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NFL Power Ranking 2020 – Woche 14: Führungswechsel!

Freunde der Blasmusik: Wir haben diese Woche einen Führungswechsel im Power-Ranking!

Die Green Bay Packers sind die neue #1. Green Bay überholt die Chiefs um einen Bruchteil. Die Packers sind minimal hinter den Chiefs in Offense, minimal vor den Chiefs in Defense, und haben minimal besseren Schedule gespielt.

Dieses Power-Ranking unterscheidet sich dabei dann doch um einiges von anderen Seiten wie ESPN FPI, 538 oder die PFF Power Ratings, wo die Chiefs jeweils deutlich führen und Green Bay irgendwo zwischen #3 und #6 gerankt ist. Oder DVOA, wo Kansas City zwar nur auf #3 rangiert, aber immer noch drei Plätze vor den Packers. Allein die fehlenden Special Teams können es trotzdem nicht sein.

Doch auch in den Team Tiers von rbsdm.com decken sich Chiefs und Packers fast zu:

rbsdm.com

Ich habe an diese Daten nur eine leichte Schedule-Anpassung sowie etwas höhere Gewichtung für Early Downs nachgeschaltet. Anyhow: Ich glaube persönlich weiter, dass die Chiefs die potentere Mannschaft haben und auf #1 gehören – sie spielen halt ein bissl „down to the opponent“. Aber das ist eben „glauben“. Die EPA/Play Zahlen sehen hier eine engere Kiste.

Packers

Ich freue mich, dass die Packers eine so starke Saison spielen. Sie sind für mich die positivste Überraschung der Saison. Ich hatte wirklich nach dem Horror-Draft mit Jordan Love, Runningback-Bruiser und H-Back eine Packers-Offense-Verschiebung in Richtung eines matten Shanahan-Abklatsches befürchtet und meine Preseason-Erwartung letztlich an dieses Schreckgespenst gekoppelt.

Ich hatte die Packers zwar trotzdem als meinen NFC-North-Favoriten getippt, doch das lag eher an meinem abgrundtiefen Misstrauen gegenüber den Lions-Coaches und den Bears-Quarterbacks sowie gegenüber der Kadertiefe in Minnesota. Aber die Packers sind mehr als ein NFC-North-Champion. Sie sind ein veritabler Titel-Contender, auch wenn zwei Schwachpunkte sich noch bitter rächen könnten:

  • Auf Receiver bleibt man im Zweifelsfall gegen eine knackige Defense à la Buccs oder Saints gefährlich dünn besetzt. Wenn man mal schnell in Rückstand geraten sollte und der Gegner Davante Adams im Griff hat, dann bleibt die Frage nach „Plan B“.
  • Die Defense steht auf die wackeligen Beinen um dass man auf einen entscheidenden Stop in der Crunch-Time wetten sollte. Pass-Defense ist #17 nach EPA/Play, Run Defense #23. Druck wird nur in 21% der Snaps erzeugt und die Coverage hinter Jaire Alexander ist auch so ein Ding. DefCoord Mike Pettine scheint nicht immer den richtigen Plan zu verfolgen.

Meistens hat dieses Jahr Aaron Rodgers alles rausgerissen. Dass er die Offense-Umstellung auf hohe Play-Action-Zahlen und mehr Rollouts mitgemacht hat und eine MVP-reife Saison spielt, ist der Trumpf schlechthin für Green Bay.

Der Rest betrifft – man höre und staune! – Coaching und Playcalling: Dass die Packers zwar ordentlich laufen, aber trotzdem und trotz aller düsteren Prognosen im Sommer zu den passlastigeren Teams der Liga zählen, ist ein anderer Trumpf.

