NFL-Lockout 2011: Die größte Hürde scheint genommen

(Aus Gründen der Seriösität habe ich den Titel nun von „ist“ auf „scheint“ geändert.)

Die NFL-Ownerkonferenz in Chicago hat sich gestern mehr oder weniger darüber geeinigt, in absehbarer Zeit (sprich: ab nächster Woche) mit der Spielergewerkschaft über das neue Collective Bargaining Agreement zu verhandeln. Offenbar gibt es kein offizielles Abstimmungsergebnis – die Entscheidung wird bloß von den grinsenden Gesichtern allerorts abgeleitet. Heute wird noch einen Tag lang diskutiert. Die Verlängerung der Konferenz wird allgemeinhin als sehr gutes Zeichen gewertet.

Der Weg für eine komplett stattfindende Saison 2011 inklusive Preseason und Hall of Fame Game dürfte damit frei sein. Als Stichtag kursiert „spätestens der 15. Juli“.

Heute werden die Owner noch über eine Reihe an Punkten diskutieren. Ein Punkt bleibt unverändert und wie seit Tagen spekuliert: Die Spieler erhalten 48%, die Owner 52%. Ausgeglichen wird der relative Umsatzverlust der Spieler durch die Zusage, dass jedes Team mindestens 90% des Salary Caps pro Saison ausschöpfen muss. Macht in absoluten Zahlen mindestens 46,5% des Umsatzes pro Saison.

Ein neues Detail: Ab 2012 will man offenbar in jeder Woche (außer vmtl. Woche 17) ein Donnerstagsspiel einführen. Das gilt vorerst als Zwischenlösung auf dem Weg zum 18-Spiele-Schedule oder den von Herrmann auf diesem Blog vorgestellten Varianten.

UPDATE 7h04: Seminole verlinkt in den Kommentaren den Beitrag von NFL Network/Total Access, in dem auch der in den letzten Tagen allgegenwärtige Albert Breer Optimismus versprüht. Ebenso dabei: Das Statement von Commissioner Roger Goodell.

16 thoughts on “NFL-Lockout 2011: Die größte Hürde scheint genommen

  1. Albert Breer vom NFL Network hat auch Positives zu berichten.[Video] Ich denke, man könnte es ruhig „ist“ anstelle von „scheint“ belassen.

  2. CBS berichtet, dass man sich auf Seiten der Owner wohl fast einig ist und nur noch ein paar (max. eine Handvoll) an einigen Details zu meckern haben.

    Wie in den News zu hören war, steht der 4. Juli nun nicht mehr wie eine Wand als Deadline, man spricht von „zwei bis drei Wochen“ bis zur Unterschrift. Scheint so, als müsse einiges Unerwartetes schief gehen, damit es nicht zu einem neuen CBA bis spätestens Mitte Juli kommt.

  3. sind die spieler wirklich noch ohne kontakt zu den trainern oder gibts bei manchen clubs ausnahmen.Vor allem bei den packers kann ich mir nicht vorstellen das bei dennen funkstille ist.

  4. Offiziell gibt es keinen Kontakt, weil der Kontakt verboten ist, auch auf persönlicher Ebene. Inwiefern das kontrollierbar ist, darf sich gern jeder selbst sein Bild machen, Stichwort auch „Kontakte über Dritte“.

    Bei den Packers schmerzt die angeordnete Funkstille übrigends besonders: Sie konnten den traditionellen Superbowl-Empfang im Weißen Haus nicht abhalten, wegen eben dieser verbotenen Kontakte.

  5. also offiziell durften die packers bei der Verleihung Kontakt haben. Dort waren die Spieler, Trainer und das Management anwesend.
    Jerry Jones durfte ebenfalls dank einer Sondergenehmigung an der Hochzeit von Tony Romo teilnehmen.

    Sonst dürfte schon viel an dem einen Tag, während den Drafts passiert sein, weitergabe von Playbook´s u.s.w.

