College Football 2019 Preview: Big 12 Conference

Die Big 12 Conference ist die große Redneck-Conference des College Football, mit den Flagship-Unis der Bundestaaten Texas und Oklahoma im Zentrum. Der Name der Conference ist eigentlich irreführend, denn die Conference hat nur zehn Mitglieder – das liegt an der jüngeren Vergangenheit.

Eigentlich ist die Big 12 eine relativ junge Conference. Gegründet wurde sie erst Mitte der 1990er Jahre als Zusammenschluss der alten Big 8 Conference (8 Teams um die Oklahoma Sooners und Nebraska Cornhuskers herum) und der nach zahllosen Skandalen krepierten Southwest Conference (um die Texas Longhorns und Texas A&M Aggies), die vier neue Mitglieder stellte.

Als Big 12 mischte sie in den 2000ern angeführt von den beiden dominanten Dynastien Oklahoma und Texas den College Football auf und sorgte dank Air-Raid Offense (bei Texas Tech unter Mike Leach) auch für entsprechende Innovationen, die heute, 15 Jahre später, auch den Spielstil der NFL zu revolutionieren beginnen.

Doch die Big 12 war immer eine Zweckgemeinschaft. Die egomanische University of Texas (Austin) ging nie gern konform mit den Zielen und Leitlinien der Mitstreiter, und auch 20 Jahre nach der Gründung beäugen sich die alten Big-8 Mitglieder und die texanischen Universitäten (aus der einstigen Southwest Conference) noch mit Misstrauen. Vier Gründungsmitglieder haben die Liga bereits verlassen: Texas A&M und Missouri (gingen 2012 in die SEC) sowie Nebraska (in die Big Ten) und Colorado (in die Pac-12).

Dafür wurden TCU und West Virginia als Neulinge akquiriert um das Überleben der Conference zu sichern. Den Namen „Big 12“ behielt man – er ist zwar keine finanzstarke Marke wie „Big Ten“ und „SEC“, doch der „Big 12 Football“ hat sich in den USA als Synonym für „Football der Zukunft“ etabliert.

Nicht allen freilich gefällt das. Traditionalisten und die Dan-Dierdorf-Anhängerfraktion verabscheuen die aggressiven Spread-Offenses mit ihrem highlight-getriebenen Downfield-Passing und ihren 600-yds Performances und verspotten Big-12 Defenses als lächerliche Hühnerhaufen. Doch so viel Häme es für die Verteidigungen gibt: Es führt auch kein Weg daran vorbei, dass die Big 12 fassungslos gute Offensiv-Qualität bietet.

Quarterbacks wie Patrick Mahomes (Texas Tech, #10 Pick 2017) sowie die beiden letzten 1st-Overall Picks Baker Mayfield (Oklahoma, 2018) und Kyler Murray (ebenso Oklahoma, 2019) sind drauf und dran, nicht bloß die Big 12, sondern auch NFL-Defenses in helle Flammen zu setzen. In der Big 12 aufgewachsene Offense-Minds wie Kliff Kingsbury bekommen erste essenzielle NFL-Jobs (Headcoach Arizona Cardinals). Und dass Coaches wie Andy Reid oder Doug Pedersen seit Jahren auf Air-Raid/Big-12 Prinzipien setzen und damit die NFL-Ranglisten anführen, ist mittlerweile ebenso überall angekommen.

Was ist also mit den Defenses?

Wo offensive Innovation, da auch Notwendigkeit für defensives Nachziehen. TCU mit seiner phänomenalen 4-2-5 Defense ist seit bald 20 Jahren eine Schmiede für Abwehrorganisation. Der letzte heiße Scheiß soll das sein, was Iowa State mit seiner 3-3-5 Defense veranstaltet (ich schrieb schon darüber).

Im Übrigen: Dass Big-12 Defenses so miserabel sind, kann man auch deshalb als Mythos enttarnen, wenn man sie in Relation zur Offense-Gewalt setzt und sich anschaut, welche Zahlen diese Offenses gegen einige der besten Defenses im Lande auflegen: Oklahoma vs. Georgia im Rose Bowl 2018 (48 Punkte), Oklahoma vs. Alabama im letzten Orange Bowl (34 Punkte), West Virginia vs. Tennessee 2018 (40 Punkte), Texas vs. USC 2018 (37 Punkte), Oklahoma vs. Ohio State 2017 (31 Punkte), Oklahoma State vs. Pitt 2017 (59 Punkte) oder TCU vs. Stanford 2017 (39 Punkte) – um einige zu nennen.

