Das AFC-Finale 2019 in der Nachbetrachtung

Ein Instant-Classic im Arrowhead-Stadium, ein Spiel für die Geschichte, wie ich schon im Liveblog heute Nacht schrieb.

Belichick/Brady: Dauerbrenner Patriots. Unfassbarste 9te Superbowl für diese Coach/QB-Combo. Noch deutlicher: Keine andere Coach/QB-Combo hat auch nur die Hälfte an Superbowls erreicht. Keine andere Franchise hat überhaupt jemals so viele Superbowls erreicht. 18 Spielzeiten Belichick/Brady, 9x Superbowl. Das macht denen in 100 Jahren keiner mehr nach.

Nicht alles, was Belichick gestern machte, war perfekt (4th&1 Punt in der gegnerischen Platzhälfte, looking @ you). Aber wie Belichick die Chiefs eine Halbzeit lang austrickste, war mit Sicherheit eine seiner besten Sternstunden seiner ewig langen Karriere. Denn machen wir uns nichts vor: Der Gameplan der Patriots war eine Meisterleistung.

Das Spiel unter der Lupe

Der Gameplan: Wie ich schon im Vorfeld der Partie geschrieben hatte – das erste Viertel wird für Kansas City von entscheidender Bedeutung. Und im ersten Viertel fanden die Chiefs nicht statt. Teilschuldig daran sind sie sogar selbst, da sie nach gewonnenem Münzwurf den Patriots das erste Ballrecht überließen.

New England spielte extrem lauflastig, gegen die Chiefs-Defense keine schlechte Idee!, und heizte Mahomes mit DL-Stunts und eingestreuten verzögerten Blitzes mächtig ein. Doch die „Winner-Plays“ waren am Ende trotzdem die Pässe:

  • In der ersten Halbzeit nur 40% Pass-Quote für die Patriots, aber diese Pässe brachten 65% Success-Rate, 8.6 N/A und überwältigende 0.38 EPA/Pass ein. Laufspiel war grundsolide mit 4 Yards/Carry, doch die wahren Killer war das Play-Action Passing.
  • Brady war lange Zeit fast ausschließlich auf Kurzpassgewichse bedacht: Zur Pause 17 Passversuche, ein einziger davon mit Anspielstation tiefer als 15 Yards (beim Dorsett-TD). 12 Pässe mit Anspielstation innerhalb von 5 Yards um die Anspiellinie, 4 zwischen 6 und 15 Yards. Am Ende wurde Brady mutiger: 46 Pässe, 9 davon tief (19%, Liga-Durchschnitt), 17 mittellang, 20 kurz.
  • Bitterböse erste Halbzeit für die Chiefs-Offense, die nur 16 Plays am Feld stand und in 11 Pässen 38% Success-Rate, 2.0 NY/A (3 Sacks für -43 Yards!) und -0.26 EPA/Pass erzielte. Zu dem Zeitpunkt hätten die Roten die Flinte ins Korn werfen können.
  • Taten sie Gott sei Dank nicht. Und nach der Pause mutierte die Offense zum Monstrum: 7 Drives, 4 TD und ein Fieldgoal. Mahomes mit 24 Pässen, zwar nur 42% Pass-Success Rate, aber 0.40 EPA/Pass und 9.5 NY/A gegen eine Patriots-Defense, die keine Mittel mehr fand, Mahomes zu stoppen.

Schauen wir uns die All-Downs Statistik der Partie an, können wir ableiten, dass Pats-OC McDaniels ein fast rundum perfektes Spiel angesagt hat – vielleicht die beste Coaching-Vorstellung des Wochenendes. Am ehesten nahm er in der zweiten Halbzeit zu schnell den Fuß vom Gas, wurde einen Tick zu konservativ (nur 6 von 18 Runs waren erfolgreich).

Trotzdem: 94 Plays New England, nur 47 für Kansas City. Fast 34 Minuten mehr Ballbesitz. Es war wie Belichick Anno 1991 im Superbowl, als die Bills-Offense 2/3 der Partie am Spielfeldrand verbrachte. Dass Mahomes aus seinen wenigen Chancen so viel machte, gibt Belichick umso mehr recht.