  6. Zwei Updates:

    1) Albert Breer, den ich schon mehr als einmal als Quelle herangezogen habe, will erfahren haben, dass überschwänglicher Optimismus unbegründet ist: http://www.nfl.com/news/story/09000d5d8207eed2/article/sides-must-reach-resolution-soon-to-preserve-full-preseason
    Könnte also durchaus noch kippen, das CBA mit Deadline Mitte Juli.

    2) Im ESPN-Podcast gab es eine interessante Diskussion zum Thema „Mindestauslastung der Salary Cap“. Die Mannschaften sollen wie bekannt 90% oder mehr der Salary Cap auslasten müssen. Für Teams wie die Bills oder die Jags würde das bedeuten, dass sie beim Start des Wettbietens um Free Agents erstmal sündhaft teure Angebote an die Top-FAs ausgeben werden, um das vertraglich zugesicherte Geld sinnvoll zu investieren. Sollten sie die besten nicht bekommen, werden sie gezwungen sein, Spieler über Marktwert zu bezahlen. Das ganze Thema wird mir zu wenig diskutiert – für mich ist die Mindestauslastung nicht unproblematisch, zumindest mit meinem bescheidenen Wissensstand um Profi-Football😉

  7. @Sabine/#2: Das Thema „Salary Cap Floor“ ist nicht neu, aber diesmal recht aktuell, vor allem auch, weil der Faktor zum Salary Cap mindestens 0.9 sein wird. Über die Probleme und Potenziale werde ich morgen oder am Mittwoch einen Eintrag online stellen – sie sind nicht zu untschätzen.

  8. Oha. Der Autopilot wir morgen früh einen eigenen Eintrag ausspucken und der liest sich fast identisch mit fast identischer Schlussfolgerung. Bin gerade etwas baff.

  9. kann mir den hier geposteten Link von herrmann jmd. übersetzen😀

    mein englisch schlampt iwo🙂

  10. @PuNISHa: Ich kann dich beruhigen. Ich habe heute Morgen einen Eintrag geschrieben über den Salary Cap Floor und eine Schlussfolgerung gezogen. Der liest sich wie ich gerade gemerkt habe faktisch und vom Aufbau ident. Als wäre Guttenberg am Werk gewesen. Also Geduld bis morgen😉

  11. Die neueste Wasserstandsmeldung bestätigt Albert Breer und seine negativistische Haltung. 1% als Streitpunkt liest sich erstmal lächerlich, handelt sich aber am Ende um fast 100 Mio. und wird in ein paar Jahren über 150 Mio. $$ wert sein. Man ist sich einig, dass es bis Mitte Juli knapp wird mit einem Kompromiss, aber wenn ich eben die Grundstimmung bei Fox richtig gedeutet habe, geht man trotz der Schwierigkeiten von einem neuen CBA bis dahin aus.

  12. Neues negatives Element aus Spielersicht:

    Das Gericht hat gestern entschieden, dass der Lockout rechtmäßig war, wieder mit 2:1 Stimmen. Für die PA ist das keine gute Nachricht, haben die Owner damit wieder Überwasser gekriegt und in den letzten Streitpunkten zusätzlichen Druck. Das Urteil bedeutet NICHT, dass die NFL bei Saisonausfall 4 Mrd. aus den TV-Deals bekommen wird, aber es wird als gewichtig genug gewertet, alsdass die Owner ein starkes Argument mehr haben – und das Urteil dürfte auch die NBA interesieren.

    Fox meldete heute auch, dass mit Jerry Jones der vermeintich wichtigste Owner voll in die Verhandlungen eingestiegen ist, und das wird allgemein als gutes Zeichen für ein CBA in dieser Woche gesehen, besonders weil Jones‘ Wort gewichtig ist und er als einer gilt, der wenn er mit ganzem Herzen bei der Sache ist, durchaus imstande ist, auch die andere Seite der Medaille zu sehen.

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