Schauen wir abseits dieser kleinen Anekdoten auch die durchschnittliche Abwehr-Qualität nach S&P+ Ranking in den letzten Jahren an:

Big-12 Defenses.png

Die durchschnittliche Big-12 Defense war natürlich die schwächste der Power-5 Conferences, aber nicht so deutlich wie man erwarten würde: Die Pac-12 hatte fast gleich schwache Verteidigungen und der Gap zu anderen Conferences wie ACC und Big Ten hat sich zumindest letzte Saison geschlossen.

Es besteht kein Zweifel daran, dass Oklahoma in der SEC keine 50 Punkte/Spiel in den ersten drei Spielvierteln auflegen würde, doch Oklahoma wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit noch immer die punktgewaltigste Offense der SEC.

Mailbag zur Big 12

An dieser Stelle noch einmal der Verweis auf das Frage/Antwort-Spielchen zur Big 12 Conference, in dem etliche Fragen schon beantwortet wurden.

Vorschau 2019

Hier ein Profil der Big-12 Unis vor Start der neuen Saison:

Big 12 2019

Die Favoriten

Auf den ersten Blick fällt auf: Oklahoma gilt in FPI wie in S&P+ als hoher Favorit und ist für den FPI noch immer die #3 Offense, obwohl mehr als die Hälfte der Offense-Production von Board geht – Abgänge wie QB Kyler Murray (#1 Draftpick), WR Hollywood Brown (#25 Draftpick) oder OG Cody Ford (#35 Draftpick) sind uns allen bekannt.

Dass Oklahoma dennoch ein Playoff-Kandidat bleibt, liegt auch an der Defense, die man massiv verbessert erwartet: Letztes Jahr irgendwo zwischen #80 und #100 klassiert, wird die Sooner-Defense an #29 erwartet. Tiefer in die Analyse der Defense ist vor ein paar Tagen schon Peter Schindler eingestiegen. Auch er sieht viele Anhaltspunkte für eine Verbesserung.

Als größter Konkurrent Oklahomas wird in der landläufigen Meinung Texas ausgemacht – letztes Jahr schon der Big-12 Finalgegner der Sooners. Die konnten die Longhorns in der Regular Season sogar schlagen, ehe sie im Conference-Endspiel schließlich nach hartem Kampf (aber verdient) verloren.

Als Konsens in der Öffentlichkeit gilt: Oklahoma hat dank Scheming von Headcoach Lincoln Riley und dem von Alabama rübertransferierten QB Jalen Hurts die explosivere Offense, doch Texas ist in der Defense wohl etwas besser und hat seinerseits in QB Sam Ehlinger eine brandgefährliche Offensiv-Waffe. Ehlinger mag noch kein weltbekannter Name sein, doch PFF charakterisiert seinen Spielstil so:

  • Exzellent, wenn ohne Druck in der Pocket (ein gutes Zeichen)
  • Zahlreiche Big-Time Throws
  • Wirft sehr wenige haarsträubende potenzielle Turnovers

Doch Texas hat ein Problem: Ehlinger trägt zu viel Last. In den wichtigsten Spielen der Saison zog Texas-HC Herman seine Offense auch über Ehlingers Rushing auf, weil es keine Alternativen gab. Talent im Kader wäre da – nur griff es letztes Jahr noch nicht. Für die Texas-Offense ist aber genau das wichtig: Dass man Laufspiel in die Hände der Runningbacks legen kann, damit sich Ehlinger ohne 15 Prügel pro Spiel auf Passspiel und etwas mehr Big-Plays (z.B. über WR Collin Johnson) konzentrieren kann.

Glauben wir den Auguren, so ist Texas sehr nahe dran. Doch die Advanced-Stats sind noch skeptisch. Sie sehen Texas nur als #26 (FPI) bzw. sogar nur als #35 (S&P+). Vor allem die Defense gilt als suspekt: Die wichtigsten Passrusher sind weg, die Secondary ist blutjung. Doch Texas ist unter Herman immer aufregend anzuschauen, weil man nie weiß was man kriegen wird: So schlug man letztes Jahr Oklahoma und Georgia, verlor gegen Maryland und wäre gegen die Graupen aus Tulsa und Kansas um ein Haar ebenso gestolpert.

Die aussichtsreichsten Verfolger

Das Verfolgerfeld hinter den beiden ist unübersichtlich.

