Samstagsvorschauer am gestutzten Rivalry Weekend

Guten Morgen. Gleich die erste Nachricht aus der NFL vorausgeschickt: Pittsburgh – Baltimore wurde von der NFL in der Nacht auf den Dienstag verschoben (Di/Mi 2h). Dass der Covid-Ausbruch in Baltimore bis dahin vorüber ist? Nun ja…

Zum nicht minder Covid-gebeutelten College Football. Rivalry-Saturday heute ohne das gestern angekündigte „Big Game“ zwischen Michigan und Ohio State. Ich hatte „Brainfart“. Michigan spielt heute gegen Penn State. Das große Big-Ten-Derby gibt es erst am 12. Dezember.

Was vom glorreichen Rivalry-Weekend übrig bleibt, ist ziemlich traurig.

Vorneweg zu den positiven Aspekten: Diese Woche „nur“ sechs Absagen/Verschiebungen – allerdings darunter auch das potenziell spannende West Virginia – Oklahoma. Auch #7 Cincinnati muss pausieren.

Letzte Nacht wurde auch Illinois – Ohio State abgesagt. Ohio-State-Headcoach Ryan Day wäre wegen eines positiven Tests ohnehin nicht mit nach Champaign gefahren – aber gestern gab es noch eine Serie an positiven Tests bei den Buckeyes.

Gehen wir die wenigen relevanten Spiele mal im Schnelldurchlauf durch (Playoff-Fokus).

#6 Florida – Kentucky (18h). Letzte Woche wurden die Wildcats von Alabama 63-3 abgeschossen. Heute wird es besser – als wohl nicht um viel: Florida hat eine fast gleich gute Offense wie Alabama (QB Trask und das Receiving-Duo Toney/Pitts), hatte aber defensiv bis jetzt ein paar Schwächen. Letzte Woche sah daggen sogar SEC-Nachzügler Vanderbilt über weite Strecken halbwegs vernünftig aus. Also wird es ein 56-20.

Mizzou – Vanderbilt (18h). Null Playoff-Implikation, aber es gibt eine coole Geschichte: Nach zahlreichen Ausfällen auf der Kicker-Position wird bei Vandy heute eine junge Lady den Footballhelm aufsetzen und vielleicht sogar spielen: Sarah Fuller, die Torfrau von Vanderbilts Frauenfußballmannschaft, die den National Title gewonnen hat.

Es hat in der Geschichte der FBS schon zwei kickende Frauen gegeben – aber noch keine in der SEC oder einer anderen Power-5 Conference.

#1 Alabama – #22 Auburn (21h30). Die „Iron Bowl“ hat in den letzten Jahren mehrere All-Timer geliefert – eigentlich immer dann, wenn Auburn ein Spitzenteam stellte. Heuer ist das aber nicht der Fall.

Vor allem offensiv ist Auburn zu schwach, denn machen wir uns nix vor: Die Bama-Offense wirst du nicht stoppen, also brauchst du Punkte wenn du eine Chance haben willst. Auburn-QB Bo Nix ist auch in Jahr 2 mehr Hype als Substanz und das Auburn-Laufspiel um den angeschlagenen RB Tank Bigsby ist nicht potent genug um das stockende Passspiel rauszureißen.

Wer bei Alabamas Offense gedacht hatte, dass mit dem Saison-Aus für WR Jaylen Waddle vor ein paar Wochen vielleicht ein paar Knackser drin sein würden, der sah sich bis jetzt getäuscht. WR Devonta Smith hat in den drei Spielen seither 27 der 38 Targets für 420 Yards und 6 TD gefangen. In den letzten beiden Spielen hat der wahnsinnige Smith einfach allein mal jeweils fast 50% der Targets bekommen.

WR John Metchie ist nicht nur eine starke #3, sondern auch eine verlässliche #2. Und weil dahinter RB Najee Harris noch stärker als Pass-Catcher eingesetzt wird, ist noch gar nicht klar, wer denn bei Alabama die neue #3 wird.

Auburn hat zwar gute Defensive Backs wie S Smoke Monday (geiler Name übrigens), CB Roger McCreary oder CB Nehemiah Pritchett, aber ganz ohne Double-Team wird man Smith nicht beikommen ohne nicht vorne die Front zu entblößen. Und das ist das grausige, wenn man gegen die Alabama-Spread-Offense antritt: Steckst du zu viele Ressourcen in die Verteidigung der Pass-Konzepte, wirst du eiskalt überlaufen.

Der Spread ist 24.5 Punkte und ich könnte verstehen, wenn jemand trotzdem seine Jetons auf Alabama setzt.

#3 Clemson – Pitt (21h30). Ähnlicher Spread in diesem Spiel: Clemson -23. Die Tigers sind zwar vor ein paar Jahren schon einmal als turmhoher Favorit gegen Pitt gestolpert, aber das wird heute nicht mehr passieren. QB Trevor Lawrence kehrt nach mehr als einem Monat Pause wegen Corona-Infektion und dann Corona-Absagen aufs Spielfeld zurück.

Michigan State – #8 Northwestern (21h30). Für Liebhaber von knackiger Defense ist Northwestern 2020 die richtige Mannschaft.

#5 Texas A&M – LSU (1h). Texas A&M befindet sich in einem merkwürdigen Zwischenzustand zwischen #5 Platzierung und „Playoff-Verge“, aber ziemlicher Chancenlosigkeit, sich auch nur für das SEC-Finale zu qualifizieren (Niederlage gegen Alabama). LSU ist ein Jahr nach dem National Title und zahlreichen Personaländerungen so mittelmäßig wie erwartet.

Texas A&M war in der Ära Jimbo Fisher bis vor kurzem immer ein unspektakuläres, solides Team. In den letzten Wochen aber explodierte QB Kellen Mond mit bislang ungekanntem tiefen Passspiel – gegen die kaputte LSU-Defense könnte das zu vielen Punkten führen. Oder war es einfach nur Aufflackern beim ansonsten blassen Mond?

Viel mehr Begeisterung kann ich heute nicht wecken. Vielleicht schafft es ja Kollege Jan Weckwerth.

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