Bleiben wir noch ein bisschen beim Draft der Green Bay Packers…

…denn er ist einfach ein leichtes Ziel in diesen Tagen. Jetzt kommen immer mehr Beweggründe der Packers-Verantwortlichen ans Tageslicht. Wir haben die spektakulärste sportliche Geschichte der NFL-Offseason!

Vorab nochmal: Ich kann mich an keine Draftklasse erinnern, die in den letzten 15 Jahren so viel negative Kritik bekommen hat. Ich habe schon am Freitag, vor der dritten Runde, eine vernichtende Kritik an dem Draft geschrieben. Für mich war es einer jener Draft, dem ich die Note F geben muss. Geben wir sie nicht, können wir die Note aus dem Repertoire streichen:

Der Patzerpreis geht nach Green Bay. Ich habe schon am Freitag ausführlich darüber geschrieben warum ich dem Packers-Treiben null abgewinnen kann und QB Jordan Love noch der einzige Pick war, den man verteidigen kann. Man hat im ganzen Draft nicht einen einzigen Wide Receiver gezogen und gedenkt mit QB Aaron Rodgers im Kader eine Establish-the-Run Philosophie zu etablieren. JEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEZZZZHOLYFUCKKKKKKKKINGCHRIST.

Quarterback gegen System

In den letzten Tagen sind erste Interna nach außen gedrungen. The Athletic’s Bob McGinn vermutet einen möglichen „Power-Move“ Matt LaFleurs, der die Schnauze voll von Aaron Rodgers‘ Freelancing hatte und mit dem Move die Zügel im internen Machtkampf gegen den eigensinnigen Rodgers übernehmen will. Marke: Wenn du nicht spurst, setzen wir dich auf die Bank und lassen unseren shiny neuen 1st Rounder spielen!

Rodgers einfach mal das Messer auf die Brust bzw. vor die Tür gesetzt.

Noch einen Schritt weiter geht der auf diesem Blog seit langem bekannte NFL-Film Guru Greg Cosell in der Rich Eisen Show – ich empfehle diese 5-minütige Einschätzung von Cosell anzuhören:

Cosell argumentiert, dass Rodgers in den letzten Jahren zunehmend viele Plays auf dem Feld gelassen hat und teilweise auch offene Receiver nicht angespielt hat. Rodgers würde zu individualistisch spielen, sei oft zu wenig aggressiv und dann wiederum ohne Grund Freelancer. Rodgers hat übrigens auch eine der höchsten Throwaway-Quoten der NFL – seit Jahren.

LaFleur dagegen kommt aus der von Anfang bis Ende durchstrukturierten Shanahan/McVay-Offense, in der es nur recht wenig Platz für 2nd-Reaction Plays gibt und in der es einen Quarterback mit exzellenten „Game-Manager“-Qualitäten braucht – einen Spieler als quasi als verlängerten Arm, fast fernsteuerbar per Joystick.

Garroppolo fülle genau diese Rolle in San Francisco für LaFleurs einstigen Lehrmeister Shanahan: Einer, der genau das macht was ihm der Coach vorgibt. LaFleur strebe mit der Einberufung von Jordan Love konzeptionell einen ähnlichen Weg an, im Wissen, dass er nach seiner 13-3 Debütsaison die volle Rückendeckung des Front-Offices genießt.

Jordan Love als athletischer Quarterback, der offene Receiver trifft, aber häufig Linebacker underneath für Interceptions übersieht? Klingelt da was? Jimmy-G? Na?

Ich habe mit dem Move trotzdem meine Probleme. Love ist ein Prospect, das nur in den beiden genannten Aspekten Garroppolo ähnelt und eine zeitlang für NFL-Reife brauchen wird. Diese sehr lauten Quarterback/Headcoach-Clashes haben Sprengstoff-Potenzial, und wir haben zahlreiche Negativbeispiele für Headcoaches, die beim Versuch, ihr System eiskalt an den Spielern vorbei durchzuziehen, gnadenlos gescheitert sind.

LaFleur hat im Gegensatz zu Shanahan und McVay noch nicht gezeigt, dass er eine Offense entwickeln kann. Wo Shanny und McVay an jeder Arbeitsstelle die Offense sofort massiv verbessern konnten, trat LaFleur in Tennessee und Green Bay maximal auf der Stelle. Shanahan ist mit seiner Offense in San Francisco schon in Entwicklungsstufe 4.0 und mit etlichen Power-Run Elementen längst seinem reinen Inside/Outside Zone Running entwachsen.

Vor allem hat Shanahan in San Francisco neben seinem TE/FB Duo Kittle/Jusczyk in der Spielfeldmitte auch jahrelang am Wide-Receiver Corps gedoktert, bis er letztes Jahr zur Saisonmitte mit dem Einkauf von Routinier Emmanuel Sanders endlich richtig komplett war um außen zu dominieren. Shanahan-Offense ohne die Fähigkeit, an den Flanken zu dominieren, ist nur die Hälfte wert.

Green Bay hat dort auch nach diesem Draft WR Davante Adams und… einen Haufen Late-Round Prospects aus den letzten Jahren. Die Packers haben im epischen WR-Draft 2020 nix gemacht um den WR-Corps zu stärken. Sie haben nur die beiden „Big Boys“ RB Dillon und H-Back/FB Deguara gezogen. Heavy-Personnel ist aber nur der geringe Teil dessen, was die Shanahan-Offense letztlich so brillant macht.