Patriots in der Overtime: Goal-Line Running als Dolchstoß, aber der Champ waren die drei 3rd&10 Completions für Edelman (2) und Gronkowski. Edelman in Stack-Formation wird Chiefs-DefCoord Bob Sutton auf Monate in seinen Alpträumen verfolgen. Killer.

KCNE All Downs.png

QB-Pressure Rate: Brady in 10% seiner Dropbacks unter Druck, Mahomes in 44%, wenn wir ESPNs Stats&Info glauben. Sehr selten, dass wir in der NFL zwei so unterschiedlich bevölkerte Pockets sehen – aber in dieser Partie ein wesentlicher Faktor.

Patriots Offensive Line – der heimliche Vater des Erfolgs. Kein Coaching-Comeback hatte größere Auswirkungen als die Rückkehr von Dante Scarnecchia als O-Line Coach in New England. Der Chiefs-Passrush sah mit nur 1 QB-Hit und null Sacks kein Land.

Playoff-Brady: Kein Play passt besser zu der wundersamen Playoffgeschichte des Tom Brady wie die vermeintlich spielentscheidende Interception mit weniger als 2 Minuten auf der Uhr, die durch ein Offside von DE #55 Dee Ford zurückgenommen wurde.

Sie erinnerte in Auswirkung natürlich sofort an Momente wie Marlon McCree 2007:

Spiel zu Ende!

Nope – geht weiter!

Hat Brady im Augenwinkel gesehen, dass Ford im Abseits stand und Rodgers-like einen Risikopass geworfen, wissend, dass er ohne negative Konsequenz bleiben würde? Oder hatte er einfach unverschämtes Glück, wie 2007 als McCree die entscheidende INT zurückfumbelte?

So oder so ist die grandiose Patriots-Dynastie auch eine Dynastie der Kleinigkeiten. Asante Samuel in und der Tyree-Catch in Superbowl 42, der Manningham-Catch in Ausgabe 46 und der Ertz-Catch in Superbowl 52 – vier Plays, drei Superbowl-Pleiten.

Auf der anderen Seite können es statt potenziellen 8 Ringen auch nur 2 sein, ohne Tuck-Rule, ohne Wilson-INT und ohne Hightower-Sack gegen Matt Ryan.

Wo wir schon bei Millimetern sind: Edelmans Muff-Punt, oder „nicht Muff Punt“. Zwei Zentimeter machen die Welt. Es waren Kleinigkeiten.

Suchen wir nach Verbesserungspotenzial bei den Chiefs…

…was hätten sie anders machen können?

Erstes Ballrecht nehmen. Ich hatte darüber geschrieben. Im Nachhinein fühle ich mich bestätigt. Die Chiefs verschliefen die erste Halbzeit, weil New England minutenlang den Ball bewegte, während sich Mahomes draußen den Arsch abfror.


Einzelne kleine Execution-Fehler vermeiden: Mahomes verpasst den offenen RB Williams in der Endzone (erste Halbzeit) und kassiert direkt danach den Sack, der das Team die Chance auf ein durchaus machbares, ca. 48yds-FG kostet.

Die Chiefs bringen in der Overtime in 3rd aufeinanderfolgenden 3rd Downs ihre Schäfchen nicht ins Trockene.


Das 4th&1 an der eigenen 29 im ersten Viertel ausspielen. Gang nach Canossa? Mitnichten.

Ich weiß, dass Traditionalisten das anders sehen, aber ein Footballspiel musst du auch strategisch angehen. Schon in einem Vakuum ist es grundsätzlich die bessere Entscheidung, 4th&1 Situationen auszuspielen. In einem Spiel, in dem der Gegner den Ball nach Belieben bewegt und deine Offense noch keinen Stich gemacht hat, nur umso mehr.

Auch im ersten Viertel. Football ist Taktik – aber auch Strategie. Ich kann Drive für Drive planen. Oder ich kann nach vorne schauen. Harte Diskussionen auf Twitter führen zum selben Resultat: Der Blick nur auf den Moment ist zu kurzsichtig. Ich bin zuversichtlich, dass sich diese Erkenntnis über die Jahre mit verstärktem Analytics-Einsatz durchsetzen wird.

Ach ja – und Andy Reid warf damit 7% Siegwahrscheinlichkeit einfach über Bord. Du kannst mir tausendmal erzählen, dass es „psychologische Momente“ gibt, die den Glauben im Team befeuern und dass du deshalb nicht ausspielen darfst. Doch das Beste für die Moral bleibt zu gewinnen. Du kannst deine Chancen darauf mit optimiertem Play-Calling erhöhen.


