NFL Power Ranking 2019 – Woche 11: Von Esume zu Lamar Jackson

Update 18h30: Expected-Wins sind nun gefixt.


Lass uns diese Woche mit Patrick Esume beginnen.

Esume, der felsenfest von der hohen Qualität des Seahawks-Laufspiels als Trigger hinter dem Durchbruch von Russell Wilson ist, bekam von @Jannis_Wiese diesen zugegeben eher unschönen Tweet („Clown“) entgegengeworfen, der mit DVOA argumentierte:

DVOA ist die Metrik von Football-Outsiders‘ Aaron Schatz, einem der Urväter der Football-Analytics, der die Effizienz der einzelnen Spielzüge in Relation zum Erwartungswert setzt. Esume setzte sich erst gar nicht ernsthaft mit dem Inhalt des Tweets auseinander, sondern ließ sich lieber in seinem gemeinsam mit Björn Werner betriebenen „Bromance-Podcast“ über Analytics und die Bürokleber, die nie Football gespielt haben, aus:

Die Art und Weise, wie Esume Advanced Stats und berechtigte Einwände abkanzelt („DVO… DVA.. keine Ahnung wie das heißt“, „Twitter-Trolle“, „Statistik-Wälzer“, „geht mir nicht auf die Eier von Shit von dem ihr keine Ahnung habt“), ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Analytics in bestimmten Kreisen ein Fremdwort bleibt.

Ich gebe zu: Esumes Rant ist sehr überzeugend. Unbedarfte Hörer des Podcasts sind jetzt mit 100%iger Sicherheit davon überzeugt, dass Advanced-Stats totaler Bullshit sind und ins Reich der Fantasie gehören. Insofern erreicht Esume immerhin eins: Sein Ziel.

Doch von einem Football-Experten, und sei er wie Esume ein Coach mit unbestritten hohem Sachverstand, erwarte ich mehr. Ich erwarte, dass er mir das Spiel besser erklären kann – und wenn es aus dem Game-Tape so schwierig zu erkennen ist, dass das Seahawks-Laufspiel hochprozentig in einer Menschenmauer verendet, dann sollte man Advanced-Stats zu Hilfe nehmen um diese Tendenzen zu bemerken.

Und um die Vorbereitung für das nächste Spiel – sei es als Offensive Coordinator, Defensive Coordinator oder gemeiner Fan mit Bierbauch im Sofa – nicht unter völlig falschen Grundannahmen anzugehen.

Um es deutlicher zu sagen: Esume, bei mir lange Zeit durchaus sehr geschätzt, disqualifiziert sich bei mir mit solchen Aussagen zunehmend als ernst zu nehmender Experte – unabhängig von dieser unnötigen Hybris „wir Footballmenschen gegen euch Sesselkleber“.

Das Gute? Wir Sesselmenschen wissen den Wert von Advanced-Stats zu schätzen. Und das gibt mir die Chance, eben jenes Laufspiel zu thematisieren – denn es gibt dort tatsächlich Klärungsbedarf.

Was ist Laufspiel und wie wird es bewertet?

„Laufspiel“ ist für Esume alles, was mit dem Ball in der Hand die Line of Scrimmage überquert. Klingt logisch – doch greift zu kurz, wenn wir mit der Statistik das abbilden wollen, was am Feld vor sich geht: Dass Quarterback-Scrambling als Passspielzug designt ist und als solches auch erstmal gespielt und verteidigt wird. Quarterback-Scrambling unterscheidet sich von designten Quarterback-Runs insofern, dass letztere bereits als Run-Plays designt wurden, und vom Snap an auch so geblockt und verteidigt werden.

Für meinen Teil habe ich deshalb in dieser Saison die Definition übernommen, QB-Scrambling zum Passspiel (oder besser: „Dropbacks“) zu zählen – eben weil es als Pass designt und auch verteidigt wird. Wenn Russell Wilson nach zehn Sekunden ohne offenen Receiver mit dem Ball in der Hand zum 1st Down losläuft, mag das als Lauf-Yards zählen. Doch mir erzählt kein Football-Coach, dass Offense und Defense dabei primär Run gespielt haben.

Der QB-Scramble ist die Notfalloption. Sie wird hoffentlich als letzte Option mit eingeplant – gerade bei mobilen QBs wie bei Josh Allen, Trubisky oder Wilson. Doch sie ist nicht Plan A oder B und wohl auch nicht Plan C des Spielzugdesigns.