Für Love selbst kann sich der Draft zu einem traumhaften Szenario entwickeln: Er kommt zu einem Team, dessen Coaches ihm erstmal die Zeit und die Rückendeckung geben. Die von LaFleur gepredigte Offense ist erwiesen Quarterback-freundlich und Love hat 1-2 Jahre lang Zeit die ganzen Progression-Reads zu lernen. Das klingt nach Paradies.

Doch der ganze neue Packers-Weg impliziert auch einen Shift hin zu mehr ground&pound, mehr Early-Down Rushing, aus dem heraus man viele Play-Action Shots designt. Das führte in Vergangenheit häufig zu hohen Yards/Pass Zahlen für die Quarterbacks, aber in vergleichsweise wenigen Passversuchen. Die meiste Zeit verbrennen Run-Plays die frühen Downs.

Coach gegen Quarterback

Wie man es auch immer interpretiert, der Draft war ein nonverbaler Schlag in die Fresse von Aaron Rodgers. Selten habe ich in der NFL eine derartige Demontage eines Quarterbacks erlebt, noch dazu eines derart profilierten.

Rodgers wird wohl 2020 Starter bleiben – er kann frühestens nächstes Jahr ohne katastrophalen Schaden verkauft werden, sofern man die dann anstehenden 31.6 Mio Dead-Cap nicht als solchen ansieht. 2022 wäre der Dead-Cap noch immer 17.4 Mio. Die Idee eines Rebuilds durch Verkauf von Rodgers in einem Jahr ist vielleicht auch markttechnisch keine ganz verwerfliche Idee:

Die Situation in Green Bay mag in den letzten 12 Monaten eskaliert sein, aber das kommt nicht gänzlich unerwartet:

Doch die LaFleur-Offense verlangt auch einen strukturierten Quarterback, der sich an das Spielzug-Design hält und keine Freelancer-Aktionen startet. In diesem kleinen Sätzchen könnte mit einem QB Rodgers mehr Sprengstoff liegen als man im ersten Moment denkt.

Ich frage mich im Rückspiegel, warum die Packers LaFleur letzten Winter überhaupt geholt haben, nur wenige Monate nach der rekordträchtigen Vertragsverlängerung für Rodgers. War man 100%ig der Meinung, dass allein Mike McCarthy der Schuldige an der stagnierenden Offense war und man die alte Rodgers-Magie mit einem nach Zufallsprinzip ausgewählten Coach wie das Licht per Knopfdruck wieder einschalten konnte?

Oder war man trotz der Warnsignale sicher, dass Rodgers und der nur vier Jahre ältere LaFleur schon zueinander finden würden? Haben LaFleur und GM Gutekunst am Ende vielleicht doch nur auf die vernichtende Pleite im NFC-Finale in San Francisco überreagiert?

Die Indizien zeigen jetzt aber eine andere Realität: Rodgers blieb entgegen LaFleurs Vorgaben nicht „im System“ und spielte den gleichen Stiefel wie früher. LaFleur weigerte sich, sein auf dem Papier wunderbares Konzept an Rodgers anzupassen und es kam zum Bruch. Weil die Packers trotz nicht überzeugender Leistungen und einem Pythagorean eines 10-6 Teams gegen alle Erwartungen 13-3 gingen und ins NFC-Finale marschierten, schwelte der Konflikt nur unter der Oberfläche. Als im Draft nun Jordan Love zu fallen begann, nahmen Gutekunst/LaFleur ihr Herz in die Hand und zogen den Trade und die Einberufung Loves durch.

LaFleur könnte Rodgers in Green Bay mit dem Move tatsächlich überleben, denn Love kauft ihm jene Zeit, die er vielleicht nach der unvermeidlichen Regression der Packers 2020 nicht bekommen hätte („Ich habe ja meinen QB-Zögling in der Hinterhand und den wollt ihr doch bestimmt nächstes Jahr mal sehen bevor ihr mich vom Hof jagt. Sonst habt ihr ihn ja umsonst gedraftet! Ätsch“).

Das ganze macht die Packers zu must watch TV. Ich bin mir nach wie vor recht sicher, dass es der falsche Weg ist, LaFleur mit einer platten Shanahan-Kopie auf die Fresse fliegen wird und man besser die letzten Jahre eines immer noch gut brauchbaren Quarterbacks Rodgers ausgeschlachtet hätte als sich diese Story in den Laden zu holen. Doch zwei Egos in einem Raum waren dann wohl eines zu viel.

59 Kommentare zu “Bleiben wir noch ein bisschen beim Draft der Green Bay Packers…

  1. Habe gestern mal Youtube durchforstet nach (Fan-)Reaktionen zum Love-Pick. Niemand, aber wirklich niemand war begeistert. Die Reaktionen waren überwiegend von fassungslos bis wütend. Natürlich haben die Fanboyz dann nach ein zwei Tagen angefangen, den Draft zu verteidigen –> normale Reaktion von Fanboyz.

