College Football 2017 Preview: Pac-12 Conference

Die Pac-12 Conference galt jahrelang als Kronprinzessin unter den großen College-Football Ligen, stand mehrmals kurz davor, die mächtige SEC vom Thron der Big-Cows zu stoßen, wurde in den letzten ein, zwei Jahren aber etwas zurechtgestutzt.

Aber immerhin: Die Conference, die einige Jahre lang darunter litt, dass sie zwar auf hohem Niveau ausgeglichen spielt, aber kein absolutes Spitzenteam ins Landesmeisterschaftsfinale schicken konnte, hat mit den Washington Huskies und USC Trojans nun wieder zwei titelwürdige Mannschaften im Rennen um den goldenen Pokal.

North Division

  • Washington Huskies (SRS 20.0 | #3)
  • Stanford Cardinal (SRS 12.5 | #13)
  • Washington State Cougars (SRS 9.0 | #23)
  • Cal Golden Bears (SRS 2.4 | #59)
  • Oregon State Beavers (SRS #63)
  • Oregon Ducks (SRS 0.7 | #69)

Man sollte sich nicht täuschen lassen von der klaren Demontage im Halbfinale gegen Alabama (schmeichelhafte 7-24 Pleite): Die Washington Huskies spielten letztes Jahr eine erstklassige Saison – und das im „Jahr davor“. Schließlich sollte eigentlich der Herbst 2017 (*pling*) derjenige werden, in dem alle Steine für die Jungs von Chris Petersen richtig fallen.

Im Vergleich zu 2016 sind den Huskies mehrere Klasse-Defensive Backs plus WR-Playmaker John Ross (1te Runde Draft) verloren gegangen, aber der Rest der Mannschaft ist extrem erfahren.

QB Jake Browning ist einer der besten Quarterbacks im Lande, sein Counterpart RB Myles Gaskin ist die ideale Ergänzung. Die Offense ist völlig ausbalanciert und in ihren Tendenzen kaum zu lesen. Das eine große Problem: Sie war schon letztes Jahr zu wenig explosiv um gegen die Top-Defenses wie USC oder Alabama nach Belieben zu punkten. Und jetzt ist der Supersprinter Ross weg.

Die Huskies-Defense gehörte ebenso zu den besten im Lande. Stärke letztes Jahr war die grandiose Secondary, doch just hier müssen fast alle Starter ersetzt werden. Dafür gilt heuer die Front-Seven vor allem dank der unglaublichen Linebacker als Stärke.

Washington hat einen Vorteil: USC steht in der Regular Season nicht auf dem Spielplan. Die größte Hürde ist das Auswärtsspiel bei Stanford. Und jenes Stanford ist neben Oregon der vermeintlich größte Stolperstein auf dem Weg ins Pac-12 Finale.


Stanford dürfte die Rolle des brandgefährlichen Außenseiters spielen: Letztes Jahr flog man nach anfänglichen Offense-Problemen unterm Radar, aber genau dort hat sich klammheimlich in QB Keller Chryst ein neuer Spielmacher gefunden, der möglicherweise am höchsten veranlagte Stanford-QB seit Andrew Luck.

Auch heuer wird Stanford in den meisten Preseason-Polls etwas übersehen, was vermutlich am Abgang der beiden Superstars, RB McCaffrey und DT Solomon Thomas (beide Top-10 Draftpicks) liegt. Die Abgänge schmerzen natürlich. Auf der anderen Seite: Es sind die einzigen Abgänge, die Stanford verschmerzen muss. Die restliche Mannschaft bleibt zusammen, vermutlich über 2017 hinaus – und so hat der von mir hoch geschätzte Head Coach David Shaw jetzt möglicherweise ein Fenster von zwei Jahren um in der Pac-12 wieder die Krone zu holen.


Die Dritten im Bunde sind die Oregon Ducks, die nach der 4-8 Bauchlandung von letztem Jahr den Schlussstrich unter die Ära Chip Kelly/Mark Helfrich gezogen und sich mit Offensiv-Guru Willie Taggert von USF einen neuen Headcoach gegriffen haben. Viel wichtiger als Taggert dürfte aber die Bestellung von DefCoord Jim Leavitt sein, denn Oregons Kollaps war vor allem auf die katastrophale Defense zurückzuführen: Fast 42 Punkte und über 520 Yards im Schnitt pro Spiel kassiert – kein Wunder, dass nur vier Siege heraussprangen!