DVOA ist eine gute Metrik, doch auch sie hat eine Schwäche: Sie wertet QB-Scrambling als Laufspiel. Insofern halte ich es lieber mit der Eigendefinition, die sich auch auf Twitter durchgesetzt hat und QB-Scrambles zum Passspiel zählen. Aber DVOA ist besser als die quasi wertlosen Total-Stats, mit denen Esume argumentiert („Die Hawks sind #6, weil sie drölfhundertsechzig Yards pro Game rushen und deswegen sind nur 5 Teams besser“).

Noch da?

Dann habe ich noch ein paar Ergänzungen / Gedanken zum Thema, bei dem ich durchaus offen bin für Gegenargumente:

  1. QB-Scrambling und designtes QB-Running ist zunehmend schwer voneinander zu trennen. Vor allem bei einem Lamar Jackson sehe ich prinzipiell kaum noch den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen.
  2. RPO (Run/Pass Options). Grauzone auch bei den immer häufiger gespielten Run/Pass Options, die zumindest im Line-Blocking als Lauf beginnen. Ich ordne RPO der Option zu, für die sich der Quarterback entscheidet – behält er den Ball oder übergibt an den Runningback, ist es designter Lauf und somit Laufspiel. Wirft er, ist es Pass. Warum dieses Handling und keine analoge Haltung wie bei QB-Läufen: QB-Scrambling ist eine letzte Notfalloption in einem Passspielzug. Pass in RPO ist ein für das Spielzugdesign zentraler Bestandteil.
  3. Shovel/Tapped Passes. Esume hat bestimmt recht mit seiner Anmerkung, dass Shovel-Passes und kurze, nach vorn übergebene Bälle z.B. bei Sweeps für die Defense Laufspiel sind. Im Play-by-Play sind sie allerdings als Vorwärtspass gekennzeichnet und sind auch unter Zuhilfenahme der Air-Yards nicht sauber als Shovel-Passes zu identifizieren. Das ist das eine Argument, sie als Pässe zu führen. Das andere: Bei Shovel-Pässen ist die Fumble-Gefahr, die Running-Plays ja leider „auszeichnet“, so gut wie ausgeschaltet. Fazit: Ich würde diese Plays lieber als Runs führen, sehe aber technisch keine Möglichkeit dazu.
  4. Handarbeit: Das frei zugängliche NFLscrapR Package ist sensationell, aber man muss sich diese hier diskutierten Definitionen von Lauf und Pass dort selbst dazubauen. Sie sind standardmäßig nicht inkludiert.
  5. Verschwimmende Grenzen zwischen Run und Pass. Mit all den zunehmenden Kniffen – QB-Running, RPO, Shovel-Pässe, Datenunsicherheit – verschwimmen an vielen Stellen auch am Spielfeld die Grenzen zwischen Lauf und Pass. Punkt ist: Defenses müssen sich Snap für Snap auf mehr vorbereiten als reine Ballübergabe an den Runningback oder Decken von Receivern. Insofern kann ich auch ein Anzweifeln der hier aufgeführten Gedanken und Definitionen nachvollziehen. Was ist nicht nachvollziehen kann, ist desinteressiertes Bashing à la Esume.
  6. Verwende Rate-Stats! Und noch eins: Verwende keine Total-Stats. Als Volumenstats sind sie kaum relevant um eine Aussage über die Qualität am Spielfeld zu treffen. Yards pro Play ist besser, wenn auch für Laufspiel schon wieder sehr volatil. Success-Rate ist besser, aber EPA/Play (Expected Points Added pro Play) ist die momentan beste verfügbare Statistik (am stabilsten und am besten korrelierend mit Sieg/Niederlage). Und sie ist gratis. Nutze sie!

Ich hoffe, ich habe damit mehr Erleuchtung ins Thema gebracht, als Twitter-Trolle, die Statistik-Wälzer abarbeiten und im Gegensatz zu den Footballmenschen keine Ahnung davon haben worum es geht und daher s’Maul halten sollen und mir nicht auf die Eier gehen sollen.

Wie gut sind denn nun die Seahawks-Läufer?

Und ja: Die Seahawks sind schwach in all den Facetten des Laufspiels, das nicht über Russell Wilson geht:

  • Runningbacks und designtes QB-Laufspiel: -0.13 EPA/Run, #23 der NFL
  • Nur Runningbacks: -0.14 EPA/Play, #25 der NFL
  • Nur Wilson-Scrambling: +0.22 EPA/Play
  • Wilson Scrambling + Rushing: +0.18 EPA/Play

Fazit: Das Seahawks-Laufspiel wirkt nur deshalb auf der Oberfläche überhaupt passabel, weil Russell Wilsons ein grandioser Scrambler ist.

