Akademische Viertelstunde nach Thanksgiving: Licht ins Dunkel

Das Thanksgiving-Wochenende hat sehr viel Erhellendes in das Meisterschaftsrennen des College Football 20125/16 gebracht. Das gröbste Chaos ist aufgeräumt. Freilich kann es am nächsten Wochenende noch einmal zu kleineren Erschütterungen kommen.


#1 Clemson (12-0) gewann den Palmetto Bowl mit 37-32 gegen South Carolina. Clemson verließ sich dabei einmal mehr stark auf QB Deshaun Watson (279yds Passing, 114yds Rushing und 2 TD). Clemson bestritt die Partie immer „von vorne“, aber in der zweiten Halbzeit kam South Carolina zwischenzeitlich bis auf 3 Punkte heran und drohte, die Tigers wackeln zu lassen.

#2 Alabama (11-1) feierte einen 29-13 Arbeitssieg in der Iron Bowl bei Auburn. Ohne es gesehen zu haben: Kein schönes Spiel, aber RB Derrick Henry mit 46 (!) Carries für 271yds und einem TD mal wieder der entscheidende Mann. Henry dürfte mittlerweile Favorit auf die Heisman-Trophy sein.

#3 Oklahoma (11-1) überrollte im Bedlam Derby die #11 Oklahoma State Cowboys (10-2) mit 58-23. Bei den Sooners ist immer wieder die Tiefe im Offensive Backfield beeindruckend. Sei es RB Perine, sei es RB Mixon, sie alle können mit ihrem schnellen Tippelschritten der Defense auf und davon laufen. Oklahoma gewinnt damit die Big 12 Conference.

#4 Iowa (12-0) bleibt mit dem 28-20 bei Nebraska ungeschlagen. Entscheidend war die Defense, die 4 Interceptions von Huskers-QB Armstrong abfing. Iowa bleibt merkwürdig glanzlos, ist aber nur noch einen Sieg entfernt vom Gewinn der Big Ten Conference und einer Playoff-Qualifikation.

#5 Michigan State (11-1) feierte einen nie gefährdeten 55-16 Heimsieg über zahnlose Penn State Nittany Lions. Michigan State dabei mit einer extrem druckvollen Defense und zahllosen Highlight-Plays. Was vor allem der WR Burbridge in der Offense zusammentanzt, ist schon sehr spektakulär. Die Clips vom Spiel kann man hier einsehen.

Damit wird das Big-Ten Finale Iowa vs Michigan State im Prinzip zu einem Playoff-Viertelfinalspiel.


#6 Notre Dame (10-2) und #9 Stanford (10-2) lieferten sich in Palo Alto einen instant classic, endend in einem 45yds-Fieldgoal zum Sieg für Stanford mit auslaufender Uhr. Alle vier Viertel glichen einem Wellental der Gefühle, mit Big-Plays auf der einen Seite, gekontert von drei gebrochenen Tackles zum Touchdown auf der anderen.

Stanford jagt den ersten Drive 5:31min zum Touchdown runter. Notre Dame kontert mit einem Kickoff-Return TD. Stanford jagt den zweiten Drive 7:24min zum Touchdown hinunter. Ehe Notre Dames Offense zum ersten Mal auf dem Feld steht, führen die Cardinal 14-7 und das erste Viertel ist fast rum.

Zwei Fighting-Irish Fieldgoals später haben wir 14-13. Notre Dames WR Will Fuller mit Anlauf, überrennt den 10yds tief stehenden CB Alexander zum 73yds-TD und erste Führung. Stanford kontert mit 4 Plays, 75yds und einem TD für RB Rector, der zwei Verteidiger abprallen lässt zum 21-20 Halbzeitstand.

Das dritte Viertel wird zum Shootout: Jeder Drive zu Punkten. Notre Dame FG zum 23-21. Stanford TD zum 28-23. Notre Dame zum 29-28 via 62yds-Run für RB Josh Adams, der kreuz und quer durch die Defense tanzt, wie ein Slalomläufer, mit dem Unterschied, dass er keine Stangen berührt (Football-Jargon „untouched“). 2pts-Conversion scheitert.

