Sonntagsvorschauer – NFL Woche 7

Guten Morgen Winterzeit!

Wie jedes Jahr auch heute der Verweis, dass am Sonntag nach der Umstellung auf die Winterzeit die NFL-Spiele eine Woche früher stattfinden, da die USA eine Woche später mit ihrer Umstellung nachziehen. Also heute Spiele um 18 Uhr, 21.05/21.25 Uhr und 1.20 Uhr.

Bei ran/ProSieben wollten sie heute eine große Verkündigung machen, was man nach Ausrufung eines neuen Footballverbands bzw. vielleicht sogar Football-Liga („professioneller Footballverband“ / „eins der teilnehmenden Teams“) interpretieren konnte. Doch offensichtlich ist die große Ankündigung erstmal aufgeschoben.

Irgendwo wäre das alles ganz passend: Der seit Jahren wabernde Konflikt zwischen Patrick Esume und AFVD-Präsident Huber ist allgemein bekannt. Vielleicht muss aber auch „der Coach“ Esume noch die gestrige Pleite im Schlag-den-Star Duell mit Tim Wiese verarbeiten.

Zum Programm von heute.

Sechs der wichtigsten Spiele von heute habe ich wie immer mit Fabian Sommer beim Lead-Blogger untersucht:

Psaier & Sommer: NFL Sunday Watch Week 7

Den Rest hier in Kurzformat.

Frühschicht um 18h

  • Atlanta Falcons – Detroit Lions
  • Cincinnati Bengals – Cleveland Browns
  • Tennessee Titans – Pittsburgh Steelers
  • New Orleans Saints – Carolina Panthers
  • New York Jets – Buffalo Bills
  • Washington – Dallas Cowboys
  • Houston Texans – Green Bay Packers

Das eine Spitzenspiel ist Titans – Steelers. Beide sind noch ungeschlagen, aber nur die Steelers fühlen sich wirklich wie eine komplette Mannschaft an. Tennessee ist in vielen Effizienz-Metrik unter den besten Offenses der NFL, aber das ganze Konstrukt wirkt mir noch immer nicht allzu stabil.

Just zum heutigen Spiel gegen die blitzfreudigen Steelers haben die Titans dann auch eine neue Sollbruchstelle durchzuschleifen: Offensive Tackle. An der rechten Flanke schleppt man sich eh schon seit Jahresanfang nur so durch, aber seit letztem Sonntag fällt auch LT Taylor Lewan für den Rest der Saison mit Kreuzbandriss aus. Gegen Pittsburgh, wo gleich mehrere Spieler 20 oder mehr QB-Pressures eingefahren haben und das in über 45% der Pass-Plays blitzt, könnte das zu einem ernsthaften Problem werden.

Ich bin mir nicht sicher ob die Steelers-Secondary nicht ein bissl überschätzt ist. Das Problem wird aber dann kaschiert, wenn der Pass-Rush vorne dem Quarterback einheizt. Titans-QB Ryan Tannehill war über die letzten Jahre stets ein QB, der lange den Ball gehalten hat und hohe Sack-Quoten kassiert hat. Bislang ist das 2020 überhaupt nicht so:

  • Durchschnittliche „Time to throw“: 2.5 Sekunden, #13
  • Rate an Würfen innerhalb von 2.5 Sekunden: 54%, #7
  • Sack-Quote: 3.4%, #3

Aber bis jetzt hat Tannehill auch noch keine vergleichbare Defense gesehen.

Die Steelers haben für meinen Begriff auf den Vorteil auf der anderen Seite des Matchups: QB Roethlisberger ist auf seine alten Tage eine Art „Sicherheits-QB“ geworden, der selten tief geht, dafür schnell und effizient die Bälle auf seinen starken WR-Corps verteilt und wenige schwere Fehler begeht.

Die jüngste Receiver-Sensation in Pittsburgh ist WR Chase Claypool, ein Art „Mini-Megatron“, der die Massen in der frühen Saisonphase begeistert. Claypool hat über 3.5 Yards/Route gefangen, ein atemberaubend guter Wert. Er ist mit seiner Kombination aus Größe und Speed eine richtige Big-Play Waffe. Auch die Receiver neben bzw. hinter ihm sind alles gute Leute: Deionte Johnson, Juju Smith-Schuster, James Washington.

Tennessees Defense sollte dagegen echt große Probleme haben: Pass-Rush ist mies bis inexistent, und im Defensive Backfield hat man nicht die Cornerbacks um alle diese Receiver-Irrwische zu decken.

Das andere Spiel mit Shootout-Potenzial ist Texans – Packers. Green Bay wurde letzte Woche von den Tampa Bay Buccs zurechtgestutzt. Aaron Rodgers hatte ein richtig verwachstes Spiel mit u.a. 2 INTs und Pick-Six. Wie viel daran die Buccs-Defense schuld war, und was Rodgers bzw. dem Receiver-Problem der Packers anzuhängen war, ist noch nicht ganz klar. Punkt ist aber: Die Texans-Defense von heute hat deutlich weinger Gegenwehr zu bieten.

Die Packers werden wohl auf RB Aaron Jones verzichten. Auf Receiver dürfte diesmal auch die zweite Garde gut genug sein um sich wieder einigermaßen freizulaufen, aber langfristig kommen die Packers damit nicht durch. Twitter ist voll mit Trade-Gerüchten. Das seit Monaten diskutierte und von Packers-Fans nur allzu gern wegdiskutierte Receiver-Problem schlägt langsam zu.

