da bei Georgia. Das Team ist bloß unbeständig. Wenn den Bulldogs ein „guter“ Tag ausrutscht, dürfte man mit den Big Dogs mithalten können.

Für relativ überbewertet halte ich im Übrigen die Boise State Broncos an #19; Boise State ist damit nicht mehr unendlich weit von einer BCS-Einladung als BCS-Buster entfernt, zumal sowohl die Big Ten Conference abgrundtief schlecht besetzt scheint und auch die Kandidaten in der Big East suspekt genug sind. Boise State würde ich dieses Jahr – nur die beiden „besten“ Spiele gesehen zu haben – nicht in den Top-25 verorten. Dem Team „widerfährt“ offensichtlich selbiges Phänomen, wegen dessen es in den vergangenen Jahren gescheitert waren: Das Voting besteht zu beträchtlichen Teilen aus dem Ruf der Vergangenheit – die Marke „Boise State“ scheint irgendwo in Nähe der Großen angekommen zu sein – aus sportlicher Sicht leider ein oder zwei Jahre zu spät.

Bei #10 Louisville ist das Simple Rating System übrigens extrem skeptisch: Die Cardinals haben ein SRS von 3.6 Punkten über dem Durchschnittsteam – nach SRS der 51t-beste Wert. In der Tat war Louisville bisher ein Team, das von extrem vielen knappen Siegen profitierte (5-0 in engen Spielen), und das am Freitag gegen Cincinnati gehörig wackelte. Die Jungs von Charlie Strong haben noch zwei härtere Begegnungen (@Syracuse und vor allem @Rutgers).

Recap Week 8 – Jets vs. Dolphins

Vorausgeschickt die Spoilerwarnung.

Das blanke Endergebnis zeigt nicht, wie es gekommen war: Die Dolphins gewannen dank ihrer Special Teams, die in der ersten Halbzeit einen Punt zum Touchdown blockten sowie ein Field Goal blockten und einen sehr langen Return produzierten, und dank ihrer Defense, die zwei schnelle Turnovers forcierte, aus der kurze Feldpositionen resultierten, die zu Punkten verwertet wurden. Miamis Punkte kamen wie folgt zustande:

  • FG nach 63yds-Drive.
  • TD nach geblocktem Punt.
  • TD nach 32yds-Drive.
  • FG nach 44yds-Drive.
  • TD nach 40yds-Drive.
  • FG nach 21yds-Drive.

Überragende Offense geht anders, aber was ist man auch anderes gewohnt, wenn QB Matt Moore wegen einer Tannehill-Verletzung auf das Spielfeld kommt? Moore spielte souverän und blass wie immer, was einzig auffiel, waren ein paar fallengelassene fangbare Pässe der Wide Receivers und ein WR #10 Jabar Gaffney, der nun wirklich nur mehr zwei oder drei weitere Teams in seiner Sammlung bis zur Vollständigkeit braucht.

Im Laufspiel war RB Dan Thomas wie immer grundsolide, RB Reggie Bush wie so oft boom or bust, wobei Bush das Play des Tages machte und nach den lauten Ankündigungen der Herrschaften Landry und Cromartie mal eben beide verarschte und Cromartie zu einer Tätlichkeit zwang, die relativ gleich zu Spielbeginn die ersten pinken Flaggen der NFL-Historie regnen ließen. Cromartie war wohl tief getroffen, reagierte nach dem Spiel mit zweideutigen Kommentaren drauf („We know Reggie’s true colors“).

Sauer hätten die Jets auf ihre Offense sein können. Ich erkläre zum fünfunddreißigsten Mal seit Bloggründung das Ende der Sanchez-Ära; da wird nix mehr draus. Die Jets in der ersten Halbzeit mit Drives von 4, 10, 8, 9, -3, -1 Yards, und dann mit einem gescheiten Drive über 70yds, der mit geblocktem Field Goal endete. Wie so oft: Wenn eine starke Lauf-Defense daherkommt, sind Sanchez und Jets verloren. Ich meine: Verloren.

Was sind nun die Optionen für die Jets? 2012 dürften sie mangels Optionen auf Sanchez angewiesen sein, nachdem Tebow nicht mal mehr bei dritten und vierten Versuchen und 1 Yard zu gehen zum Einsatz kommt. Persönlich würde ich ernsthaft das Austesten von QB Greg McElroy andenken, aber der ist nach allem am College Gesehenen auch nicht viel mehr als ein blasser Verwalter. Bleibt also: Abwarten, Tee trinken, und dann nach Rasur der sportlichen Leitung in den 2013er NFL-Draft zu gehen… wenn Sanchez bloß nicht jüngst diesen Multimillionenvertrag aufgesetzt bekommen hätte.

Bleibt als Fazit: Die Dolphins wirken steril und ich habe keine Ahnung, warum die Statistiken Miami so stark sehen. Aber gegen eine völlig hilflose Jets-Truppe reichte das an diesem Tag zu einem dank Special Teams nie gefährdeten Auswärtssieg, bevor der Sturm in den Meadowlands richtig einsetzte.

Soon to be former coach: Gene Chizik

Ich hab das Spiel nicht gesehen, aber bei dem Ergebnis vom Wochenende kann ich mir schwer vorstellen, dass Gene Chizik noch lange Chefcoach der Auburn Tigers sein wird: 63-21 Schlappe zuhause gegen die Texas A&M Aggies mit sagenhaften 671 abgeschenkten Yards für die Aggies-Offense – das sind Zahlen ohne Worte und dürften das Schicksal jenes Coaches, der erst vor zwei Jahren die National Championship gewonnen hat, besiegelt haben.

Als Einordnung: Chizik war Anfang 2009 bei Auburn – einer Kultuniversität mit einem sehr speziellen Publikum – angeheuert und sofort mit Argusaugen begutachtet worden: 5-19 Bilanz in zwei Jahren bei Iowa State, da waren die Fans sofort skeptisch. Einer durchschnittlichen 8-5 Bilanz folgte 2010 der Durchbruch, als Auburn zum zweiten Mal nach 1957 den National Title gewann.

Allerdings weiß ich nicht, ob es jemals einen Coach gab, der weniger Anerkennung dafür bekam; Grund war die schiere Abhängigkeit der Tigers von zwei fantastischen Einzelspielern: QB Cameron Newton (jetzt Carolina) und DT Nick Fairley (jetzt Detroit Lions). Auburn stellte keine wirklich überragende Mannschaft, aber was Fairley und vor allem Newton phasenweise hinzauberten, war überirdisch. Der Wirbel um Newtons Recruiting spielte Chizik sicher auch nicht in die Karten.

2011 der (erwartete) Absturz einer jungen Tiger-Truppe, aber wie die Mannschaft zuletzt in ihre Einzelteile zerfiel, dürfte Chizik nicht mehr haltbar machen; einzig gegen ULM in der Overtime gewonnen, einzig gegen ein völlig aus dem Trip gekommenes LSU ein akzeptables Ergebis eingefahren (10-12 Niederlage), und ansonsten: Tristesse. Auburn ist 1-7 und noch sieglos in der SEC (und Spiele gegen Georgia und Alabama folgen erst noch!), kassierte hohe Leiten sogar gegen Ole Miss und Arkansas, und zuletzt die Abfuhr gegen Texas A&M.

MNF #8, Arizona Cardinals – San Francisco 49ers Preview

Das Monday Night Game (ab 02h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+) hat Zutaten von “Original von Kopie” oder besser: Die, die schon da sind (49ers) gegen die, die genau da hinkommen wollen (Cardinals). Weil beide Teams dieses Jahr auch gut gestartet sind und die NFC West als Komplettes halbwegs ernst genommen werden muss, fühlt sich das alljährliche Primetimespiel Arizona – San Francisco diesmal tatsächlich am richtigen Sendeplatz an.

Die Cardinals sind die 49ers für Arme. Das sieht dann so aus: Die Defense sorgt mit fulminanter Defensive Line plus zwei sehr athletischen Linebackers für ausreichend Druck, dass man im Backfield problemlos den jungen CB Patrick Peterson mit der Manndeckung der größten Waffe des Gegners betraut machen kann, und für die restlichen drei Receiver vier bis fünf Mann übrig bleiben. Arizona kassiert pro Drive mit 25.6 Yards die zweitwenigsten ligaweit, und mit 1.24 Punkten pro Drive die zweitwenigsten – diesbezüglich ist man gar jeweils knapp vor San Fran.