Und damit ist die Behauptung, dass Russell Wilson vor allem deshalb so gut ist weil er dominante Unterstützung vom Seahawks-Laufspiel bekommt, aus meiner Sicht falsch. Nicht knapp falsch. Sondern sehr deutlich am Ziel danebengeschossen von jemandem, der es besser wissen sollte.

EPA/Play nach Woche 11

Damit zum Effizienz-Graph nach Woche 11 – auf der x-Achse (horizontal) die Qualität der Offense, auf der y-Achse die Qualität der Defense. Oben rechts („dort, wo kein Team platziert ist“) sind die dominanten Teams in Offense und Defense.

NFL 2019 - EPA Woche 11

Wir sehen:

  • Baltimore ist mittlerweile die beste Offense in der NFL, und sie sind es recht deutlich vor Dallas.
  • Regression setzt überall ein: Die Jets, vor kurzem noch abgeschlagen in der Offense, sind mittlerweile bei immer noch üblen, aber zumindest vertretbaren, -0.17 EPA/Play in der Offense
  • Auch die schlechtesten Defenses sind nun schon deutlich innerhalb der 0.20 EPA/Play Grenzen angekommen. Die NFL zieht dich immer zurück in die Mitte!

Offense nach Run und Pass

Schauen wir uns die Offense aufgesplittet nach Dropbacks und Laufspiel nach obiger Definition an, so sehen wir: Baltimore ist ein Monster. Und ich meine: Monster!

NFL 2019 - EPA Offense Woche 11

Die Ravens sind nach EPA/Play die #1 nach Passspiel und Laufspiel! Bemerkenswert dabei ist: Obwohl Baltimore mit 0.12 EPA/Run effizienter als jede andere Rushing-Offense der NFL ist, drückt das Ravens-Laufspiel weiterhin die Effizienz der kompletten Offense:

  • Ravens-Dropbacks: 0.35 EPA/Dropback
  • Ravens-Rushing: 0.12 EPA/Rush

Baltimore ist nämlich das fünf-lauflastigste Team in Early-Downs – also dann, wenn die Defenses am wenigsten mit dem Pass rechnen. Die Ravens haben 51% Early-Down Rushing-Quote – und sie laufen auch in diesen frühen Downs verdammt erfolgreich: 6.1 Yards/Run, 0.11 EPA/Run.

Doch Early-Down Passing ist noch besser: 7.1 NY/A, 0.27 EPA/Dropback. Es ist also noch Luft nach oben, auch wenn ich nicht glaube, dass die Ravens im weiteren Saisonverlauf deutlich passlastiger in Early-Downs werden.

Was die Ravens-Offense 2019 auszeichnet, kann man in einer detaillierten Datenstudie von PFFs Timo Riske nachlesen (PFF-Abo notwendig). Der Artikel geht viel tiefer, aber hier ein paar quicke Auszüge:

  • Die Ravens sind anders gebaut als jede andere Top-Offense der letzten 13 Jahre: Sie sind nur durchschnittlich passlastig und machen nur ca. die Hälfte ihrer EPA durch Passing.
  • Sie haben auffällig viel QB-Scrambling und nehmen ganz wenige Sacks.
  • Ihr Passspiel ist trotz allem effizienter als das Laufspiel.
  • Die Receiver laufen die dritt-tiefsten Routen aller Mannschaften.
  • Die Pistol-Formation ist ihr Trademark. Sie wird 10x häufiger verwendet als beim nächst-häufigsten Team, und vor allem das Play-Action Spiel daraus ist sensationell gut.
  • Sie verzichten fast völlig auf den ineffizientesten Spielzug im Football: Handoff an den Runningback von QB under center.

Power-Ranking

Weiter zum Power-Ranking, wo leichte Adjustments im Vergleich zum Graph oben (etwas höhere Gewichtung für Early-Downs und minimales Schedule-Adjustment) dafür sorgen, dass die Chiefs als #2 Offense rauslaufen.

Baltimore ist auch overall die neue #1! Weil die Ravens nicht bloß die beste Offense der NFL haben, sondern ihre Defense mittlerweile auch überdurchschnittlich performt, ziehen die Ravens knapp an den bislang führenden Patriots vorbei.

