Fußball EURO 2021 Vorschau: Gruppe A

Auch wenn sich der Pre-Tournament-Hype diesmal arg in Grenzen hält, so wird es der eine oder andere schon mitbekommen haben: Morgen beginnt die Fußball EURO 2021.

Ich gebe zu: Ich hatte das Turnier fast verdrängt, bis mich meine Kollegen letzte Woche dazu gebracht haben, wieder das firmeninterne Tippspiel zu organisieren. Im Zuge dessen habe ich mich in den letzten Tagen verstärkt der Vorbereitung der EURO gewidmet – und ein kleines bisschen ist mein Interesse nun doch geweckt.

Ich habe in den letzten Jahren abseits der italienischen Mannschaft gar nicht so viele weitere Nationalmannschaftsspiele gesehen, weil: Overkill. Aber ich habe mich in den letzten Tagen in die Materie eingelesen, habe ein paar Spiele geschaut, habe mir The Athletic, Tifo, den Guardian-Podcast und Teile der (etwas schwer zu lesende) Spielverlagerungs-Vorschau gegeben. Ein bisschen fühle ich mich nun informiert.

Das will schriftlich zusammengefasst werden. Vielleicht interessiert es ja auch sonst jemanden.

CovidEURO

Natürlich steht das Turnier im Zeichen von Corona. Dass das Turnier diesmal quer über Europa stattfindet, ist angesichts der Gesamtsituation natürlich zumindest kurios, aber irgendwie auch passend. Denn richtige Stimmung in „dem Gastgeberland“ wäre ohnehin nie aufgekommen.

Trotzdem sind ein paar Tausend Zuschauer erlaubt – und damit vielleicht ein kleines bisschen Heimvorteil für Länder wie Deutschland, Italien oder Dänemark in der Vorrunde möglich (haben z.B. alle drei Heimspiele).

Es gibt natürlich Corona-Änderungen. So sind 26 Spieler pro Mannschaftskader (plus Nachnominierungen) erlaubt. Und fünf Wechsel pro Spiel – plus eine sechste in einer etwaigen Overtime. Als jemand, der sich seit Jahren ein „fliegender-Wechsel-ähnliches System“ wünscht, finde ich das eher positiv. Die vielen potenziellen Wechsel erlauben auch mehr taktische Flexibilität. Ich begrüße das.

Die Corona-Protokolle mit Spiel-Verschiebungen bis zu zwei Tagen sind beim ORF ganz gut zusammengefasst. Es ist auch schon gut losgegangen mit einem positiven Fall bei den Spaniern und zwei bei den Schweden. Spaniens Politik hat nun eine Verordnung durchgepresst, die „im Interesse der Nation“ die Spieler im Schnellverfahren durchimpft. König Fußball gewinnt immer.

Taktisch wird das Turnier dominiert sein von einigen durchaus spielstarken Mannschaften, aber es mangelt an wirklich großartigen Mittelstürmern. Ich denke, viele Mannschaften werden sich die Tore mühselig erspielen müssen. Ich zähle nicht mehr als eine Handvoll Mannschaften, die wirklich hochkarätige, abschlussstarke Stürmer haben.

Grundsätzlich finde ich das Turnierformat mit 24 Teams einigermaßen kacke. Vor fünf Jahren habe ich das noch anders gesehen: Mehr Teams, mehr Spiele – what’s not to like?

Es stellt sich beim Turnier in Frankreich heraus: A lot. Die letzte EURO war spielerisch ganz einfach gruselig. Das Turnier hat nie Fahrt aufgenommen, und eine Vorrunde, in der über 36 Spiele nur ein Drittel der Teams eliminiert wird, hat nur mäßige Bedeutung. Zumal es in einigen Gruppen mit Teams wie Finnland oder Ungarn recht krasse Außenseiter gibt. Befürchtungsweise wird es etliche defensiv geprägte Spiele geben, bei denen sich die Favoriten aufgrund des erwähnten Stürmerproblems schwer tun werden, den Beton zu knacken.

Kurz: Ich erwarte kein „schönes“ Turnier. Aber es gibt ein paar faszinierende Mannschaften. Lass uns anfangen mit Gruppe A.