  2. Ich würde Rodgers vom Talentlevel her aber deutlich höher ansiedeln als Love. Zumal ihnen Rodgers damals in den Schoss gefallen ist. Für Love wurde hoch getradet. So sehr man Rodgers teilweise verflucht beim zusehen, mit seinen Throwaways, so könnte eine auf ihn zugeschnittene Offense doch definitiv mehr leisten als letztes Jahr gezeigt. Als Fan war es wirklich teilweise sehr frustrierend, dass nach einem rhythmischen drive incl. TD, danach 3 drives kamen wo die Offense komplett out of sync war. Mit Läufen in die Mauer etc. Und jetzt dieser Schwanz Vergleich zwischen FO/HC und Rodgers. Dabei kann es eigentlich keinen Gewinner geben. Insbesondere nicht die Packers an sich. Leider und wirklich schade. Hätte man Rodgers jetzt noch einmal Waffen gegeben, sein Spielsystem angepasst, so wäre durchaus meiner Meinung nach, nochmal ein SB Run möglich. Aber das FO schaut wohl langfristig mit ihrem jungen Coach. Auf jeden Fall bleibt es spannend.

  3. Begeistert war ich auch nicht, aber weder fassungslos noch wütend.. Rodgers saß auch 3 Jahre hinter Favre…

    Was haltet ihr von folgendem Gedankengang:

    O-Line:
    – Nach Football Outsiders die im #5 Run-Blocking basiert auf adjusted yards-per-carry (höherer Anteil der O-Line)

    – Running backs wurden nur in 17% der Runs hinter der Los gestoppt (6. bestes Team)

    – Bei Powerruns hingegen (Short Yardage bis zum 1st down oder TD): Rang 27.

    Vor dem Hintergrund mal die Moves angeschaut:

    – Re-signing Mercedes Lewis, Blocking TE

    – Releasing Jimmy Graham, der das Gegenteil von Blocken gemacht hat.

    – Signing Rick Wagner, Ja letzte Season war ne Downseason, war aber immer ein guter Run-blocker

    – Drafting Josiah Deguara, run blocker

    – Drafting AJ Dillon als Ergänzung zu Aaron Jones für die oben genannten short Yardage Situationen.

    – Drafting von 3 offensive linemen

    – signing Devin Funchess. als pseudo-tight end für das outside run blocking, wie Miles Boykin bei den Ravens.

    D.h. die Offense wird noch run-lastiger (und vermutlich besser) sein.
    Wenn die Defense sich drauf einstellen muss, dass da stärkere Runs kommen, wird Rodgers nicht mehr drauf angewiesen sein, dass seine Receiver sich schnell freilaufen müssen. Dann reichen Lazard, MVS, Kumerow, EQ und Sternberger völlig aus. Und das ist genau die Hilfe, die Rodgers braucht, statt einem zweiten Receiver, wird er über das System entlastet.
    Zu guter Letzt: Gutekunst arbeitet seit 1998 bei den Packers in der Spieler-Evaluierung. Dass das alles genau so geplant und gewollt ist, ist imho wahrscheinlicher, als dass er einfach vergessen hat, wie man Spieler scoutet…

    Anmerkung noch: Ja, das alles hängt natürlich auch am Diventum von Rodgers ab.. Und nein: ich bin nicht begeistert davon, den Fokus auf den Run zu legen. Dafür lese ich den Blog hier schon zu lang. Aber die Idee über das Laufspiel Rodgers freizuspielen (bzw. die Receiver und den Rest einfach Rogders machen zu lassen) hat schon einen gewissen Reiz.

  4. Vielleicht ist LaFleur auch einfach schlau. Er weiß, daß nach 13-3 eine klare Regression kommen wird.

    QB-Shaming und der junge QB kaufen ihm die Zeit für den Umbau.

    Wenn LaFleur es gut macht, schafft er alle Schuld auf Rodgers abzuwälzen, weil sich der nicht an die Vorgaben hält und tradet Rodgers dann zu den Raiders für einen 1st und kriegt 2 oder 3 Jahre für den Rebuild.

    Gutekunst und LaFleur sind hier einen Pakt eingegangen, ich weiß nicht wie das Packers FO reportet ohne klaren Owner, aber ich kann mir schon vorstellen, daß sie sehr langfristig denken und mit dem Power Move jetzt auch Zeit und Macht gekauft haben.

  5. Klar hat Rodgers abgebaut, er lässt auch gerne was liegen & seine Throwaways sind mit Abstand die meisten in der NFL, aber ich denke das er trotzdem noch was im Tank hat, scheinbar haben die Verantwortlichen in GB das vor nicht allzu langer Zeit auch gedacht, ansonsten würde die letzte Extension absolut keinen Sinn machen. Daher versteh ich diesen ganzen Draft überhaupt nicht, ich hab mich nachdem ersten Tag noch über den Uptrade & den Love-Pick aufgeregt, hätte ich gewusst das es in Rd. 2 & 3 noch viel schlimmer wird…ich hätte nichts gesagt zu dem Love-Pick… Scheinbar haben sich GM, HC & Co. von der 13-3 Season blenden lassen.
    Jetzt kommt dann also die absolute Run – Run – 3 & long Version der GB Packers mit einem QB auf teurem Vertrag, der vielleicht nicht mehr Elite ist, aber noch weitaus mehr als ein purer Game-Manager…
    Ich kapier es einfach nicht, warum nicht versucht die letzten Jahre mit Rodgers nochmal All-In zu gehen & ihm ausreichend Waffen zur Seite zu stellt.
    Naja mal schauen wie es wird, sofern es eine Season geben wird, vielleicht wird es ja doch „erfolgreich“…

  6. @Deeo: Ich antworte mal direkt auf ein paar Punkte.