Schneller reagieren. Warum bis zur Pause mit Anpassungen im Playcalling in Offense und Defense warten? Andy Reid gestand sich hinterher selbst ein, dass er hätte schon nach dem ersten Viertel den ursprünglichen Plan über den Haufen werfen sollen. Das wäre Belichick nicht passiert.


Clock-Management am Ende. Altes Andy-Reid Problem: Die Chiefs gingen zwei Minuten vor Schluss zu schnell auf den TD, der die 28-24 Führung einbrachte. Sie ließen New England noch einmal Zeit zum Kontern – und die Patriots konterten mit einem TD ihrerseits gegen eine aus dem letzten Loch pfeifende Defense.

Man kann natürlich argumentieren, dass es zuerst wichtig ist, Punkte zu erzielen – und erst sekundär, wie und wann. Doch dann kannst du dich wieder zurücklehnen, dich gedanklich 7 Minuten vor Ende platzieren. Dir das ideale Szenario ausmalen, wie das Spiel bis zum Ende verläuft.

7:45 to go, KC 21, NE 17. Soll: Patriots scoren mit ca. 4:00 bis 3:30 vor Schluss um noch 2 Possessions zu erlauben (1x KC, 1x NE zum Gegenschlag). Ist: Patriots scoren mit 3:32 to go.

3:32 to go, KC 21, NE 24. Soll: Mit unter einer Minute auf der Uhr den TD scoren, oder mit weniger als 15 Sekunden auf der Uhr das Fieldgoal zur Overtime. Ist: Chiefs scoren mit 2:03 to go.

2:03 to go, KC 28, NE 24: Soll: Mit wenigen Sekunden auf der Uhr den TD für den Sieg zu scoren. Ist: Patriots scoren mit 0:39 to go.

0:39 to go, KC 28, NE 31: Soll: Überhaupt noch Punkte zu machen um die Overtime zu retten. Ist: FG glückt.

Fazit: Belichick spielte es *fast* perfekt. Der Katze liegt das Mausen im Blut – und so vermasselten es Andy Reids Chiefs in ihrem vorletzten Drive, weil sie zu schnell spielten. Mahomes ging zu aggressiv tief – was nicht nur fast in einer INT geendet wäre, sondern einen Spielzug später auch zu einem zu großen (sic!) Raumgewinn führte, der den Patriots zu viel Zeit zum Antworten ließ.

Natürlich schreiben sich solche Absätze vom Schreibtisch aus leicht und klingen erstmal nach Korinthenkackerei. Aber a) suchen wir nach Optimierungsmöglichkeiten für ein nächstes Mal und b) zeigte Belichick mal wieder, dass man es eben deutlich besser machen kann. Ja: Es ist möglich!


Der Wunderknabe

Mahomes: Doch loben wir, wo Lob angebracht ist. Es war längst kein perfektes Spiel der Chiefs und es war auch kein perfekter Abend für den jungen Mahomes, der lange mit dem QB-Pressure der Patriots zu kämpfen hatte und der mehr Plays als gewohnt verpasste.

Aber wie Mahomes die Chiefs aus tiefsten Tiefen wieder nach oben brachte – und mit welchen fantastischen Plays – verdient mehr als Respekt. Es verdient euphorische Lobeshymnen. Mahomes ist völlig zurecht der Spieler des Jahres. Er ist unvergleichlich. Ich war lange skeptisch (bis Woche 2 / 2018). Doch der Mann ist the real deal. Ich zähle schon jetzt die Tage bis zum Season-Opener 2019. Sensationellster Quarterback ever.

Rund um das Spiel

Overtime: Soll ich lügen und strahlend verkünden, weil geil ich die Overtime fand? Oder soll ich bekunden, dass mich das Ende von Patriots vs. Chiefs dann doch mit etwas flauem Magen hinterlässt?

Anyhow. Vor zwei Jahren konnte ich nach der Superbowl-Overtime auf Monate keine Minute Football mehr sehen, weil sie mich (NB: durchaus Sympathisant der Patriots) zerrüttet hinterließ. Sie fühlte sich falsch an. Es geht mir heute ähnlich. Die Aussicht, die nächsten 15 Jahre Mahomes spielen zu sehen, tröstet mich darüber hinweg.