Italien

Ich beginne mit meiner „Nemesis“, die mich in den letzten Jahren durchaus positiv beeindruckt hat. Fußball ist und bleibt Religion in Italien, auch wenn die Azzurri eine ziemliches Horror-Jahrzehnt hinter sich haben. Aber seit sie vor fast vier Jahren erbärmlich gegen Schweden an der WM-Qualifikation gescheitert sind, hat sich in der Nazionale gewaltig viel verändert.

Der neue c.t. ist Roberto Mancini – und man höre und staune: Mancini lässt attraktiven Fußball spielen! Mancini war in den Neunzigern ein hervorragender Stürmer, aber schwieriger Typ. In seiner ganzen Trainerkarriere war von einem offensiven Mindset aber nie viel zu sehen gewesen, aber der mittlerweile 57-jährige Mancini hat sich in den letzten Jahren krass gewandelt.

Mancini ist nicht mehr der verbissene Sturkopf alter Tage, sondern strahlt eine fast Zen-like Gelassenheit aus. Und Mancini lässt offensiv spielen. Ich wage es fast nicht zu schreiben, aber die Azzurri sind phasenweise richtig gut anzuschauen!

Es ist ein ziemlich fluides 4-3-3, das dank der etwas „windschiefen“ Außenverteidiger im Spiel nach vorn durchaus wandelbar ist. Mancini lässt den linken Außenverteidiger gern nach vorne stürmen, und weil dann die beiden offensiven Mittelfeldspieler einrücken, wird es fast eine Art 3-2-2-3 System mit einer fulminanten Breite.

Herzstück der Mannschaft ist das Mittelfeldtrio um Barella, Marco Verratti (PSG) und den eingebürgerten Jorginho (Chelsea). Alle drei sind extrem spielstark und ergänzen sich recht gut. Jorginho ist eine Art moderner Abräumer. Er bleibt meist defensiv und spielt ohne Schnickschnack. Verratti ist giftig und gibt den Antreiber, der immer wieder nach vorn stößt. Der unermüdliche Barella von Inter gibt in Ballbesitz oft eine Art dritten Stürmer.

Weil die Italiener den Ball so gern kreiseln lassen, hat man das System schon „Tikitalia“ getauft. Allein: Bei Verratti gibt es wegen seiner Knieprobleme noch Fragezeichen ob seines Durchhaltevermögens. Es wäre geil, wenn Manuel Locatelli von der Überraschungsmannschaft Sassuolo (haben die internationalen Plätze hauchdünn verpasst) zu Einsatzzeit kommt. Ich halte Locatelli für einen angehenden Star.

Die Winger sind fantastisch. Federico Chiesa auf dem rechten Flügel und Lorenzo Insigne auf dem linken sollten meistens die Starter sein, und gerade Chiesa hat eine große Zukunft. In der Hinterhand gibt es noch den „anderen“ aufgehenden Stern aus Sardinien, Giacomo Raspadori. Der ist erst 21, und international völlig unbekannt. Durchaus denkbar, dass er sich viele Minuten erspielt und am Turnierende als einer der zukünftigen Stars gefeiert wird.

Italien betreibt eher langsamen Spielaufbau – und hierin liegt auch ein bisschen das Problem, denn es gibt ganz vorne drin Fragezeichen, wer die Bälle verarbeitet. Der in die Jahre gekommene Ciro Immobile ist ganz entgegen seines Namens ein Spieler, der eigentlich Platz braucht um seinen Speed auszuspielen. Immobile ist eine Tormaschine in Italien, aber ihm hängt der Ruf nach, gegen stärkere Verteidigungen völlig abzutauchen. Seine Auslandsaufenthalte in Dortmund und Sevilla sind auch fürchterlich schief gegangen – so ganz für voll wird er nie genommen, und wenn man daran denkt, dass er eigentlich gar nicht so wirklich zum System passt, dann wäre ich nicht überrascht, wenn Mancini sich im Lauf des Turniers nach Alternativen umschaut.

Problem hier? Backup Andrea Belotti von Torino ist ein Immobile nicht unähnlicher Typ. Auch er braucht Platz. Vielleicht ist es also das Turnier, bei dem die große Stunde vom „dritten Sassuolo-Mann“, Domenico Berardi schlägt. Der ist mit 26 in seiner Prime und zwar eigentlich eine Art Flügelspieler, aber er wird immer wieder im Zentrum eingesetzt und mit 17 Saisontoren hat er auch eine entsprechende Trefferquote.

