Date am Donnerstag, Woche 8: Minnesota Vikings – Washington Redskins

Relativ einseitig anmutendes Thursday Night Game in der Nacht auf morgen: Minnesota Vikings (5-2) vs. Washington Redskins (1-6). Die zwischen diesen beiden Teams klaffende Lücke ist in etwa so groß wie die beiden Records andeuten.

Bei den Vikings mag eine solche Einschätzung überraschen – schließlich waren sie vor nicht einmal einem Monat noch unter den Prügelknaben der NFL, als Kirk Cousins in Chicago nichts zustande brachte (ja: es noch nichtmal versuchte). Doch jetzt findet die Offense findet mit jeder Woche besser zusammen.

Ihre Grundausrichtung habe ich nun schon mehrfach beschrieben – Fokus auf diese drei Elemente:

  1. Beginnend mit dem Laufspiel über RB Dalvin Cook hinter einer Zone-Blocking Offensive Line sollen die Rahmenbedingungen für viel Play-Action Passing geschaffen werden.
  2. Play-Action Passing ist die Stärke von QB Kirk Cousins und soll so viel es geht in Szene gesetzt werden. Das entsprechend ideale Personal dafür (12-Personnel) hat man im Kader.
  3. Vor allem die tieferen Pass-Routen sollen dabei in Szene gesetzt werden – namentlich über den exzellenten WR Stefon Diggs, der Manndeckung konstant schlägt, und WR Adam Thielen, der ein krasses Mis-Match gegen jeden Linebacker und viele Cornerbacks ist.

Ich stimme an dieser Stelle nicht mit den Kollegen vom Snap – Die Footballshow! Podcast überein, die im Klicken der Vikings-Offense eine eher zufällige „Selbstfindung“ vermutet, wo das Play-Action Passing vor allem dank des Bespielens einiger schwacher Offenses (Giants, Eagles in den letzten Wochen) als integraler Bestandteil entdeckt wurde.

Das hatten wir schon im Sommer en detail diskutiert: Die Vikes wollten diese Offense schon immer spielen. Sie ist allenfalls nach der versuchten internen Revolte der Receiver Thielen/Diggs in Nuancen passlastiger und hat nach der Katastrophenvorstellung in Chicago (wo Cousins nur 11% Play-Action Quote hatte) das Play-Action Passing auch noch stärker in den Fokus gerückt (teilweise 50% und mehr). Doch sie findet zu sich, weil sie schon immer danach strebte.

Ein paar Wochen zum Einrollen müssen zugestanden werden. Auch legte Cousins in den letzten Wochen seine absonderliche Scheu vor dem tiefen Pass ab:

  • In Woche 1-4 (bis zum ominösen Bears-Spiel) warf er nur 25% seiner Pässe weiter als 10 Yards downfield und insgesamt nur 11% tiefer als 20 Yards.
  • Seither sind es 40% seiner Pässe, die weiter gehen als 10 Yards und satte 22%, die tiefer geworfen werden als 20 Yards downfield.

Das Resultat ist erstaunlich:

  • Beste Passing-Offense (!) mit 0.32 EPA/Dropback (8.0 NY/A, #3 der NFL)
  • 3t-beste Offense overall mit 0.14 EPA/Play

Wir wissen natürlich, dass Cousins schon immer ein sehr „streaky“ Spieler war und Performances wie in den letzten Wochen hatte er in seiner Karriere immer wieder – er konnte sie nur nie über längere Zeit halten. Doch andererseits hatte Cousins bislang auch noch nie eine derart komfortable Gesamtsituation.

Es ist nahezu ausgeschlossen, dass Cousins rund 8.0 NY/A und 0.32 EPA/Dropback auf längere Sicht halten kann. Doch wenn er sich bei, sagen wir knapp unter 7.0 NY/A und 0.15 EPA/Dropback einpendeln kann, wäre das für Minnesota schon die halbe Miete für eine Playoffqualifikation.


Von solchen Zahlen können die Washington Redskins nur träumen. Beziehungsweise: Sie versuchen noch nichtmal zu träumen. Vielmehr wird Interimscoach Bill Callahan seit seiner Beförderung vor zwei Wochen nicht müde, harten pound the football zu propagieren – ausgerechnet Callahan, der bei den Fans der Nebraska Cornhuskers auf immer verhasst ist, weil er einst das Passspiel in die Prärie brachte!

Eine Analyse der Redskins ist im Prinzip Zeitverschwendung. Rookie-QB Dwayne Haskins, erst ungewollt und dann schlicht sekkiert vom Trainerstab, wird weiterhin nicht spielen. Dafür fokussiert man sich auf das Implementieren des ineffizientesten Offensiv-Approaches (trockenes Laufspiel in vollgestopfte Defense-Boxes) – ein sicherer Weg zu einem Top-3 Pick.


Gerade heute auswärts gegen eine der besseren Defenses in der NFL und gegen eine klickende Play-Action Offense kann man nix anderes erwarten als eine klare Niederlage, selbst jetzt wo die Vikings ohne den heute verletzten WR Thielen antreten. Ich würde auf Region 28-10 pro Vikings tippen. Es wird also keine schöne Rückkehr der beiden ex-Vikinger RB Adrian Peterson (NFL MVP 2012 in lila Trikot) und QB Case Keenum (Minnesota Miracle) an alte Wirkungsstätte.

2 Kommentare zu “Date am Donnerstag, Woche 8: Minnesota Vikings – Washington Redskins

  1. Im Nachhinein: mit 30sec auf der Uhr, 10 Punkte zurück und gerade erfolgtem 4thDown-stop der eigenen D sagen die Redskins ein Runplay an und lassen die Uhr auslaufen. Da hätten sie den Ball auch noch ein paarmal werfen und im Anschluss einen Onside-kick versuchen können. Oder übersehe ich da etwas?

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