Der Unterschied ist in der Offense: Während San Francisco dieses Jahr eine großartige Offense Line aufweist, hinter der Laufspiel und sogar QB Alex Smith phasenweise überzeugend aussehen, liegt die Cards-Offense zirka drei Meter unter der Erde – trotz mehrerer hoch gedrafteter Running Backs, trotz des Super-WRs Larry Fitzgerald, trotz eines weiteren hoch gedrafteten Rookie-WRs Michael Floyd.

Das Problem liegt auf der Hand: Die Offensive Line gibt zu viel Druck auf, die völlig verunsicherten Quarterbacks, seien es nun Kolb oder Skelton, kriegen keine Zeit und neigen dann entweder zu Harakiripässen (Skelton) oder aufgeregtem Starren auf die Deckung bis der Bus längst drübergefahren ist (Kolb).

Arizona macht 4.9 Yards pro Passversuch (nur Gabbert in Jacksonville ist schlechter), ist dabei noch unbeständig (23.0 Yards pro Drive, nur Gabbert in Jacksonville ist schlechter) und – Analogie zu den 49ers vom letzten Jahr – hält sich nur mit großartiger Starting Field Position über Wasser: Im Schnitt startet man an der eigenen 31.3 Yards Line (#2 der NFL). Mit verantwortlich dafür dürfte neben der starken Defense auch der Returner Peterson sein.

Ich sehe nicht, wie Arizona heute Nacht gewinnen will. Es bedürfte einer Auferstehung des Passspiels von Lazarus-Größenordnung, um die 49ers ernsthaft in Bedrängnis zu bringen – IMHO nicht going to happen.

Dallas Cowboys – New York Giants live

[00h52] Endstand Dallas Cowboys 24, New York Giants 29

WR #88 Dez Bryant fing einen sensationellen Touchdown in der EndZone, der nicht gegeben wurde, weil ein Fingernagel im Aus war. So eng liegen Sieg und Niederlage beieinander. So eng liegen Heldenstatus und weiterhin Ärger für Dez Bryant auseinander. So ist’s Leben. Darum liebe ich diesen Sport.

Großes Spiel, Hut ab vor der Leistung der Dallas Cowboys, und ein fantastisches Finish. Die Giants dürfen sich extrem glücklich schätzen, diese Partie gewonnen zu haben, aber man darf auch anerkennen, dass sie sich aus diesem Loch im Schlussviertel wieder herausgegraben haben. And over.

[00h38] 44sek. 70yds to go.

[00h36] Brutal knappe Entscheidung, aber die Giants werden drei Zentimeter vor dem 1st down gestoppt. 51sek, es folgt der Punt mit PR Dez Bryant, und für die Kommentatoren, die ihn zuvor auf den Mond schießen wollten, ist Bryant nun der Hoffnungsträger schlechthin.

[00h33] Dramatische Schlussphase: 3rd-und-1, Pass in die Endzone, die Flaggen fliegen, aber nach Besprechung geben die Refs keine PI. Dallas spielt das 4th down aus und Romos Pass wird abgefangen – für Raumverlust aus Giants-Sicht. Dallas hat 1:03 vor Schluss noch drei Timeouts.

[00h24] Witten, Witten, Witten, Witten.

[00h17] Wie heute bereits gewohnt, betreibt Dallas‘ Defense Schadensbegrenzung, lässt nur ein Field Goal zu. Per Touchdown kann Dallas das Spiel nun gewinnen. DAL 24, NYG 29.

[00h11] Das Spielchen geht wieder in die andere Richtung: RB Jones – der hatte noch keinen Turnover verursacht – fumbelt und die Giants kommen aussichtsreich wieder in Ballbesitz. Runde 6:40 to go.

[00h01] 10:01 to go. DAL 24, NYG 26 nach einer Kurzpassserie. New York lässt Manning fast nur noch „7-step“-Dropbacks machen, um Zeit zu gewinnen; Dallas kommt derweil meist nur mit drei, maximal vier Leuten.

[23h52] Mit Ende des dritten Viertels schauen beide Teams mental wieder auf Augenhöhe aus. Sind alle Zutaten für ein adäquates Schlussviertel gegeben.

[23h49] INT zählt, Return nicht. Zufälligerweise berührte McCray den Stutzen des Victor Cruz, wodurch er down by contact wurde.

[23h46] Jetzt ist das Pendel komplett umgeschwungen: Pass für WR Cruuuuz, der Ball kullert komisch genug über den S Sensabaugh runter, dass DB McCray ihm den Ball vom ‚Oasch klauben kann. Mit etwas Glück (aus Dallas-Sicht) gab es auch noch keine Berührung mit WR Cruz, sodass sogar noch der lange Return zählt.

[23h41] Mal schauen, wie sich die Partie nun entwickelt. Solche Mega-Comebacks tendieren oft dazu, dass die aufholende Mannschaft – hier Dallas – jetzt erstmal emotional soweit wieder runter ist, dass die andere Mannschaft (hier: Giants) erstmal wieder Luft schnappen kann.

[23h38] Iss also doch noch nicht Halloween, und die Giants wissen nicht so recht, wie ihnen geschieht. Romo dirigiert einen weiteren blitzsauberen Drive das Spielfeld runter (diesmal machen Witten und Austin die langen Ballgewinne) und an der GoalLine ist man diesmal flexibel genug, um den genau gleichen Rollout Romos nicht mit Scramble, sondern mit Kurzpass abzuschließen. DAL 24, NYG 23.

[23h31] Eli setzt das Manning-Face auf, CB #39 Brandon Carr schlägt einen Pass zu Boden und Dallas bekommt an der eigenen 41 den Ball.

[23h28] Ich muss gerade schlucken: Es gibt Ernie Sims noch!

[23h22] DAL 17, NYG 23. Ein einfach gestarteter Drive (u.a. langer Ball für einen völlig ungedeckten WR Bryant) wird an der GoalLine haarig und einn Spiegelbild einer Viererserie, die wir eben bei Detroit – Seattle gesehen haben; inklusive des genau gleichen Scramble-Fakes, mit dem Romo abschließt. We have a game und ich beachte meinen Post um 22h30.

[21h11] Huiiii. Im Coaches-Poll, das zur BCS-Formel gehört, sind die Boise State Broncos unglaublicherweise an #14 gerankt! Vor Mississippi State, USC und WVU – würde ich unterschreiben. Aber vor Stanford und Texas A&M?

[23h00] Offtopic für die Halbzeit: Das AP-Poll im College Football ist raus – keine allzu großen Überraschungen. Höchstens West Virginia.

[22h52] DAL 10, NYG 23. Die Cowboys machen es interessant. Erst verpasst Romo a) einen Touchdown, als er den gaaaaanz tiefen WR Bryant unterwirft und b) ein 1st and goal, als er TE Witten überwirft. Dann, nach einem Sack (#77 Smith böse von #90 Pierre-Paul pulverisiert), folgt ein hirnloser PlayCall, aber K Bailey nudelt das Ei aus 51yds gegen den Wind ins Tor – Spiel verkürzt. Dallas müsste meiner Erinnerung nach in HZ 2 den Ball zuerst bekommen.

[22h46] Die Dallas Cowboys haben Probleme mit ihrer Zonenverteidigung, weil sie ihren Passrush erst relativ später im Spielzug zur Geltung bringen. So muss man sich auf Unkonzentriertheiten wie Cruz’sche Drops verlassen.

Dallas kriegt den Ball. 2:38 to go – ein Score, und dann kriegen sie den Ball als erstes in der zweiten Halbzeit?

[22h40] Ecco. Dallas-Offense schaltet in den Kurzpassmodus, RB Felix Jones vollendet per Draw. DAL 7, NYG 23.

[22h30] Vor zwei oder drei Wochen hatten wir ein ähnlich verlaufenes Monday Night Game in San Diego, wo Denver hauptsächlich aufgrund einer Fumble- und Turnover-Orgie mit 24 Punkten in Führung ging. Das Spiel wurde gedreht. Heute haben wir Giants, die mit ihrer Offense bisher nicht viel gezeigt haben, aber aufgrund vier Turnovers haushoch führt. Ich glaube, New York stellt eine bessere, stabilere Mannschaft als San Diego, aber die Cowboys sind rein vom Spielerischen noch nicht unter der Erde, wenn sie mal die Ballverluste abstellen.

[22h26] Grad etwas geschmacklose Diskussion bei den Cowboys („könnte schlimmer sein. Du könntest die Rams sein, die nun von London heimfahren müssen. Du könntest auch tot sein.“)

[22h24] Um wieder ein bissl Thrill reinzubringen, fumbelt RB #44 Bradshaw zur Abwechslung den Ball zurück an die Cowboys. (alles darf natürlich nicht gut gehen, und so verletzt sich DAL-LB Dan Connor)

[22h19] Gerade ein Interview mit Vick gehört. Vick (sic!) meinte, Coach Andy Reid würde einen QB-Wechsel ernsthaft in Betracht ziehen.