So viel über Italien geschrieben, und noch nicht ein einziges Mal die traditionelle Stärke der Azzurri erwähnt: Die Abwehr. Dort bilden die Oldies Bonucci und Chiellini weiterhin das Zentrum, und beide sind physisch starke, kaum auszutricksende Türme, an denen man erstmal vorbeikommen muss. Sie sind nicht mehr die schnellsten, aber gewieft. Ihr größtes Manko ist die Spieleröffnung. Gerade Chiellini bringt dort wenig, und das verzögert immer wieder das italienische Spiel. Wir sind nicht weit davon entfernt, dass wir bei ihm von einer Art Schwachpunkt reden müssen.

Die eingangs erwähnten Außenverteidiger sind auch eher meh. Florenzi rechts bringt offensiv nicht viel, und links werde ich das Gefühl nicht los, dass Mancini Emerson Palmieri nicht ungern „upgraden“ würde.

Im Tor steht mit Gigio Donnarumma ein Mann, der frisch bei PSG unterschrieben hat. Man möchte es angesichts von über 200 Liga-Einsätzen gar nicht glauben, aber Donnarumma ist er 22. Er hätte eine Art Milan-Ikone werden können, aber angespornt durch den berüchtigten Spielerberater Mino Raiola hat er die Fanbase vergrault und zieht jetzt ins Ausland. Gefallen hat das nicht jedem.

Ich habe die Azzurri 25 Jahre lang leidenschaftlich verabscheut. Die aktuelle Ausgabe aber ist die erste, an der ich mich erwärmen könnte. Ich hab noch keine Ahnung, wie das in mir drinnen morgen gegen die Türkei aussehen wird, aber grundsätzlich mag ich den Spielstil. Weniger Zynik, dafür viel Eigeninitiative. Es ist der richtige Weg, den Italiens Fußball eingeschlagen hat – und wie es so ist im Fußball: Es ist immer besser, wenn die große Nemesis relevant ist. Denn das erhöht die Stakes.

Italien ist nicht Topfavorit, aber prinzipiell ist das ein Team, dem ich den Titel zutrauen würde. Die glänzende Serie von nur zwei Niederlagen in über 30 Spielen unter Mancini täuscht zwar ein wenig über die Tatsache hinweg, dass Italien kaum hochkarätige Gegner gespielt hat, aber da ist eine Stabilität im Team vorhanden, die über das gewohnte typisch italienische Sicherheitsspiel hinausgeht.

Türkei

Die Türken sind eine Freak-Erscheinung im internationalen Fußball: Fast nie für große Turniere qualifiziert – aber wenn, dann vorne dabei: 2002 WM-Dritter, 2008 EM-Halbfinale (man erinnere sich an die vielen Last-Minute-Siege, den Stromausfall beim Klose-Tor und Lahms späten Siegtreffer). Aber das waren dann auch die einzigen Turnierteilnahmen seit Mitte der 90er.

Der Coach ist jetzt aber wieder Senol Günes, der schon 2002 dabei war. Günes hat den Türken taktische Flexibilität beigebracht, die ihnen erlaubt, Matchpläne auf verschiedenste Gegner abzustimmen. Und damit sind sie ein unangenehmer Gegner.

4-1-4-1, 4-4-2 oder 4-2-3-1: Alles schon gesehen. Hinten ist das Team kompakt, nach vorne umgeschaltet wird schnell. Kontern ist eine Stärke der Mannschaft, und je besser der Gegner, desto weniger Scheu hat Günes, sich hinten reinzustellen und auch in eigenem Ballbesitz darauf zu warten, dass der Gegner aufrückt um ihn dann zu überspielen.

In der Quali hat das zu extrem wenigen Gegentoren geführt, auch weil der Tormann mit dem unaussprechlichen Vornamen Urgurcan Cakir ein Guter ist. Doch in den letzten Testspielen hat es immer wieder zwei, drei Treffer gehagelt. Formschwäche? Zufall? Wir werden sehen.

Das Mittelfeld ist durchaus passabel. Okay Yokuslu wird seinem Vornamen gerecht, der deutschen Fans bekannte Hakan Calhanoglu von Milan ist nicht nur wegen seiner Positions-Flexibilität (mal Mitte, mal links draußen) ein Schlüsselspieler, sondern auch wegen seiner exzellenten Standards. Und Ozan Tufan ist einer der Spieler, die ich im Vorfeld studiert habe. Der Mann stößt immer wieder aktiv nach vorn und ist ein starker Weitschuss-Schütze.

