Weihnachtsvorschauer 2021 – NFL Week 16

Der heutige Christtag bietet zwei NFL-Spiele von Woche 16 auf.

  • 22h30 Green Bay Packers (11-3) – Cleveland Browns (7-7)
  • 02h15 Arizona Cardinals (10-4) – Indianapolis Colts (7-7)

Die Packers sind zuhause mit 7.5 Punkten gegen die durch Covid arg dezimierten Browns favorisiert. Obendrauf ist es das zweite Browns-Spiel innerhalb von fünf Tagen, denn Cleveland musste erst am Montag gegen die Raiders ran.

Während es für die Browns ums nackte Überleben im Playoffrennen nach einer enttäuschend verlaufenen Saison geht, müssen die Packers als deutliche Favoriten heute Abend nur schauen, die Kontrolle im Rennen um den NFC #1 Seed zu halten.

Green Bay hat ähnlich wie Cleveland eine Saison mit vielen Verletzungen hinter sich – nur mit dem Unterschied, dass QB Aaron Rodgers nur ein einziges Spiel ausgefallen ist, während Baker Mayfield wochenlang mit Schulterproblemen zwischen angeschlagen und Bank oszillierte. Immerhin: Baker soll heute Abend wieder einsatzfähig sein, und auch wenn es immer deutlicher wird, dass er wohl nicht als Langzeitlösung der Browns durchgeht, so ist er ein deutliches Upgrade gegenüber allen QB-Alternativen.

Rodgers dagegen hält die Packers als mittlerweile größter MVP-Favorit fast allein über Wasser. Die Packers schleifen zahllose O-Line Ausfälle wie LT Bakthiari (hat heuer noch keinen Snap gespielt) oder OL Elgton Jenkins durch, spielten teilweise mit dem WR3, hatten Spiele quasi ohne Receiver, und sind trotzdem 10-3. Rodgers ist jetzt trotz des unterirdischen Auftakts in Woche 1 gegen die Saints schon wieder die #1 in CPOE und EPA/Play:

Quelle: rbsdm.com

Weil auch der Rushing-Attack um die RBs Jones und Dillon ganz ordentlich schnurrt, haben die Packers eine ziemlich gut geölte Offense, die Gegner trotz der scheinbaren Fokussierung auf WR Davante Adams auf verschiedene Arten schlagen kann. Zumindest die meisten. Spätestens wenn dann in den Playoffs das erste Mal Sand im Getriebe ist, werden wir uns nach vielen Monaten mal wieder dran erinnern, dass es ja eigentlich keine verlässliche #2 hinter Adams gibt.

Heute zu beachten: MVS fällt wohl aus. Er ist der beste Packers-Receiver nach Adams.

Die Browns haben nur dann eine Chance, wenn ihre von Covid genesenen Offense-Starter alle schon wieder in Bestform antreten. Green Bay verteidigt oft mit seichter Box, was für die RBs um Nick Chubb und Co. ein Fest sein könnte – ich schreibe könnte, denn wenn Rodgers mal wieder loslegt wie die Feuerwehr, dann könnte Cleveland schnell eindimensional auf Baker zugeschnitten sein.


Das Nachtspiel ist auch durchaus interessant. Arizona ist trotz Heimvorteil nur mit 1 Punkt favorisiert – was dafür spricht, dass Indianapolis, das drei Saisonsiege weniger geholt hat und vom permanenten Meltdown-Risiko Carson Wentz gequarterbackt wird, auf neutralem Feld der Favorit wäre.

Indy ist einfach super gecoacht und eins der seltenen NFL-Teams, das wirklich mit einem ausreichend guten Laufspiel ausgestattet ist, um in der NFL ohne Top-Passing-Game durchzukommen.

Indy hat die #1 Rushing Offense nach EPA/Play. Die Colts machen 0.10 EPA/Run. In dieser wahnsinnigen NFL-Saison gibt es nur drei Offenses (Packers, Buccaneers, Chiefs), die in Total EPA/Play besser sind!

Nur elf Passing-Offenses sind effizienter als das Colts-Laufspiel, das Lichtjahre vor der #2 Rushing-Offense rankt (die Buccs als #2 Rush-Offense sind schwächer als 21 Passing-Offenses).

Dass Jonathan Taylor der beste Runningback der NFL ist, schreibe ich seit vielen Wochen. Spannenderweise ist Taylor so famos unterwegs, obwohl die Colts O-Line gar nicht mehr so dominiert wie in früheren Jahren. Bei PFF ist sie nur als #8 Run-Block-Unit gerankt.

Also: Taylor = einer der wenigen Runningbacks mit spürbar positivem Impact. Und das in einer Offense, in der die Gegner nur wenig vom Passing Game zu befürchten haben, denn bei aller Fehlerminimierung, die Frank Reich seinem Wentz aufoktroyiert hat, tendiert Wentz immer wieder zu echten Implosionen. Letzte Woche gegen die Patriots war so eine – aber die Colts haben das Ding trotzdem gewonnen, was für die hohe Qualität der Mannschaft spricht.

Was heute so spannend macht: Die Cardinals-Defense ist berüchtigt dafür, keinen wirklichen Plan gegen das Laufspiel zu haben. Letzte Woche wurde diese Defense sogar von den Detroit Lions überpowert bzw. im Play-Action-Game wie Lehrbuben ausgespielt.

Auch die Cards-Offense hakt. Das ist kein neues Phänomen in der Ära Kliff/Kyler. PFFs Arjun Menon hat herausgearbeitet, dass Kyler Murray zuallererst gegen Defenses mit vielen leichten Boxen und Split-Safety-Looks (z.B. Cover 2 oder Cover 4) Probleme hat.

Seit WR Nuk Hopkins fehlt, geht dieser schematisch gar nicht so raffinierten Offense auch der entscheidende „Kreator“ ab. Separation ist nicht die Stärke der Cardinals-Receiver, und ohne die 1-vs-1 Bedrohung von Hopkins fehlt es in diesem Receiver-Corps an einer verlässlichen Anspielstation.

Vielleicht wird TE Zach Ertz ja noch ein Faktor – aber der muss heute gegen den wichtigsten Fumble-Enforcer der NFL ran: Darius Leonard.

In Summe ist da durchaus die Überraschung mit Colts-Win drin.

Ein Kommentar zu “Weihnachtsvorschauer 2021 – NFL Week 16

  1. Also AJ Green und Christian Kirk sind keine verlässlichen Anspielstationen? Ich glaubs ja wohl nicht 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..