Sonntagsvorschauer 2019 – Woche 10

Guten Morgen.

Heute sind sechs Mannschaften spielfrei – u.a. die Patriots, Eagles und Texans, weswegen sich dieser 10te Spieltag wie der bislang schwächste anfühlt. Das Spitzenspiel der Runde findet erst morgen statt, wenn Seattle nach San Francisco fahren muss.

Dafür hat es bereits in der Nacht auf Freitag ein recht bizarres Donnerstagsspiel gegeben: Oakland gewann 26-24 gegen die L.A. Chargers. Dabei fühlten sich die Chargers trotz zweier bitterböser Rivers-Interceptions wie das eigentlich bessere Team an, doch eine Orgie an Sacks gegen Rivers, der Pick-Six sowie zwei lange Drives der Raiders-Offense zum Ende jeder Halbzeit reichten für Oakland, um viel Leerlauf zu kaschieren.

QB Derek Carr war vor allem Kurzpassgewichse. Er ging insgesamt nur 3x tief. Normalerweise gewinnt man so ein Spiel nicht.

Frühschicht um 19h

Sehr, sehr durchwachsene Frühschicht.

Chicago Bears (3-5) – Detroit Lions (3-4-1) aus der NFC North ist eines der genießbareren Matchups. Die Partie ist vor allem wegen QB Trubisky interessant. Letztes Jahr legte Trubisky in einem Heimspiel gegen schrecklich unvorbereitete Lions grandiose Zahlen ab, die Detroits Ambitionen zur Saisonhalbzeit quasi beendeten. Jetzt bräuchte kein Mann in der ganzen NFL einen neuerlichen Freifahrtschein dringender als Trubisky.

Cincinnati Bengals (0-8) – Baltimore Ravens (6-2). Baltimore ist nach der dominanten Performance letzte Woche gegen New England haushoher Favorit, aber dank des Einsatzes von Backup-QB Ryan Finley in Cincinnati gibt es immerhin ein Grund zum Zuschauen.

Cleveland Browns (2-6) – Buffalo Bills (6-2). Die Browns sind als 2-6 Team eine der krassesten Enttäuschungen der Saison und dennoch mit 3 Punkten gegen die 6-2 Bills favorisiert. Noch Fragen, wie der Markt die Qualität der Bills sieht? Es ist 2017 all over again für Buffalo: Ein qualitativ nahe Liga-Bodensatz agierendes Team, das mit vielen knappen Siegen und laxem Schedule in Wildcard-Nähe gespült wurde.

New Orleans Saints (7-1) – Atlanta Falcons (1-7). Vor der Saison hätte man gedacht – oh, Woche 10 mit Spitzenspiel Saints vs. Falcons! Jetzt ist nur noch die Frage, auf wie viele Punkte QB Drew Brees heute Lust hat, wenn es gegen die schwächste Passing-Defense der NFL geht.

Es steht außer Frage, dass die Saints das gewinnen: Sie sind im Power-Ranking ein Top-10 Team mit einer Top-5 Defense, obwohl sie bislang überwiegend mit Teddy Bridgewater auf QB agiert haben. Brees machte vor zwei Wochen beim Comeback eine ordentliche Figur – jetzt sollte seine Daumenverletzung komplett verheilt sein.

New York Jets (1-7) – New York Giants (2-6). Stadtderby zweier Krisenteams.

Tennessee Titans (4-5) – Kansas City Chiefs (6-3). Mahomes kehrt wohl zurück, nachdem alle Blessuren ausgeheilt sind – und die Berichte gestern gingen in Richtung „zu 100% spielfähig“. Man geht also davon aus, dass Mahomes in dieser Partie nicht zurückstecken wird. Das sind keine guten News für Tennessee, das theoretisch das Potenzial hätte mitzuhalten, wenn es auf QB gegen einen Matt Moore anstelle eines Mahomes hätte spielen dürfen. Gegen Mahomes und mit einer Titans-Secondary ohne CB Malcolm Butler wird das aber eine kaum zu bewältigende Aufgabe.

Tampa Bay Buccaneers (2-6) – Arizona Cardinals (3-5-1). Das spielerisch reizvollste Matchup der Frühschicht, wenn wir nur Offenses anschauen. Es ist auch das Wiedersehen von Buccs-Coach Bruce Arians mit seiner alten Mannschaft.

Arians galt in Arizona stets als höherklassiger Coach mit der Klasse, das Maximum aus seinen Mannschaften herauszukitzeln. In Tampa ist von solchen Geniestreichen nicht mehr viel zu sehen: QB Winston spielt eher schlechter als vor seiner Ankunft – zumindest nicht wesentlich besser, die Run-Rate in Early-Downs ist zu hoch und man versteht nicht wieso TE O.J. Howard kein Faktor im Passspiel ist.