Start des Schlussviertels, Stanford mit dem Touchdown zum 34-29, und Headcoach David Shaw beweist seine NFL-Ambitionen indem er aus unerfindlichen Gründen auf die 2pts-Conversion verzichtet, nur auf 35-29 erhöht. Es folgt eine Punt-Session mit jeweils zwei Drives in Punts.

6:48 to go, und Notre Dame im letzten Drive. QB Kizer, nur durch die Verletzung von QB Zaire zum Starter geworden, treibt einen monströsen 15 Play, 88yds Drive das Feld runter. 41sek to go, 4th/1 an der Stanford 8. Kizer an RB Adams, outside zone, und neuer 1st Down.

So sparsam wie Stanford-Coach Shaw mit seinem Timeouts umgeht (Hey, der Mann muss wirklich in die NFL!!), so schnell zieht nun Notre Dames Brian Kelly seine Auszeit mit 35sek to go. Nächster Snap, QB #14 Kizer Rollout nach links und kommt haarscharf vor oder hinter der Goal Line zu Boden. Der Touchdown steht auch nach dem Review, eine Zentimeter-Entscheidung, die ich für eher falsch halte. Extrapunkt gut, und 36-35 Führung für Notre Dame. Remember 2pts Conversion, Mr Shaw?

Aber egal. Stanford bleiben 30 Sekunden.

RB McCaffrey über 26yds im Kickreturn. 25sek: QB Hogan für 1yds, aber Facemask gegen DE Rochell. 20sek, nun zieht Shaw sein erstes Timeout. Snap von der STAN 43, Incomplete. 2nd Down, Hogan für WR Cajuste im Slot, 27yds das Feld runter an die ND 30. Zweites Timeout mit 0:10.

Dann Snap für einen Lauf! RB McCaffrey für 2yds an die ND 28. Timeout #3 Stanford. Freezing-Timeout von Notre Dame. Und dann der 45yds-Kick vom 20jährigen Conrad Ukropina wie ein Strich zwischen die Stangen zum Sieg.

Ein krasses Spiel, das von Stanfords Seite bestenfalls suboptimal gecoacht wurde. Keine 2pts-Conversion, kein Ziehen von Timeouts in der Schlussphase, und dann ein Laufspielzug mit 10sek von der gegnerischen 30 um von einem 20jährigen einen 45yds-Kick zum Sieg zu verlangen… David Shaw, ein so großartiger Coach mit so großartigen Ideen er auch sonst ist, das war eher mau.

QB Hogan mit einer fabelhaften Vorstellung, 17/21 für 269yds und 4 TD. Hogan ist wohl kein NFL-Prospect, aber ein hervorragender College-QB. RB McCaffrey zwar „nur“ mit 94yds Rushing, aber viel Arbeit im Return und Receiving-Spiel. Der weiße McCaffrey hat gewiss eine Außenseiterchance im Heisman-Rennen gegen Alabamas Derrick Henry.

Notre Dame damit mit seiner 2ten Saison-Niederlage. Die Fighting Irish sind damit wohl aus dem Playoff-Rennen, auch wenn sich das bitter anfühlt: Niederlage 1 war ein 22-24 bei der #1 Clemson. Niederlage 2 nun ein 36-38 bei einem weiteren Top-10 Team. Und das alles mit einer Rumpftruppe, denn keine Mannschaft bis auf vielleicht TCU wurde so sehr durch Verletzungen dezimiert wie Notre Dame.


#7 Baylor (9-2) verlor schon am Freitag einen weiteren Thriller bei #19 TCU (10-2): 21-28 in der zweiten Overtime. Die Partie wurde nicht der erhoffte bzw. erwartete Shootout, aber sie war vielleicht noch besser. Die Umstände in Fort Worth waren wetterbedingt eher unwirtlich: Sturmböen bis 80 km/h und ein dreistündiger Wolkenbruch, nachdem die Partie schon eine Stunde wegen noch schlechterer Bedingungen verschoben werden musste.