[22h15] „Okay, it’s officially Halloween“. Worte der Kommentatoren. Romo wirft beim Versuch eines Screenpasses für RB Jones den Ball dem DE Jason Pierre-Paul direkt in die Arme. #90 Pierre-Paul returniert zum TD. DAL 0, NYG 23 und die Romo-Witze werden per sofort wieder einsetzen.

[22h12] Eingangs des zweiten Viertels verpassen die Giants den bereits ersten Sargnagel einzuschlagen: Wieder nur ein Field Goal. DAL 0, NYG 16. Deswegen leben die Cowboys auch noch, auch weil sie nun den Puntreturner austauschen (Bryant wird abgesägt).

[22h06] Flammende Apelle in der Cowboys-Kabine, WR Dez Bryant aus dem Spiel zu nehmen („I said that never the last 34 years. But please put that guy on the bench!“). Warum? Punt. WR Bryant fumbelt den Punt gleich zweimal, NYG bekommt in der gegnerischen RedZone den Ball – die Cowboys betreiben Selbstzerstörung galore (dritter Turnover).

[22h01] Weiter schlampige Cowboys: Beim dritten Down gerät der Snap für Romo zu hoch, Romo befreit sich aus der brenzligen Situation, aber der Pass für Bryant ist einen Tick zu kurz.

[21h55] Lockeres Eintrudeln in die EndZone. DAL 0, NYG 13.

[21h50] Die Cowboys arbeiten dran, die Boo-Birds in Schwung zu bringen: Tiefer Ball Romos, sog. „Jump-Ball“, und dann stolpert im letzten Moment WR #19 Miles Austin weg, und CB Webster kann die einfache INT machen und lange returnieren. Gegen die Giants sollte man nicht zu viele Turnovers zu Spielbeginn provozieren.

[21h45] Eines der besten Anhängsel am Gamepass, wenn Joe Buck Troy Aikman kommentiert: Man kann problemlos in die Radiospuren wechseln. Ich gehe mal in die Spur der Cowboys.

[21h44] Schadensbegrenzung der Defense: DAL 0, NYG 6.

[21h41] Romo mit einer INT bei einem komischen Play: Der Play-Action-Fake ging ins Leere, und dann schien WR #88 Dez Bryant nicht am richtigen Ort zu sein (at least bekam Bryant an der Seitenlinie einen Anschiss von Romo) – S Brown konnte dadurch eine einfach INT inklusive langem Return in Scoring-Range machen.

[21h35] Es geht schon rund. CB #23 Corey Webster, der im Hinspiel mehrmals böse verbraten wurde, sorgt mit Sticheleien schon fast für die erste Rangelei.

[21h32] Schnelle Führung für New York, vor allem dank eines tiefen Balles für WR #82 Randle. Interessant gemacht von den Giants: OLB #94 Ware doppelt abgedeckt und neben Randle noch WR #80 Cruz tief geschickt – so war Randle allein in Manndeckung und hatte keine Probleme, den Catch machen. DAL 0, NYG 3.

[21h18] Im riesigen Cowboys Stadium geht es gleich los mit dem Schlager aus der NFC East. Philadelphia und Washington haben heute jeweils verloren, weswegen sich vor allem für die Giants hier eine Gelegenheit auftut, sich möglicherweise vorentscheidend in der Division abzusetzen.

NFL 2012/13, Spieltag #8 um 18h live

[21h16] Ich werde gleich einen Blogeintrag zum Spiel des Tages aufmachen: Dallas – NY Giants.

[21h13] Spektakuläres Play, mit dem RB Vick Ballard aus Mississippi State das Spiel in der Overtime entscheidet: Ein Flug kopfüber auf den linken Pylon zum siegbringenden Touchdown. IND 19, TEN 13.

[21h10] Der Kick sitzt. Chicago gewinnt haarscharf. Und weiter nach Tennessee.

[21h09] Plötzlich ist so viel Rhythmus da wie heute den ganzen Tag noch nicht für Cutler und Co. Gleich folgt der spielentscheidende Kick aus 41yds Entfernung.

[21h04] Letztes Mal, als ich in Chicago eingeschaltet hatte, waren die Bears bei 14 Nettoyards aus 13 Passversuchen – ohne Worte (u.a. wegen 6 oder 7 Sacks). Jetzt führen die Panthers nach einem Bears-Comeback nur noch 22-20 (CAR brauchte eben ein FG um wieder in Front zu gehen).

[21h02] Spiel zu Ende, Lions bleiben die Dramaqueens der NFL und sind nun 3-4 in ihren Spielen mit einem Score Differenz. Sieben Spiele bisher, alle sieben Spiele innerhalb eines Scores. Und ab nach Chicago.

[21h01] Die Seahawks fumbeln den Kickoff, müssen daher von ca. 10yds weiter hinten beginnen. 83 Yards to go für Seattle, fünf Sekunden hat der Fumble an Zeit gekostet.

[20h58] 20 Sekunden vor Spielende macht WR #16 Titus Young den TD aus einer kurzen Slant-Route den Touchdown. Sehr knapp, aber der Ball berührte nie den Boden. DET 28, SEA 24. Seattle hat zwei Timeouts, muss aber einen Touchdown zum Kontern machen.

[20h55] Ein Play, nachdem WR Calvin Johnson den sicheren TD alleinstehend in der EndZone durch die Finger gleiten lässt, wird RB Bell an der 0,05yds-Line gestoppt. 35sek, drei Versuche in die EndZone – mindestens.

[20h51] Bleibt sehr spannend. Detroit 51sek vor Schluss an der SEA 13. Im schlimmsten Fall sollte nun der Ausgleich zur Overtime drin sein.

[20h47] 2min-Warning in Detroit, und die Lions sind dank einer Orgie an schnellen Kurzpässen schon fast in Fieldgoal-Reichweite. 5, 6 Yards fehlen noch, aber mit einem 41jährigen Kicker dürften ein paar mehr sicher nicht schaden…

[20h37] Dann kommt nichtmehr viel vom Passrush der Lions – QB Wilson wirft einen schönen Pass auf einer Out-Route für TE #86 Zach Miller. Perfekter Catch, DET 21, SEA 24, 5:23 to go.

[20h33] Langer Drive der Seahawks mit mehreren dritten Downs – häufig für WR Rice. Jetzt beraten sie sich, ob und wie sie das 4th-und-2 an der DET 32 ausspielen sollen. 6:42 to go.

[20h19] In Detroit bahnt sich mal wieder eine extrem spannende Schlussphase an. Die Lions marschieren das Spielfeld dank einiger wunderschöner Stafford-Raketen runter, und dann vollendet der wenig leichtfüßige QB Stafford per designtem Scramble. DET 21, SEA 17 eingangs des Schlussviertels.

[20h10] Revanche der Lions: DB #39 Ricardo Silva fängt einen unterworfenen langen Ball für WR Rice locker ab – erst die zweite oder dritte Interception für Detroits Secondary dieses Jahr.

[20h05] QB Stafford übersieht S #29 Thomas, als er für TE #85 Scheffler wirft – INT an der SEA 3.

[20h02] Haben nicht die Pats bei ihrem letzten London-Spiel auch genau 35-7 gewonnen? Die Partie ist gegessen, auch, weil die Pass-Defense nun zwar haufenweise Completions zulässt, aber alles im Bereich von 5-7yds. Die Rams sind shot.

[19h57] Ich hab noch nicht herausgefunden, wer das Spiel in Seattle kommentiert, aber diese ständige Fordern nach einer Art „Randy Ratio“ für Calvin Johnson ist… Bullshit. no matter how talented the guy is

[19h49] S #26 Delmas humpelt im Ford Field aus dem Spielfeld, und die Lions sind dünner und dünner besetzt in ihrer Secondary. Der Pass Rush und ein knapp überworfener Wilson-Ball retten Detroit – nun ist abzuwarten, ob WR Calvin Johnson mehr in das Spiel involviert wird als in der ersten Halbzeit (handgezählte zwei Anspiele bisher).

[19h42] Ohne ein Halbzeitergebnis in Chicago (vs Carolina) vorwegnehmen zu wollen, aber es gab eine Szene, als QB Cam Newton einen Ball in die Endzone fumbelte und WR Murphy den Ball zum Touchdown aufnahm. Cokommentator Daryl Johnston prügelt verbal gerade massiv auf Newton ein, weil der Murphy nach dem Play keines Blickes gewürdigt hatte – sollte dies stimmen (The Moose ist normalerweise kein Dampfplauderer), werden die Medien sofort wieder auf den Egomanen Cam Newton einsteigen.