    „D.h. die Offense wird noch run-lastiger (und vermutlich besser) sein.“ -> Das steht im Widerspruch zu sämtlichen analytischen Erkenntnissen über die moderne NFL. Mehr Rungame macht Offenses ineffizienter. (Selbst in einer Offense wie Baltimore ist das Passspiel wesentlich effizienter als das Rungame.)

    „Wenn die Defense sich drauf einstellen muss, dass da stärkere Runs kommen, wird Rodgers nicht mehr drauf angewiesen sein, dass seine Receiver sich schnell freilaufen müssen. Dann reichen Lazard, MVS, Kumerow, EQ und Sternberger völlig aus. Und das ist genau die Hilfe, die Rodgers braucht, statt einem zweiten Receiver, wird er über das System entlastet.“ -> Etwas seltsame Logik. Ich drehe das mal und sage, dass man sich die ganzen von dir aufgezählten „Moves“ sparen hätte können und einfach einen zweiten Receiver in einem der besten WR-Drafts aller Zeiten draften hätte können. Und man hätte auch noch einen Haufen anderer Draftspicks.

    „Zu guter Letzt: Gutekunst arbeitet seit 1998 bei den Packers in der Spieler-Evaluierung. Dass das alles genau so geplant und gewollt ist, ist imho wahrscheinlicher, als dass er einfach vergessen hat, wie man Spieler scoutet“ -> Wenn ich das richtig verstehe sagt doch aktuell auch niemand, dass die Packers das unabsichtlich machen. Die Kritik ist ja, dass man einerseits seinem QB ein paar ordentliche Watschn in die Fresse wuchtet, umgekehrt aber vom Teambuilding her absolut keine Optionen hat ihn kurzfristig loszuwerden und letztlich selbst wenn Love – überaus unwahrscheinlich – die QB-Offenbarung ist genau keinen Profit aus seinem billigen Rookie-Vertrag ziehen kann. Und nebenbei will man in der NFL 2020 noch mit Power Running daherkommen. Wenigstens kann man dann nächstes Jahr gleich Mike Munchak als HC holen, der macht das Power Running dann auch noch exotisch.

  7. Was ich auch so seltsam finde an dem ganzen ist, dass man entgegen aller aktuellen NFL-Erfahrungen arbeitet. Klar, Rodgers ist eine Diva – aber welcher Franchise-QB ist das nicht? Erfolg ist die beste Medizin hierfür. Der Blick auf die anderen Dinosaurier der letzten Jahre zeigt doch eindeutig, dass man mit ihnen beste Chancen auf eine SB hat. Brees, Manning, Brady haben alle SBs geholt und selbst mit einem ständig angeschlagenen Roethlisberger sind die Steelers immer in Playoff Contention – oder eben auch die Chargers mit Rivers, obwohl sie jedes Jahr 16 Auswärtsspiele haben. Alle diese QBs haben in den letzten Jahren körperlich abgebaut, aber trotzdem ist das noch ausreichend um ihre Teams in Contention zu halten.

    Der Punkt ist: Einen Contender rund um einen alternden Superstar zu bauen funktioniert in der modernen NFL. Erwiesenermaßen. Und ist möglicherweise sogar die sicherste und zuverlässigste Variante, da ich vom Veteran genau weiß was ich bekomme (im Gegensatz zum Crapshoot „Draft“). Dass die Packers diese Erfahrungswerte ignorieren ist für mich unverständlich. Ich kann es mir nur so erklären, dass da mehr dahinter stehen muss, dass sich da in der Beziehung mit Rodgers schon über lange Zeit was verschlechtert hat, was jetzt wirklich ausbricht.

  8. Ich hab wirklich viel Aaron gesehen im letzten Jahrzehnt und was du schreibst ist offensichtlich und in den letzten Jahren extrem frustrierend. Aaron war jahrelang meine Quarterback-Held aber diese vielen improvisierten Plays und haufenweise throwaways kann ich nicht mehr sehen irgendwie. Ich seh hier aber keinen Ausweg mit Aarons Sturheit…

    Das Tape von Love zeigt teilweise katastrophale Würfe… Wenn seine Füße nicht rechtzeitig sortiert sind pfeffert er wüst durch die Gegend… Hat er genug Zeit und die Füße sind ausgerichtet trifft er seine Ziele auch auf Entfernung gut… Aber das wirkt halt sehr roh, weiß gar nicht was ich von ihm so richtig halten soll…

    Wird jedenfalls spannend, wie sich das alles entwickelt…

  9. @eierlaberl: Als jemand der sehr wenig von Rodgers live gesehen hat frage ich: Ist das wirklich so schlimm, dass er Plays improvisiert? Genau das ist es doch, was bei QBs wie Mahomes, Watson oder Wilson regelmäßig Begeisterungsstürme und diese unfassbaren Plays erzeugt. Warum stört es bei Rodgers derartig?

  10. @Deeo: die exakt gleiche Vorgehensweise/Argumentation gab es schon mal vor Jahren als McCarthy damals bekanntgegeben hat mehr auf den Run zu setzen um das Passspiel zu entlasten bzw. mehr PA zu etablieren.
    Outcome: hat null funktioniert – man hat sich offensiv im Kreise verlaufen bis zum unvermeidlichen Bruch mit MM.

