Südlich des guten Geschmacks

Disclaimer: Ich verlinke in Sachen Lernschwäche auf Rotoworld.com. Ich bin mir nicht sicher, wie zuverlässig die Quelle ist (anscheinend ist die Quelle Greg Gabriel, ein langjähriger Scout). Eigentlich ist mir die Zuverlässigkeit der Quelle aber auch egal. An der Grundaussage ändert sich nichts.

Wie ich gestern bei ESPN.com las, fuhr der CB Morris Claiborne von LSU (gilt heuer als sicherer Top-5 Draftpick) im Wonderlic-Test ein desaströses Ergebnis ein. Zur Region nur ein Wort: Vince Young. Der obligatorische knackige Kommentar bleibt diesmal aus, da im Nebensatz etwas von wegen „learning disability“ (Lernschwäche) zu lesen ist, die mit „reading“ (Lesen) zu tun haben soll und es sich um ein Problem handeln soll, das Scouts seit Claibornes Highschool-Zeit bekannt war.

Lassen wir den Fakt mal außen vor, dass ein niedriger Punktestand im Wonderlic-Test (oder in anderen IQ-Tests) nicht zwangsläufig mit niedriger Intelligenz gleichzusetzen ist und dass ein schlechtes Ergebnis nebenher IMHO durchaus mit Leseschwächen erklärt werden kann (das Prüfling steht schließlich unter Zeitdruck: 50 Fragen in 12 Minuten erfordern quickes Lesen und Verstehen). Lassen wir auch außen vor, dass die Umstände, unter denen der Wonderlic-Test (hier ist ein Sample verlinkt) in der Combine durchgeführt wird, gelinde gesagt suboptimal sind.

Punkt ist ein anderer, eher unappetitlicher. Wir sind an dem Punkt angelangt, an dem weniger Wochen vor dem Draft die eine oder andere Horrorgeschichte der Top-Picks publik wird. Geschichten, die aus dem Umfeld mancher Teams gestreut werden, um möglicherweise die Aktien des einen oder anderen Supertalents fallen zu lassen und die Chance auf einen „steal“ zu erhöhen. Im Normalfall sind es Sauf- oder Drogengeschichten. Alle paar Jahre jedoch wird auch die (angeblich) (fehlende) Intelligenz eines Anwärters durch den Kakao gezogen.

Sämtliche NFL-Teams wissen um sämtliche Wonderlic-Testergebnisse sämtlicher Athleten. Dass mir dem Verpfeifen besonders unterirdischer Ergebnisse potenzielle öffentliche Abschreckung anderer Franchises geschürt wird, hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Denn es gibt Dinge, die IMHO eher Interna im Front Office bleiben sollten.

Ein Kommentar zu “Südlich des guten Geschmacks

  1. ja seh ich auch so! btw AJ Green hatte letztes jahr ne 5 und ist trotzdem der beste reciever seines jahrgangs; Peyton Manning hatte nur ne 28; QB McElroy oder so (third stringer bei den Jets) hatte über 40 im wonderlic.

    Mr Claiborne mag vielleicht „auf dem Papier“ eine Leseschwäche haben, aber mir ist wäre sowieso lieber mein CB kann die gegnerische Offense lesen 😉

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