Aber sollte die NFL nicht am Overtime-Modell schrauben? Zum Beispiel erneut ein Viertel weiterspielen lassen, in der Hoffnung auf eine Entscheidung bis dahin? Und bei erneutem Remis einfach Sudden-Death ab Minute 15:01?

Ist das bloß Hinauszögern des Unvermeidlichen um ein Viertel? Sollte die NFL schon nach Ende des vierten Viertels bei Gleichstand einfach weiterspielen, bis der nächste Score fällt?


Referees: Das NFC-Finale war schlimmer verpfiffen, aber auch bei Chiefs vs. Patriots gab es kritische Entscheidungen. Da war zum einen die recht harte Gangart der Chiefs-DBs, die erst im letzten Viertel erstmals für eine Defensive-Flagge sorgte.

Doch der auffälligere Call war ein anderer: Das Roughing-the-Passer gegen Brady. Ein horrender Call beim ersten Blick auf die Bilder. Aber auch eine Auswirkung des Juristen-Deutsch im Regelwerk und ein Beispiel für die Probleme, die ein Auslöschen des Handlungsspielraums für die Refs mit sich bringt. Mit der Prämisse des geschriebenen Worts in den Regelparagraphen ist der Roughing-Call so falsch nicht mehr.

So neben den Schuhen er sich auch anfühlt. Also: Wollen wir den Referees ihre Interpretation nehmen?


Tony Romo: Trotz Pats-OL, McDaniels und Mahomes der beste Mann des Abends. Romo sorgte hinter dem Mikrofon von CBS für ein Feuerwerk an Analyse. Es hätte kein Bild mehr gebraucht, Romo sah jeden Spielzug der Patriots im letzten Drive exakt voraus.

Warum wussten die Chiefs nicht, was kommen würde, wenn Romo es erkannte? Dass ein Romo im Alleingang jeden Spielzug in der Glaskugel erkennt, gäbe eigentlich Hoffnung: Es ist möglich, die Offense zu lesen. Werden die Chiefs auch daraus ihre Lehren ziehen?

Ach ja: Romo kommentiert die Superbowl. 2019 wird ein Jahr, in dem ich beim Original-Feed bleibe.

Die Abschlussbewertung

Ein persönliches Ranking der Footballspiele habe ich längst aufgegeben, weil es zu viele Kracher waren. Doch diese Partie ragt selbst in der bislang besten Saison, die ich in 16 Jahren gesehen habe, heraus. Ein All-Time Klassiker mit all seinen brillanten und weniger brillanten Momenten.

Wie es Steve Palazzolo schon schrieb: Auf 10 weitere Jahre Brady vs. Mahomes. Oder zumindest 10 weitere Jahre Mahomes. Doch für das Hier und Jetzt geht der Moment noch einmal Brady, der auf so andere Weise eine lebende Legende wurde.

14 Kommentare zu “Das AFC-Finale 2019 in der Nachbetrachtung

  1. Auch mal so zum Lerneffekt:
    Die Idee von Belichik gegen explosive Offenses die possesion Time des Gegners zu minimieren, zeigt ja nicht nur, dass Belichik für seine spiele auch auf strategischer Ebene arbeitet und nicht nur schaut, welche plays geil sind. Zum anderen ist das aber auch nichts neues- wie du schreibst 91 aber genauso auch die Superbowl gegen Atlanta.
    Das war doch zu erwarten- warum keine Reaktion?

  2. Es wird viel darüber geschrieben, wie weit Belichick seiner Zeit voraus ist, weil er schon jetzt wieder verstärkt auf Heavy-Personnel und mehr Running-Game setzt um dei ganzen Spread/11-Personnel Defenses zu kontern.

    Ich bin mir nicht sicher, ob die Lobeshymne genau dafür korrekt ist, schließlich ist das Patriots-Laufspiel zwar quantitativ stark präsent, aber qualitativ ist das Passspiel selbst mit einem physisch etwas abbauenden QB Brady noch immer um Längen effizienter. Anders: Belichick ist zu lauflastig.