    Man sieht mEn nach einem Jahr der „Ära LaFleur“ in GB dass das Problem sich nur lösen lässt wenn entweder LaFleur oder Rodgers GB verlässt. Ersterer tut momentan anscheinend alles damit er selbst es nicht sein wird.
    Die Frage wird sein wie wird AR reagieren:
    – drauf pfeifen und die restliche Kohle in den nächsten 2-3 Jahren lustlos einsacken?
    – sich fügen und möglicherweise statistisch wieder eine gute Saison aus dem Hut zaubern?
    – einen Trade (besser früher als später) requesten?

  11. Weil es früher einfach anders gewirkt hat aber ich bin da sicher auch nicht so Profi wie ihr um das zu beurteilen aber was auffällt:

    Er hält den Ball oft viel zu lange… Übersieht teilweise freie Spieler oder meidet sie aus irgendwelchen Gründen… Dann bleibt viel zu oft nur wegwerfen… Gegen ein bisschen improvisieren hat ja niemand was und scrambeln kann er ja auch wunderbar…

  12. (edit: richtigen Tweet eingefügt, ich hatte erst den falschen)
    @Philipp S: Es hat bei Rodgers früher halt öfters funktioniert als heute. Wenn man vergleicht, wie blind Rodgers einem Jermichael Finley vertraut hat und welche Pässe er zu ihm geworfen hat, und jetzt sieht wie er fast allem was in Green Bay übers Feld läuft, misstraut, sind es halt zwei Welten.

    z.B. hier:

    Hatte 3 Optionen, scrambelt sich in die Scheiße. Solche Plays gibt es zahlreiche. Früher hat sein Playmaking halt zu mehr Plays geführt.

    Ich kann LaFleur in seiner Frustration ja auch ein wenig verstehen, aber die besten Coaches in der NFL maximieren normalerweise das Talent ihrer Spieler anstatt sie zu was anderem zu machen als sie sind.

  13. @korsakoff: Das erscheint ja grundsätzlich schlüssig, aber dann muss man halt die Frage stellen, warum man LaFleur geholt hat? Aus welchem System der kommt und was er spielen möchte wird ja wohl Teil des Auswahlprozesses bei GB gewesen sein. War da schon grundsätzlich die Intention Rodgers zurecht zu stutzen? Und falls ja, warum zur Hölle verlängert man ihn dann ein Jahr vorher? Irgendwie passt das alles nicht zusammen.

  14. @Philipp S: Ja, diese Fragen stelle ich auch.

    1) Warum hat man LaFleur geholt?

    2) Wenn es Gutekunsts Move war, dann warum hat er Rodgers verlängert?

    3) Weiß Gutekunst was er tut?

    Ziemlich messy…

  15. „D.h. die Offense wird noch run-lastiger (und vermutlich besser) sein.“ -> Das steht im Widerspruch zu sämtlichen analytischen Erkenntnissen über die moderne NFL. Mehr Rungame macht Offenses ineffizienter. (Selbst in einer Offense wie Baltimore ist das Passspiel wesentlich effizienter als das Rungame.)

    Urgs.. Grammatikalischer Mist: ich meinte, dass das Run-Game besser sein wird als bisher. Nicht die Offense an sich. Dass das Passspiel das effizenteste ist, ist klar!

    Bei McCarthy war das Run-Game aber auch scheiße. (außer Lacy in seinen besseren Jahren). Wir erinnern uns an die WR-RB Verwandlung von Montgomery.

    Und was „Ich baue mein System um den QB drumrum“ angeht:
    Dann war ja KEINEN WR zu ziehen genau die richtige Entscheidung. Rodgers braucht ewig, bis er den neuen WRs vertraut. Er wirft einfach nicht hin. Warum soll ich dann einen potentiellen WR2 holen, der nie angeworfen wird, wenn ich eine Reihe 2nd und 3rd Year WRs habe, zu den Rodgers langsam Vertrauen aufgebaut hat (Lazard, MVS)?

  16. RE: Packers hatten mieses Run-Game

    Einer der Mythen, der sich am hartnäckigsten hält.

    2018: #3 Rushing-DVOA
    2017: #3
    2016: #5
    2015: #10
    2014: #6
    2013: #3
    2012: #13
    2011: #7
    2010: #10
    2009: #2
    2008: #17

    McCarthy ist *nicht viel* gelaufen. Aber das ist gut so! Er ist *in den richtigen Momenten gelaufen* und das effizient.

  17. @Deeo: Kein Problem, es ist ein weit verbreiteter Mythos, den man seit Jahren hört.

    Nur weil ein Laufspiel nicht mit Volumen dominiert, ist es noch lange nicht schlecht, weil man es einfach intelligent einsetzen kann!

    McCarthy bei allen sonstigen Flauseln im Punkt Pass/Run Ratio und vor allem dem *situativen* Einsatz von Laufspiel echt famose Arbeit geleistet.

  18. @Deeo: Thema WR/Vertrauen aufbauen

    Wenn man nie höher gerankte Prospects draftet, ist es halt auch schwierig Vertrauen aufzubauen…

    Dass nicht 2020 allein das Problem war, ist schon klar! Die Packers haben über Jahre die Entwicklung ein bissl verschlafen, vermutlich weil sie zu sehr an Rodgers magische Fähigkeiten geglaubt haben und sich zuviel mit den Defense-Problemen auseinandergesetzt haben.

    Heute macht man es in der NFL anders: Man gibt den besten QBs auch die bestmöglichen Waffen, damit er nicht nur mit guter Defense-Unterstützung gewinnt, sondern mit der Offense allein schon komplett dominieren kann.

