Freitagsvorschauer – Woche 1

Quick and dirty: Preview auf heute Nacht im College Football.


Disclaimer: Die meisten Spiele sind nicht im ESPN-Player zu sehen. Zum Beispiel…

#18 Michigan State – Tulsa (1h). Die Monster-Defense der Spartans gegen die Achterbahn-Mannschaft der Tulsa Golden Hurricane. Michigan State ist einer der gefährlichen Big-Ten Außenseiter. Tulsa ist unter Headcoach Philip Montgomery ein Team, von dem man nie weiß was man bekommen wird: Mal ist man super wie vor drei Jahren, doch dann folgen wieder Abstürze wie letztes Jahr auf 3-9.

UMass – Rutgers (1h15). Zwei Nachzügler. Vor allem Rutgers war in den letzten Jahren das Gespött der Big Ten Conference.

Nevada – Purdue (3h30). Nevada empfängt Purdue, das mit seiner entzückenden Offense ins dritte Jahr vom hoch gehandelten Headcoach Jeff Brohm geht. Vor allem Purdue-Playmaker Rondale Moore gilt als Geheimtipp. Der Kollege Jan Weckwerth kann sich beim Gedanken an diesen Mann (Buben?) gar nicht mehr einkriegen:

Der Satz „könnte bei jedem Play einen TD machen“ wird viel zu häufig verwendet, aber hier passt er. Es gibt schlicht keinen Vergleich für diesen Spieler: Sehr klein (5’9, 180), Weltklasse-Speed, Weltklasse-Quickness mit den absurdesten Moves, die man aktuell im College Football sehen kann. Was ihn dann wirklich abhebt, ist seine unfassbare Power für so einen kleinen Körper. Moore hat eine core strength, die es ihm erlaubt, auch durch Tackles durchzulaufen. Ein absolutes Naturphänomen.

Quelle: Big Ten West Preview / 2019

Highlights von Rondale Moore, der erst in seine zweite College-Saison geht, kann man bei Youtube anschauen.

Oregon State – Oklahoma State (4h30). Das offensivgewaltige Oklahoma State fährt nach Corvallis, wo die in den letzten Jahren so desaströsen Beavers versuchen müssen, den Damm zumindest so gut zu bauen, dass es keine 70 Punkte hagelt.


Dafür hat der ESPN-Player zwei andere spannende Partien – beide aus NFL-Stadien:

USF Bulls – #19 Wisconsin Badgers (1h) in Tampa. Die Bulls sind in Jahr 3 von Charlie Strong und noch auf der Suche nach einer Identität. Sie waren einer der besseren Mid-Majors in den letzten Jahren, doch wirklich der Durchbruch ist Strong nach seinem missglückten Intermezzo in Texas noch nicht gelungen.

Wisconsin kommt von einer total enttäuschenden Saison 2018, als man als Big-Ten Mitfavorit gestartet letztlich im Mittelfeld landete. Nun muss sich die Defense konsolidieren. In der Offense ist QB Hornibrook weg und man besinnt sich wieder auf die altbekannten Stärken: Offensive Line, Offensive Line, Offensive Line, Offensive Line, Offensive Line und RB Jonathan Taylor. Wer die Namen in der Badgers-O Line schon für künftige NFL-Drafts lernen will:

LT Cole Van Lanen
LG Jason Erdmann
C Tyler Biadasz (hier im Down-Set-Talk Podcast angepriesen)
RG Kayden Lyles
RT Logan Bruss


Colorado Buffalos – Colorado State Rams (4h). Das „Rocky Mountains Showdown“ Derby in Denver. Meine Euphorie ist angesichts des Spielorts im seelenlosen NFL-Stadion in Denver allerdings einigermaßen gebremst. Colorado hätte auf seinem Heimat-Campus in Boulder mit das hübscheste Ambiente im kompletten College Football zu bieten – doch man spielt in der größeren Arena in Denver.

Sportlich sind beide Teams auf Wiedergutmachungstour nach vermurkster 2018-Saison. Colorado State war 3-9. Ihr Headcoach Mike Bobo geht mittlerweile auch schon ins fünfste Jahr und gerät langsam unter Druck. Seit Bobo von der University of Georgia rüberwechselte, hat er nur 24 Siege in 51 Spielen geholt.

Auch Colorado hat nun einen ex-Georgia Assistenten als Coach: Mel Tucker. Er soll den Buffs wieder physischere Spielweise einimpfen. Physisch hin oder her: Interessant aus Draft-Sicht ist vor allem der der WR mit dem fantastischen Namen Lavishka Shenault, der als angehender 1st Rounder gehandelt wird.

Shenault ist zumindest Stand Ende 2018 kein „deep threat“, sondern vielmehr der Typ Mittelding zwischen Runningback und Wide Receiver. Seine Snaps teilten sich letztes Jahr fast 50/50 zwischen Slot und außen auf – wobei er in nur 35 von 108 Targets tiefer als 10 Yards angespielt wurde. Dafür machte er relativ viele Contested Catches und Yards nach dem Catch durch Broken-Tackles.

Er scheint ein physischer Bolzen zu sein, der sich zumindest bis jetzt nicht klar in eine der klassischen WR-Rollen einteilen lässt, sondern mehr in die „offensive weapon“-Kategorie fällt. PFF schreibt in seinem Draft-Preview, Shenault wäre auch ein prädestinierter Runningback, sollte er sich gegen alle Logik für diese niedrig bezahlte NFL-Position entscheiden.


Worauf ich auch noch einmal hinweisen möchte: Morgen Früh 6h55 gibt es auf ARTE noch einmal die Wiederholung der Doku „Colin Kaepernick – An American Hero“, die schon in den letzten zwei Wochen mehrfach ausgestrahlt wurde. Die Sendung ist auch in der ARTE-Mediathek abrufbar.

Die Sendung zeigt noch einmal ganz gut den Weg, den Kaepernicks Knie-Protest gegen die Rassendiskriminierung machte und wie er von Politikern wie Trump missbraucht wurde. Zu Wort kommen u.a. auch ehemalige Kaepernick-Weggefährten wie sein College-Coach Chris Ault oder der ehemalige Soldat und NFL-Profi Nate Boyer. Nur Kaepernick selbst schweigt.

Die Sendung wie am 11.09. und 29.09. noch zweimal wiederholt.

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