San Francisco, vor kurzem noch die #1, fällt nach der zweiten suboptimalen Performance nacheinander auf #4 ab. Wenn man sich anschaut, dass die Niners bislang den drittleichtesten Schedule gespielt haben, aber noch den schwersten vor sich haben, dann kann man sich durchaus auch Szenarien ausmalen, in denen Teams wie die Packers (8-2 Bilanz / bislang #5 Schedule, ab jetzt #24 Schedule) noch an den Niners als NFC #1 vorbeiziehen. Das Sunday Night Game am Sonntag (Niners vs. Packers) kommt genau zur richtigen Zeit.

Broncos trotz 3-7 Bilanz auf #16 im Power-Ranking. Hätteste nicht gedacht, oder? Aber Denvers Offense ist nach EPA/Play gar nicht so schlecht: #19 der NFL.

  • Run: -0.04 EPA/Run, #12 der NFL
  • Pass: 0.02 EPA/Dropback, #24 der NFL

Jets, vor kurzem sogar noch hinter den Dolphins die #32, klettern schnell. Die noch sieglosen Bengals sind trotz 0-10 nach EPA/Play nur das viertschlechteste Team der NFL-Saison.

Update 12h30 NB: Die Expected Wins Spalte muss ich nochmal anschauen. Sie ist glaube ich zerschossen. Danke an die Leser, denen das aufgefallen ist.

Update 18h30: Expected-Wins Spalte ist nun gefixt.

NFL Power Ranking 2019 - Woche 11

Zu den Spalten: Die Spalte Rank zeigt die aktuelle Platzierung. LW war die Platzierung letzte Woche. WP% ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Team auf neutralem Boden gegen ein durchschnittliches NFL-Team gewinnen würde – nach diesem Kriterium sind die Teams sortiert. Bilanz ist die aktuelle Win/Loss Bilanz. Exp.Wins ist die erwartete Anzahl der Siege am Saisonende. Sie ist die Summe zwischen den aktuellen Siegen und den noch zu erwartenden Siegen aus den ausstehenden Spielen der Trams. OFF und DEF sind das Ranking in Offense und Defense. Schedule past ist die Stärke des bisherigen Schedules. Schedule future ist die Qualität des künftigen künftige Schedule.

Wahrscheinlichkeiten für Woche 12 

Letzte Woche haben 11 von 14 Favoriten nach den Metriken dieses Rankings die Spiele gewonnen. Die Bilanzen der letzten fünf Wochen damit:

Week 7: 11-2
Week 8: 13-2
Week 9: 12-2
Week 10: 6-7
Week 11: 10-3

Hier noch die Wahrscheinlichkeiten für die nächste Woche:

Wahrscheinlichkeiten - Woche 12

41 Kommentare zu “NFL Power Ranking 2019 – Woche 11: Von Esume zu Lamar Jackson

  1. Großartig, wenn ich auch das Gefühl habe, daß Esume das nicht ernst nimmt 😉

    Mann könnte noch ergänzen, daß nicht nur Laufspiel, das „nach hinten geht“ (O-Ton Esume) negatives Laufspiel ist, sondern viel mehr Plays wie kurze Runs.

    Es ist ja purer Wahnsinn, daß ein kurzer Run bei 2nd & 1 auch mit einer 1st Down Conversion negative EPA bringt, weil die Offenses so explosiv geworden sind. Aber wenn du ihm/ihnen das erzählst, schalten sie wahrscheinlich eh komplett ab…

    Keep on going, ich liebe diese anderen Perspektiven!

  2. Ja, das ist ein guter Punkt: Ein 3-yds Lauf bei 1st & 10 ist ein negativer Spielzug, auch wenn er „nach vorne“ geht.

    Was bei Laufspielzügen übrigens insbesondere Killer sind – noch deutlicher als man es eigentlich meinen würde:

    1. Fumbles
    2. Holding-Strafen

    EPA zeigt den negativen Impact dieser Plays besonders deutlich auf.