Tja – und vorn spielt Burak Yilmaz. Es ist nicht völlig vermessen zu behaupten, dass „Kral“ (der König) der beste Stürmer der Gruppe A ist. Er war vielleicht der Schlüsselspieler beim überraschenden Titel-Run von Lille in Frankreich – obwohl er mit 36 bald ins Rentenalter kommt.

Die Türken in Summe damit das, was ich „intriguing“ nennen würde. Nicht überaus spektakulär, aber intensiv, tough in der Verteidigung, tricky in der Offensive. Mit einem guten Mix aus Jungspunden und Erfahrung würde ich diesem Team locker die Achtelfinal-Qualifikation mit angeflanschter Playoff-Überraschung zutrauen.

Wales

Der Überraschungs-Halbfinalist von 2016. Schon damals war das spielerisch alles keine Offenbarung, und Wales ist jetzt noch schwerere Kost geworden. Ich habe ein bisschen was von der Qualifikation gesehen und gebe zu: Mein Stil ist das nicht, was die Jungs von Robert Page spielen.

Beziehungsweise: Die Jungs von Ex-Coach Ryan Giggs. Die ManUnited-Legende ist wegen einer Belästigungsanklage seit Monaten suspendiert. Aber auch unter dem Nachfolger Page ist es nicht viel ansehnlicher geworden: Defensiv-orientiert, lange Bälle, die paar bekannten Offensiven mal machen lassen.

Und damit 1:0 gewinnen. Ich zähle extrem viele Einszunull unter den Resultaten der letzten Jahre.

Um auch noch etwas Positives zu schreiben: Vorne hat Wales Speed über die Flügel und in der Mitte. Gareth Bale kennt jeder, aber auch Aaron Ramsey mit Vorstößen aus der zweiten Reihe, Harry Wilson als falsche 9 oder Daniel James mit seinen Läufen nach innen sorgen durchaus für ein bisschen Attraktivität.

Gespannt bin ich auf die taktischen Kniffe, wenn der Riese Kieffer Moore eingewechselt wird. Theoretisch bringt er mit seiner Lufthoheit einige Gegner eine taktische Variante, aber in einer Gruppe mit vielen so hoch aufgeschossenen Innenverteidigern könnte das Stilmittel auch schnell verpuffen.

Schweiz

Bleibt die Schweiz. Unsere ewige graue Maus. Immer qualifiziert, immer im Achtelfinale und immer im Achtelfinale raus.

Über die Jahre hat sich das Bild einer festgefahrenen Mannschaft mit wenig Upside, aber auch hohem „Floor“ gefestigt, aber die letzten Jahre hat sich unter Coach Vlad Petkovic endlich mal etwas getan! Petkovic hat viel herumexperimentiert und wechselt zwischen Dreier- und Viererkette durch, lässt die Mannschaft ballbesitzorientierter als früher spielen und steht bei den Experten, denen ich in den letzten Tagen gefolgt bin, im Ruf das Team durchaus positiv entwickelt zu haben.

Der langjährige Außenverteidiger Lichtsteiner ist zurückgetreten und seither ist der Linksverteidiger nach innen gezogen und die Abwehrlinie relativ hoch aufgerückt. Weil die Mittelfeldzentrale mit Xhaka und dem vorwärts denkenden Roman Freuler stabil steht, kann man sich das erlauben.

Das Flügelspiel ist okay, aber wie gut vorne die Post abgehen kann, ist die Frage der Fragen, denn das Personal ist das gleiche wie früher – nur älter. Xherdan Shaqiri, der Schütze des besten Tores der EURO 2016, ist bei Liverpool weiter nur zweite-Reihe-Spieler und steht bei mir im Ruf ein ewiges Sekundengenie zu sein. Hat er noch die nötige Klasse um für ein paar Geniestreiche zu sorgen, oder muss man sich darauf verlassen, dass die potenziellen Mittelstürmer Seferovic und Breel Embolo die wenigen sich bietenden Chancen versenken werden?