  19. Ich habe gestern eine verblüffende Statistik gesehen: Rodgers hatte in seiner Karriere genau einen einzigen(!) TD-Pass zu einem 1st-rd-pick-Fänger. Und der war noch dazu zu einem Spieler, den die Packers nicht gedraftet hatten (TE Marcedes Lewis).
    Zum Vergleich: Peyton Manning hatte in seiner Karriere 293 TD-Pässe zu 1st-rd-picks. Mehr als 50% seiner gesamten TDs.

  20. Ich kenne die Statistik, aber halte sie für nichtssagen bzw. sogar irreführend.

    Sie impliziert, dass Rodgers *schon immer* zu wenig Hilfe bekommen hat. Das stimmt nur bedingt. 2009-2012 hatten die Packers einen atemberaubend guten WR-Corps. Die Offense hat da auch aus allen Rohren gefeuert.

    Nelson, Cobb und ab 2014 dann auch Adams waren 2nd Rounder, sie haben also schon was auf WR gemacht.

    Das heute bekannte Problem hat sich v.a. in den letzten Jahren ergeben. Nelson 2014 war der letzte höher gedraftete Packers-WR.

  21. Wow, geht steil der Artikel, ich sag nur Stichwort Twitter 😀

    Im Ernst, das macht alles ziemlich viel Sinn, würde mich nicht wundern wenn das sehr nahe dran ist:

    „Die Indizien zeigen jetzt aber eine andere Realität: Rodgers blieb entgegen LaFleurs Vorgaben nicht „im System“ und spielte den gleichen Stiefel wie früher. LaFleur weigerte sich, sein auf dem Papier wunderbares Konzept an Rodgers anzupassen und es kam zum Bruch. Weil die Packers trotz nicht überzeugender Leistungen und einem Pythagorean eines 10-6 Teams gegen alle Erwartungen 13-3 gingen und ins NFC-Finale marschierten, schwelte der Konflikt nur unter der Oberfläche. Als im Draft nun Jordan Love zu fallen begann, nahmen Gutekunst/LaFleur ihr Herz in die Hand und zogen den Trade und die Einberufung Loves durch.“

  22. Rodgers ist und bleibt das Problem und immer sind die anderen Schuld. Erst McCarthy jetzt LeFleur. Es gibt genug Aussagen von ehemaligen Teamkollegen usw. dass Rodgers sich nichts sagen lässt und macht was er will. Es nutzt das ganze Talent nichts wenn man sich in einem Teamsport nicht auf eine gemeinsame Linie einigen kann. Er hätte Tennisspieler werden sollen.

  23. Das ist ja Wahnsinn was da unter dem Twitter Post abgeht, Korsakoff wie hälst du das aus?

    Da lob ich mir diese feine Bude hier, alles so schön entspannt ohne Geschrei. Muss man auch mal betonen, ihr Stammkommentatoren hier seid super!

  24. Adrian Franke und natürlich Christoph Kröger haben Auch nochmal im Podcast nachgelegt.

    Zu Lafleur:
    Es gehört ja zur Aufgabe eines Coaches, es besser zu Wissen – Musst du ja auch, ist aber eben nicht immer sinnvoll. Wenn du dann noch Jung bist und dich beweisen willst/musst, rutscht du schnell von der objektiven Evaluationen in einen Kreuzzug das eigene Können zu beweisen.

    Wenn ich mir überlege, dass bei Rodgers die Gerüchte hinsichtlich Uncoachbarkeit von Jahr zu Jahr zunehmen (ergo es scheint was dran zu sein) , ist es dann nicht eine absolut bescheuerte Idee Ihm ausgerechnet einen so jungen Coach wie Lafleur vorzusetzen?

  25. Ich glaube, die Packers haben einfach gedacht daß MMC das alleinige Problem war und sich das mit jedem Coach lösen wird und haben MLF genommen weil McVay Coaching Staff damals der letzte Schrei war wegen der Upside, und die Augen verschlossen vor dem Risiko.

    Jetzt hat man gesehen, daß es eben doch nicht geht und zieht lieber die Reißleine um Zeit zu gewinnen, denn wenn das mit den Pack dieses Jahr schief gelaufen wäre, wäre MLF vielleicht schon weg gewesen (versteht sich nicht mit QB) und Gutekunst hätte schon Fragen bekommen.

    Die Packers haben schon verstanden, daß 13:3 ein Fluke war. Jetzt einfach die Chance genutzt für die Flucht nach vorn.

  26. @nil: Und wenn der QB noch so eine Diva ist – wenn er auf dem spielerischen Level von Rodgers ist, dann arrangierst du dich als Franchise damit. Schau dir sämtliche andere Franchises an, von Dolphins über Jets bis Jaguars und Browns, welche in den letzten 2 Jahrzehnten erfolglos einem Franchise QB hinterhergelaufen sind und durch welches jahrzehntelange Jammertal die teilweise gehen. Es ist einfach erstmal wurscht was sonst in deinem Team so rumläuft, ohne QB gewinnst du keinen Blumenstrauß, das musst man in der modernen NFL erstmal voraussetzen – ab dann geht der ganze Rest (des Teambuildings) erst weiter (ja, ich weiß dass das ne Verkürzung ist; man kann natürlich auch ein gutes Team haben und da einen QB dann reinpluggen, keine Frage).

    Übersetzt für die Packers heißt das aus meiner Sicht: Ich hab den QB am Roster, also tue ich alles, aber auch wirklich alles, damit das mit ihm funktioniert.

