NFL Draft 2016 – Rede und Antwort | Linebacker

Die Scouting-Phase biegt in Kürze auf die Zielgerade (auch „April“ genannt) ein. Christian Schimmel beantwortet dabei eine weitere Serie an Fragen, heute zu den Linebackers, zu denen bei Der Draft auch schon der entsprechende Draftcast veröffentlicht wurde.


Die beiden vermeintlich besten Prospects, Notre Dames Jaylon Smith und Myles Jack von UCLA, kommen mit mehr oder weniger ernsthaften Verletzungsfragezeichen des Weges. Inwieweit stellt das im Scouting eine „Red Flag“ dar?

Bei Jack scheint es nicht ganz so schlimm zu sein. Er hatte zwar im Laufe seiner College-Karriere immer wieder Probleme, aber die scheinen überwunden. Er konnte beim Pro Day von UCLA schon fast alles machen, auch wenn er keine Zeit über 40 Yards gelaufen ist.

Die Verletzung von Smith wiegt schwerer. Zum Glück waren seine Nerven, wie zunächst befürchtet, nicht beschädigt. Dennoch kamen Vergleiche zu Running Back Marcus Lattimore auf. Lattimore war ein extrem talentierter Running Back von South Carolina der im Draft 2012 in der vierten Runde von San Francisco gedrafted wurde und leider nicht einen einzigen Snap in der NFL absolvierte. Immerhin hat Smith bisher keine große Verletzungshistorie, bis eben jener.


Klammern wir die Verletzung von Jaylon Smith aus. Wie hoch würde Smith vom Tablett gehen, wenn wir allein sein Tape als Bewertung zugrunde legen?

Sehr wahrscheinlich Top 10, möglicherweise sogar in den Top 5. Ich habe in den letzten Jahren selten einen so überragenden Prospect auf der Position gesehen. Er hat Instinkte wie ein C.J. Mosley, ist dazu aber athletischer und eben auch in Pass Coverage zu gebrauchen. Sollte er völlig fit werden, wird er einen Impact in der NFL haben.


Was macht Myles Jack zu einem so begehrten Prospect, dass einige von einem Top-Ten Draftpick sprechen?

Ich habe wohl noch keinen Inside Linebacker gesehen, der so gut in Pass Coverage ist wie Jack. Er ist ein allein dadurch extrem wertvoll. Auch seine Beweglichkeit und seine Instinkte sind gut, wobei letztere nicht auf dem absoluten Top Level sind. Jack ist trotz allem, wie jeder Spieler, ein Versprechen, aber eben noch keine Garantie. Dennoch macht ihn die Kombination aus seinen Fähigkeiten zu seinem extrem guten Prospect.


Der auffälligste Linebacker am College war Arizona States Scooby Wright III mit seinen Zillionen Tackles. Warum gilt er mit Blick auf die NFL trotzdem nur als Prospect für die mittleren bis späten Runden im Draft?

Leider auch aus unserer Sicht nur ein sehr guter College-Spieler und eben kein herausragender Prospect. Zum einen hatte auch Wright in seinem Junior-Jahr mit Verletzungen zu kämpfen. Er ist mit 6’0“ dazu etwas undersized. Er ist sicher ein agiler Spieler, der auch gut Lücken findet, um das Tackle zu machen.

Er war ein produktiver Spieler und dennoch scheinen seine Instinkte nicht immer zu funktionieren. Wright ist gerne mal schlecht positioniert. Dazu kommt, dass die Winkel mit den er auf die Ballträger zuläuft nicht immer glücklich sind, dadurch verpasst er zu viele Tackles.

In Pass Coverage hat man ihn fast ausschließlich in Zone Coverage gesehen und seine Fähigkeiten sind dahingehend schwer zu beurteilen. Abschließend hat die durchschnittliche Combine meinen Eindruck zu seiner Athletik bestätigt. Ich habe ihn Ende der dritten Runde auf dem Board sitzen und denke, dass er trotz der angesprochenen Defizite eine Chance in der NFL hat.

6 thoughts on “NFL Draft 2016 – Rede und Antwort | Linebacker

  1. Wie seht ihr Reggie Ragland? Er wird von vielen mitte bin ende der ersteb runde gesehen, aber für mich ist er in der pass coverage einfach zu schwach. Ich meine sogar, dass er bei alabama in einigen offensichtlichen passing situations vom Feld genommen wurde

  2. Ich bin ein großer Fan von ihm, aber die Pass Coverage ist definitiv ein kleines Fragezeichen. Ich denke, das er das kann. Seine INstinkte sprechen für sich und sind meiner Meinung nach besser als bei einem Darron Lee (der dafür der klar bessere Athlet ist). Mitte erste Runde wohl nach meinen Rankings, denke das er real in den 20ern weg gehen wird.

  3. Ab wann würdet ihr denn einen Jaylon Smith ziehen?
    Man weiß ja im Moment gar nicht was man von der Verletzung halten soll. Er selbst sagte erst kürzlich, dass alles wieder wie vorher wird, aber beim Combine waren wohl einige unabhängige Ärzte eher skeptisch. Falls er jedoch wieder komplett fit wird (selbst wenn es erst in einem Jahr so weit sein sollte), ist er halt ein absolutes Mega-Talent.

  4. Schwierig bis unmöglich zu beantworten.

    Meine grundsätzliche Denke ist folgende:
    – Was Smith sagt oder nicht, ist irrelevant.
    – Wenn meine Ärzte zum Schluss kommen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine vollständige Genesung sehr hoch ist, ziehe ich einen 1st Rounder (v.a. als ein Team, das sich im Zweifelsfall ein Redshirt Jahr erlauben könnte).
    – Wenn meine Ärzte gespalten sind: Keine 1te Runde.
    – Wenn meine Ärzte skeptisch sind: UDFA.

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