    Wo die Lobeshymne zutrifft: Die Offense kann alles, ist wandelbar und kann sich von Woche zu Woche völlig verändern. Ich halte das für den wichtigeren, wieso New England mit seinen 5-6 Konstanten Belichick/Brady/McDaniels/Scarnecchia/Edelman/Gronkowski seit langer Zeit so erfolgreich ist.

    Man kann auch argumentieren, dass Belichick in Kansas City zumindest in Halbzeit 1 die „Underdog-Strategie“ angewandt hat: Lange Drives um dei Anzahl an Drives zu minimieren und Mahomes zu zwingen, fast immer zu punkten.

    Die Strategie war umso richtiger, wenn man sich den Erfolg von Mahomes in der zweiten Halbzeit ansieht.

    Die Strategie wird oft aber auch falsch gespielt, weil Coaches dann völlig ohne Verstand in die Mauer laufen lassen (um die Uhr zu melken) und in Wirklichkeit kürzere Drives spielen, weil sie viel schneller beendet sind.

    Die Patriots mit ihrer Kombination aus Lauf und Pass (siehe Snap-Verteilung Michel/White) sind noch nichtmal völlig unvorhersehbar. Trotzdem funktionierte es lange Zeit brillant. Warum, dafür müsste man sich gewiss das All-22 Tape genauer anschauen.

  3. „Romo sorgte hinter dem Mikrofon von CBS für ein Feuerwerk an Analyse“.
    Das war einfach fantastisch für mich als reiner Konsument einer derartigen sportlichen Show solche kompetenten Spielzug- ‚Vorhersagen‘ geliefert zu bekommen.
    Scheixx auf den dreimaligen Super Bowl- Sieger Troy Aikman und seinem Fox-Marktschreier daneben.
    Ansonsten großes Kompliment an die Brady Truppe, die als überzeugendes WinnigTeam auftraten, was mir im anderen Game ein wenig bei den Saints fehlte.
    Bin gespannt auf LA Rams Wade Phillips, er könnte sein Meisterstück abliefern gegen die Patriots, anders werden sie denen sonst nicht beikommen.

  4. Chiefs 31 Punkte in 47 Plays. Das ist fantastisch. Andy Reid muss sich fragen lassen, wieso die Offense nicht mehr am Feld stand. Unter der Voraussetzung kann man auch den Schrei nach 4th Down ausspielen nachvollziehen.

  5. Ich würde sagen vercoacht von Reid.
    Ich dachte die Pats hätten den Münzwürf gewonnen, weil sie den Ball zuerst hatten.
    Mahomes mit zu vielen Fehler in dem einzigen wirklich Drive in Hälfte, einmal überworfen und sich dann sacken lassen, also nur Punt statt FG. Beides lässt sich wohl auch mit seiner Unerfahrenheit erklären. Er lernt hoffentlich draus.
    Die Chiefs Defense hat was den Score angeht in Hälfte eins angeht, dass getan was sie tun muss. Nur 2TD und einer davon kurz vor der Pause und eine INT gegen Brady, sind besonders bei so viel Ballbesitz der Pats eigentlich mehr als man erwarten kann.
    Bringt einem ohne Support der Offense nichts. Ein Hälfte 2 lief beides besser.

    Der Muffed Punt Call war dann kein Faktor, da danach die INT kam. Wobei ich aus keinem einzelnen Winkel einen eindeutigen Gegenbeweis gesehen hab, daher dachte ich Call Stands. Reid hatte dann bei seiner Challenge Pech, dass er sie verloren hat.

    Danach macht Ford einen dummen Fehler, der die Pats im Spiel hält.
    Und die Chiefs scoren vor der 2 Minute Warnung, man gibt den Pats also 4 TO.
    War dann durch den Return letztlich egal, aber doch viel zu viel Zeit auf der Uhr.

    Overtime:
    Die Rams @ Saints OT hat sich besser angefühlt, da jedes Team einmal den Ball hatte.
    Hier hab ich mich jedesmal gefreut wenn die Pats bei 3&long waren und hab mich tierische für die unfähige Chiefs Defense aufregt, wenn Romo diese Plays auch richtige vorhergesehen hat, dann hat wohl der D# Coordinator vollständig versagt.
    Ein Spiel das mich genauso unbefriedigend zurücklässt, wie der Falcos vs Patriots SuperBowl und die Pats können wenig dafür.