Natürlich muss auch Taggert Leistung zeigen, denn Oregon machte erstmals seit fast einem Jahrzehnt weniger als 40 Punkte/Spiel. Trotzdem: Die Kernphilosophie des schnellen Spiels ist noch da, und mit RB Royce Freeman spielt auch noch ein Überbleibsel der letzten glorreichen Oregon-Teams mit. Weil Oregon sowohl bei Stanford als auch bei Washington auswärts antreten muss, sollte ein Eingreifen in den North-Titelkampf eher ausgeschlossen sein, aber es wäre eine große Enttäuschung, wenn Oregon nicht zumindest wieder um die 8-9 Siege einfährt.

South Division

  • USC Trojans (SRS 17.3 | #6)
  • Colorado Buffaloes (SRS 12.2 | #14)
  • Utah Utes (SRS 8.7 | #29)
  • UCLA Bruins (SRS 2.6 | #57)
  • Arizona State Sun Devils (SRS -2.6 | #82)
  • Arizona Wildcats (SRS -4.6 |#90)

Alle sind sich einige: Der Süden gehört den USC Trojans. USC erlebte letztes Jahr sein Comeback auf der Bühne der Großen, schloss das Jahr mit 10-3 Siegen und Rose-Bowl Titel ab und geht mit einem 9 Spiele währenden Sieges-Streak ins neue Jahr.

Superstar ist der Strahlemann QB Sam Darnold, in der Tradition von Schönlingen wie Matt Leinart oder Mark Sanchez bestens für Vermarktungszwecke geeigneter Mann. Darnold wird eine große Zukunft vorhergesagt. Er gilt nicht nur als einer der Favoriten auf die Heisman-Trophy, sondern wird von einigen schon zum Top-Pick im Draft 2018 hochgejazzt.

Darnold wird einen ausgewogenen und sehr effizienten Pass-Angriff anführen. Er wird hinter einer massigen Offense Line selten in Bedrängnis kommen und große Zahlen liefern. Alles andere wäre eine Enttäuschung für Chad Heltons Jungs.

Komplimentiert von einer optisch unauffälligen, aber auf dem Stat-Sheet extrem effizienten Defense dürfte USC im Süden der Pac-12 unangetastet bleiben – zumindest wenn die Saison nach Skript läuft.


Colorado, der anderen großen positiven Erscheinung von 2016, traut niemand so recht zu, den qualitativen Level halten zu können. Utah ist seit Jahren bei aller Solidität kein Team, das seine Stärke ein komplettes Jahr lang ausspielen kann. Die beiden Arizona-Unis werden aktuell nach dem Crash von 2016 umgebaut und dürften bestenfalls Nadelstiche setzen können.

Bleibt der USC-Stadtrivale, die UCLA Bruins. Dort gilt Head Coach Jim Mora jr. als angeknackst, aber das kriegt dieser Tage kaum jemand mit, weil sich QB Josh Rosen in einem Interview um Kopf und Kragen geredet hat und schonungslos offen legte, was sich keiner seiner Artgenossen auszusprechen getraut: Der Student Athlete ist tot. Entweder du konzentrierst dich auf Football oder auf das Studium, aber beides geht nicht. Dass viele Unis ihre akademischen Standards über Bord werfen um im Football erfolgreich zu sein, spricht eigentlich Bände dafür, dass das ganze System neben den Schuhen ist.

So wahr Rosens Worte sein mögen, sie haben Staub aufgewirbelt. Rosen ist kein völliger Unbekannter. Er gilt noch immer als sehr guter Prospect für die NFL und es würde Stand heute niemanden überraschen, wenn er in der 1ten Runde vom Tablett geht. Aber dass just so jemand es wagt, Football nicht als seinen Lebensinhalt #1 zu klassifizieren und, noch schlimmer, eine festgefahrene Meinung anzweifelt, wird nicht gern gesehen – und hat gerade in Los Angeles für einige Unruhe gesorgt. Fazit: Rosen spielt nun unter Beobachtung. Kann er liefern?

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