Baylor mit dem third stringer auf QB, Chris Johnson. TCU überraschend dann doch mit QB Boykin. Baylor zu Spielbeginn furchtlos mit Go-Routes gegen den Wind, aber das musste man dann doch schnell einstellen. Auch TCU sah nach quickem Beginn im ersten Viertel ein, dass das heute mit over 100 nichts werden würde, und so entwickelte sich ein faszinierender Kampf der Offenses a) gegen die Defense und b) gegen die Elemente.

Bei aller Liebe: Zum Football gehören auch die Elemente. Hier wird kein Skiflieger durch Rückenwind beeinträchtigt und kein Keulenschläger durch Regentropfen. War die Partie „irregulär“? Gegenfrage: Hat sich jemand im NFL Sunday Night Game von Schneeflocken gestört gefühlt? Du kannst reagieren. Du kannst dein Team auf eine Partie mit 23 Punts einstellen, wie bei Baylor gegen TCU. Schlechtwetter gehört zum Football wie der Süßsenf zur Weißwurst.

Am Ende ist es faszinierend zu sehen, wie die Mutter Natur zwei der besten Offenses im Lande komplett neutralisierte bzw. so aussehen ließ, als spielt hier Division III gegen Division III und versucht zum ersten Mal, mit der Offense einen Pass zu werfen.

TCU und Baylor beenden die Saison ohne Playoffs. Beide Teams hatten das Potenzial für Großes, aber es sollte nicht sein. Beide waren schwer verletzungsgeplagt: TCU ging dreiviertel der Defense flöten, plus zeitweise QB Boykin, plus im November der wichtigste WR Doctson. Baylor verlor einen QB nach dem anderen. Und trotzdem war z.B. TCU am Ende eine 2pts-Conversion gegen Oklahoma vom Gewinn der Big 12 entfernt. Trotzdem hatte Baylor in beiden Niederlagen seine Chancen.

TCU und Baylor waren zwei integrale Bestandteile der Footballsaison 2015.


#8 Ohio State (11-1) schlug die #10 Michigan Wolverines (9-3) in deren Stadion überlegen 42-13 und leckte damit die klaffenden Wunden der Pleite letzte Woche gegen Michigan State. RB Elliott bekam 30 Carries für 214 und 2 TD. QB Barrett mit 9/15 für 113yds + TD und im Laufspiel 19 für 139 und 3 TD. Kurzum: Michigan sah kein Land.

Ohio State bestreitet natürlich trotzdem kein Conference-Finale, weil ja Michigan State seine Partie gewinnen konnte. Wird die Big Ten nun Ohio State oder den Verlierer des Conference-Finals zwischen Iowa und Michigan State für die Rose Bowl nominieren?

Oder noch krasser: Hat Ohio State noch eine Minimalchance auf die Playoffs, sollten vorne alle Dämme brechen und z.B. Alabama und/oder Clemson ihre Conference-Finals verlieren?

#12 Florida (10-2) verabschiedet sich von allen Playoff-Träumen mit einer 2-27 Pleite gegen #13 Florida State (10-2). Floridas Offense ist seit Wochen nur noch mit der Vokabel „fürchterlich“ zu beschreiben, so wir denn ihre Existenz überhaupt noch annehmen.

#14 UNC (11-1) mit einem 45-34 gegen NC State. Wie gut ist UNCs Portfolio in dieser Saison? Ein einziger Sieg gegen ein zum Zeitpunkt des Spiels geranktes Team (26-19 vs Pitt), dafür eine Pleite gegen das horrende South Carolina (Woche 1), das kürzlich von Citadel geschlagen wurde. Plus zwei Spiele gegen FCS-Konkurrenz. Ich weiß nicht, ob das Playoff-würdig ist, selbst wenn den Tar Heels am Samstag im ACC-Finale eine Sensation gelingen sollte.

#15 Navy (9-2) verlor 31-52 gegen #21 Houston (10-2) und verpasst damit sowohl die Chance auf das Conference-Finale als wohl auch auf die Teilnahme an einer Neujahrs-Bowl.

#16 Northwestern (10-2) mit einem lockeren 24-14 über Illinois. #17 Oregon (9-3) im Civil War mit einem spektakulären 52-42 über Oregon State, das vor allem im Schlussviertel noch einmal gewaltig aufkam. #18 Ole Miss (9-3) mit einem 38-27 im Egg Bowl über #21 Mississippi State (8-4), das damit QB Dak Prescott mit einer Niederlage verabschiedet.