TCU Horned Frogs – Oft eine gute Wette für ein Upsets ist TCU von Headcoach Gary Patterson. TCU, das in Fort Worth vor den Toren von Dallas spielt, ist kein klassisches Powerhouse, aber dank seiner fantastischen Defense immer für eine hervorragende Saison gut – in den Jahren, in denen die Offense klickte, war man wie 2010 und 2014 sogar National-Title würdig.

2018 war TCU mit 7-6 Bilanz eher eine Enttäuschung – zu dünn der Kader für einen echten Durchbruch. Der September-Kracher gegen Ohio State stand dafür symptomatisch: Stark mitgehalten, drei Viertel lang eigentlich die bessere Mannschaft, aber am Ende gegen einen talentierteren Gegner durch zu viele Eigenfehler doch verloren.

Leistungsträger wie DE L.J. Collier sind nun weg, wie überhaupt die halbe Starting-Defense, doch weil Patterson wie kein anderer Coach auf Simplizität und Kontinuität setzt, ist ein Einbruch der Verteidigung nicht zu befürchten. TCUs Defense 2018 war…

  • … #40 nach Punkten/Spiel mit 23.1
  • … #16 in S&P+
  • … #1 der Big 12 nach S&P+ und #2 nach Punkten/Spiel

Wie hoch man die Defense schätzt? Obwohl weniger als die Hälfte der Production zurückkehrt, erwartet der FPI die Horned Frogs als Top-20 Defense landesweit. Das wäre auch mit Abstand die beste der Big 12. Vor allem der CB Jeff Gladney gilt als absolutes Juwel.

Doch offensiv gibt es abseits des dominanten WR Jalen Reagor das eine oder andere Fragezeichen – insbesondere auf Quarterback. Ob Patterson und sein ambitionierter Trainerstab hier die richtige Antwort finden, wird letztlich darüber entscheiden, ob TCU mehr als bloße Nadelstiche setzen kann und sich eventuell an Texas vorbei als #1-Herausforderer von Oklahoma platziert.


Iowa State Cyclones – Qualitativ ähnlich gelagert ist die 2t-beste Big-12 Defense des letzten Jahres: Iowa State, deren Innovationsstreben ich schon oben angeschnitten hatte. Die Cyclones vom immer wieder für höhere Aufgaben infrage kommenden Headcoach Matt Campbell sind eine der Erfolgsgeschichten der letzten zwei Jahre: Früher schon mit einem 3-9 zufrieden, in den letzten zwei Jahren ein veritables Top-50 Team, das sich mit u.a. Upsets über #3 Oklahoma 2017, #4 TCU 2017 oder #6 West Virginia 2018 einen Namen als Favoritenkiller gemacht hat.

Wie gut Campbell in den letzten drei Jahren gearbeitet hat, verdeutlicht der extrem gute Trendverlauf, der in krassem Widerspruch zu dem steht, wofür Iowa State vor seiner Zeit gestanden hatte:

Iowa State 2019.png

Die Defense kehrt zu zwei Dritteln zurück. Doch in der Offense könnte es knatschen, denn zwei der drei lebenswichtigen Skill-Player, RB David Montgomery und WR Hakeem Butler, haben die Cyclones in Richtung NFL verloren. Fast die komplette Offense lief über die beiden. Hoffnungsträger: Der zugegeben letztes Jahr als Freshman ebenso beeindruckende QB Brock Purdy bleibt noch für mindestens zwei Jahre in Ames.

Insofern ist Iowa State ein spannender Case-Study: Theoretisch etwas dünn in der Offense, aber stark in der Defense besetzt. Recruiting ist aufgrund eklatanter Standortnachteile (wäre Iowa State nicht historisch ein Power-5 Team, niemand würde es als aufnahmewürdig bezeichnen) schwierig (4t-schwächstes der Big 12), weswegen Blutauffrischung für eine starke Generation wie die letzte nicht einfach zu bewerkstelligen ist. Aber Campbell machte in den letzten beiden Jahren trotzdem einen exzellenten Job – und er blieb trotz Abwerbeversuchen aus freien Stücken um seinen Job zu Ende zu bringen. Heißt „zu Ende“ = Big 12 Finale?


West Virginia Mountaineers – Letztes Jahr 8-4, aber heuer ein komplettes Dark-Horse. Das liegt zuvorderst daran, dass Headcoach Dana Holgorsen West Virginia verließ – um ein hochbezahltes Jobangebot in der niederklassigen American Athletic Conference bei den Houston Cougars anzunehmen!

