Recap – Wildcard Weekend 2016/17

Spoiler nach dem Sprung.


Vier Blowouts am Wildcard Weekend. Das letzte Spiel am Sonntagabend gewinnen die Green Bay Packers 38-13 gegen die New York Giants – trotz eines schlechten Starts, in dem die Packers-Offense eineinhalb Viertel lang von New York dominiert wurde.

Dann aber legt QB Aaron Rodgers los. Mein Eindruck ist, dass Rodgers eine immer extremere Version seiner selbst wird. Sein Verzögern der Würfe hat er gegen New York auf die Spitze getrieben mit sensationell langen Scrambles in der Pocket. So lange ist selbst McNabb in seinen besten Zeiten nicht auf der Suche nach seinen Receivern gewesen.

Und Rodgers findet seine Receiver. Es war nicht nur die einmal mehr famose Hail Mary. Es war eine Myriade an Plays. Ich weiß nicht, ob die letzten 32 Minuten der beste Rodgers aller Zeiten waren, aber es war auf alle Fälle eine seiner markantesten Vorstellungen. Mehr Rodgers geht nicht.

New York machte aus einer eigentlich überlegen geführten ersten Halbzeit zu wenig: Nur 6 Punkte. Es lief in etwa so wie 2007, als die Giants auch komplett dominierten, aber nur zwei Fieldgoals machten. Dann läuft Donald Driver zu einem TD das Feld runter und stellt auf 7-6. Damals blieben die Giants bis zum Ende die bessere Mannschaft. Diesmal läuft Davante Adams das Feld runter und fängt den langen Ball. Dann findet Rodgers zu sich und die Giants fallen auseinander.

Die Giants hatten häufig schlechte Feldposition. Das ist zum Teil etwas Pech. Aber es war auch Unvermögen dabei. Die Große Klappe mit zwei Drops, die in einem großen Spiel als einzige echte Offense-Waffe nicht passieren dürfen. Bobby Rainey, der mit einem hirnlosen Kickoff-Return 37 Yards an Feldposition verschenkt. Der Fumble, den erst keiner bemerkte und dann die Packers aufnehmen… auch scheiße gelaufen: Wie oft rennen die Spieler Sekunden nach dem Spielzug-Abpfiff noch zu einem kullernden Ball und laufen damit in die Gegenrichtung? Diesmal gab es Grund, und keiner merkte es. Aber: Es passiert den Besten. Zuletzt gesehen 2011/12 im Viertelfinale Ravens vs Steelers.

Next Up: @Dallas. Vor zwei Jahren hatten wir das Dez-Bryant-Spiel, allerdings in Green Bay. Jetzt die Revanche.

Bereits in der Samstagnacht: Seattle zertrümmert Detroit 26-6. Detroit in allen Phasen die unterlegene Mannschaft, obwohl es Lichtblicke gab. Aber einige kritische Drops in der Offense. Zu wenig Passrush in der Defense. Dass gleich mehrere 50/50 Plays zu Gunsten der Seahawks ausgingen, verstärke letztlich nur den Eindruck, dass die Detroit Lions tendenziell nicht auf Augenhöhe mit dem Gegner waren.

Seattle ist vermeintlich die beste verbleibende NFC-Defense. Ich bin gespannt, was die Seahawks noch so alles aufstellen. Next Up: @Atlanta. Vor vier Jahren hatten wie ein grandioses Spiel auf gleichem Boden, mit furiosem Seahawks-Comeback und Falcons-Gegenschlag in allerletzter Sekunde. Wenn die Partie nur halb die Klasse von damals erreicht, hat das Divisional-Wochenende den Unterhaltungsfaktor des Wildcard-Wochenendes zur Halbzeit des ersten Spiels übertroffen.

Divisionals:

  • Sa 22h35: Atlanta Falcons – Seattle Seahawks (FOX)
  • Sa/So 02h15: New England Patriots – Houston Texans (NBC)
  • So 19h: Kansas City Chiefs – Pittsburgh Steelers (CBS)
  • So 22h35: Dallas Cowboys – Green Bay Packers (FOX)

Ich rate, die Samstagnacht zu ausreichendem Schlaf für Sonntag zu nutzen. New England wird Houston an die Wand spielen. Die anderen drei Partien sind großartige Ansetzungen für ein hoffentlich starkes Footballwochenende.

11 thoughts on “Recap – Wildcard Weekend 2016/17

  1. Was sagst du zu McCarthys Entscheidung 4th down an der eigenen 40 auszuspielen?
    Ich persönlich fands extrem gut. Auch wenn dadurch erst der Giants TD ermöglicht wurde.
    Gibt es ein Ranking bzw Wahrscheinlichkeiten für die nächsten spiele?

  2. Ja eigentlich kann Houston gar nicht gewinnen und man kann das Spiel beruhigt auslassen, aber wenn es doch klappt, ärgert man sich ewig, dass man es nicht gesehen hat. Schwierig ….

  3. @Denis: die Entscheidung per se den 4. auszuspielen habe ich auch gut gefunden weil ich der GB-D# nachwievor nicht traue.
    Das Playcalling mit einem Lauf durch die Mitte fand ich schwachsinnig, weil es schon vorher nicht geklappt hatte.

  4. Hoffen wir, dass bei den Seahawks der Schein nicht trügt, weil sie gegen ein schwächelndes und geschwächtes Detroit gespielt haben. Zum Ende der Regular Season hin war in der Defensive der Ausfall von Earl Thomas deutlich spürbar. Und in der Offensive ging gegen Detroit effektiv auch lange nichts. Atlanta bestraft das im Normalfall.

