Frischblut: Fluch oder Segen?

Im SPOX-Panel zur anstehenden NFL-Saison war meine Antwort zur Frage „Am meisten gespannt bin ich…“ das Thema Qualität der NFL-Spiele. Wie der Zufall es will, hat das neue Webportal von Bill Simmons und HBO, The Ringer, just in diesen Tagen einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht, der unter anderem dieses Thema tangiert: The NFL has an Age Problem.

Im Prinzip argumentiert der Autor, dass mit den neu designten Gehaltsstrukturen für Rookies im CBA von 2011 frischer Wind in der Kaderpolitik der NFL-Mannschaften Einzug gehalten hat. In Kurzfassung: Aufgrund der billigen Rookieverträge sind junge Spieler die heißeste Ware der gegenwärtigen NFL. Die Kader werden also immer jünger.

Immer jünger heißt auch: Immer ungeschliffener. Sprich das Spiel am Feld wird immer fehleranfälliger. Die Taktik der Teams ist folgende: So viele Jungspunde wie möglich so schnell wie möglich zu entwickeln um dann den besten Spielern auf den Premium-Positionen die teuren „zweiten Verträge“ zu geben: Quarterback, Offense Tackle, Playmaker Offense, Edge Rusher, Cornerback, Playmaker Defense.

Das bedeutet für Rookies: Sie werden schnell aufs Feld gestellt und es werden schnelle Resultate geliefert. Da aber durch die vielen Underclassmen, die aus den Colleges in die NFL gehen (zuletzt jedes Jahr über 100), immer unfertigere Talente in die Liga geschickt werden, bräuchten sie dort eigentlich eher drei als zwei Jahre Entwicklungszeit.

Um den Kreis zu schließen: Neues CBA, neue Kaderpolitik, immer jüngere Spieler, immer weniger Erfahrung, immer mehr Fehler, also weiterhin Gefahr von mittelmäßigen bis richtig schlechten Footballspielen vor allem in der frühen Saisonphase (auch wenn Woche 1 überwiegend starken Football zeigte).

Dem könnte man natürlich gegenüber stellen, dass eine Bewegung hin Richtung mehr Jugend ein Anzeichen dafür ist, dass die Liga einen Qualitätssprung durchmacht: Wenn bereits Jungspunde arrivierte Stars verdrängen, ist es meistens ein Zeichen dafür, dass eine Liga insgesamt stärker wird. Wäre dem nicht so, würde die aktuell sich auf dem Zenit befindende Spielergeneration ihren Level länger durchhalten – und hätten die jungen Spieler größere Schwierigkeiten, sich in der Liga einzuleben.

Auch wenn ich persönlich die Sicht von Kenny Clark teile: Das neue CBA und die damit verbundenen Cap-Strukturen sind der wichtigste Treiber. Daher empfehle ich, den ganzen Artikel vom Ringer zu lesen. Er ist wirklich erhellend.

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