[19h36] Ich werde mir nun kurz Schutzbrillen besorgen gehen, um das in Kürze beginnende dritte Viertel in Pittsburgh augenlichtschonend verfolgen zu können.

[19h33] St Louis 7, New England 28/Q2 0:10. CB #32 Fletcher erlebt einen schwarzen Tag – bereits mit der dritten Pass Interference beim dritten Down, wodurch die Pats ihren Drive nun gleich zweimal erhalten konnten. Fletchers erste PI war ein harter Call, aber die letzten beiden waren eindeutig. Das Spiel ist +/- bereits zur Pause entschieden.

[19h26] Aufgrund eines schlecht gefangenen Snaps von Holder #6 Dekker bleibt dem Londoner Publikum 2min vor der Pause ein Blick auf den Wunderkicker Zuerlein verwehrt. New England übernimmt aus exzellenter Feldposition und dürfte noch ein paar Pünktchen drauflegen.

[19h22] Die Lions spielen eigentlich keinen unterirdischen Ball, aber „Kleinigkeiten“ ein übersehener TE Scheffler beim dritten Down oder bis an die 3yds Line kullernde Seahawk-Punts machen die eigentlich ordentliche Leistung kaputt. Seattle geht wohl gleich mit 17-14 in die Pause.

[19h05] St Louis 7, New England 21/Q2 6:26. St Louis bekommt TE Gronkowski nicht unter Kontrolle – dritter, vierter, fünfter Catch für Gronkowski, und teilweise arg alleingelassen. Brady führt ein gemütliches Leben in seiner Pocket und kann sich seinen Gronkowski einfach ausgucken – der verletzt fehlende TE Hernandez fehlt bislang überhaupt nicht.

[18h58] Die Rams bekommen korrekterweise einen nonexistenten Fumble zurück, müssen nun bei einsetzendem britischen Wetter punten.

[18h54] Das Ford Field buht sich auch schon die Seele aus dem Leib, weil die Lions einen langen Lauf RB Lynchs aufgegeben haben (ansonsten sieht das nicht so übel aus, was die Lions spielen).

[18h43] St Louis 7, New England 14/Q2 14:12. Die Rams vergessen völlig auf TE Gronkowski, der gleich zweimal mutterseelenallein einfach vertikal das Spielfeld runterlaufen kann. An der GoalLine versuchen es die Pats überraschend nicht mit dem besten Sneak-QB der Welt (Brady), sondern mit Läufen und Pässen. Klappt erst im vierten Versuch, als RB #34 Vereen reintaucht.

[18h38] Paar Straßen weiter führt Chelsea gegen Manchester United einen einsamen Kampf zu neunt (Ivanovic rot, Torres wegen angeblicher Schwalbe vom Platz) gegen zwölf (United + Schiri). Ist auch amüsant.

[18h34] New England stoppt die zweite Rams-Serie schnell, aber es war unter gütlicher Mithilfe, weil WR Pettis nach Verlassen des Spielfeldes einen Pass fing und eine Strafe kassierte. Die Rams müssen vorerst zudem auf Touchdown-Fänger #13 Givens verzichten, der in die Umkleidekabine humpelt.

[18h31] Aus der Rubrik „schlimmste Trikots ever“: Die Pittsburgh Steelers schießen sich mit der heutigen Version von null in die Top-3.

[18h26] Interessanter Beginn auch in New Jersey: Die Jets haben offenbar Schiss genug vor dem Passrush der Dolphins, dass sie bei dritten Downs nun schon zum zweiten Mal den Backup-OT Jason Smith als verkappten sechsten Offense Lineman einwechseln. Miami muss nach verletzungsbedingtem Ausscheiden von QB Tannehill mit unserem Freund QB Matt Moore aufmarschieren.

[18h22] St Louis 7, New England 7/Q1 7:50. Auch die Rams haben ihre offenen Scheunentore: Nach einer windelweichen Pass Interference gegebn DB #32 Fletcher marschieren die Pats locker das Spielfeld runter, in der RedZone findet Brady einen völlig verwaisten WR #85 Brandon Lloyd, der sich gleichmal gegen sein Ex-Team zum Touchdown einführt.

[18h12] St Louis 7, New England 0/Q1 12:25. Da schlägt die Pass-Defense der Patriots wieder zu: QB Bradford bekommt einen Rollout nach rechts und hat alle Zeit der Welt, tief zu gehen. WR #13 Chris Givens läuft eine simple „deep“-Route und fängt das Ei artistisch aus der Luft. Touchdown, schnelle Führung für die Rams.

[18h10] Es könnte heute übrigens das letzte Spiel für einen langjährigen Rams-Eckpfeiler sein: RB Steven Jackson wird von Trade-Gerüchten umgeben, nachdem Teams wie Arizona oder Green Bay händeringend nach wenigstens etwas Laufspiel suchen. Am Dienstag ist Deadline für Trades für diese NFL-Saison.

[18h08] Der Schwenk in die Stadionränge lässt vermuten: doch einige frei gebliebene Plätze, und die beiden untersten Reihen entlang der Seitenlinien wurden zu Gunsten der Teamlogos abgedeckt.

[18h03] Jetzt auch noch God save the Queen.

[18h00] Amerikanische Hymne und diese Choreo auf englischem Boden… naja.

[17h51] Ich spiel grad noch eine Partie Blitzschach zu Ende, dann geht es mit Rasenschach los – nicht in Wembley, dafür reichte die Zeit nicht, aber es geht mit Sicherheit großteils um das Spiel in Wembley.

NFL 2012/13, TV-Guideline #8 abseits von allem Trara in London-Wembley

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NFL in Wembley 2011 – Foto: Steve (danke!)

Noch einmal die Vorwarnung: Nach der Winterzeitumstellung von heute Nacht werden die NFL-Spiele am heutigen Sonntag um 18h und 21h25 MEZ beginnen; die Amerikaner stellen wie gewohnt eine Woche später um.

Der heutige achte Spieltag wird aus europäischer Sicht „überschattet“ vom WembleySpiel zwischen New England und St Louis, worauf wir bereits am Morgen eine Vorschau von Herrmann lesen durften, der die Partie live im Stadion verfolgen wird. Es gibt aber noch weitere Spiele.

Wembleybegleitprogramm

TV-Programm

ESPN America LIVE

So, 18h   STL - NE
So, 21h25 DAL - NYG
Mo, 01h30 ARI - SF

ESPN America Tape

Mo, 11h30 PHI - ATL
Mo, 14h   PIT - WAS
Mo, 16h30 DEN - NO
Mo, 05h   DEN - NO
Di, 16h30 ARI - SF
Di, 04h30 ARI - SF

SPORT1+ LIVE

So, 18h   STL - NE
So, 21h25 DAL - NYG
So, 01h20 DEN - NO
Mo, 01h30 ARI - SF

PULS4 LIVE

So, 22h30 DAL - NYG

Bei Chicago – Carolina steht der junge QB Cameron Newton im Fokus, der in den vergangenen Wochen erstaunlich wüst in die Kritik gekommen ist, obwohl die Zahlen eigentlich a) gar nicht so übel sind und b) auch nicht wirklich einen Leistungsabsturz im Vergleich zum Vorjahr vermuten lassen. Newton leidet derzeit IMHO an vor allem zwei Dingen:

  1. Die extrem vielen langen dritten Downs, die er nicht verwerten kann.
  2. Die Reputation, „Cam Newton“ zu sein.

Ersteres hängt mit Carolinas Offensivsystem zusammen: Ähnlich den Tampa Bay Buccs muss hier um einen nur mäßig präzisen Quarterback gebastelt werden, was zu vielen tiefen Spielzügen führt, aber eben auch zu vielen langen dritten Downs – Carolina muss die längsten dritten Downs im Schnitt ausspielen (9.4yds im Schnitt). Zweiteres hängt mit der öffentlichen Meinung über Cameron Newton zusammen, der schon seit College-Zeiten kein Sympathieträger war und nun im Zweifelsfall eben von Medien und Fans mehr auf die Fresse bekommt als es ein RG3 jemals bekommen würde. Newton muss aufpassen, sich dadurch nicht in ein zu tiefes mentales Loch zu graben. Die Waffen für Brillanz hätte er.