Die Houston Texans könnten ein Verkäufer an die Packers sein: WR Cobb, WR Stills und vielleicht sogar WR Brandin Cooks gelten als mögliche Objekte der Begierde für Matt LaFleur. Die Texans-Saison ist mit 1-5 fast im Arsch (auch wenn nach dem heutigen Spiel ein eher einfacher Teil des Schedules kommt) und Houston hat so wenige Draftpicks für die Zukunft, dass ein Trade sogar ein guter Deal für beide Seiten sein könnte. LaFleur kann sich die Spieler heute aus nächster Nähe ansehen.

Browns @ Bengals ist Chance auf Wiedergutmachung für Baker Mayfield.

Bei Jets vs. Bills will ich ein Upset nicht verschreien, weil es immer noch die Jets sind. Aber: Buffalos Defense ist als #30 der NFL bis jetzt wesentlich schwächer als gewohnt. Buffalos Cornerback-Depth Chart in diesem Spiel ist extrem dünn. Buffalos Tight Ends sind alle im Corona-Krankenstand:

Und bei den Jets kehrt heute wohl Sam Darnold zurück. So enttäuschend Darnold bis jetzt in der NFL war: Er ist ein deutliches Upgrade gegenüber allem was Joe Flacco im Jahr 2020 anbietet. Wenn Darnold heute keine Punkte auflegt, dann weiß ich auch nicht mehr. Ein Jets-Sieg wäre keine komplette Überraschung.

Spätschicht ab 21h

  • Las Vegas Raiders – Tampa Bay Buccaneers (21h05)
  • Denver Broncos – Kansas City Chiefs (21h25)
  • New England Patriots – San Francisco 49ers (21h25)
  • Los Angeles Chargers – Jacksonville Jaguars (21h25)

Ich schrieb es schon beim Lead-Blogger: Raiders vs. Buccs ist eine Reminiszenz an eine alte Zeit. Seit die beiden sich Anfang 2003 im Superbowl gegenüberstanden haben die beiden Franchises zusammen drei Playoffspiele mit null Siegen zustande gebracht.

Theoretisch ist heute Tampa klar zu favorisieren, weil Las Vegas defensiv wenig zu bieten hat und offensiv davon abhängt ob deep threat Henry Ruggs den QB Derek Carr zu tiefen Pässen animieren kann. BTW Tampa wird noch ohne den jüngst verpflichteten WR-Knallkopf Antonio Brown antreten.

Bei den Chiefs ist nun jedes Spiel aus der Perspektive der gegnerischen Defense interessant: Welche neuen Herangehensweisen werden wir sehen? Manndeckung, Zone-Defense oder Aufgabe von Run-Defense? Die Broncos haben Pat Mahomes in Vergangenheit schon des Öfteren vor Probleme gestellt, allerdings nie ohne einen massierten Pass-Rush. Der geht heute ab.

Pats – Niners ist das Coaching-Duell Belichick gegen Shanahan. Beide Teams haben Personalsorgen und sind momentan gezwungen um Verletzungsprobleme herumzuarbeiten. Gerade das zeigt aber manchmal neue Wege auf. Die Shanahan-Offense ist nicht um einen einzelnen Star herum gebaut, den Belichick aus dem Spiel nehmen könnte – auch nicht TE Kittle. Ich vermute eher, dass Belichick alles tun wird um QB Jimmy Garoppolo ins Grübeln zu bringen. Belichick hat Garoppolo 2014 gedraftet und jahrelang gecoacht. Er weiß um die Schwächen Garoppolos.

Bolts – Jaguars ist ein Bodensatz-Duell, doch nicht ohne Shootout-Potenzial.

Nachtschicht ab 1h20

  • Arizona Cardinals – Seattle Seahawks

Auch darüber habe ich schon beim Lead-Blogger geschrieben. Eine spannende Ansetzung als Sunday Night Game, weil wir zwar wissen wie die beiden Teams ticken. Aber auch die Teams selbst wissen nach zahlreichen Duellen genau wie der jeweils andere spielt. Bei den Hawks fehlt einmal mehr S Jamal Adams, womit es keinen offensichtlichen „Spy“ für den Scramble-König Kyler Murray gibt.

5 Kommentare zu “Sonntagsvorschauer – NFL Woche 7

  1. Coach Esume hat bei mir eigentlich alle Sympathien verspielt; der AFVD mit Huber ist aber noch mal eine andere Hausnummer. Fas Verhalten während der Corona Zeit war eine Katastrophe und dann gibt es noch diese dubiosen Geldgeschichten; anscheinend ist der AFVD nicht mehr Förderwürdig, weil der Verband Zuviel Geld für die Funktionäre zahlt…

    Von daher ist jede Bewegung im deutschen Football spannend.

  2. Wenn Corona Positiv getestet, ist man dann Krank?
    Frage nur wegen deine Bemerkung:
    „Buffalos Tight Ends sind alle im Corona-Krankenstand“

  3. Ich weiß nicht ob die Tight Ends positiv getestet wurden, aber wie anders sollte man die Ausfälle nennen?

    Verletztenstand wohl eher nicht…

  4. Na ja die könnten locker spielen, nur infizieren sie dann die noch nicht Corona positiv sind

  5. Pingback: NFL 2020 – Woche 7 im Liveblog: Die Frühschicht | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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