College Football 2016 – Conference Finals Preview

Keine Spoiler der gestrigen Spiele.


Heute die letzten Conference-Finals inklusive des „Finals“ in der Big 12 (Sieger vom Bedlam-Derby gewinnt die Conference). Programm von heute (Auswahl):

  • The American: #19 Navy – Temple (18h, SPORT1 US)
  • C-USA: Louisiana Tech – Western Kentucky (18h, ESPN-Player)
  • Big 12: #9 Oklahoma – #10 Oklahoma State (18h30, FOX)
  • SEC: #1 Alabama – #15 Florida (22h, CBS Sports)
  • MWC: Wyoming – San Diego State (01h45, ESPN-Player)
  • ACC: #3 Clemson – #23 Virginia Tech (02h, SPORT1 US)
  • Big Ten #6 Wisconsin – #7 Penn State (02h, FOX)

#1 Alabama Crimson Tide – #15 Florida Gators

SEC, 22h, CBS Sports

Gehen wir in der Wichtigkeit von oben nach unten und beginnen mit dem SEC-Finale um 22h, #1 Alabama – #15 Florida. Alabama vs Florida zum vierten Mal seit 2008 im SEC-Finale. 2008 gewann Tebow mit Florida, im letzten Jahr, bevor Sabans Alabama zu „Sabans Alabama“ wurde. 2009 die Revanche der Crimson Tide, als man Tebow und Florida komplett an die Wand nagelte. Seither holte Alabama 2012, 2014 und 2015 weitere SEC-Titel bzw. 2009, 2011, 2012 und 2015 die Landesmeistertitel.

Beide Teams haben starke Defenses, aber während Alabama rund um QB Jalen Hurts auch eine Offense von Format aufstellt, hat Florida seit Jahren Probleme, Punkte aufs Tablett zu legen. Wegen anhaltender Offense-Probleme feuerte Florida vor zwei Jahren Headcoach Muschamp und installierte den ehemaligen Alabama-OffCoord Jim McElwain als neuen Cheftrainer. Aber obwohl McElwain im Kleinen an einigen Stellschrauben gedreht hat, ist die Ausbeute eher mager. Das liest sich dann grob so: 24 Punkte gegen UMass, 13 gegen Vandy, 24 gegen Georgia, 10 gegen Arkansas, 20 gegen South Carolina, 16 vs LSU, 13 bei FSU.

Ich sehe ehrlicherweise für Florida keine Hoffnung in dieser Partie. Alabamas Front Seven ist wuchtig genug um die Offense Line im Pass Rush zu überrumpeln und diszipliniert genug, dass Florida kein Laufspiel hat. Florida kann nur über Turnovers und daraus resultierende Scoring-Chancen zum Erfolg kommen, aber wenn Alabama-QB Hurts die oberste Maxime „vermeide Turnovers um jeden Preis“ befolgt, ist die Partie gegessen.

#3 Clemson Tigers – #23 Virginia Tech Hokies

ACC, 02h, SPORT1 US

#3 Clemson trifft im ACC-Finale in Orlando auf #23 Virginia Tech. Virginia Tech steht schon im ersten Jahr unter dem neuen Headcoach Fuente im Conference-Finale. Ich habe die Hokies nur zweimal dieses Jahr gesehen, aber auch in Jahr 1 nach Frank Beamer sieht die Defense altbekannt aus, mit den beiden am Seitenrand in tiefer Deckung harrenden Cornerbacks und diesem in der Spielfeldmitte lauernden Free Safety auf der Suche nach dem Big Play (sprich Turnover). Turnovers könnte ein gutes Stichwort sein, denn Clemsons Star-QB Deshaun Watson zeigt sich heuer recht anfällig gegen Turnovers (allein 14 INT).

Virginia Tech ist keine schlechte Mannschaft, aber in Spitze und Breite reicht sie nicht an Clemson heran – auch nicht an das dieses Jahr manchmal etwas sterile Clemson, das in Punkto Augentest nicht ganz an die 2015er-Version heranreicht. Und so braucht VT Turnovers um in dieser Partie mit einem scheinbar überlegenen Gegner mitgehen zu können.