In Philadelphia werden die Eagles beim Wiedersehen Vick/Falcons zum 14ten Mal im 14ten Versuch in der Ära Andy Reid nach der Bye Week einen Sieg einfahren und die letzte ungeschlagene NFL-Franchise (Atlanta) putzen, oder es werden sämtliche erwiesenen Naturgesetze außer Kraft gesetzt und die Pferde kotzen doch noch vor den Apotheken.

Bei NY JetsMiami geht es neben dem Zählen der Tebow-Einspieler vor allem darum, inwiefern die bärenstarke Lauf-Defense der Dolphins die prinzipiell vor allem um den Lauf gebaute Jets-Offense in Kalamitäten bringen kann. Die Jets zuletzt mit einer überraschend knappen Niederlage in New England (wie schon zuvor auch gegen ein anderes AFC-Topteam, Houston) fühlen sich schon wieder an der Schwelle zur AFC-Favoritenstellung.

Zum Thema des Spiels werden auch die pinken Flaggen der Refs gehören, die auf Wunsch eines Jungen eingeführt werden; es ist BTW auch das letzte pinke Wochenende in der NFL für dieses Jahr.

Und schließlich bleibt aufzuwarten, was die Detroit Lions Offense, a.k.a. Megatron, gegen eine blutjunge, aber nicht zu unterschätzende Seahawk-Secondary aufstecken wird können. Spielt Seattles Defense auf einem Niveau, das ihr selbst gerecht wird (wäre so zirka Bears-Niveau), werden wir einen QB Stafford mit 35% Completion Rate erleben. Auf der anderen Seite wird mir die Lions-Abwehr bis dato zu schlecht gemacht, sollte das Spiel zumindest lange eng halten können.

Nachtisch

Erneut nur zwei Spätspiele. Kansas City – Oakland hat die Ingrendienzien, zu den unterirdischsten Ansetzungen des Jahres zu gehören. Die Chiefs haben QB Cassel durch QB Brady Quinn ersetzt, aber sofern da nicht irgendwo ein Phönix aus der Asche steigt, erleben die Chiefs spätestens im Jänner ein erneutes Hausreinemachen.

Schon sehr viel spannender ist das Duell in der NFC East, Dallas CowboysNew York Giants, das „Rückspiel“ des Season Openers. Dallas gewann damals verdient eine Partie, die von vielen Drops der Giants (CRUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUZ) gekennzeichnet war, verlor danach aber drei von fünf Spielen gegen harte Konkurrenz. Die Giants sind 5-2 und Leader der Division, aber auch ihre Leistungen sind noch nicht über alle Zweifel erhaben. QB Eli Manning muss ein Comeback nach dem anderen iniziieren, um die tiefen Löcher, in die sich die Giants graben, zu füllen.

X-Faktoren: Strafen, (fehlende) Defensive Interceptions Cowboys, Verletzung Dallas-LB Lee.

Nachtrunde

Das Sunday Night Game ist bei ESPNA nicht zu sehen, weil dort die World Series Vorrang hat. Interessant werden in den Staaten die Quoten sein, nachdem die ersten beiden Partien der MLB-Finalspiele enttäuschende Quoten eingefahren haben, und dabei war die Konkurrenz noch nicht das Premiumprodukt der NFL, Sunday Night Football…

Diesmal erleben wir das „Wiedersehen“ der beiden Quarterbacks aus Superbowl 44, Peyton Manning und Drew Brees. Die Voraussetzungen könnten unterschiedlicher kaum sein: Denver geigte bisher gegen einen hammerharten Schedule ziemlich stark auf und dürfte in der zweiten Saisonhälfte gegen seine eigene, einfache Division ein lockeres Einspielen auf die Playoffs bestreiten können.

Die Saints dagegen gruben sich mit vier knappen Niederlagen zu Saisonbeginn in ein tiefes Loch und müssen nun „von hinten“ das Feld aufrollen – ab diesem Spieltag mit einem halbneuen Interims-Chefcoach Joe Vitt, der nach Sperre das Zepter von Kromer übernehmen wird. Ob das der schlechtesten Pass-Defense in der National Football League helfen wird, zumal wenn es gegen PEYTON MANNING geht?

Tipps

Siegertipps in Großbuchstaben. Bisherige Bilanz: Enttäuschende 64-41.

CHICAGO – Carolina
CLEVELAND – San Diego
Detroit – SEATTLE
St Louis – NEW ENGLAND
NY JETS – Miami
PHILADELPHIA – Atlanta
PITTSBURGH – Washington
GREEN BAY – Jacksonville
TENNESSEE – Indianapolis
Kansas City – OAKLAND
DALLAS – NY Giants
DENVER – New Orleans
Arizona – SAN FRANCISCO

London Calling: Patriots v Rams Preview

Hello from London! Dieser Beitrag wurde schon am Donnerstag geschrieben, darum gibt es keine Informationen über kurzfristige verletzungsbedingte Ausfälle oder ähnliches.

Nach korsakoffs Ranking sind die St. Louis an diesem Sonntag abend in London der Favorit gegen die New England Patriots. Und das ist lange nicht so albern, wie es sich vielleicht anhört. Die Rams haben sich mehr als achtbar durch ihren steinharten schedule gearbeitet. Nur zwei ihrer Gegner haben zum jetzigen Zeitpunkt eine negative Bilanz – die Redskins und die Lions. Trotzdem haben sie aus diesen sieben Spielen drei Ws gezogen.

Getragen wird die Mannschaft des neuen HCs Jeff Fisher von ihrer Defense. Den Kern bilden die Jungstars DE Chris Long und LB James Laurinaitis sowie CB Cortland Finnegan, den sich Fisher als Leader fürs Defensive Backfield geholt hat. Nach zugelassen Punkten ist diese Unit Top-10 Material. Das ist sicher zu hoch gegriffen, aber gegen die Patriots sollte man trotzdem nicht völlig hilflos sein.

Vor allem der Pass Rush um die Defensive Ends Robert Quinn und Chris Long bereitt jeder Offensive Line Kopfzerbrechen. Die beiden Tackles des Patriots, Sebastian Vollmer und Nate Solder, machen zwar bislang einen sehr sicheren Eindruck, besonders Vollmer. Aber es steht kaum zu erwarten, daß sie gegen so starke Konkurrenz Tom Bradys Trikot frei von dreckigen Wembley-Naturrasen halten können. Zumal Brady in den letzten Jahren die schlechte Angewohnheit entwickelt hat, gerne Mal phantom pressure zu verspüren, nachdem er drei- bis vier Mal an der Grasnarbe geschnuppert hat.

Vorteilhaft für Brady ist dagegen das Fehlen von vernünftigen Linebackers neben Laurinaitis. Das wird der ganzen Welker/Edelman/Gronkandez-Fraktion jede Menge einfache match ups underneath bescheren. Je nachdem, wie sich die DLine gegen den Lauf macht, dürften auch die RBs Stevan Ridley und Danny Woodhead ihre carries bekommen. Da Solder/Vollmer ungemein athletisch sind und, wie gesagt, die OLBs der Rams nicht besonders gut, werden wir wahrscheinlich viele Läufe off tackle, also über die Außen, sehen. Diese sweep– und toss-plays sind auch von Hause aus schon ein Favorit der Patriots.

Auf  der anderen Seite heißt das spannende Duell: Sam Bradford gegen die „Secondary“ der Patriots. Am spannendsten wird dabei sein, wer diesen Sonntag für die Pats auflaufen wird. In den letzten Wochen wurde da wieder heftigst jongliert – mit schlechten Ergebnissen. Letzte Woche durfte 7th-rd pick Alfonzo Dennard an der linken Seitenlinie anfangen, während rechts Kyle Arrington auflief. Eine Woche zuvor wurde Arrington während des Spiels auf die Bank gesetzt und Ras-I Dowling durfte sich mal dort versuchen. Letzte Woche hat Dowling dann LB/“Star“ im dime package gespielt. Das hat vorher Rookie Nate Ebner gemacht, der gegen Seattle Safety gespielt hat und letzte Woche gar nicht. Safety waren gegen die Jets Rookie Tavon Wilson und Devon McCourtey. Wer diese Woche wo spielt ist völlig offen. Es wär nicht verwunderlich, wenn Belichick am Freitag irgendwo noch einen englischen Rugbyspieler aufgetrieben hat, der mal irgendwas spielen darf. Oder daß WR Edelman wieder im Slot spielt und Special Teamer Matt Slater Safety. Belly und DC Matt Patricia sind da wirklich für alles offen. Schlimmer als von Mark Sanchez auseinandergenommen zu werden, kann es eh nicht mehr werden.