Die Conference-Finals

  • ACC, Sa 2h: Clemson – UNC (aus Charlotte)
  • SEC, Sa 22h: Alabama – Florida (aus Atlanta)
  • Big Ten, Sa 2h: Michigan State – Iowa (aus Indianapolis)
  • Pac-12, Sa 1h45: Stanford – USC (aus Santa Clara)
  • American, Sa 18h: Houston – Temple (aus Houston)
  • MAC, Fr 2h: Northern Illinois – Bowling Green (aus Detroit)
  • C-USA, Sa 18h: Western Kentucky – Southern Miss (aus Bowling)
  • MWC, Sa 1h30: Air Force – San Diego State

Das Playoff-Rennen

Wasistschonnormal?, aber wenn alles normal läuft, ist das Playoff-Feld nun bereitet: Oklahoma dürfte als Big-12 Champ mit einer Niederlage drin sein, ebenso wie der Sieger des Endspiels der Big Ten Conference. Damit haben wir zwei „Locks“.

Clemson und Alabama schreibe ich seit Wochen in die Playoffs, aber beide haben noch ein Conference-Finale zu bestreiten. Beide gehen als Favoriten ins Finale. Alabama wird gegen die Katastrophen-Offense von Florida nur ein Field-Goal brauchen zum sicheren Sieg. Mehr als null Punkte traue ich Florida nicht zu.

Clemson sieht in UNC einen unangenehmen Gegner. Clemson wurde in den letzten Wochen immer zäher, strahlt nicht mehr die Dominanz der ersten Saisonhälfte aus. Ich glaube ehrlich gesagt unabhängig vom Ausgang des ACC-Finals nicht, dass Clemson am Ende auf #1 gerankt sein wird.

Das mit Abstand wahrscheinlichste Szenario ist ein Playoff-Feld, in dem Clemson, Alabama, Oklahoma plus der Big Ten Champ das Playoff erreichen. Das Seeding wird vermutlich so gestaltet, dass Alabama den Big-Ten Champ vor die Brust bekommt.

Aber was passiert, wenn Clemson oder Alabama straucheln? Dann bricht die Hölle aus.

Nehmen wir mal Alabama: Würdest du dann wirklich Florida in die Playoffs hieven. Ein Florida, das vor diesem Wochenende von der #13 aus startend 2-27 platt gemacht wurde und letzte Woche Overtime braucht um FAU niederzuwringen? Würde die SEC gänzlich leer ausgehen? Oder würde man Alabama auch ohne SEC-Gewinn einladen?

Oder nehmen wir Clemson: Wäre UNC der Ersatz-Teilnehmer aus der ACC? Ein 12-1 UNC, das in Clemson einen einzigen nennenswerten Sieg auf dem Konto hat, plus wie oben geschrieben eine üble Pleite (South Carolina) plus Schedule mit 2x FCS?

Würden SEC und/oder ACC leer ausgehen? Wer wäre der Nachzügle? Ein möglicher Pac-12 Champ Stanford mit zwei Losses? Aber 2-loss Stanford über 1-loss Ohio State, das noch nichtmal das Big Ten Finale erreichte und auch nur einen einzigen Qualitätssieg in Michigan hat?

Hätte sogar noch Notre Dame eine Chance? Jenes Notre Dame, dessen beide Niederlagen auswärts kamen, gegen zwei der besten Mannschaften des Landes, das aber ausgerechnet das direkte Duell gegen einen weiteren Mitbewerber in Stanford hätte – und das mit 10-2 immer noch hinter einem 12-1 Clemson wäre, gegen das man zu allem Überfluss sogar verloren hat?

Coaching Caroussell

Machen wir es kurz. Les Miles darf bei LSU bleiben, aber es wurde in den letzten Tagen und Wochen viel Porzellan zerschlagen. Es gibt keine Zweifel daran, dass weite Teile der Booster und des Athletic-Department Miles entsorgt sehen wollten, aber auf der anderen Seite ist das ein Coach, der mit LSU 2007 den BCS-Titel holte, der 2011 ein weiteres Mal im BCS-Finale stand, und der ganz generell die vielleicht erfolgreichste Ära der LSU Tigers gecoacht hat.