Wenn ja, dann würde ich die Schweiz mal wieder für einen Achtelfinalplatz buchen – vielleicht sogar als Gruppenzweiter, und dann träfe man auf den Zweiten der Gruppe B, die von Belgien dominiert werden sollte und hat echt mal eine Chance aufs Viertelfinale.

Wenn nein, dann droht same procedure as always.

14 Kommentare zu “Fußball EURO 2021 Vorschau: Gruppe A

  1. Danke. Als jemand der früher kein Spiel verpasst hat und jetzt bis auf seinen eigenen Lieblingsverein zugunsten von Football kaum ein Spiel mehr schaut, ist so ne nette Zusammenfassung doch echt ein Grund ein paar Spiele zu schauen. Allerdings finde ich das 24er Format auch schlimm, aber ist halt ein Symptom des jedenfalls für mich völlig übersättigten Europäischen Fußballs, der sich völlig in die falsche Richtung entwickelt hat und viele Fans wie mich vergrault hat.

  2. Treffender hätte ich es nicht ausdrücken können, Jordy. Nur, dass mich auch Thomas‘ nette Einstimmung nicht dazu bringen wird, mir ein Spiel zu geben. Der Sport hat sich einfach zu weit weg von dem entwickelt, womit ich groß geworden bin.
    Aber schon komisch, dass ich diese Vorschau gelesen habe, obwohl es mich eigentlich nicht interessiert. Muss wohl an Thomas liegen …

  3. Gegenthese 😉 : wenn eine Mannschaft weit kommt, wird es im entsprechenden Land eine unglaubliche Hysterie geben. Nicht wg des Sports, sondern weil es die erste Möglichkeit ist, post-Corona mal wieder in Massen die Emotionen rauszulassen. Beileid schon mal im Vorfeld an Polizei / Ordnungsamt o.ä., die versuchen sollten, die wenigen verbliebenen Corona-Beschränkungen durchzusetzen. Ich tippe auf Riesen-Aufläufe beim Open-Air-Public-Viewing, auch wenn der Fernseher kaum zu sehen ist.

  4. @Ahmser: Hmh… stimmt. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Selbst wenn die Mannschaft schlecht abschneidet, saufen werden die „Fans“ trotzdem.

    Zum Artikel:
    „… Spanien die Spieler im Schnellverfahren durchimpft.“ Es wundert mich, dass das so schnell geht. Nach der Impfung sollen gerade junge Männer doch erstmal langsam machen (Herzmuskelentzündung). Generell soll man ja noch jeder Impfung ein paar Tage piano machen. Fieber, Gliederschmerzen, teilweise ausgewachsene Grippesymptome können insbesondere bei dieser Impfung auftreten. Und dann am nächsten Tag direkt Leistungssport? Ob das so eine gute Idee ist …
    Oh, und danke für die Infos. Da werde ich gleich noch ein paar Tipp-ergebnisse meinerseits anpassen. 😀

  5. Leider (oder eher: erwarteter) scheint American Football bzw die NFL ja in genau die gleiche Richtung zu gehen mit zunächst Asuweitung der Play-offs auf 14 Teams und jetzt mit Einführung eines zusätzlichen Spiels in der Regular Season. Quantität schlägt dann letztlich Qualität. Scheinbar ist es finanziell sinnvoller, mehr Spiele zu haben, die schlechtere Qualität liefern, als etwas weniger Spiele mit dafür höherer Qualität. Zugeschaut wird scheinbar eh immer. Aber irgendwann wird die Blase platzen, da bin ich mir sicher. Nur ob dies schon bei der WM in Katar der Fall sein wird, oder ob letztlich erst in Jahrzehnten die Zuschauer genug haben, bleibt abzuwarten. Ich tippe aber zumindest beim europäischen Fussball auf ein baldiges böses erwachen. Und dass bei der WM in Katar massiv schlechtere Quoten eingefahren werden, als bei großen Turnieren vorher, da bin ich inzw gar nicht mehr so pessimistisch wie noch vor kurzem… Schade um den Fussball. Der Sport hat was besseres verdient!

