All-32: Denver Broncos 2020 Preview

Preview-Quickie zu den Denver Broncos.

Denver war letztes Jahr 7-9, eine Bilanz, die sich wie eine Punktlandung anfühlt:

  • Bilanz 2019: 7-9
  • Pythagorean: 6.9 Siege (#21)
  • Close Games: 4-4
  • Offense EPA/Play: -0.05 (#23)
  • Defense EPA/Play: 0.00 (#16)
  • Turnovers: +1
  • Adjusted Games Lost: #25

Es gibt jetzt ein paar personelle Änderungen.

Offense

Headcoach Vic Fangio tauschte den OffCoord aus: Rich Scangarello raus, Pat Shurmur rein. Scangarello war nicht unbedingt so mies, dass man ihn feuern musste, aber vielleicht war die Vorstellung, in Shurmur einen guten QB-Entwickler zu bekommen einfach zu attraktiv.

Man hat Joe Flacco zum Teufel geschickt und scheint sich nun voll auf QB Drew Lock als neuen starken Mann zu fokussieren. Lock hat schon letztes Jahr eine Handvoll Starts mit etwas mehr als 170 Pässen gemacht und bekam in der Offseason massiven Hype.

Ein Grund dafür? Die Broncos haben Lock auch haargenau das gegeben, wonach jeder junge QB lechzt: Waffen. Man draftete mit dem 1st und 2nd Rounder Receiver – und das im Super-Route Runner Jerry Jeudy sowie dem Speedster K.J. Hamler auch noch genau die richtigen Spielertypen – und bolsterte die Offense Line mit OG Glasgow und Rookie-Center Cushenberry nochmal etwas auf.

Der Receiving-Corps mit dem jungen Superstar-WR in spe Courtland Sutton, den beiden genannten Rookies sowie TE Noah Fant liest sich jetzt lecker. Shurmur wird jetzt aggressiver spielen lassen, mehr Early-Down Passing, mehr 11-Personnel. Für Lock ist das alles ein ziemlicher Traum.

Büsschen Fragezeichen gibt es logisch auch: So talentiert die ganzen Skill-Player sind – sie sind auch extrem jung und gerade Rookie-Receiver tendieren dazu, ein wenig mehr Eingewöhnungszeit als gedacht zu brauchen. RT James setzt wegen Corona die Saison aus, und Lock selbst ist halt auch nicht der Mega-Prospect, zu dem er gemacht wird. Monster-Arm ja, aber mäßige Präzision, hie und da zu ungestüm. Die erste volle Saison wird idealerweise schnell zeigen aus welchem Material er geschnitzt ist; viel besser wird seine Situation nicht mehr – höchstens nächstes Jahr, mit ein wenig mehr Erfahrung.

Defense

Die Defense war sehr brauchbar, was man von einer Fangio-Defense erwarten kann. Jetzt hat man im Prinzip zwei wichtige Starter verloren und jeweils mit Big-Names ersetzt:

  • DT Wolfe raus (nach Baltimore), ex-Titan DT Jurrell Casey rein
  • CB Chris Harris raus (zu den Bolts), ex-Jaguar CB A.J. Buoye rein

Der Verlust von Harris liest sich immens, gerade weil die Broncos schon 2019 Probleme auf Outside-CB hatten. Buoye ist ein Guter, aber wohl nicht in derselben Klasse wie Harris. Die Coverage wird zwar wohl verstärkt durch die Rückkehr von Slot-CB Bryce Callahan (war auf IR), aber dafür muss man bei FS Justin Simmons erst schauen ob er seine bislang einzige gute Profisaison bestätigen kann. Simmons bekam folgerichtig die Franchise-Tag.

Im Pass-Rush (letztes Jahr mit 33% PRWR erstaunlicherweise nur die #30 der NFL) gibt es auch Fragezeichen: Mit Wolfe ist der beste Interior-Rusher weg. Von Miller spielte seine mit Abstand schlechteste NFL-Saison, und man muss schauen ob Miller mit 32 Jahren wieder zu alter Klasse zurückfindet; immerhin kehrt EDGE Bradley Chubb von Verletzung zurück; ob aus Chubb aber noch der explosive Flanken-Rusher wird, den man sich erträumt hatte? Die beiden bisherigen NFL-Jahre deuten eher nicht drauf hin.

Ausblick

Weil man von der Defense erneut Mittelklasse-Leistung erwarten kann, hängt der Erfolg der Broncos-Saison an der Offense. Der Hype ist immens und alles erwartet, dass Denver mindestens die #2 der AFC West wird.

Ich bin dezent skeptisch. Locks NFL-Prospects waren nie die besten und wir haben viele Hinweise, dass es solche Quarterbacks auch nicht gerafft haben als sie Top-Waffen bekamen. Die Broncos-Waffen lesen sich natürlich super und alles was das Management in der Offseason veranstaltet hat, war genau richtig. Aber sie sind eben noch jung. Lock ist in Jahr 2. Es liest sich irgendwie als ob Denver noch ein Jahr entfernt ist.

Wildcard-Playoffs sind trotzdem mit etwas Glück drin, weil die NFL das Feld von 6 auf 7 Teams erweitert hat.

2 Kommentare zu “All-32: Denver Broncos 2020 Preview

  1. „mindestens die #2 in der AFC West“? „Mindestens“? Mutig, was manche Leute so erwarten.
    Also, wenn ich mir die Offense von KC anschaue, sehe ich nicht, wie die unerfahrenen Broncos erfolgreicher als die Chiefs sein wollen…
    Der Hypetrain hat m.M.n. ein bisschen zuviel Dampf abbekommen.

  2. Pingback: Furchtlose NFL-Vorschau 2020/21: Die Mittelklasse | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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