Das Stadion in Baton Rouge soll am Samstag einem Tollhaus geglichen haben, mit „Les Miles“-Sprechchören über 60 Minuten. Miles wurde nach der Partie auf den Schultern seiner Spieler aus dem Stadion getragen.

Im dritten Viertel sollen die Muftis von LSU in den Stadionsuiten zusammengesessen sein um Miles Verbleib zu beschließen. Zu viel Angst vor einer Campus-Revolte. Das hat bissl was davon, wenn der Typ die Freundin verlassen will, nur um dann doch bei ihr zu bleiben weil er sie dummerweise gerade geschwängert hat.


Zu den Trainer-Einstellungen: Virginia Tech verkündete am Samstag (auch im laufenden Spiel) die Verpflichtung von Memphis-Headcoach Justin Fuente als neuen Headcoach und Nachfolger von Frank Beamer in Blacksburg. Fuente war ehemals OffCoord bei TCU und hat in Memphis ein totes Programm wiederbelebt. Er gilt als Mastermind. Wichtig: Fuente wird weite Teile des Trainerstabs von Virginia Tech behalten, darunter den famosen DefCoord Bud Foster.


Iowa State verpflichtete Matt Campbell von Toledo als neuen Cheftrainer. Eine interessante Wahl vor allem von Seiten des Coaches: Campbell hat sich bislang bei kleinen Colleges wie Bowling Green oder eben Toledo seine Sporen verdient. Er hat sich vom Positionscoach zum OffCoord zum Interimscoach zum Headcoach hochgearbeitet. Heuer feierte er mit Toledo eine 9-2 Saison, verpasste nur knapp das Conference-Finale.

Campbell geht nun zu einer Uni, die in der Big 12 seit Jahren kein Land sieht und heuer mal wieder bei 3-9 gestrandet ist (u.a. eine Pleite gegen Toledo). Campbell ist 36 Jahre alt. Es ist seine erste sehr große Entscheidung. Es ist vermutlich eine richtungsweisende Entscheidung. Wenn er Iowa State relevant macht, ist er ein gemachter Mann und bekommt einen der ganz großen Jobs. Wenn nicht, bekommt er vermutlich so schnell keinen Chef-Job mehr.

20 thoughts on “Akademische Viertelstunde nach Thanksgiving: Licht ins Dunkel

  1. Gehe absolut konform, so wird es (leider) aussehen. Ich persönlich würde lieber Ohio State als Alabama in den Playoffs sehen und ich finde auch wenig überzeugende Argumente, wieso man Alabama über Ohio State stellen sollte. Der einzige Grund wieso sie so weit oben stehen ist, dass sie im Gegensatz zu den Buckeyes zu einem günstigen Zeitpunkt verloren haben. Quality Wins haben beide keine. Wie ich es in einer amerikanischen Radio Show gehört habe: Wen würde Vegas morgen vorne haben bei Ohio State vs Alabama? Wenn man die ganze Saison gegen keinen halbwegs vernünftigen QB spielt, ist schon klar, dass die Run Defense gewaltig wirkt. Ich würde ehrlich gesagt kein einziges SEC Team dieses Jahr reinstellen.

  2. Warum sollte ein Team, das noch nichtmal seine Division in der fünftbesten Conference des Landes gewonnen hat, über ein Team gestellt werden, das um den Titel in der besten oder zweitbesten Conferences des Landes spielt? Das die beste, tiefste Division im College Football gewonnen hat?

    Wen würde Vegas vorne sehen? Nachdem das SRS i.d.R. gut mit dem SRS korreliert, vermutlich Alabama, das dort genau 3 Punkte besser eingestuft wird.

  3. RE: Quality Wins: Gewagte These.

    Alabama hat in Tennessee (#16 im SRS), LSU (#20), Arkansas (#21), Mississippi State (#22), Wisconsin (#27) und Georgia (#36) gleich sechs Teams geschlagen, die in den Top-40 im SRS gelandet sind.

    Ohio State? Michigan (#13). Eines.