Zupaß kommt New England allerdings die schwache Offensive Line St. Louis´. In dieser OLine ist Wayne Hunter starter. Ja: der Wayne Hunter von den Jets. Mit Chandler Jones und Rob Ninkovich haben die Patriots zwar nur 1,5 gute Pass Rusher – aber das sind mehr als St. Louis verträgt.

In den letzten fünf Spielen hat diese Offense kumuliert 76 Punkte gemacht (15 pro Spiel). Sam Bradford sieht auch immer noch nicht im Entferntesten aus wie ein Nr.1 pick. Aber wie auch bei diesen WRs (bei denen jetzt auch noch Danny Amendola fehlt) und vor allem: OC Brian Schottenheimer. Allerdings könnte dieses Mal das Ignorieren des Laufspiels genau das richtige Mittel sein, siehe: Patriots secondary. Und andersrum ist New England mit Wilfork/Love und den high energy Typen Brandon Spikes, Jerod Mayo und Dont´a Hightower vor allem stark gegen den Lauf.

In short: wir erwarten viel kurzes Paßspiel und viele Läufe von den Patriots, was zu einigen langen, zeitraubenden Drives führen sollte. Auf der anderen Seite erwarten wir mindestens 40 Pässe von Bradford, vorzugsweise intermediate und tief. Der Schlüssel für den Sieg liegt dann bei New Englands Paßverteidigung. Wenn die DBs sich alle zusammenreißen und vielleicht auch noch ein, zwei Interceptions dabei rumkommen, sollte es für New England reichen. Aber bei den Patriots 2012 weiß man ja nie.

Was wir auf jeden Fall haben werden ist ein Flutlichtspiel. Yeah!

College Football 2012 und die Woche 9: Go, Bill Snyder!

Sidebar

ESPN America LIVE

Sa, 15h00 GameDay
Sa, 18h00 SC  - TEN
Sa, 21h30 FLO - GEO

ESPN America Tape

Sa, 12h30 LOU - CIN
Mo, 05h30 ARI - USC
Di, 10h30 OKL - ND
Do, 12h00 PSU - OSU
Do, 14h30 ALA - MSU

EUROSPORT2 LIVE

Sa, 21h30 MIN - PUR

Liebe Leser, das Fernsehprogramm für Europäer im deutschen Raum geht auf die Verantwortung von korsakoff und ist nebenan in der Sidebar gelistet. Das Topspiel am Abend ist #2 Florida#10 Georgia, das einer alten Tradition nach auf neutralem Platz in Jacksonville ausgetragen wird und auf den inoffiziellen Namen The World’s Largest Cocktail Party hört. Die Granden werben aus Jugendschutzgründen (Stichwort: Hochprozentiges für Hochpromillige) nicht mehr mit diesem Claim, aber unter den Palmen von Nordflorida fühlen sich Gators und Bulldogs immer noch wohl und müssen immer noch keinen zu großen Durst leiden. Es sollte als Seminole klar sein, wo meine Präferenzen in diesem Spiel liegen.

Ein zweites ganz großes Spiel wird es am Abend, beziehungsweise in der europäischen Nacht, geben. In Norman/OK treffen sich die #8 Oklahoma Sooners und die #5 Notre Dame Fighting Irish zu einem der größten Out Of Conference Games in dieser Saison. Notre Dame ist in diesem Jahr noch ungeschlagen und selbstredend hier in Indiana ein noch größeres Thema als eh schon sonst. Trotzdem sind fast alle der Meinung, dass Oklahoma mehr zu verlieren hat, denn Oklahoma traut man immer noch mehr zu als den Goldgelben von der Katholikenuni, die einfach zu oft enttäuscht haben. So kommt es zu der lustigen Situation, dass die University of Oklahoma in einer Lose/Lose Situation eingezwickt ist. Verliert sie, ist sowieso alles aus. Gewinnt sie hoch, war halt Notre Dame doch wieder zu schwach. Gewinnt sie knapp, hat sie sich gegen Notre Dame mühen müssen. Und selbst mit einem Sieg ist das kein großer Gewinn, denn es ist ja Out Of Conference. Und in ihrer Conference haben die Sooners ihr Schicksal nicht mehr in eigenen Händen, weil sie…

…gegen die #3 Kansas State Wildcats verloren haben. Die sind die Geschichte der Saison, und sie sind so eng mit einem Namen verknüpft, dass wir schon wieder schlucken müssen. Bill Snyder. Der ist der Head Coach der Kansas State Wildcats, die aus dem Örtchen Manhattan mitten in der Prärie von Kansas kommen und die eigentlich niemand auf der Rechnung hatte.

Aber Bill Snyder ist ein Magier. Ich schreibe hier über den Mann, der schön langsam Fahrt nimmt Richtung Titel des besten Collegefootball-Coaches aller Zeiten. Nicht nach Siegen – Gott bewahre. Aber Bill Snyder, heute zarte 73, machte seit seiner Machtübernahme bei K-State vor 23 Jahren aus einem darniederliegenden Footballprogramm mit einer Stadionruine blitzschnell Zeit ein Team, das schon bald um den National Title mitspielte. Nach einer Auszeit ist Snyder seit 2009 wieder am Ruder, und in diesem Jahr schon wieder ungeschlagen und schon wieder ein ernsthafter Titelkandidat mit seinen kleinen Wildcats, die niemand ernst nahm, die niemals mit den großen Playern im Recruiting mithalten können.

Bill Snyders Mannschaften spielen wie Bill Snyder: Hart. Trocken. Unscheinbar. Andere sorgen mit Passrekorden und 70-63 Spielen für Aufsehen. K-State redet nicht viel und macht 300 Rushing Yards. K-State holt seine Gegner im wahrsten Sinne des Wortes auf den Boden zurück. In dieser Saison schlugen sie bereits auswärts Oklahoma und am letzten Samstag drehten sie die Passfreaks von West Virginia in Morgantown total ab und gewannen 55-14. Der Quarterback mit der Nummer 7, der so läuft, wie man es von einem College-Quarterback gewohnt ist, und so wirft, wie man es von einem College-Quarterback gewohnt ist, Collin Klein, spielte sich dabei in den elitären Kreis der Favoriten auf die Heisman Trophy, und erntet wie Coach Snyder Sympathiepunkt um Sympathiepunkt.

Heute geht es gegen das andere Überraschungsteam in der Big 12 Conference, #14 Texas Tech. Für Bill Snyder geht es darum, weiter an seiner Legende zu bauen. Vielleicht sollte ich nach allem, was ich hier an Anbetungen miterlebe, schreiben, an seiner Legende als Coach. Denn bei aller Sympathie hat der Fall Paterno uns gelehrt, die Männer an der Seitenlinie nicht zu Übermännern superiorer Moral zu erhöhen. Und auch Bill Snyder ordnet dem Erfolg alles unter. Auch Bill Snyder rekrutierte des Erfolgs willen bereits Analphabeten für sein Universitäts-Footballteam. Kavaliersdelikt, ich weiß. Aber es soll den Granden gesagt sein.

In diesem Sinne auf ein schönes Wochenende und ein paar spannende Spiele.

(Ach, und ich vergaß: GO NOLES!)

Recap – Vikings vs. Buccaneers

Vorausgeschickt die Spoilerwarnung.

Um kurz mit dem Spielverlauf zu beginnen: Außergewöhnliches passierte im Metrodome nicht. Die Buccs nahmen die frühen Geschenke der Vikes an – zwei schlechte Punts, zwei Fumbles – und nutzten die sich bietenden guten Feldpositionen zu schnellen Punkten: 48, 48 und 32 Yards waren bloß notwendig, um in drei quicken Drives 13-0 in Führung zu gehen. Kurz vor der Pause nahm man ein Fumble-Geschenk RB Petersons an, um auf 20-7 davon zu ziehen, und die Partie war spätestens nach einem bloß vier Spielzüge langen Drives eingangs des dritten Viertels eingetütet: 27-10 Buccs, und Minnesota sah nur noch kurz durch einen langen Peterson-Lauf Land.

Heimlicher Star der Buccs war die Offensive Line, namentlich vor allem LT #70 Penn, der DE #69 Jared Allen komplett unter Kontrolle hatte und sich nur einmal kurzzeitig zu einer Schlägerei mit Allen provozieren ließ. So hatte QB Josh Freeman ein nettes Zeitbudget. Freeman ist nicht der präziseste Werfer unter der Sonne, wird er auch nie sein, aber die tiefen Pässe Freemans sind scary, wenn er mal – wie heut’ Nacht – zum Werfen kommt.