    Vergleich: Passspiel hat auch Holding und Fumbles und zudem Interceptions und Incompletions, und ist dennoch wesentlich effizienter:

    Dropback/Pass = +0.10 EPA/Play
    Run: -0.07 EPA/Run

  3. Chiefs Offense immer noch auf 2 überrascht. Vor allem nach dem schlechten Spiel gegen die Chargers, aber gut Woche davor war Mahomes viel besser. Mag statistisch alles korrekt sein, gefühlt hätte ich gedacht Dallas ist besser. Wenn die Cowboys 8-2 wären oder zumindest die Jets geschlagen hätten, wäre Dak mit Wilson hinter Lamar in der MVP Diskussion. Er spielt mit Abstand das beste Jahr seiner Karriere. Aber gut was die Cowboys sonst noch so machen ist eine andere Diskussion…

  4. Ich finde diese Haltung von Esume ja faszinierend um nicht zu sagen erschreckend.

    Etwas abzukanzeln ohne auch nur im geringsten sich damit beschäftigt zu haben ist eine so furchtbare Geisteshaltung. Gelebte Vorurteile und Arroganz; mal abgesehen davon, dass ich die mitschwingende Macho-Masche auch nicht leiden kann.

    Die Topperformer in ihrem Gebiet, mit denen ich mich bisher beschäftigt habe, interessieren sich immer für neues, sind immer am Arbeiten, anpassen und weiterentwickeln. Ein Bill Belichick würde niemals sagen: Wir machen das so wie wir das immer gemacht haben (weil wir das schon immer so gemacht haben)

    Hinzu kommt, dass es so peinlich ist. John Harbaugh, dem ich dann doch auch mehr klassisches Footballverständnis als Esume attestieren würde, und letztens ja auch, mit Abstrichen, Ron Rivera, haben sich zu Analytics bekannt. Pff hat wohl alle NFL Teams als Kunden… nicht nachvollziehbar, wie man sich so selbstüberhöhen kann.

  5. Auch die expected Wins bei den Broncos scheinen mir deutlich zu hoch angesetzt mit 8,5. Vielleicht sind die miteinander vertauscht worden?

  6. Ich sehe shovel passes einfach nur als eine andere Form der Ballübergabe, im Prinzip wie ein Toss, mit dem Bonus das man nicht fumbeln kann.
    Wenn man es als Regelexploit wertet könnte es ja auch zu einer Regeländerung kommen die z.B. Ballübrgaben hinter der Los oder in der Tacklebox unanhängig von der Richtung als runübergabe wertet. Dann kann man halt auch bei vorwärtspässen fumbeln. Finde ich prinzipiell nicht schlimm.
    Das shovle passes in den Playdaten als Pass auftaucht ist ein Problem der Playdaten. vllt sollten da einfach detailliertere infos in die playdaten, Run/pass/playaction/“backfield-pass“

  7. Und dennoch hören sich die Leute lieber den Esume Podcast statt dem von Adrian Franke oder Sofa-Quarterbacks an…und schauen sich Einzelspiele lieber auf Prosieben statt auf DAZN oder CBS (gratis über ustvnow) an. Zumindest in meinem Bekanntenkreis. Ständig wird berichtet, dass Sie den Sport hier populärer gemacht haben. Das sie dies mit dem Wissensstand der 90er tun, ist kaum einem Bekannt. Aber wie sagt man so schön: „Unter den Blinden ist der Einäugige König“. Dank Romo wurde auch so ein Gegurke zwischen Pats und Eagles noch unterhaltsam und witzig.

    Zum Powerranking: Diese Woche 3 spannende Matchups (Colts-Texans, Cowboys-Pats und Packers-49ers). Alle mit winning Record. Zwei Matchups zwischen „Tabellennachbarn“. Das kann ein spannendes Wochenende geben. Ich freu mich.

  8. Finde die Unterteilung etwas schwierig, was zum Pass und zum Lauf gerechnet wird. Denn eine nicht unbeträchtliche Menge Scrambles (insb. mobiler QBs) entstehen ja gewissermaßen aus Pass-Run-Options. Bspw.: PA Rollout, bei der der erste Read Richtung des Spielers geht, der auf die Seite mit rauskommt auf einer Flat, Out oder (seltener) Corner Route, und falls nicht frei, läuft/scramblet der QB selber. Also letztlich ein nicht unähnliches Prinzip wie bei der RPO (lediglich die Option verzögert), aber hier soll dann alles zum Pass gerechnet werden? Ist ja nicht immer einfach vom spontanen Scramble zu unterscheiden, der ja auf denselben Voraussetzungen beruht (Receiver gecovert). Wenn, dann müsste man das konsistent handhaben.

    Stimme aber zu, dass man Pass und Run Plays gar nicht mehr so stark trennen kann. Vielleicht gibts da doch mehr Synergien als gedacht?