  6. Das Problem ist ja nicht nur die Anzahl der Spiele. Die vielen Spiele ermüden mich irgendwann, einfach weil die spannenden/wichtigen Partien nicht mehr so herausragen oder sich Übersättigung einstellt und die Vorfreude auf diese Partien bremst.
    Aber was mich noch mehr stört sind die Modi der internationalen Wettbewerbe: keine Ahnung wer unter welchen Bedingungen aus welchem Land in welcher Runde in die Qualifikation zur Europe League einsteigt, keine Ahnung wer in der anschließenden Gruppenphase weiterkommt und keine Ahnung welche Champions-League Teilnehmer wann in der Europe League einsteigen… Es bleibt einfach nur das Gefühl, dass es nur darum geht sportliches Risiko zu minimieren bzw Einnahmen zu garantieren.
    Das entwertet den Wettbewerb viel mehr als das große Teilnehmerfeld.

  7. Pingback: Fußball EURO 2021 Vorschau: Gruppe B | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  8. @milaidin: Die Qualifikations-Modi sind natürlich total unübersichtlich, aber ich halte das für ein vergleichsweise kleines Problem.

    Schlimmer ist auf Ebene des Club-Fußballs die Verengung der potenziellen Sieger auf 6-8 Mannschaften, die natürlich durch die großzügige Auslegung der Qualifikationskriterien nur weiter gefestigt wird.

    Beispiel Superleague: Ja, sie hätte eine sportliche Qualifikation obsolet gemacht. Aber wir sind auch im aktuellen Wettbewerb nur mehr auf dem Papier wirklich entscheidend von solchen Zuständen entfernt.

    Auf Ebene der Nationalmannschaften sehe ich eher die fehlende Breite als Problem in dem 24er Feld. Immerhin kann sich kein Land eine Startruppe zusammenkaufen. Aber so nice es für die kleinen Länder ist, einmal mit auf der großen Bühne zu spielen, es geht einfach extrem auf Kosten der Qualität der Spiele.

    Und die Spiele müssen gut sein, um sich mit den ganzen üblen Nebengeräuschen den Sport überhaupt noch zu geben.

  9. Nice, hier mal wieder was zu Fußball zu lesen – die Posts waren immer eine gern gelesene Abwechslung!

    Berardi ist wirklich ein genialer Spieler und es scheint so als hätte er heuer endlich seine Disziplin ein wenig unter Kontrolle gebracht. Hoffe wirklich, dass er heute starten wird, würde ihn sogar gegenüber Chiesa bevorzugen.

    Kleine Anmerkung: der Mittelfeldmotor der Schweiz ist Remo Freuler und nicht Roman 😜

  10. Gutes Spiel der Italiener (und akkurate Vorschau deinerseits). Da wird unten im Tal ja ordentlich was los sein Korsakoff. Es sei allen aber nach letztem Jahr gegönnt. Ein wenig Freude und sei es nur beim Fußball, ist doch mal wieder was schönes „normales“.

  11. In der Rückschau eine sehr treffende Beschreibung dessen, was wir danach im ersten Spiel gesehen haben. Chiellini ist allerdings gerade im Spielaufbau und sogar im Spiel nach vorn deutlich stärker als erwartet gewesen.
    Ansonsten: 1a Kristallkugel, die Korsakoff da hat. Türkei stellte sich hinten rein und wartete auf Konter, Italien liess den Ball kreisen und spielte auch nach dem ersten Treffer weiter munter nach vorn.
    Vielleicht haben wir Glück und der ein oder andere NFL-coach hat das Spiel gesehen: nach dem ersten Tor weiter offensiv auf dem Gaspedal bleiben und souverän siegen. 😉

  12. Stimme Jordy zu, einfach toll wieder Publikum zu haben. Ich hoffe, die Römer reißen sich jetzt bei den Aftergame Partys zusammen 😀

    Berardi war fantastisch, für mich der Mann des Spiels.

    Italien beeindruckend, aber die Türken auch sehr passiv. Vielleicht zurecht, wenn man die zweite Halbzeit gesehen hat 🙂 Ich weiß auch nicht ob es ein guter Plan war die ganzen Mittelfeldspieler nach einer Stunde auszutauschen… Azzurri einfach eine Klasse besser.

  13. @Dizzy: Chiellini hatte aber auch viele Freiheiten. Ich hab nicht das ganze Spiel gesehen, aber mit so viel Platz ist auch nicht besonders schwer das Spiel zu eröffnen.

    Ansonsten würde ich Simon zustimmen: Berardi Man of the Match.

    Es wird auch eine sehr gute Mannschaft brauchen um gegen diese Mittelfeldzentrale gegenzuhalten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.