Arizona dagegen gilt schematisch mit seiner Air-Raid Offense und einem sich rasch entwickelnden QB Kyler Murray als echter Hingucker. Weil beide Angriffe hier gegen suspekte Defenses antreten dürfen, erwartet man viele Punkte.

Spätschicht ab 22h

22h05: Indianapolis Colts (5-3) – Miami Dolphins (1-7). Die Miami Dolphins haben letzte Woche ihren ersten Saisonsieg gegen die desolaten Jets gefeiert – ein Sieg, der den #1 Pick in Gefahr bringt, aber andererseits für Headcoach Brian Flores wie ein Segen kommt. Dass Flores mit einem Kader aus Namenlosen und Aussortierten nun „nur“ noch eine der schwächsten Mannschaften der Saison unter seinen Fittichen hat anstatt einer historisch Schlechten, kann Flores sich schon jetzt auf die Fahnen schreiben.

UPDATE Colts: QB Jacoby Brissett wird ausfallen und Brian Hoyer an seiner statt spielen.

Green Bay Packers (7-2) – Carolina Panthers (5-3). Bei den Panthers wurde kürzlich QB Cameron Newton für den Rest der Saison aus dem Verkehr gezogen, was auch bereits das Ende vom NFL-MVP 2015 in Charlotte sein könnte. Backup Kyle Allen soll damit weiter der Starter bleiben, auch wenn einige bereits nach dem 3rd-Round Rookie QB Will Grier schreien.

Der Offensiv-Gameplan ohne Newton dürfte egal ob Allen oder Grier aber nun lauten: Füttere McCaffrey. Green Bays Run-Defense ist eher ineffizient, aber das liegt u.a. darin, dass DefCoord Pettine mit viel Nickel- und Dime-Formationen vor allem den Pass verteidigt. Wie sieht das gegen eine Offense aus, die vor allem im Lauf eine Gefahr repräsentiert?

Green Bay sucht eine Woche nach einem Offensiv-Debakel bei den Chargers wieder nach einem Weg zurück in die Spur. War es ein einmaliger Ausrutscher in einer ansonsten steil nach oben zeigenden Leistungskurve, oder war jener Packers-Trend nach oben mehr Augenauswischerei und Produkt von richtig schwachen gegnerischen Secondaries wie z.B. Oakland?

Pittsburgh Steelers (4-4) – Los Angeles Rams (5-3). Eines der wichtigsten Spiele im ESPN-Playoffhebel diese Woche: Beide erhöhen ihre Playoffchancen auf ca. 50%, wenn sie gewinnen. Beide landen bei roundabout 25% Playoffchance, wenn sie verlieren.

Wenn man sich vor Augen führt, dass Pittsburgh mit QB Mason Rudolph aufläuft, möchte man meinen, dass die Rams auch auswärts haushoch zu favorisieren sind. Doch dem ist nicht so – mein Power-Ranking sieht z.B. sogar einen leichten Vorteil für Pittsburgh!

Das liegt u.a. daran, dass Rams-QB Goff extreme Probleme gegen QB-Pressures hat – und die Steelers einen gefürchteten Edge-Rush (Watt / Dupree) gegen das problematische Tackle-Pärchen der Rams aufstellt, der wie „bad news“ für Goff klingt. Die Steelers-Defense war auch der Trigger dafür, dass Pittsburgh von 1-4 Start auf 4-4 stellte, wenn auch gegen eher suspekte Gegner.

Nachtschicht ab 2h20

Dallas Cowboys (5-3) – Minnesota Vikings (6-3). Ein NFC-Kracher zwischen zwei Teams mit sehr effizienten Play-by-Play Offenses. Allerdings haben beide Offenses heute einen Schwachpunkt:

  • Dallas hat in QB Prescott einen QB, der aus unsauberen Pockets ähnlich wie Goff dramatische Probleme hat – und er trifft auf einen hervorragende Pass-Rush um DE Danielle Hunter.
  • Minnesota muss wohl auf WR Thielen verzichten, bei dem alte Verletzungsprobleme wieder auftraten.

Beide Offenses würden philosophisch am liebsten sehr oft laufen, vor allem in Early-Downs, und beide hatten heuer schon Phasen mit sehr hoher Play-Action Quote um diese Implementierung von Laufspiel zu nutzen (was ein Trugschluss ist!). Aber nur Minnesota ist wirklich erfolgreich im Play-Action Passing.

Defensiv gelten beide Secondarys als verwundbar. Beide haben aber die Mittel, mit ihrem Pass-Rush die gegnerischen Quarterbacks zu verwirren und fehlerhafte Entscheidungen und Turnovers zu erzwingen.

3 Kommentare zu “Sonntagsvorschauer 2019 – Woche 10

  1. Pingback: NFL 2019 – Frühschicht von Woche 10 im Liveblog | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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