    Ich geb mal ein Beispiel aus meiner Sicht als Patriots-Fan: Brady ist mir gerade in den letzten Jahren auch immer mal wieder auf den Arsch gegangen. Einfach weil ich alles von ihm schon gesehen habe und er ja auch ne ordentliche Diva bzw. in meinen Augen auch in manchen Belangen ein Vollkoffer (ein Mensch halt 😉 ) ist. Von seinem eigenwilligen Verhältnis zu seinem Personal Trainer, seinen Wutausbrüchen wenn am Feld was nicht funktioniert, seinen Geistern die er in der Pocket gerne mal sieht bis zu seinem Trump-Cap. Eigentlich hatte ich gehofft, dass er zu Zeiten von Jimmy G in Pension geht und selbst Brissett hab ich interessant gefunden. Einfach weil sie nicht Brady sind, dadurch mal was Neues passiert und man vielleicht mal einen QB hat, der nicht mit dem Antritt eines Lastenzuges scrambelt. Dann erinnere ich mich die ganzen genialen SBs und denke mir „what the?“ – ändert aber nix daran, dass die Vorfreude darauf endlich mal was Neues zu sehen immer da ist. Genauso hab ich jetzt erstmal wenig Angst davor, dass Stidham übernimmt und es stört mich auch nicht, dass Brady woanders spielt, einfach weil ich von ihm schon übersättigt war. Die Gier nach Innovation ist ein Hund. Ich kann dieses, „die Antics des Superstars leid sein“ insofern durchaus nachvollziehen. Fakt ist aber aller Wahrscheinlichkeit nach, dass es für die Patriots erstmal nicht annähernd so erfolgreich weiter gehen kann wie bisher, weil Brady nicht ersetzbar sein wird.

    Um nun wieder zu den Packers zurückzukommen: Mit Rodgers bist du oben dabei als Team, ziemlich egal wer da sonst noch so rumläuft. Wenn du nicht in der Lage bist die persönlichen Emotionen und Befindlichkeiten da hinten an zu stellen, wenigstens zu einem gewissen Grad, dann ist das nicht nur das Problem von Rodgers, sondern auch deins als Coach/GM/etc.

  27. BTW Korsakoff, die Packer Germany Nation hat sich schon genötigt gefühlt zu einem Gegenstatement zu diesem Artikel 🙂

    Sehr geil dieser Clash 😀

  28. für mich als Packers-Fan seit Mitte der 90er ist Korsakoff sogar noch zu gnädig bei der Draft-Bewertung gewesen, denn für mich ist auch der Love-Move (insbesondere durch den Ressourcenverlust des Uptrades) ein glattes F

    btw. nach Jahren des stillen Mitlesens hat mich dieses Thema nun doch mal dazu gebracht, in die Tastatur zu hämmern 😀

  29. @FloJo: Der Artikel auf packers-germany ist ja lustig. So nach dem Motto „je öfter ich ‚Fakten‘ in meinem Artikel drinstehen habe, desto wahrer wird was ich schreibe“. Ich mein, grundsätzlich sind da schon einige gute Punkt dabei, aber das was der Autor da ständig als „Fakten“ darstellt sind einerseits Presse-Einzeler von Spielern, HC und GM – und das was man der Presse weitergibt ist natürlich nicht im geringsten die ganze Wahrheit, oder oft nichtmal ein Teil davon – und andererseits reine Spekulation seinerseits basierend auf Gerüchten (genau das, was er an der Gegenseite so kritisiert) im zweiten Abschnitt, wo es darum geht, ob Gutekunst Rodgers zu wenige Waffen zur Verfügung stellt.

    Ist halt ein wenig blöd, wenn man selber das komplett Gleiche macht, was einen an den anderen so stört – nur dass man halt möglichst oft „Fakten“ einbaut.

    P.S.: Ich glaub in dem Artikel geht es um Fakten…

  30. Ich bin im Packers Discord… Und ich geb zu, es ist sehr… schwierig momentan. Es gibt nur 2,3 „analytics guys“ und man muss echt wegen ALLEM diskutieren. Und wehe man behauptet, die Person des Runningbacks ist nicht so wichtig für das Laufspiel… Dann liegen die Mistgabeln und Fackeln schon bereit.

  31. @Deeo: Man hat halt den Impuls die Moves des eigenen Teams schönzureden. Ging mir vor 2 Jahren bei den Patriots und Sony Michel nicht anders. Inzwischen bin ich auch gscheiter und red mir nicht mehr ein, dass ein RB irgendeinen Unterschied macht.

  32. Mit den UDFAs gibts jetzt doch noch einen WR… Haha…

    Darrell Stewart, WR, 6-0, 212, Michigan State

  33. Wobei Michel ja immerhin als Runningback interessant ist. Bei Dillon weiß ich weder, wie man auf die Idee kommt einen so begrenzten Spieler zu draften, noch, wie man ihn so hoch ziehen kann. Der lief bei der RB Evaluierung unter ferner liefern…
    Und dann addieren wir positional value….