  9. Tweets wie der von dir angeführte machen die Sache nicht unbedingt einfacher. Gut, dass du dich um eine sachliche Diskussion bemühst; langfristig wird sich das vielleicht auch bei Esume und Co. auswirken.

    Und auch die ran-Übertragung würde ich differenziert betrachten. Man muss die Art der Sendung und den unterhaltenden Anteil nicht gut heißen, aber wer’s mag.. Nicht jeder ran Zuschauer muss deswegen ahnungslos sein. Und gerade die College Übertragung am Samstag Abend ist völlig in Ordnung. Da ich mich nicht für College-Football bzw. für ein spezielles Team interessiere, trotzdem aber gerne mal ein Spiel sehe, kommt mir dieses Format entgegen, wo einfach mal ein launiger Samstag-Abend bei rumkommt. Dass das nicht jedem gefällt, ist mir schon klar. Aber es gibt ja zumeist mehr als nur die eigene Perspektive.

  10. Ich habe mir vor ein paar Monaten mal die ersten 30 Minuten des Podcasts von Esume und Werner angehört und es hat mich echt erschreckt. Der Humor auf RTL2 Niveau, inhaltlich eigentlich nur gefühlte Fakten und viel Wertendes ohne es irgendwie substantiell zu untermauern.
    Als Kommentator habe ich die beiden dank NFL Gamepass nie verfolgt, ihre (Fake) Infotainment Anlage passt aber sehr gut dazu wie der Sport auch immer mehr im amerikanischen TV angelegt wird.
    Für mich ist und bleibt immer noch Christopher D. Ryan (gefolgt von Adrian Franke) die Benchmark was NFL Berichterstattung im deutschsprachigen TV/Stream betrifft. Vielleicht sollte sich Esume in der Offseason mal mit seiner Arbeit vertraut machen oder mit ihm persönlich arbeiten…

    PS: Bei den Saints ist in deinem Powerranking die Defense besser als die Offense, dass deckt sich mit meinem faktenbefreiten gefühlten Auge als einer der alle Saints Snaps mehrfach schaut…

  11. Ist doch Zeitverschwendung jemanden von etwas überzeugen zu wollen von dem er absolut nichts wissen will.

  12. @tripleoptionblog:

    Die Konsistenz ist insofern gegeben, dass diese designten QB-Runs schon im Play-by-Play der NFL so gut es geht getrennt werden. (was bei RPO nicht der Fall ist)

    Dass das an einigen Stellen zu kurz greift, ist mir bewusst. Sie wäre nur mit detailliertem Scouting zu beheben.

    Dass vor allem die Lamar-Jackson-Offense dem ganzen Thema eine ganz neue Dimension gibt und im Prinzip schon eine fortgeschrittene Stufe von „Total Football“ ist: Auch klar. Lamar Jackson ist eigentlich nicht mehr Passing- oder Rushing-Gefahr, sondern beides in einem im selben Spielzug – und v.a. in jedem Spielzug, und gleichzeitig auch noch ein fast perfekter Trigger für das konventionelle Running.

    Doch die Unterschiede sind nicht so gravierend wie man meinen würde.

    Ohne Scrambling (also designte QB-Runs noch immer Runs, aber Scrambling kein Passing mehr) sieht der Graph so aus und Passspiel ist noch immer 0.10 EPA/Pass und Rushing noch immer -0.07 EPA/Run im Schnitt NFL-weit:

    Rechnen wir das QB-Scrambling vollumfänglich zum Passspiel, sähe es so aus:
    EPA/Pass = +0.09, EPA/Run = -0.04

    Und hier der Graph (man bemerke die neue y-Achse, weil die Ravens hier alle Dimensionen sprengen, aber noch immer effizienter im Passing als im Laufspiel wären!):

    Selbst wenn wir den Kardinalsfehler begehen und das Dropback-Scramling rein als Laufspiel zählen, ist Passspiel noch dominant und die Graphen sehen relativ ähnlich aus. Die Testmenge dieser QB-Runs/Scrambles ist einfach eher gering.

    Hoffe, das hilft als Einordnung.

  13. @Moris1610: Daks MVP-Kandidatur wird auch mit dem 6-4 Record lauter, weil immer mehr Menschen beginnen zu verstehen, dass er und nicht Zeke der Antreiber der Offense ist.

    Dak kann am Sonntag in New England mit einer starken Performance ein gewaltiges Statement für sich abgeben.