Auffälligste Figur bei den Buccs war dann aber RB #22 Doug Martin, aus Boise-Zeit schon als geduldiger Back in Erinnerung, und dies gestern wieder zeigend. Martin wartet, bis sich die Lücke öffnet, notfalls auch den linken oder rechten Tackle umlaufend, um dann durchzubrechen und minimum einen Tackler noch drei Yards mitzuschleifen. Martin gestern mit 135 Yards (4.7 Y/A) am Boden und 3 Catches für 79 Yards zu insgesamt zwei Touchdowns.

Minnesota dagegen muss sich Sorgen um seine Offense machen. QB Ponder wirkt von Woche zu Woche steriler, aber er bekam gestern auch nicht die notwendige Zeit: Tampas Passrush war auch mit einem DE Bowers nur im Kurzeinsatz gefährlich genug, was vor allem an der Einmannshow des DE Michael Bennett lag (gab es nicht auchmal einen Vikings-Running Back namens Michael Bennett?). Trotzdem merkte man Ponder arge Verunsicherung an, wenn sogar simpelste Pässe z.B. für WR Harvin zwei Meter zu hoch waren.

Alles in allem eine beeindruckende Vorstellung der Tampa Bay Buccaneers. Was noch anzumerken ist: Das Vikings-Publikum, meine Fresse. Da wankelt dieses Team mit einer niemals erwarteten 5-2 Bilanz ins Nachtspiel, und das Publikum buht sich nach vier Spielminuten zum ersten Mal die Seele aus dem Leib. Amerikanische Fankultur par excellence.

Über den Zustand der NFL International Series

Zuallererst die Warnung: Diesen Sonntag werden die NFL-Spiele aufgrund der Winterzeit-Umstellung eine Stunde früher beginnen (ab 18h), weil die Amerikaner sich mit ihrer Umstellung wie gewohnt eine Woche länger Zeit lassen. NFL-Woche 8, das ist auch das Wochenende des mittlerweile schon fast zur Tradition gewordenen London-Spiels der NFL („NFL International Series 2012“) im Wembley Stadium.

Sideline Reporter wird mit dabei sein – in Form von Co-Autor Herrmann, der sich irgendwann im Laufe des heutigen Tages gen England verabschieden wird. Ob ich selbst einen Fuß in Stadt oder Stadion setzen werde, steht noch in den Sternen. Eher… nicht. Der Zeitplan lässt höchstwahrscheinlich kein modernes Glücksrittertum für diesen Sonntag zu.

Anyhow. Es treffen am Sonntag um 18h MEZ aufeinander: Die New England Patriots gegen das designierte „Heimteam“, die St Louis Rams – die Neuauflage von Superbowl 36 vor zehneinhalb Jahren, dem ersten Footballspiel, das ich in voller Länge verfolgte.

Während bei den Rams die Legenden um Torry Holt höchstens als Maskottchen zur Promotion mit nach London gereist sind und die „neue“ Generation um Sam Bradford noch ihr Profil stärken muss, sind die beiden Hauptprotagonisten bei den Pats von einst auch heute noch mitten drin: Head Coach Belichick und Quarterback Brady.

Gegenwart und Zukunft der International Series

Die Rams waren ja eigentlich als das neue Fixteam der NFL für London angedacht gewesen, bis sich das lange Vermutete im August doch bewahrheitete: Der neue Rams-Besitzer Stan Kroenke hatte Wembley nur als Hebel für Stadionverhandlungen in der eigenen Stadt unterm Bogen genutzt, und bei der ersten Aussicht auf Erfolg den Dreijahresvertrag mit NFL/London gekündigt.

Ab 2013 werden andere am Start sein. Das neue London-Team für die Jahre 2013-2016 wird eines der unbekanntesten NFL-Teams sein, die Jacksonville Jaguars. Ein erstaunlicher Move vom neuen Jags-Owner Shadid Khan, der offenbar mit Gewalt seine Franchise zur „Marke“ werden lassen möchte.

Mir war bei dieser Nachricht erstmal das Frühstück auf das iPad gefallen. Von einem jungen, kleinen Team aus einem kleinen Markt, ohne große Erfolge und Anhaltspunkte, würde man eher erwarten, sich erstmal regional anzubiedern – zumal sich in Florida genügend Chancen bieten würden, wenn ich z.B. an die Region um Orlando denke.

Aber Khan hat für die Zukunft offenbar andere Pläne, wenn wir Peter King Glauben schenken dürfen: Khan schwebt Jacksonville als „Britain’s Teams“ oder „Europe’s Team“ vor, mit mindestens den vier Heimspielen in den nächsten Jahren (Khan möchte angeblich noch ein zweites Europaspiel implementieren, vielleicht in Irland oder Deutschland) und einem gar nicht unkreativen Reisepaket für europäische NFL-Fans, inklusive Heimspielbesuch in der Gator Bowl und Besuchen in Urlaubsdestinationen wie – eben – Orlando. Nach allem, was ich so beim Durchblättern des Orlando Sentinel aufschnappen konnte, stoßen solche Gedanken in der Region Orlando in etwa auf soviel Gegenliebe wie entzündete Furunkel am Arsch.

So oder so: Khan geht neue Wege. Ich bezweifle jedoch, ob sich der Move auszahlen wird, solange die Jags weiterhin als Billigteam am Bodensatz der NFL herumdümpeln.

Am 27. Oktober 2013 werden die Jags also erstmal eine Partie gegen die San Francisco 49ers in Wembley bestreiten – wobei erstmal nicht anzunehmen sein wird, dass Jacksonville die 49ers in der Fangunst ausstechen werden können.

In all dem Trubel um Rams, Jaguars und Shadid Khan ging letzte Woche, nach dem Herbstmeeting der NFL-Owner, fast unter, dass es 2013 noch ein zweites NFL-Spiel in London geben wird: Der 29. September 2013 wird die Minnesota Vikings und Pittsburgh Steelers gegeneinander gematcht sehen – eine Partie zwischen zwei klangvollen, geschichtsträchtigen Franchises, eine Wiederauflage der Superbowl IX. Eine Partie, die erstmal durchaus noch mehr Resonanz auslösen dürfte als jedes Jags-Spiel.

Dieses zweite NFL-Spiel kommt gleichzeitig einer Überraschung gleich: Jahrelang war nur geredet, und geredet,… und geredet, und geredet worden von weiteren Versuchen, mehr als ein Footballspiel der NFL in Europa auszutragen, und ich hatte schon lange nicht mehr dran geglaubt, zumal sich kein zahlungskräftiger Kunde (a.k.a. Großstadt) finden ließ, die der NFL die Millionen in den Popo schiebt, und auch, weil London in Großbritannien die Exklusivrechte an NFL-Spielen besitzt.

Ab 2013 also zweimal NFL pro Jahr. Beim Herbstmeeting wurde zum eintausendsiebenhundertdreiundvierzigsten Mal betont, dass diese London-Spiele eine Art Anfangsstadium einer Markterschließung für eine europäische Franchise sein sollen – der heimische, amerikanische Markt ist bald penetriert genug. We will see.

(Erneut) kein Date am Donnerstag, #8: Vor Minnesota Vikings – Tampa Bay Buccaneers

Auftakt zum achten Spieltag, und die Fernseher hierzulande werden aufgrund der World Series in der MLB weiterhin statt Eiern Keulen zeigen. ESPN America ist erst am Freitag um 16h30 mit einer Aufzeichnung dabei; SPORT1+ zieht zum dritten Mal en suite die Motorradweltmeisterschaft dem Thursday Night Game vor. Bleibt der NFL-Gamepass – ab 02h20 live.

Die Ansetzung ist durchaus attraktiv: Die Minnesota Vikings (5-2) aus der starken NFC North gegen die nicht gänzlich zu unterschätzenden Tampa Bay Buccaneers (2-4) aus der NFC South. Beide kommen in unterschiedlichen Gefühlslagen in dieses Spiel, und kurioserweise dürften die Vikings trotz Sieg zuletzt eher leicht verunsichert, die Buccs trotz Niederlage zuletzt leicht mental obenauf anmarschieren.

Tampa Bay ist eine unterschätzte Mannschaft. Der Kollaps letztes Jahr, verschuldet u.a. großem Verletzungs- und Turnoverpech, machte die Mannschaft in der öffentlichen Wahrnehmung madiger als sie war. Dieses Jahr halten sich die Turnovers in Grenzen, der Quarterback mit dem Raketenarm, Josh Freeman, spielt eine recht starke – nicht grandiose und auch nicht ungeheuer beständige zwar! – Saison, und das Laufspiel zeigt ebenso Ansätze von Brillanz. Verhindert sind die Buccs vor allem wegen dem verletzungsbedingt inexistenten Pass Rush und der dadurch sperrangelweit offenen Pass-Defense – und eine 1-4 Bilanz in engen Spielen hilft auch nicht weiter.