Die Packers werfen in spielneutralen Situationen die achtmeisten Pässe:

Sie sind in fast allen Spielsituationen passlastiger als der Liga-Durchschnitt – auch in den Short-Yardage-Situationen:

Und Matt LaFleur ist der diese Saison mit Abstand aggressivste 4th-Down-Coach. LaFleur spielt fast 80% derjenigen 4th Downs aus, bei denen Analytics zum Ausspielen rät. Damit liegt er fast 20% vor dem nächst-aggressivsten Team:

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Vergleich: Die Ravens spielten letztes Jahr in ihrer viel beachteten „Analytics-Revolution“ nur etwa 65% der empfohlenen 4th Downs in spielneutralen Situationen aus.

Das NFL Ranking hinter dem Spitzenduo

Die Rams hüpfen nach dem Kantersieg gegen New England wieder hoch auf #3 und die Steelers fallen von #3 auf #5, also in etwa in die Range, in der wir sie schon letzte Woche verortet hatten.

Pittsburgh kriegt in manchen Kreisen so sehr auf den Deckel, dass man meinen würde, bei den Steelers stünde alles vor der Implosion (im PFF Forecast Podcast reihten die beiden Vorreiter der Steelers-Skepsis Eric Eager und George Chahrouri Pittsburgh nur mehr als #7 der AFC), aber ich halte das alles für übertrieben. Die Steelers verloren verdient 26-15 in Buffalo, aber da war auch ein Pick-Six mit dabei. Die Partie hätte auch wesentlich knapper ausgehen können. Freilich muss die Offense bald wieder einen Zahn zulegen; Kurzpassgewichse und Drops vertragen sich nicht so gut.

Prinzipiell sind aber alle Teams von #3 bis #12 in einem bzw. maximal Tier + Sub-tier einzuordnen:

  • Tier 2a: Rams, Buccs, Steelers, Titans, Saints, Bills
  • Tier 2b: Seahawks, Colts, Cardinals, Ravens

Prinzipiell sehe ich zwischen all den Mannschaften nicht viele Unterschiede. Bills & Titans wirken mit Blick auf die Playoffs gefährlicher als Steelers und Colts, weil sie über die explosivere Offense verfügen – und das macht sich im Zweifelsfall gegen die Chiefs ganz gut.


Baltimore und Cleveland liegen auch nach ihrem famosen Monday Night Game noch etwas abseits der Spitzenplätze. Die Ravens haben sogar drei Plätze verloren, aber das liegt eher daran, dass Seahawks, Colts und Cardinals inferiore Gegner niedergemetzelt haben als an den Ravens selbst.

Die Ravens schätze ich persönlich seit Anfang höher an als dieses Power-Ranking. Für mich waren die AFC schon zu Zeiten der großen Krise nur knapp unterhalb der Chiefs. Ich stehe nach wie vor zu der Einschätzung.

Die Browns dagegen haben recht deutlichen Aufwärtstrend. In den letzten beiden Wochen haben sie 5% Siegwahrscheinlichkeit zugelegt, was fast 2 Punkten pro Spiel entspricht. Bei PFF und FPI ist der Zuwachs noch etwas skeptischer betrachtet: 0.5 bis 1.5 Punkte.

Hier das Ranking – bereits für die Playoffs qualifizierte Mannschaften in fett:

Hier noch die gewohnten Übersichten, Daten und Grafiken zum Großteil von rbsdm.com:

4 Kommentare zu “NFL Power Ranking 2020 – Woche 14: Führungswechsel!

  1. Wenn man die Garbage-Time rausnimmt (5% WP), sind die Packers in der D ne ecke besser als die Chiefs. Das zieht sich auch durch die gesamte saison… Sobald die Packers vorne sind, wird die defense schlampig.

  2. Ja aber bei 10% hüpfen wieder die Chiefs vorbei und bei 15% wieder die Packers.

    Das ist alles Noise. Beide Teams haben nach EPA/play ebenbürtig performt. Alles was drüber hinaus geht, ist Projection.

  3. Dieser Artikel geht einem Packers-Fan runter wie Öl! 😉
    Besser kann es kaum werden – fast so als hätten wir die Lombardi-Trophy wieder heimgeholt. Aber ehrlich gesagt glaub ich noch nicht daran.

  4. Pingback: Die neue erste NFL-Wettregel | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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