  34. https://www.espn.com/nfl/story/_/id/29113276/2020-nfl-draft-surprises-why-did-packers-eagles-draft-quarterbacks-jordan-love-jalen-hurts

    Bill Barnwells Gedanken zum Thema. Natürlich hat er auch recht bzgl. des ersten Jahres für einen WR. Aber Rodgers wird auch in 2 Jahren noch da sein mit seinen Cap Hit. Und man draftet ja nunmal für die Zukunft und da komm ich mit den Picks in der 2/3ten Runde einfach nicht klar. Was Rodgers halt klar fehlt, ist eine sichere Anspielstation a la Jordy Nelson, der insbesondere in den Scrambles genau das macht was Rodgers von ihm will. Diese Chemistry fehlt einfach komplett mit den jetzigen Receivern. Wenn Rodgers vor 3-4 Jahren den Ball länger als 4 Sekunden hatte, war mindestens Jordy frei, bzw. hat Jordy zum QB zurückgearbeitet. Sicherlich hat das nicht so viel gebracht, wie ein normaler Pass. Aber doch weitaus mehr als die gefühlten dutzende Throwaways heutzutage.

  35. Sönke,
    Sorry aber das is Blödsinn. Schau dir die Spiele an. ALLE (wirklich alle) arbeiten bei dem langen plays wieder zurück und er hat ne anspielstation in Adams momentan. Bei extrem vielen throwaways hat er einfach oft den Ball zu lang gehalten (wollte vermutlich mehr und hat deshalb nicht den einfachen Pass genommen)

  36. Eine Theorie besagt ja, dass Rodgers schon immer ein eher vorsichtiger QB war, aber je schlechter sein Receiver-Corps wurde umso stärker war die Ausprägung seiner negativen Tendenzen im Spiel.

    Rodgers ist wohl noch mehr als andere Elite-QBs abhängig davon, sehr gute Receiver zu haben, denen er vertraut. Hatte er die, hat er die NFL in Schutt und Asche gelegt wie heute nur noch vielleicht ein Mahomes.

    Es besteht kein Zweifel, dass der WR-Corps trotz Adams als echter #1 mies ist. Und das fokussiert die schlechte Seite von Aaron Rodgers.

  37. @Philipp S.

    In Sportarten (Fussball z.B.) wo der Zufall eine große Rolle spielt kann man sich Diven erlauben. Im Football funktionieren Sie meiner Meinung nach (zumindest auf gewissen Positionen) nur wenn Sie außerhalb des Platzes Diven sind aber auf dem Platz , im Training usw. funktionieren. Außerhalb des Platzes verhält sich Rodgers in den Medien nicht wie eine Diva. Verkauft sich teils sensationell, obwohl es ja auch negative Themen abseits des Platzes bei ihm gibt (sei asozialer Umgang mit seiner Familie usw.) Sein Image zusammen mit seinen teils überirdischen Improvisationsplays führte auch dazu, dass er in der Darstellung, meiner Meinung nach, gewaltig überhöht wurde. Dieser mit Superlativen überhäufte Status führt jetzt auch zu den heftigen Reaktionen wenn man ihn kritisiert, da er ja für manche der Beste Quarterback sein soll den das Spiel je gesehen hat.

    Wie Korsakoff richtig schreibt ist im Football vieles Timing und einstudiert. Wenn jetzt ein Spieler, noch dazu der Quarterback alles was du vorbereitet hat konterkariert, kann er der beste Spieler der Welt sein du wirst mittelfristig gegen weniger talentierten Gegner verlieren, wenn diese versuchen, dass vorher Einstudierte umzusetzen. Es ist ja quasi eine eingeübte Standardsituation nach der anderen, erst wenn diese einstudierte Situation aufgrund des Gegners nicht funktioniert kommt Improvisation ins Spiel. Rodgers macht aber auf dem Platz was er will und nicht was vorher „vereinbart“ war und das macht sein Spiel seit ein paar Jahren toxisch für das ganze Team.

    Rodgers ist quasi die Antithese zu Dan Marino. Marino war nicht der hellste, hatte aufgrund des schlechten Managements seine ganze Karriere höchstens mittelmäßige NFL Kader um sich herum war somit permanent zum Improvisieren gezwungen, versuchte aber immer erst einmal die von Shula erdachten Spielsituationen umzusetzen. Es wäre so spannend die beiden 1 zu 1 einzutauschen um zu sehen, was dann aus beiden geworden wäre. Ich vermute Rodgers hätte dann nie diesen Legendenstatus erreicht und Marino wäre vermutlich nicht so schnell in Vergessenheit geraten, wenn es um die besten QBs aller Zeiten geht…

  38. @nil:
    Da sind sicherlich einige Punkte dabei.
    Ich möchte aber zu bedenken geben, dass Zeit bzw. Veränderung ein relevanter Faktor ist.
    Wir tendieren dazu absolute Urteile zu fällen, die Allgemeingültigkeit beanspruchen; wir finden Konstanz unheimlich geil. In Wahrheit herrscht aber immer Veränderung, nicht nur, was sportliche Leistungsfähigkeit angeht, auch was unsere Beziehungen angeht, was unsere Verhaltensweisen angeht.
    Nur weil Rodgers heute nicht der GOAT ist, heißt das nicht, dass er nie der beste qb war. Nur weil Rodgers in den letzten Jahren überschätzt wurde schließt dass nicht aus, dass er heute unterschätzt wird. Rodgers Improvisationstentenz muss kein einprogrammierter Wert sein, der schon immer da war und bis in alle Ewigkeit gleich bleibt, sondern ist viel wahrscheinlicher erlerntes Verhalten. Genau das gleichebetrifft die coachbarkeit- sowas ist nicht entweder da oder nicht, sondern kann sich wandeln.

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