    Historisches:
    Mir fällt nur ein Spieler mit mehr Endspielteilnahmen als Brady ein: Otto Graham (10 in 10 Jahren). Ewigkeiten her und teilweise vor der NFL, aber wie BB ein Teil der Geschichte der Browns. Wo würden die eigentlich ohne Umzug nach Baltimore und mit BB als HC stehen?

    SB:
    McVay der beste junge Coach in der NFL gegen den Altmeister BB.
    Beide sind ohne Frage gute Coaches, deren Teams nicht unbedingt eine eigene Identität haben. Hat man bei dem Spiel gegen Dallas gesehen. Für mich steht die Antwort hier nicht an der Seitenline, sowohl BB/McDaniels/Brian Flores, als auch McVay/Phillips wissen was sie tun.
    Die Person von der die Partie abhängt steht bei den Rams und trägt die Nummer 16 QB Goff.

  6. @Klappflügel
    haben die patriots etwa keine eigene Identität ok die rams sind umzugs Meister aber doch nicht die patriots.

  7. @camnewton
    korsakoff hat über die Jahre oft genug geschrieben wie oft sich die Pats Offense über die Jahre gewandelt hat und auch von Spiel zu Spiel, letzteres erst gerade hier in den Kommentaren.
    Die einzige Identität der Patriots ist „Wir wollen Gewinnen“.

  8. ach so das kann aber keine schlechte Identität sein,alle wollen gewinnen die patriots ziehen es am ende einfach konsequenter durch als die anderen.

  9. Pingback: Die wichtigsten Momente im NFC-Finale 2019 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  10. @Korsakoff
    Erstmal vielen Dank für die Analysen, einfach genial, um ein Spiel bzw. Football im gesamten genauer zu verstehen.
    „Ach ja – und Andy Reid warf damit 7% Siegwahrscheinlichkeit einfach über Bord. Du kannst mir tausendmal erzählen, dass es „psychologische Momente“ gibt, die den Glauben im Team befeuern und dass du deshalb nicht ausspielen darfst. Doch das Beste für die Moral bleibt zu gewinnen.“ Hätte aber dann doch die Frage, wie viel Gewinnchance Andy Reid verliert, wenn das 4th Down hier gestoppt wird? Der Punt ist da vielleicht ein kalkulierter Verlust im Vergleich zum Turnover on Downs, der den Patriots dann die nächste (sehr gute) Scoring-Chance gibt? Oder denke ich da zu kurz?

  11. @IB

    Natürlich ist die Angst vor dem Verlieren der Hauptgrund dafür, solche „Wagnisse“ nicht einzugehen.

    Doch die Zahlen sagen was anderes. Sie sagen: 4th&short = Ausspielen (morgen dazu mehr). Das kann natürlich schiefgehen und sogar ein bestimmtes Spiel kosten. Doch auf lange Sicht ist es richtig und wird dir mehr Siege bringen als kosten.

    Deutlicher: Es ist das größere Wagnis, nicht auszuspielen, weil man damit 7% Siegchance einfach verschenkt.

    Noch dazu gegen Belichick, dessen Track-Record im Crunch-Time Management fantastisch ist. Du möchtest das Spiel idealerweise vorher entschieden haben und nicht auf die letzten Minuten ankommen lassen. Dieses Spiel war mal wieder ein Beleg dafür.

    Das ist das Problem an Andy Reids Entscheidung.

    Doch ich verstehe auch, warum sich so wenige trauen:

    1) Macht der Gewohnheit.

    2) Antrainiertes Misstrauen gegen „die Zahlen“.

    3) Fan-/Medienschelte bei Niederlage durch einen unkonventionellen/“aggressiven“ Call, keine Medienschelte bei Niederlage durch einen konventionellen Call, kein Lob bei Sieg durch einen unkonventionellen/“aggressiven“ Call

  12. „Hat Brady im Augenwinkel gesehen, dass Ford im Abseits stand und Rodgers-like einen Risikopass geworfen“. Wenn er es gesehen hätte, hätte er den Pass auf einen seiner tiefen Receiver gespielt und nicht auf Gronkowski der zurück an die Line of Scrimmage lief (3.&10). Insgesamt war Brady schlecht drauf, viel ungenaues trotz sehr guter O-Line und 2.5 Interceptions.

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