#6 Wisconsin Badgers – #7 Penn State Nittany Lions

Big Ten, 02h

Das Big-Ten Finale ist das oft zitierte Duell der Überraschungsmannschaften, #6 Wisconsin Badgers vs #7 Penn State Nittany Lions. Die Partie hat Charme und dürfte schon allein aufgrund der Qualität der Defenses tendenziell eng und spannend verlaufen.

Wisconsin lebt vor allem von seiner extrem soliden Defense. Sie ist nicht so bestialisch in der Front Seven besetzt wie Michigan oder Alabama, aber sie gilt aufgrund einer hervorragenden „zweiten Reihe“ um LB Edwards, LB Biegel und LB „J.J.s brother“ Watt als schwer bezwingbar durch Laufspiel und Mitteldistanz-Passspiel. Dummerweise sind das die beiden Stärken der Penn-State Offense.

Möglich, dass sich die Nittany Lions in dieser Partie brutal schwer tun. Penn State war nicht immer die Dampfwalze der letzten Wochen. Vielmehr brauchten die Lions einige Wochen um in Schwung zu kommen. Das führte im September sogar soweit, dass Head Coach James Franklin nach dem 10-49 Debakel gegen Michigan bereits sehr konkrete Fragen zu seiner Arbeitsplatzsicherheit beantworten musste. Aber seither hat sich Penn State stabilisiert.

Ich hätte es ihnen niemals zugetraut. Never. Aber RB Sankley und QB McSorley haben einen über Jahre mausetoten Angriff wiederbelebt. Was Penn State z.B. gegen Michigan State an Offense fabrizierte, war gemessen am Standard der Lions der jüngeren Vergangenheit phänomenal. Die Frage ist, wie das gegen die Wisconsin-Defense aussieht, deren Stärken durchaus wie beschrieben genau auf Penn States Offense passen.

#9 Oklahoma Sooners – #10 Oklahoma State Cowboys

Big 12, 18h30

In der Big 12 treffen die #9 Oklahoma Sooners in Norman auf die #10 Oklahoma State Cowboys. Das Spiel ist nur über usnow.tv bei uns zu sehen, daher kurz: Oklahoma hat sich in der Offense stabilisiert. QB Mayfield spielt seit zwei Monaten sensationell, wenn auch gegen einen Schedule von überschaubarer Qualität. Die Cowboys haben ihrerseits einen guten QB in Mason Rudolph, aber Rudolph gilt unter Druck als verwundbar – und Oklahoma kann mit seiner Defense vor allem eins: Gegners QB einheizen.

#19 Navy Midshipmen – Temple Owls

The American, 18h, SPORT1 US

Rein spielerisch vielleicht das interessanteste Spiel: Das Finale der The American Conference, #19 Navy vs Temple. Ich habe es bei Football Outsiders gelesen: Navys Offense läuft seit einigen Wochen heiß. Im November hat die Navy 40 Drives gespielt und dabei 29 Touchdowns und ein Fieldgoal gemacht. Dazu sechs Drives um die Uhr zu Ende der Halbzeit runterlaufen zu lassen, zweimal Turnover on Downs und zwei Punts. Oder anders: 31 bedeutungsvolle Drives, 26 Touchdowns.

Das ist absurd.

Navy spielt seit vielen Jahren eine Triple-Option Offense aus der Flexbone-Formation, aber unter Ken Niumatalolo war sie noch nie so effizient. QB Will Worth und FB Chris High sind die beiden Trigger, ihre Success-Rate ist über 75%, was selbst in einer durchschnittlichen Conference wie der AAC unglaublich ist.

Die Navy ist „nur“ 9-2, weil sie eine Defense auffährt, die Amerika nicht beschützen könnte: #109 Defense nach ESPN-Metriken, was unterirdisch ist. Kaschieren konnte man die Probleme durch besagte fantastische Offense.

Temple wirft dem eine gute Defense entgegen, die aber einen Schwachpunkt hat: Triple-Option Offense. Gegen Army in Woche 1 wurde man für über 330 Yards überlaufen. Das trifft sich natürlich schlecht. Wenn Temple keinen Zugriff auf die Option-Runs bekommt, bleibt nur eine weitere Alternative: Eigener passgewaltiger Angriff, Punkte aufs Tablett legen um Navy zum Werfen zu zwingen. Eine für Temple riskante Strategie, da QB Walker im Aggro-Style gerne mal den einen oder anderen Ball zuviel in Gegners Hände wirft.

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