  4. „Ich glaube ehrlich gesagt unabhängig vom Ausgang des ACC-Finals nicht, dass Clemson am Ende auf #1 gerankt sein wird.“

    Das ist interessant finde ich… schreibst du das, weil du glaubst, dass die damit das seeding und damit die Playoff-Spiele „gestalten“ wollen, oder weil du meinst, sie bewerten die Saison eines anderen Teams als besser? Wenn ja welches?

    Sollten sie gewinnen, denke ich, führt kaum ein Weg daran vorbei sie aus sportlichen Gründen ganz oben zu haben, oder? Ungeschlagen (damit Conference-Sieger und von 13 nur 3-4 Spiele innerhalb eines Scores [LOU, ND & SC]) und SoS (nicht berauschend, aber mit ND, FSU & UNC zumindest dann 2-3 herausragende Qualitätssiege).

    …Ich hab heuer kein Clemson-Spiel gesehen leider, und kann jetzt nicht genau sagen, ob sie overrated sind, oder nicht… fands nur interessant das so zu lesen, weil ich mit Blick auf diese Daten, das für mich recht sicher zum 1. Platz gereicht hätte… ka… jedenfalls alles geschriebene immer unter der Annahme, dass sie am nächsten Wochenende gewinnen.

  5. Sagen wir es so: Der Big Ten Teilnehmer ist der schwächste der vier Kandidaten. Ich würde was ausgeben, dass er der Halbfinalgegner von Alabama sein wird.

  6. Wenn Alabama das SEC-Finale gewinnt, werden sie dabei sein und das absolut zurecht. Sie haben extrem dominant gegen einen starken Schedule gespielt. Ohio States Schedule hatte einfach nicht diese Qualität und bei ihnen war öfters mal ein wenig Sand im Getriebe. lemson würde ich im Falle eines ACC-Sieges wegen der ungeschlagenen Saison an #1 lassen. #2 Alabama #3 Oklahoma #4 Michigan State. So tippe ich die Rankings nach dem nächsten Wochenende.

  7. Ok :)!
    Ab hier wird es jetzt schon sehr glaskugelmäßig, aber wenn es ums seeding geht, ein z.B. ungeschlagenes Iowa als Big10-Champ könnte man doch locker an #3 vor #4 Oklahoma mit einer Niederlage ranken und hätte auch den gewünschten Effekt :P!

    Naja wir werden sehen wie es ausgeht am Wochenende, ich bin gespannt!

  8. @David Neuber
    Hab ich tatsächlich gemeint und auch wenn der Kerl etwas suspekt scheint muss ich ihm schon in einigen Punkten zustimmen. Die SEC ist nicht mehr so dominant wie vor einigen Jahren und Bama hat auch noch gegen keinen guten QB gespielt, ihre Secondary (was viele als Schwachpunkt ansehen) ist noch kaum geprüft worden. Die Offense ist auch nicht wirklich spektakulär und ich würde gerne mal One-Trick-Pony Henry gegen eine Front aus Bosa, Washington und Konsorten laufen sehen, der ist nämlich bei weitem kein Fournette oder Elliott. Ich will jetzt nicht Alabama rausreden, man kann sie auch leicht in den Top 4 sehen, aber ich finde nur, dass man schon mal darüber nachdenken kann. Ein Ohio State in guter Verfassung (wie letztes Wochenende) würde ich jedes Mal ohne mit der Wimper zu zucken über Alabama stellen. Aber wahrscheinlich ist der Zug eh schon abgefahren und verbockt hat man es sich selbst, von daher…

  9. Man sollte nicht vergessen, dass das Playoff so designt wurde, dass die vier „verdientesten“ Teams reingewählt werden. „Verdientest“ ist nicht deckungsgleich mit „besten“.

    Ohio State hat nicht einmal seine Division gewonnen. SOS ist eher mau (#52 nach SRS),
    Alabama hat seine Division gewonnen und geht zumindest als haushoher Favorit ins Conference-Finale. Wird das gewonnen -> verdient. Wird es verloren, wird zuerst ein anderes „verdientes“ Team gesucht.