  14. @blub: Ja, wenn ich den Shovel-Pass als solchen aus dem Play-by-Play identifizieren könnte, würde ich ihn zum Lauf zählen. Aber es gibt keine Möglichkeit dazu.

  15. RE: Ran hat Football populär gemacht.

    Mein Stil ist es nicht, was sie veranstalten, aber: RAN macht einen guten Job, weil sie viel mehr Leute für Football begeistern konnten als zumindest ich jemals gedacht hatte. Ich war eher skeptisch: Komplizierte, fremde Sportart, keine/kaum Deutsche, ungünstige Übertragungszeiten.

    Dann war ich skeptisch, ob es nach Buschmann so weitergehen würde.

    Ist alles passiert, und bei den Spielen, die ich auf RAN geschaut habe (v.a. Playoffs 2017/18), muss ich sagen: Kudos. War sehr gut gemacht und auch von Esume prinzipiell exzellent analysiert und kommentiert.

    Warum man jetzt so auf die nachgewiesen falschen „Establish the Run“-Schiene abfährt und das Publikum damit falsch erzieht, bleibt schleierhaft. Es ist nicht notwendig. Das Publikum kann auch unterhalten werden, wenn man die Wahrheit erzählt.

    Ich gebe aber auch zu, dass dies dem Großteil des Publikums wohl aber wurscht sein wird. Und vielleicht ist es auch total egal, wenn man sich einmal die Woche – am Sonntagabend – für drei Stunden mit ein paar Bier und Kumpels vorn Fernseher hockt um einen gemütlichen Abend zu verbringen.

    Fragwürdig bleiben die Aussagen trotzem.

  16. @Mike:
    Aktuelle Siegbilanz + erwartete Siege im restlichen Spielplan

    Input für die erwarteten Siege im restlichen Spielplan: Eigene Stärke nach den Metriken dieses Power-Rankings, gegnerische Stärke + Heimvorteil.

  17. Danke für die schnelle Antwort. Allerdings erstaunt mich dann die Quote von 11.8 für die Packers wenn ich mir den Schedule der 49ers anschaue. Wie wird das gewichtet?

  18. Das Modell sieht 3.8 Siege in den restlichen 6 Spielen kommen.

    Packers haben schon 8 Siege, und nur mehr zwei richtig schwierige Prüfungen im Schedule: @49ers (38% Siegchance nach den Metriken dieses Modells!) und @Vikings.

    @Giants, Redskins, Bears und @Lions sind alles machbare Aufgaben, in denen Green Bay Stand jetzt klar zu favorisieren ist.

  19. Ich glaube wir verstehen uns da falsch. Ich wundere mich ja ganz genau darüber, dass der schwere Schedule der 49ers im Vergleich zu den Packers, nicht stärker durchschlägt.

  20. Benchmark-Blogeintrag. Bezüglich aller Themen UND insbesondere dem Umgang damit.
    Ich würde mir echt wünschen, dass auch ein Patrick Esume diesen lesen würde und dann seine zum Teil herablassenden Aussagen etwas überdenkt (er wurde als Clown bezeichnet, das hilft auch keinem und provoziert eher solche Rants).

  21. @Öwi: 100% Zustimmung. Ich verunglimpfe doch niemand als „Clown“, wenn ich möchte, dass er meinen Argumenten gegenüber offen ist.
    Im inhaltlichen Kern geht es ja primär darum, wie jeder für sich Laufspiel definiert. Und die Diskussion ließe sich ganz sachlich und entspannt führen, zumal wir alle Fans des gleichen Sports sind. Wäre ein superhörenswerter Podcast.

  22. Ganz stark.

    Das ist Premium-Content hier, warum kriegen das andere nicht hin? Ich meine z.B. Spox. Stimme auch zu, dass der Ausgangs Tweet nicht geeignet war für eine ernsthafte Auseinandersetzung, aber ich habe das Gefühl, Esume hätte es eh nicht anders gemacht.

  23. @Mike: Ein paar Bemerkungen dazu:

    – Packers haben nur mehr 2 Heimspiele, SF hat 3 (das berücksichtige ich im Ranking der Schedules nicht – sollte ich aber vielleicht!)