Diese 1-4 Bilanz erlebte am Sonntag ihren vorläufigen Höhe- bzw. Tiefpunkt. Gegen die Saints wurde auf schlichtweg bizarre Art und Weise verloren, ein Spiel nach 14pts-Führung, mit einem 95yds-Pass, der an der 2yds-Line gestoppt wurde und am Ende punktlos blieb, weil die Buccs viermal in Serie am Touchdown scheiterten (wenigstens versuchte sich Coach Schiano aber nicht an einem Field Goal!), und am Ende wurde der letzte Touchdown aberkannt, weil der WR #19 Mike Williams unerlaubter Weise zwei Schritte zu weit ins Aus gerannt war. 28-35 Niederlage in einer Partie, in der man mit den Saints minimum auf Augenhöhe war.

Die Vikes könnten für diese Pass-Defense aber gerade der richtige Gegner sein, denn QB Chris Ponder strahlt vor allem Biederkeit aus: Ponder ist kein Mann für die spektakulären Plays, ist eher der unbeständige Jüngling im zweiten Jahr, der gerade die kleinen Wellentäler erlebt – am Sonntag zuletzt ein tiefes Loch (2.8 NY/A sind unterste Gabbert-Region). Sieht immer wieder so aus, als müssten sich die Vikes vor allem auf ihre zwei Superstar-Playmaker verlassen, WR Migraine Harvin und RB Adrian Peterson. Dumm, dass Tampas größte Stärke die Lauf-Defense ist.

Ich sehe trotz der unterschiedlichen Bilanzen keine Welten Differenz zwischen den beiden Teams. Ein bissl Konstanz von Seiten Josh Freemans, und die Tampa Bay Buccaneers sind für mich leichter Favorit in dieser Partie.

Mathletics nach NFL-Woche 7: Die Rückkehr der Löwen

Die NFL 2012/13 bleibt schwer prognostizierbar. Letzte Woche putzte ich das Modell 11-2 vs. 7-6, aber die Teams sind bisher eng genug beisammen, dass ich heuer insgesamt so schlecht tippe wie zuletzt vor fünf Jahren.

Es mag daran liegen, dass es dieses Jahr bis auf vielleicht die New York Giants (Eli Manning), die Washington Redskins (RG3) und die Denver Broncos (Peyton Manning) keine wirklich herausragenden Pass-Offenses gibt – und letztere war dabei bisher noch anfällig genug gegen zu viele Turnovers.

Hier also mal die blanke Liste.

Nr.  TEAM              WP     E16    SOS   RK   W-L
#1   San Francisco    .716   11.5   .539    9   5-2
#2   Denver           .698   11.2   .517   13   3-3
#3   Houston          .696   11.1   .475   22   6-1
#4   Chicago          .632   10.1   .483   16   5-1
#5   Seattle          .619    9.9   .587    1   4-3
#6   St Louis         .616    9.9   .587    2   3-4
#7   N.Y. Giants      .616    9.8   .549    6   5-2
#8   Green Bay        .612    9.8   .566    3   4-3
#9   Miami            .598    9.6   .521   12   3-3
#10  Detroit          .596    9.5   .562    5   2-4
#11  Dallas           .594    9.5   .562    4   3-3
#12  Carolina         .578    9.3   .526   10   1-5
#13  Philadelphia     .559    8.9   .500   17   3-3
#14  Atlanta          .547    8.8   .470   23   6-0
#15  Washington       .544    8.7   .505   15   3-4
#16  Minnesota        .533    8.5   .462   27   5-2
#17  New England      .527    8.4   .477   21   4-3
#18  Pittsburgh       .511    8.2   .479   20   3-3
#19  Tampa Bay        .484    7.7   .467   25   2-4
#20  Arizona          .464    7.4   .543    7   4-3
#21  Oakland          .456    7.3   .489   18   2-4
#22  N.Y. Jets        .449    7.2   .541    8   3-4
#23  Baltimore        .445    7.1   .480   19   5-2
#24  Cincinnati       .444    7.1   .435   29   3-4
#25  Indianapolis     .387    6.2   .467   24   3-3
#26  San Diego        .366    5.9   .414   32   3-3
#27  Cleveland        .366    5.9   .464   26   1-6
#28  Buffalo          .350    5.6   .430   30   3-4
#29  Tennessee        .313    5.0   .511   14   3-4
#30  New Orleans      .296    4.7   .460   28   2-4
#31  Jacksonville     .212    3.4   .525   11   1-5
#32  Kansas City      .175    2.8   .415   31   1-5

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rk die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 5.


Die Detroit Lions sind zurück in den Top-10! Das mag überraschen, angesichts deren katastrophal abgewürgter Offense gegen die Bears. Aber bei genauerem Hinsehen waren die Lions gegen die vielleicht beste, gefährlichste Mannschaft dieser Saison auswärts gar nicht weit weg von einer großen Sensation.

Das Spiel wirkte 60 Minuten lang absolut nicht außer Reichweite, mehrfach verhinderten einfache Turnovers (wie verschenkte Fumbles) den Anschluss, während sich die Lions-Defense erstaunlich gut im Spiel hielt. Der Bears-Sieg war am Ende verdient, keine Frage (weil die bessere Mannschaft), aber Detroits Vorstellung macht Hoffnung… auf der anderen Seite wird der Schedule für die Lions nicht einfacher: Seattle, Houston und Atlanta mischen sich zur eh schon extrem starken NFC North dazu.

Diese NFC North hat drei von vier Teams in den Top-10 platziert, und mit Minnesota ist das schwächste Glied an #16 klassifiziert.

Zwei Teams, die womöglich unterschätzt werden: Die Denver Broncos, die bisher gegen einen hammerharten Schedule sehr gut aussahen (nur die knappen Niederlagen machen daraus ein 3-3) und die gegen nun merklich einfachere Gegner durchaus einen Alleingang in der insgesamt äußerst mauen AFC West hinlegen sollten.

Und die Dallas Cowboys. Dallas ist auch nur 3-3, aber das gegen den viertschwersten Schedule der Liga. Die Cowboys sind, wie Herrmann schon gestern anmerkte, ein sehr schlampiges Team: Sechstmeiste Penalty-Yards pro Spielzug (0.51yds/Play), und dann hat man noch Pech mit (fehlenden) Interceptions der Defensive Backs (nur 1.2% INT-Quote schreit nach baldiger Regression Richtung Mitte).

Ein kleines Mysterium sind die New Orleans Saints: 2-4 Bilanz, alle Niederlagen innerhalb eines einzigen Scores, aber im Rating immer noch abgeschlagen an #30. Was macht die Saints so schlimm? Antwort: Die horrende Pass-Defense (8.1 NY/A), schlechtester Wert der Liga. Die Offense um Drew Brees kam zuletzt in einem sagenhaften Shooutout bei den Tampa Bay Buccs wieder etwas auf, wenn auch nur gegen die zweitschlechteste Pass-Defense der Liga (TB kassiert 8.0 NY/A). Ich bin etwas skeptisch, ob der neue Interimscoach Joe Vitt da nächste Woche plötzlich einen Playoffkandidaten draus machen kann.

Predictions für Woche 8

Das Modell spuckt folgende Prozentzahlen aus:

HOME              %     AWAY               %
Minnesota       61.2    Tampa Bay       38.8
Chicago         63.0    Carolina        37.0
Cleveland       55.2    San Diego       44.8
Detroit         51.7    Seattle         48.3
St Louis        62.2    New England     37.8
N.Y. Jets       36.4    Miami           63.6
Philadelphia    56.8    Atlanta         43.2
Pittsburgh      51.0    Washington      49.0
Green Bay       90.8    Jacksonville     9.2
Tennessee       46.2    Indianapolis    53.8
Kansas City     21.4    Oakland         78.6
Dallas          52.0    N.Y. Giants     48.0
Denver          91.9    New Orleans      8.1
Arizona         20.4    San Francisco   79.6

Es sei angemerkt, dass ich das Wembley-Spiel Rams – Patriots als Spiel auf neutralem Platz betrachte. Gäbe ich den Rams den theoretischen Heimvorteil, sind die Rams – die RAMS! – favorisiert, gegen New England 67 von 100 Spielen zu gewinnen… das ist eines der Ergebnisse, wo ich den Zahlen vehement widersprechen würde. Auf der anderen Seite haben die Rams bisher gegen den zweitschwersten Schedule der Liga richtig gut ausgesehen (3-4 Bilanz).