    Unter Pete Carroll hat Seattle in allen drei Auswärtsspielen der Divisonal Round bis nach der Halbzeitpause keine Punkte erzielt und gleichzeitig insgesamt 72 Punkte gegen sich kassiert. Wenn das nicht wieder passiert, ist am Samstag gegen die Falcons alles drin.

  5. @korsakoff … Habe natürlich die Detroit Lions auch auf den sozialen Netzwerken gelinde, um mit allen Informationen zum Team abgedeckt zu werden. Wöchentlich gibt es dann eine Pressekonferenz, welche ich mir per Lifestream reinziehe. Vor der gestrigen Konferenz, schrieben dann viele Einheimische unter den Stream, dass HC Jim Cardwell entlassen werden muss und er an der Niederlage in Seattle Schuld war. Wie stehst du dazu?

    Ich finde, dass die Lions froh sein können, es dieses Jahr überhaupt in die Playoffs geschafft zu haben und das der HC seit seinem Amtsantritt einen guten Job macht. Besonders hat mit zum Beispiel gefallen, dass wir einen vierten Versuch in der ersten HZ, beim Stand von 0:0 ausgespielt haben (auch wenn es nicht erfolgreich war). Das zeigt Mut und den Willen, das Ding gewinnen zu wollen.

    Also die Frage an dich, wie stehst du zu Jim Cardwell? Ich sage, dass er das bestmögliche aus der ihm zur Verfügung stehenden Truppe gemacht hat.

    Grüße Zillasch

  6. Mir hat in dem Fall das Ausspielen des 4. Versuchs nicht so gefallen. Mit einer Führung und zu dem Zeitpunkt sah ich keinen Grund, diese Feldposition für den Gegner zu riskieren, der bis dahin in der O mit dem Zählbaren Schwierigkeiten hatte.

    Gegen die zwei superkurzen Fieldgoals vor zwei Jahren…die fand ich doof.

  7. Fourth Down fand ich gut. Logisch wäre gewesen zu punten. Aber emotional ist es ein Supersignal ans Team. „Nobody comes in this house without paying a price.“

  8. Also die Frage an dich, wie stehst du zu Jim Cardwell? Ich sage, dass er das bestmögliche aus der ihm zur Verfügung stehenden Truppe gemacht hat.

    Lassen wir mal die Ergebnisse sprechen: Zweimal Playoffs in drei Jahren nachdem Detroit zuvor in 15 Jahren einmal in den Playoffs war.

    2014: Pythagorean 9.2 Siege, Record 11-5
    2015: Pythagorean 7.0 Siege, Record 7-9
    2016: Pythagorean 7.7 Siege, Record 9-7

    Caldwell hat mit Detroit die Pythagoreische Erwartung um 3.1 Siege geschlagen. Die 9-7 Bilanz dieses Jahr fühlt sich nicht „valide“ an, aber Detroit hat in den letzten beiden Jahren seine jeweils prägenden Spieler in Offense (Johnson) und Defense (Suh) verloren. Trotzdem sind die Ergebnisse besser als unter dem Vorgänger Jim Schwartz. Ja, ich wäre von einem 5-11 oder 6-10 dieses Jahr nicht schockiert gewesen.

    Die Detroit Lions begehen keine sinnlosen Böcke mehr. Sie spielen den Football, mit dem sie das meiste aus dem Leistungsvermögen herausholen. Der Kader ist potenziell einer der schwächsten der Liga.

    Ich bin mir ob der Coachig-Qualitäten von Jim Caldwell nicht wirklich im Klaren, vielleicht weil er rein von dem, was die Mannschaft am Spielfeld zeigt, keinen unverwechselbaren Football spielen lässt. Aber die Lions haben IMHO aus ihrem Potenzial zumindest dieses Jahr das Maximum herausgeholt, was für den Coach spricht.

    2014 hätte man mit ein klein wenig Glück das Viertelfinale erreichen können. 2015 hätte der Laden nach dem komplett missratenen Start auseinanderfliegen können, aber Detroit hat 6 der 8 letzten Spielen gewonnen und wieder zu sich gefunden.

    Caldwell hat einen sehr guten Move auf DefCoord mit der Einstellung von DC Teryl Austin gemacht – auch wenn die Effizienz 2016 mau war. Aber das ist eine komplette No-Name Defense, nachdem mit Ansah, Levy und Slay die drei besten Spieler ständig verletzt waren.

    Auf OffCoord hatte Caldwell eine unglückliche Einstellung in Joe Lombardi. Er hat sie gerade noch rechtzeiti korrigiert und in Cooter einen offensichtlich guten Griff gemacht, der Matt Stafford gezähmt hat. Ausblick in der Offense: Gut.

    Ich denke nach wie vor, dass GM Bob Quinn insgeheim einen Weg sucht um Caldwell ersetzen zu können, aber ich finde, Caldwell hat sich definitiv eine Chance auf ein viertes Jahr verdient. Ich bin gemessen an meinen ursprünglichen Erwartungen eindeutig positiv gegenüber Caldwells bisherigen Zeit am Ruder eingestellt.

  9. @korsakoff: Danke für deine Einschätzung. Wie gesagt, ich denke, dass Cardwell einen soliden Job macht. Er holt das bestmögliche aus dem Spielermaterial heraus. Vielleicht wäre es für die Lions erstrebenswert, eine Saison in den Sand zu setzen, um mal wieder hoch zu draften, um ein oder zwei verheißungsvolle Rookies für die Zukunft zu verpflichten.

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