    49ers-Schedule ist ohne Heim-Adjustment 0.60
    Packers ohne Heim-Adjustment 0.47

    – 49ers haben das um ein paar Prozentpunkte bessere Team und das direkte Duell zuhause (62% Favoritenstatus vs. GB)

    – Packers haben trotzdem 0.3 Siege in der Erwartungshaltung. Das ist nicht viel, aber Coaches schieben das ganze Jahr um sich solche Vorteile zu erarbeiten.

  24. @Dizzy: Heimvorteil ist in diesem Ranking bei 50/50 Verteilung der Stärke 57%. Je größer der Talentgap wird, desto „geringer“ wird natürlich der Heimvorteil, aber der Koeffizient bleibt immer der gleiche.

    Ich würde eher als Team-für-Team den Heimvorteil für bestimmte Wochenenden nach oben setzen, z.B. Thursday Night Games oder das Divisional-Wochenende.

  25. @korsakoff:

    Sorry für die späte Rückmeldung, war mit meinem Krams etwas beschäftigt. Danke für die genaue Aufdröselung (sehr interessant!), aber ich hatte hier keine besondere Motivlage, das Laufspiel besser dastehen zu lassen. Ich weiß auch, dass Passspiel grundsätzlich effektiver ist (beziehe dabei nur evtl. mehr situative & Talentfaktoren ein in meinen Analysen).
    Ging mir eher darum aufzuzeigen, dass Scrambles weit mehr, als der geneigte NFL- oder CFB-Zuschauer ahnen würde, eine weitere, durchaus explizit eingeplante Option sind (insb. bei Rollouts oder auch bei Man Coverage über das ganze Feld, also C1 mit tiefem Safety oder C0, da kann der zweite Read schon der Scramble sein). Von daher finde ich es einfach problematisch, bei RPOs (die wie Run geblockt werden und bei denen die Reaktion auf den Run die Passfenster öffnet) das Resultat zu zählen und Scrambles unterschiedslos zum Pass zu zählen.
    Ebenso ist es bei den angesprochenen Shovel Passes und bei den in letzter Zeit enorm beliebt gewordenen Pitch Passes bei Jet Sweeps. Mit ähnlichen Argumenten könnte man alle Backfield-Pässe zum Lauf zählen, weil die nach der obigen Argumentation eher als Laufspielzüge designt sind.
    Was ich insgesamt noch einmal betonen wollte: Ganz so eindeutig sind die Plays eben nicht dem einen oder anderen zuzuordnen, wie viele oft denken.

    Dass Esume da völligen Quatsch erzählt, ist ja eh klar, darum gings mir nicht (hoffe das weißt du auch).

  26. Auch Dropbacks/Passspiel sollten nicht besser dastehen als es in Wirklichkeit ist, sonst werden die falschen Schlüsse in der anderen Richtung gezogen.

    Ich sehe die meisten Problematiken ähnlich wie du, ich sehe allerdings keine bessere Möglichkeit, die Plays anders zuzuordnen – man muss allerdings auch hinzufügen, dass die Summe aus den nicht schon im Play-by-Play den designten QB-Runs zugeordneten Scrambles, Shovel-Pässen usw. eine relativ kleine Anzahl an Plays umfasst. Obwohl diese QB-Scrambles extrem effizient sind, ziehen sie das Laufspiel nicht weit nach oben.

  27. Pingback: NFL Power Ranking 2019 – Woche 12 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  28. Esume im aktuellen Bromance-Podcast, bei dem auch Buschi zu Gast war, über das Thema Social Media und die Beleidigungen dort: „Wir haben das ganze Problem jetzt auch mit Analytics, die uns erklären wollen wie Football funktioniert.“

    Er hatte die Chance es sachlich zu tun. Chance leider verpasst.

  29. Und @Korsakoff: Kriegst du die ganzen Twitter Diskussionen um deinen Blog & Esume bzw. um die jüngste Kritik wegen 20 Personnel eigentlich mit? Hat Esume eigentlich sonst noch auf irgendeine Weise auf deinen Blog Eintrag reagiert?

  30. Schade. Gerade weil sie mit Buschi ja explizit darüber geredet haben wie sachliche Kritik gar kein Problem ist, sondern nur die „Arschlöcher“ in den Social Media.

    Wasser predigen, Wein einschenken.

  31. Hier eine Abstimmung über QB-Scrambles und Lauf-vs-Pass. Wer will, kann nach den Argumenten obigen Absätzen und der Kommentarspalte hier abstimmen:

  32. Pingback: NFL Power Ranking 2019/20 – Conference Championships | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  33. Pingback: CBA und Bromance-Podcast | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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