    Clemson wäre ein ungeschlagener Gewinner der ACC + OOC Sieg über Notre Dame.
    Iowa/Michigan State = Conference Gewinner mit maximal einer Niederlage, die in jedem Fall auch noch kontrovers zustande gekommen ist (MSU wurde gegen Nebraska verpfiffen)
    Oklahoma = 11-1 Gewinner der qualitativ besten Conference von 2015. Übelste Pleite aller momentan diskutierten Playoffteilnehmer (mit 7 gegen Texas), aber dafür Kantersiege über Baylor und Oklahoma State + sehr gute Siege über Tennessee und TCU.

    Wenn Alabama verliert, könnte Ohio State nachrücken. Betonung auf dem Konjunktiv. Denn was, wenn Iowa die Big Ten gewinnt? Sollte man dann Ohio State Michigan State vorziehen, gegen das man zuhause verloren hat? Wo Michigan State den klar besseren OOC Sieg vs Oregon hat? Wo MSU auch vor Ohio State in der Tabelle klassiert war?
    Würde das Komittee überhaupt der durchwachsenen Big Ten zwei Plätze zugestehen oder z.B. ein Stanford oder Notre Dame bevorzugen?

    Ich bin bloß dann bei dir, dass man ein 11-2 Alabama einem 11-1 Ohio State nicht vorziehen sollte. Aber selbst dann ist es knapp, weil die zweite Pleite von Alabama im 13ten Spiel kam, das sich Ohio State nicht einmal verdient hat.

  10. Du hast schon recht, wenn wir vom verdientesten Team reden, muss man sagen, dass es sich die Buckeyes wohl nicht verdient haben. Allerdings war die Wahl letztes Jahr schon zumindest gewagt (wo ich sie persönlich nicht reingewählt hätte), aber man hat den Titel gewonnen. Erfahrungsgemäß spielen halt oftmals Teams mit dem größeren Talent in entscheidenden Spielen besser/cleverer als andere Teams, die die Saison über richtig gut waren, aber weniger Talent besitzen.
    Michigan State muss man auch bedenken, dass sie einen absoluten Freak Sieg gegen Michigan hatten (ohne den sie jetzt gar nicht mal in Betracht gezogen würden) und gegen Ohio State nur gewonnen haben, da sich diese episch vercoacht haben.
    An sich wären Clemson und Oklahoma (sollten beide ihre Finals nicht verlieren) für mich safe. Dahinter könnte man für einige Kandidaten Gründe anführen. Sollte Iowa tatsächlich gewinnen und in die Playoffs einziehen wäre das z.B. „verdient“, aber ganz ehrlich, ich habe sie fünf Mal diese Saison gesehen und das ist imho keine Playoff-Mannschaft.

  11. Colin Cowherd ist ja wohl der größte Dummschwätzer (noch vor Paul Finebaum) und meint er müsste sich, nachdem er von ESPN gefeuert wurde, mit solchen Aussagen wieder ins Rampenlicht rücken. Er mag zwar recht haben, dass Alabama keinen Top-QB hat, aber die Schedule von Alabama ist ja wohl wesentlich besser als von Ohio State. Und ich betone immer wieder, dass OSU gegen Michigan State keine Chance hatte und nur durch einen verkappten Punt-Return von MSU einen zweiten TD machen konnte. Ich glaube (und hoffe) nicht, dass OSU in die Playoffs kommt. Wer so eine Cupcake-Schedule spielt hat das nicht verdient (oder leidet früher oder später an Diabetes ;)).

    Mit besten Grüßen

  12. Ich stimme dir bzw. Qualität bei Iowa zu, aber wenn sie mit 13-0 ihre Conference gewinnen und in diesem Feld nicht reingewählt werden, können wir den kompletten Gedanken der Playoffs den Bach runterspülen.

    Hätten wir 5 Power-Conference Champs mit 13-0, wäre der Haken ein anderer. Ist es aber nicht. Wir diskutieren eher darüber, ob im Zweifelsfall ein 2-loss Pac-12 Champ nachrücken könnte.

  13. Das Kommitee sollte das Seeding aber meines Erachtens nicht absichtlich so verschieben, dass Alabama und Oklahoma im Halbfinale nicht aufeinandertreffen.

  14. Pingback: US-Football: Die Hitliste 2015 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s