Als Holgorsens Nachfolger wurde Neal Brown von Troy installiert. Brown ist wie Holgorsen ein Air-Raid Schüler, und wie Holgorsen ist er über die Jahre eigene Wege mit seiner Air-Raid Version gegangen. Er ist allerdings ein deutlich pflegeleichterer Typ als Holgorsen.

Neu ist auch der Quarterback: Will Grier ging in die NFL, dafür kam Austin Kendall aus Oklahoma. Der flüchtete dort, weil die Sooners Hurts aus Alabama geholt hatten. So dreht sich das neue Transferkarussell mit dem gelockerten Wechselbedingungen im College Football.

Sportlich gehen die Projections weit auseinander: FPI erwartet nur die 64t-beste Mannschaft, während S&P+ immerhin als #38 die fünftbeste Mannschaft der Big 12 Conference erwartet. So geht das, wenn QB, 60% der Offense und Headcoach personell ausgewechselt werden. In anderen Worten: Wundertüte.


Oklahoma State Cowboys – Zu Beginn des laufenden Jahrzehnts war Mike Gundys Oklahoma State um Offensiv-Stars wie QB Brandon Weeden, RB DeMarco Murray Joseph Randle oder WR Justin Blackmon längere Zeit die #1 oder #2 der Big-12 und wäre zumindest 2011 National-Title würdig gewesen. Doch diese glanzvollen Zeiten scheinen in Stillwater aktuell weit entfernt zu sein, denn Gundy verpasst es seit Jahren, eine akzeptable Defense auf das Feld zu führen.

Letztes Jahr war die Defense weit unter FBS-Durchschnitt. Für die aktuelle Saison erwartet der FPI erneut nur die 69t-beste Defense in der FBS – die zweitschlechteste der Big 12 – und das, obwohl fast 70% der Production zurückehrt. Scheint ein Fall von „wenn von einer schlechten Defense alle zurückkehren, ist das auch nicht so überragend“. Vielleicht hilft, dass DefCoord Knowles nun in seinem zweiten Jahr ist.

Doch der wesentlich spannendere Teil bei den Cowboys ist immer die Offense. Dort ging OffCoord Yurcich zu Ohio State, während man den aufregenden jungen OffCoord Sean Gleeson aus Princeton holte. Gleeson steht für die Elemente, die Football-Offenses aufregend machen:

  • Pre-Snap Motion
  • Spiele was völlig anderes Post-Snap als du angedeutet hattest
  • Setzte deine QBs entsprechend ihrer Stärken ein

Welcher QB es in die Starter-Rolle schafft, ist noch nicht ganz klar: QB Spencer Sanders ist das Eigenbauprodukt, QB Dru Brown holte man aus Hawaii. Dazu gibt es ein kleines Fragezeichen auf Runningback, wo Justice Hill in die NFL ging, aber der Backup Chuba Hubbard war in limitierter Einsatzzeit extrem effizient.


Baylor Bears – Schwierige Zeiten für Baylor, das sich nur schleppend vom Vergewaltigungsskandal von 2016 erholt, der dem damaligen Erfolgscoach Art Briles neben seinem persönlichen Ruf auch den Job kostete. Nachfolger Matt Rhule hat es in den letzten beiden Jahren zwar ganz passabel geschafft, die Wogen zu glätten, doch von Baylors atemberaubenden Höhenflügen um 2012-2014 ist momentan nicht mehr viel zu spüren.

Letztes Jahr war Baylor 7-6 – ein Ergebnis, das von einigen als so gut angesehen wurde, dass er sogar für NFL-Headcoach Jobs im Gespräch war. Rhule schien aber wenig Stress zu haben, weil er in Baylor noch gar nicht die Früchte seiner Arbeit ernten konnte. Das liegt u.a. am Recruiting, wo Rhule selbst für College-Verhältnisse rohe, ungeschliffene Spieler mit viel Upside rekrutiert.


Texas Tech Red Raiders – Zeitenwende bei Texas Tech: Die Air-Raid Schule schlechthin stellte kurz nach der Entlassung von Headcoach Kliff Kingsbury (der nach seinem Rauswurf zum Headcoach in der NFL befördert wurde!) in Matt Wells zwar wieder einen Offense-orientierten Cheftrainer an (Wells baute zuletzt Utah States potente Offense auf), doch Wells kommt im Gegensatz zu seinen Vorgängern Leach/Kingsbury nicht aus der Air-Raid Tradition.

Wells‘ Anstellung ist mit kurzfristigem Blick kurios, denn weder war die Offense in den letzten Jahren das Problem (Kingsbury wurde vor allem rausgeworfen, weil er die Defense nie in den Griff bekam), noch hat Wells in seiner Laufbahn zu irgendeinem Zeitpunkt nachgewiesen, etwas von Defense zu verstehen. Zusätzlicher Rucksack: Die funktionierende Offense muss nun umgestellt werden.

Warum es trotzdem nicht ganz katastrophal werden sollte: QB Alan Bowman ist ein großes Versprechen. Er war explosiv und vorsichtig mit dem Ball zugleich. Bowman war 2018 Freshman. Er wurde wegen eines erschreckenden Lungenproblems zwar irgendwann im Saisonverlauf vom Feld genommen, doch die Probleme scheinen ausgeheilt. In Wells hat er nun einen Headcoach, der auf dessen letzter Station den NFL-reifen QB Jordan Love hoch gecoacht hat.


Kansas State Wildcats – Die letzten beiden Big-12 Teams kommen aus dem Bundestaat Kansas und gehen als krasse Außenseiter und mit neuem Coaches in die Saison. Kansas State verabschiedete letzten Dezember mit Bill Snyder seine 80-jährige Trainerlegende in den Ruhestand – Snyder war mit kurzer Unterbrechung seit 1989 am Ruder gewesen und war zwischenzeitlich aufgrund seiner eindrucksvollen Aufbauarbeit bei K-State als „Coach des Jahrhunderts“ gehandelt worden. U.a. waren Snyders Wildcats 2-3x ganz nahe am National Title – das Fußball-Pendant dazu wäre, dass die SpVgg Unterhaching um die Meisterschale spielt.

Auf Snyder folgt Chris Klieman, der bei North Dakota State in der FCS ein Power-House gecoacht hat. Klieman kennt die Gegend in den Rednecks, weiß wie man dort recruitet – ein Vorteil, denn K-State ist so ziemlich die letzte Ecke, in die ein ambitionierter Nachwuchssportler ziehen möchte.

Der Wechsel von Snyder zu Klieman macht K-State zu einer Unbekannten, obwohl personell nur Baylor mehr Production aus dem letzten Jahr zurückbringt. QB Skyler Thompson gilt zwar als Talent, aber weil Klieman vermutlich ein wenig modernere Offense spielen möchte als „old school“ Snyder, weiß man so recht nicht was zu erwarten ist.

Bodensatz

Kansas Jayhawks – Einen „old school“ Coach neu eingestellt haben dagegen die Kansas Jayhawks, die den ulkigen Les Miles (gewann mit den LSU Tigers 2007 den National Title) zu ihrem Cheftrainer bestellten. Miles‘ Einstellung kann man nur damit erklären, dass sie etwas Glamour fürs Recruiting bringen soll, denn wenn K-State die letzte Adresse der Big-12 ist, so ist Kansas die absolut letzte.

Sportlich wird Miles kaum Inspirierendes liefern. Obwohl sehr beliebt bei den Fans und mit dem Credit eines Landesmeistertitels und eines weiteren BCS-Finals umweht, wurde er 2017 wegen stagnierender Offense gefeuert. Der Vorwurf: Miles spielt die gleichen Plays wie vor zehn Jahren. Überraschungsmomente = Mangelware. Weiterentwicklung? Fehlanzeige.

Man hätte angesichts dieser Ausgangslage gewünscht, dass Kansas mal was komplett anderes versucht – vielleicht ähnlich wie Army oder Navy auf Triple-Option umstellt, weil man eh keine NFL-würdigen Talente in die Prärie gelockt bekommt, und weil sämtliche Big-12 Defenses auf das Verteidigen von was völlig anderem eingestellt sind.

Was man sportlich für 2019 erwarten kann, lässt sich ungefähr an den Projections von FPI oder S&P+ ablesen: Kansas ist dort an #109 bzw. #107 angesiedelt – die zweitschlechteste Uni der Big 12 ist satte 43 Plätze höher gerankt. Vor allem die Offense ist als prognostizierte #121 als völlige Katastrophe eingeplant.

3 Kommentare zu “College Football 2019 Preview: Big 12 Conference

  1. Ja – stimmt!
    Ich habe ihn mit Joseph Randle verwechselt. Beides QBs, die in einer Oklahoma-Uni und bei den Dallas Cowboys gespielt haben.

  2. Pingback: Kickoff zur College Football Saison 2019/20 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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